Bloß katholisch – sonst nichts

Der bloggende Father Longenecker hat auf seinem Blog einen wunderbaren Artikel veröffentlicht, den man in Gänze lesen sollte. Ich präsentiere hier nur einige Auszüge, um damit einen Punkt zu demonstrieren, der mir persönlich als Konvertit sehr wichtig ist.

There is a tendency amongst some Catholics to turn their religion into an intellectual quest for ‚true orthodoxy‘ or ’solid theology‘ or ‚a message that is relevant for people today.‘ Others turn it into a search for ‚a spirituality that really suits them‘.

Und was ist so schlimm daran, möchte man fragen? Hat nicht jeder seine persönlichen Präferenzen und Vorstellungen – der eine legt halt Wert auf besonders genaues Befolgen der Orthodoxie, der andere interessiert sich für theologische Fragestellungen und manche möchten den Glauben besonders auf die „Menschen von Heute zuschneiden“. Was ist falsch daran? Es ist dies:

What I’m realizing more and more is how very far the twenty first century church is from the simple preaching of the gospel and the core of the Catholic faith. What we don’t hear is the old time religion. What has gone right over our heads is how influenced we are by modernism and the thought of Rudolph Bultmann who insisted that Christianity was old fashioned and needed to be ‚de-mythologized‘. He said modern man couldn’t deal with the old, out dated cosmology of heaven and hell and sin and repentance and all that stuff.

After him the psychologists swept in and told us how ’sin‘ was all a mental construct of an ancient age and how we were all really victims because our mother didn’t breast feed us enough (or breast fed us too much) or because our father didn’t pay us enough attention (or paid us too much attention) and furthermore didn’t we know that preaching about sin only made people feel guilty and was counter productive?

Fuhgeddaboudit.

The gospel message is simple: You don’t have to turn it into a quest for the perfect liturgy or a campaign for justice or peace or the creation of the perfect self help group. You don’t have to turn it into an intellectual or existential quest to discover your true self or the source of your heart’s desire.

You are unhappy and searching for something because you are imperfect. You have fallen short of the glory of God. This condition is called sin. You are a sinner. You are selfish, ego centric, lustful, unforgiving, angry, manipulative, self seeking and proud. You love pleasure rather than God and you will believe any lie as long as it allows you to continue in your sin. If you continue in this condition you will end up  becoming more and more unhappy and eventually you will be separated from God, light, love, goodness, truth and beauty forever because that is what you chose.

Alle diese besonderen Zusammenhänge, die manchen Gläubigen so wichtig sind – die perfekte Liturgie, die perfekte Relevanz für die Probleme der Menschen von Heute, die Spiritualität – übersehen das Wesentliche: Der katholische Glaube ist nichts, was man einfach der Zeit oder seinem Willen oder einer empfundenen Relevanz oder Verständlichkeit anpassen kann. Der katholische Glaube ist einfach – er ist wie er war und wie er sein wird. Er ist von Gott gemacht, nicht vom Menschen, oder wenn nicht, dann ist er falsch und man sollte ehrlich aus der Kirche austreten und sich einer anderen Gruppe anschließen. Die wahre Botschaft ist ganz leicht:

1. Wir sind Sünder, da wir gegen das Gesetz verstoßen haben, das dem Menschen ins Herz geschrieben steht (ob er es leugnet oder nicht).

2. Daher bedürfen wir der Umkehr, den Weg zurück auf den rechten Pfad.

3. Das Christentum sagt, dieser Weg sei Jesus Christus. Folgt man ihm mit ganzem Herzen und ganzer Kraft, dann wird man durch die Gnade Gottes, die sich im Kreuzesopfer zeigt, von seinen Sünden erlöst werden.

4. Folgt man diesem Weg – Jesus Christus und seinen Anordnungen – nicht, so wird man durch die Natur der Sache unglücklich werden, sich von Gott, seinen Mitmenschen und sich selbst abwenden. Und am Ende dieses Weges der immer stärkeren Entfremdung von Gott und den Menschen steht der Zustand, den die Tradition Hölle nennt. (Man sagt, die Tore der Hölle seien von innen abgeschlossen).

