Zielsetzung

HOC EST ENIM CORPUS MEUM…

HIC EST ENIM CALIX SANGUINIS MEI, NOVI ET AETERNI TESTAMENTI: MYSTERIUM FIDEI: QUI PRO VOBIS ET PRO MULTIS EFFUNDETUR IN REMISSIONEM PECCATORUM…

Nur wenigen dürfte die Bedeutung der obenstehenden Worte geläufig sein. Doch wer sie kennt, und wahrhaft versteht was sie bedeuten, und glaubt, dass sie der Wahrheit entsprechen, dessen Leben wird sich verändern.

Dies sind die Wandlungsworte, durch die während des Heiligen Meßopfers in der Katholischen Kirche Brot und Wein in Leib und Blut des Herrn Jesus Christus verwandelt werden (Transsubstantiation). Dadurch ist Jesus Christus, der Gott-Mensch, wirklich und wahrhaftig (nicht bloß symbolisch) gegenwärtig.

In einer Zeit, in der oft schon die Existenz Gottes an und für sich umstritten ist, wenn nicht gar für absurd gehalten wird, ist allein die Existenz dieses Anspruchs – Gott selbst ist unter uns – abenteuerlich. Doch die Art und Weise wie er gegenwärtig wird – unter den demütigen Gestalten von Brot und Wein – ist nichts weniger als lächerlich – für den heutigen Menschen.

Als lebenslanger Atheist, der vor kurzem zur einen, heiligen, katholischen und apostolischen Kirche konvertiert ist, kann ich aus einer Perspektive langjähriger Skepsis sprechen. Nicht, dass ich damals auch nur einen ernsthaften Gedanken an die Frage verschwendet hätte, ob dieses Mysterium wirklich sei oder nur eine Fiktion der Kirche – weit gefehlt. Ich habe die Frage nie bedacht, weil ich nie erfahren durfte, dass es sie gibt. Aus meinem historischen Interesse heraus kannte ich diffus den „Transsubstantiationsstreit“, doch hielt dies arrogant für ein Relikt finsterster Zeiten – nicht dass heute so etwas noch ernsthaft geglaubt werden könnte! Wir sind doch so viel weiter als diese Halbwilden des Mittelalters. So spottete und höhnte ich innerlich. Und bei jeder Gelegenheit auch äußerlich.

Bei alledem gab es nur ein Problem. Nie war ich ernsthaft mit dem katholischen Anspruch konfrontiert worden, dass in der Messe das Kreuzesopfer Jesu Christi durch die Opferhandlung auf dem Altar mittels des Priesters blutlos gegenwärtig gemacht werde. Niemals hatte ich einen katholischen Würdenträger darüber sprechen hören. Niemals auch nur so etwas andeuten sehen. Dass die Kirche ernsthaft daran glaubte, erfuhr ich erst 2008, als ich auf einigen katholischen Blogs in englischer Sprache auf derartige Ansatzpunkte stieß.

Und die einzige Frage, die sich dann noch stellte, war: Ist das wirklich Sein Leib, Sein Blut? Nicht, dass die Mehrheit es glaubte. Aber als ich mich auf die Fährten des Kreuzes setzte, in der Bibel las, wie Jesus im Johannesevangelium (vgl. Joh 6) darüber sprach, dass man ganz wörtlich sein Blut trinken und sein Fleisch essen müsse, um erlöst zu werden, als ich mich mit der ununterbrochenen apostolischen Überlieferung seit frühester Zeit in dieser Frage beschäftigte, da kam ich zu dem Ergebnis, dass die Kirche tatsächlich im Recht sein konnte.

Die Kirche jedenfalls lehrte es – damals, heute, immer – auch wenn es krampfhaft verschwiegen wurde. Und wenn Jesus wirklich Gottes Sohn war, und wirklich gestorben und auferstanden war, und wirklich die Apostel, angeführt von Petrus, ausgewählt hatte, und diese wirklich Nachfolger bestellt hatte, und diese wirklich bis heute noch existierten, dann würde die Kirche auch wissen, was sie da behauptete, und ob das wirklich stimmte.

HOC EST ENIM CORPUS MEUM.

Ein Satz – ein Skandal für die Moderne. Ein Skandal, weil damit alle Dogmen der Moderne in ihren Grundfesten erschüttert werden. Er behauptet Gott, Wunder, objektive Wahrheit, alles was heute in sogenannten gebildeten Kreisen nurmehr als dumme Phantasie abgetan würde. Von denselben Kreisen, die nie genug von immer neuen Tabubrüchen bekommen, die inzwischen so langweilig und leer geworden sind, dass selbst die stetige Steigerung der Dosis nicht mehr zu befriedigen vermag. Doch eins ist der Katholische Glaube – der wirkliche, wahre, traditionelle katholische Glaube, der Glaube der Päpste und des Lehramts – heute sicher nicht:

Respektabel.

Ein Stein des Anstoßes, ein Zeichen, dem widersprochen wird. Das alles ist der Glaube heute. Aber nicht respektabel, angesehen, populär, mehrheitsfähig. Aber sollte uns das stören? Alle reden von Reformen, doch wo bleibt die innere, innerliche Reform. Die Reform eines jeden Sünders? Und wenn ich mir betrachte, wie ich handle, wie wir alle handeln, dann brauchen wir diese Art Reform dringend. Umkehr, nannte Jesus es. „Kehrt um! Das Himmelreich ist nahe!“ Wenn wir das glauben, dann zerfallen alle schrillen Schreie der Abkehr vom Reich Gottes in zwei Teile Staub und drei Teile Irrelevanz. Kehren wir uns nicht vom Reich Gottes ab, sondern kehren wir um!

