Zwei junge Frauen und die Rentner

Empfehlenswerte Lektüre: Dieser Artikel aus dem Dialogprozess des Bistums Essen. Allein auf weiter Flur stehen dort die beiden glaubenstreuen Katholiken einer Masse fortschrittlicher, modernisierender, reformierender Menschen gegenüber. Auffällig – und völlig unverständlich für den Medienmainstream und den Durchschnittsmenschen – ist nur das Altersverhältnis – die gläubigen Katholiken sind zwei junge Frauen und das Heer des Fortschritts wird die Früchte des Fortschritts in 25 Jahren nicht mehr erleben. (Biologische Lösung nennt Father Z das) Und das ist kein Einzelfall.

– Traditionelle, strenge Orden und an traditionellen liturgischen Normen (wie der lateinischen Messe) festhaltende Gemeinschaften haben Zulauf, gerade auch von jüngeren Menschen

– Die meisten Jugendlichen haben ÜBERHAUPT NICHTS mit Kirche und Glauben am Hut. Sie sieht man nur sehr selten in Kirchen, Gemeinderäten, Priesterseminaren und vielem vielem mehr. Sie sind absolut kirchenfern, weil sie kein Interesse am Glauben haben. Mit biederem Gerede über irgendwelche Reformatorischen Eskapaden kann man diese Leute nicht mobilisieren. Aber dann gibt es da dieses Kleine Gallische Dorf in der jungen Generation, das nach der Wahrheit hungert – und diese vom Establishment verschwiegen bekommt. Und dann noch verhöhnt wird.

Aber das hat Asterix auch nie gestört!

Ja, die meisten Jugendlichen lehnen traditionelle Formen und Normen ab. Aber die meisten Jugendlichen empfinden nichts als eine Mischung von Desinteresse und Abneigung gegen krampfhaft respektabel und relevant erscheinen wollenden Verbandskatholizismus, dessen Motto scheinbar ist: MUT ZUR ANGST

Gebt der Jugend den Wahren Glauben, dann laßt sie selbst entscheiden, ob sie ihn wollen oder nicht.

4 Gedanken zu „Zwei junge Frauen und die Rentner

  1. Ich kenne eine ähnliche Situation aus meiner Heimatgemeinde. Ich hatte dort versucht, mit der Hilfe der Petrusbruderschaft die Feier einer tridentinischen Messe zu organisieren, das erste Mal seit über 40 Jahren. Der Ortspfarrer (ein Subsidiar) hatte zugestimmt (obwohl er der alten Messe insgeheim sehr ablehnend gegenübersteht, er ist ein „68“-Pfarrer, sozusagen) und alles war vorbereitet. Kurz vor dem eigentlichen Termin dann die Absage des verantwortlichen Pfarrers der Pfarreiengemeinschaft (alters- und gesinnungsmäßig aus derselben Generation). Solange er die Verantwortung hätte, gäbe es so etwas in seinen Pfarreien nicht. „Ultrakonservative“ Gruppen wie die Petrusbruderschaft führen die Kirche gegen die Wand. Man muß hierbei wissen, dass unser Pfarrer ein erklärter Anhänger der Taizé-Bewegung ist, deren Ziele ja unter anderem die Versöhnung innerhalb der Kirche ist, also auch ein Aufruf zur Toleranz gegenüber Andersdenkenden. Aber ich denke mal, dass Hochwürden und auch die Herrschaften im von Ihnen aufgeführten Link im Bistum Essen das bekannte 68er Prinzip der restriktiven Toleranz anwenden. Mit anderen Worten, es wird von bestimmten Leuten entschieden, gegenüber wen Toleranz geübt wird oder auch nicht.
    Aber wie Sie schon andeuten, die Zeit dieser Leute geht langsam vorüber, sie werden wie die Dinosaurier aussterben. Die Priesterseminare im Bereich der DBK gähnen vor Leere wogegen die der traditionellen Priesterbruderschaften aus allen Nähten platzen. Wir werden den Wandel noch erleben.

  2. Wk1999,
    „Prinzip der restriktiven Toleranz“ ist einfach genial! Haben Sie was dagegen, wenn ich mir diesen Begriff ausborge? (Er klingt fast als seien Sie ein deutscher Theologie oder Philosoph – und das meine ich ausnahmsweise einmal im guten Sinne!)
    Catocon.

  3. Catocon,
    ich will mich nicht mit fremden Federn schmücken und bin weder Theologe noch Philosoph, weit entfernt davon, wegen nicht ausreichender Intelligenz. Darüberhinaus habe habe ich auch noch den falschen Begriff gewählt. Es heißt korrekt „Repressive Toleranz“ und stammt von dem marxistischen Philosophen Herbert Marcuse. Hier ist ein Wikipedia Link dazu:
    http://de.wikipedia.org/wiki/Repressive_Toleranz
    Ich kannte den Begriff bis vor kurzem auch noch nicht und bin über einen anderen ähnlichen Blog auf dieses Konzept aufmerksam geworden. Ein ziemlicher Augenöffner, wenn man sich unsere Gesellschaft und auch die katholische Kirche in Deutschland so anschaut.

    wk1999

    • Wk 1999,
      der Begriff „Repressive Toleranz“ war mir diffus bekannt. Allerdings habe nicht an ihn gedacht, als ich vom „Prinzip der restriktiven Toleranz“ las. Anders als bei der „repressiven“ Toleranz kommt bei dem Begriff „restriktiv“ noch zusätzlich die Assoziation „Restriktion, Behinderung, Einschränkung“ zum Ausdruck, während „Repression“ eher den Aspekt der „Unterdrückung“ betont. Daher finde ich, dass der Begriff „restrikive Toleranz“ fast noch besser passt als „repressive Toleranz“.
      Trotzdem: Die Tatsache, dass ein solches marxistisches Prinzip, wie wir es auch immer nennen wollen, so große Verbreitung in der Kirche gefunden hat, ist – besonders angesichts der deutlichen Aussagen des Lehramts zur Verderblichkeit des Sozialismus – erschreckend.
      Catocon.

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