Ganz einfach, nicht wahr? Da braucht es keine komplexen Christentum-und-irgendwas-Konstrukte.

Oder, in Longeneckers Worten:

Admit you are a sinner, turn to God for forgiveness. Accept the strange, but compelling truth that Christ died on the cross to forgive your sins. Receive his gift of new life with an open heart with nothing held back. Change your ways. Begin to live the Catholic faith in simplicity and honesty. Empowered by God’s grace, live in the church, learn to pray, live with the sacraments, love others. This is the way you follow Christ.

Das ist alles. Man befolge dies und der Glaube wird Früchte tragen. Doch da ist noch etwas anderes. Wenn wir das tun, so Father Longenecker, dann werden alle anderen Probleme, von denen oben die Rede war, von selbst verschwinden.

Now the marvelous thing is that if everyone did this–if everyone really went back to the core gospel message and took it seriously and tried to follow the old path of sin, repentance, faith and sacraments, then all the other problems would be solved too. You would have a wonderful Christian fellowship. You would have the right kind of liturgy, you would have justice and peace. You would have the answer to your intellectual questions and you would find your heart’s desire.

Der Schlüssel zur Kirchenkrise ist diese einfache Botschaft: Von der Sünde zur Reue. Von der Reue zur Umkehr. Von der Umkehr zum Glauben. Vom Glauben zu den Sakramenten und ihren Gnadenmitteln. Der altmodische Weg ist nicht nur der beste – er ist der einzige. Denn der altmodische Weg ist der Weg Jesu, der Weg, den Jesus in der Bibel empfiehlt, und den die Apostel vom Sohn Gottes überliefert bekommen haben. Daher ist der Weg in Wahrheit auch gar nicht „altmodisch“; aber er erscheint heute so, weil wir statt uns Christus hinzugeben, wie dieser sich uns hingibt, viele „Alternative Heilmittel“ geschaffen haben, die uns den Blick auf den Herrn verstellen.

Weg mit den Heilmittel! Zurück zum einfachen, treuen Glauben an den Herrn und Seine Kirche!

Was haben wir mit all den „Neuen Heilmitteln“ erreicht? Longenecker sagt, wenn man zuerst nach den Gütern der Welt strebt (und es sind wirklich gute Dinge, die die Welt zu bieten hat), wird man sie nicht bekommen. Nur, wenn man zuerst nach dem „altmodischen“ Herrn strebt, wird man den Weg zum Herrn bekommen, und dazu noch die anderen Güter.

Try to seek those things first though–and without sin, repentance and faith–and all you end up with is piffle. You may find the treasure chest, but it will be empty. Worse, you may find some sort of religion, but it won’t be the Christian faith.

It will be something you made up yourself.

(Das erinnert mich an C.S. Lewis und sein „principle of first and second things“, sein „Prinzip erstrangiger und zweirangiger Dinge“, wie man etwas frei übersetzen könnte. Es ist das einfache Prinzip der Prioritätenfolge. Strebe zuerst nach dem Wichtigsten und du wirst das Zweitrangige dazu bekommen. Strebe aber nach dem Zweitrangigen und du wirst das Wichtigste verfehlen – und das Zweitrangige auch.)

Der Mensch kann sich nicht aus eigener Kraft erlösen. Seine Systeme und Methoden, was auch immer sie an weltlichen Erfolgen bringen mögen, versagen grandios was die Menschenseele betrifft. Weder der Markt noch der Staat, weder das Individuum noch das Kollektiv, weder die Freiheit noch die Sklaverei, weder der Feminismus noch der Chauvinismus kann den Menschen erlösen.

Das kann nur Jesus Christus, und in der Regel auf dem Wege, den er dafür eingerichtet hat: Weg von der Sünde durch Reue, Umkehr, Glaube, Sakramente.

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Ein Gedanke zu „Bloß katholisch – sonst nichts

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