Wenn die Wandlungsworte die Wahrheit ausdrücken, dann ist es völlig egal wie beliebt wir sind. Dann zählt nur wie treu, wie gläubig, wie loyal wir gegenüber dem einen Gott in drei Personen und der von ihm eingesetzten Kirche sind.

Ich komme von außen in die Kirche hinein und sehe den unermeßlichen Schatz – kulturell, spirituell, künstlerisch – auf dem Katholiken sitzen und nicht wissen, worauf sie sich apathisch ausruhen. Doch selbst dieser unermeßliche Schatz, der seinesgleichen auf Erden sucht, ist nichts als eine einzige Glasperle vor dem wahren Schatz, der in der Kirche wirklich gegenwärtig ist. Der Schatz, der uns von unseren Sünden erlöst, der Schatz, der sich für uns am Kreuz aufgeopfert hat – wenn die Geschichte stimmt.

Man kann leugnen, dass sie stimmt. Vielleicht ist das alles nur ein Betrug. Doch wenn man die Geschichte für Betrug oder Irrtum hält, dann sollte man nicht der Organisation angehören, die diesen Betrug verbrochen hat. Ist die Geschichte aber wahr, dann ändert sich alles. Dann ergibt das Leben plötzlich Sinn, die Beliebigkeit, die so viele Menschen heute knechtet, verschwindet und wird ersetzt von dem Bild einer Pilgerfahrt durch ein Jammertal hin zu unserer wahren Heimat. Eine Pilgerfahrt, die durch gefährliches Terrain führt, da es durchaus machtvolle Kräfte gibt, die nicht wollen, dass wir am Ziel ankommen. Nicht zuletzt wir selbst, in unseren schlechtesten Momenten. Doch eine Pilgerfahrt mit einem allmächtigen Anführer, der genau weiß was er tut.

Was also, lange Vorrede, kurzer Sinn, bezwecke ich mit „Kreuzfährten“? Den totalen Unterschied deutlich zu machen, den traditioneller Katholizismus für den Menschen macht. Deutlich zu machen, worin sich der Katholizismus von den verschiedenen Zeitgeistreligionen unterschiedet – denn dieses Thema kommt von katholischer Seite derzeit zu kurz. Und natürlich zu preisen und zu loben den Herrn, dessen Leib und Blut real präsent ist, nachdem der Priester gesprochen hat:

HOC EST ENIM CORPUS MEUM…

HIC EST ENIM CALIX SANGUINIS MEI, NOVI ET AETERNI TESTAMENTI: MYSTERIUM FIDEI: QUI PRO VOBIS ET PRO MULTIS EFFUNDETUR IN REMISSIONEM PECCATORUM…

Ad maiorem Dei gloriam

Catocon.

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2 Gedanken zu „Zielsetzung

  1. Vielen Dank für diese Worte. Ich bin auf Ihren Blog durch den Blog von Mundabor hingewiesen worden, wofür ich ihm sehr dankbar bin. Ich bin sehr beeindruckt von Ihrer Konversionsgeschichte. Ich selbst war viele Jahre ein lauwarmer und gleichgültiger Katholik und habe erst wieder durch die tridentinische Messe zum wahren Glauben zurückgefunden. Es war für mich ein Erweckungserlebnis, das einer Konversion fast gleichkommt. Ich kann Ihnen sehr stark nachempfinden insbesondere über Ihre Worte zum Schatz der Kirche. Es ist mir unbegreiflich wie man diesen Schatz nach dem II.Vaticanum einfach so in den Dreck hat werfen können. Es ist ein Frevel an Gott und ein Verbrechen an den Menschen. Man muss die Menschen aufwecken und Ihnen diesen Schatz wieder zeigen und sie wieder zum wahren Glauben zurückführen. Ich unterstütze daher Ihr Ansinnen in jeder Hinsicht.
    Ich habe einige Ihrer Artikel bereits gelesen und Sie gefallen mir sehr gut und ich freue mich auf mehr davon. Ich werde versuchen von Zeit zu Zeit Kommentare einzustellen, wenn es Ihnen nichts ausmacht.
    Vielleicht ein kleiner Hinweis auf eine weitere Webseite, die für Sie von Interesse sein könnte, sie heißt http://www.summorum-pontificum.de/. Hier gibt es häufig brilliant geschriebene Artikel zur alten Messe und zum wahren alten Glauben. Vielleicht können Sie diese Webseite noch Ihren aufgeführten Links hinzufügen.
    Ich wünschen Ihnen Gottes Segen für Ihr Blogvorhaben.

    Laudetur Jesus Christus!

    • Willkommen, wk1999!
      Es macht mir überhaupt nichts aus, wenn Sie von Zeit zu Zeit hier kommentieren! Und die Webseite werde ich ebenfalls meiner Linkliste hinzufügen. Dieser Blog befindet sich im Übrigen nach wie vor erst im Aufbau. Ich bin daher für Links zu interessanten Blogs immer sehr dankbar.
      Außerdem sollte ich sagen, dass auch ich Ihnen Gottes Segen für Ihren Weg in der und mit der Kirche wünsche!

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