Von den Vorzügen des Lateinischen

Präludium: Zwei Perspektiven

Wenn man über die Ursachen und Auswirkungen der aktuellen Kirchenkrise nachdenkt, dann kann man generell zwei verschiedene Perspektiven einnehmen. Die eine ist die des gläubigen Katholiken, die auf diesem Blog hauptsächlich zu Wort kommen wird. Doch man kann sich die Sache auch „von außen“ anschauen – aus der Perspektive eines interessierten, aber nicht religiösen Betrachters. In seinem exzellenten Buch (das übrigens jedem zu lesen empfohlen sei) „The Everlasting Man“ sagt G.K. Chesterton: „The next best thing to being really inside Christendom is to be really outside it.“ Davon ausgehend schreibt er über die Kritiker der Christenheit (und das gilt heute ebenso wie damals): „They do not judge Christianity calmly as a Confucian would. He does not judge it as he would judge Confucianism“.

Was meint Chesterton damit? Die Kritiker befinden sich eben nicht, wie sie oft behaupten, auf einem neutralen Boden und betrachten die christliche Religion von außen. Vielmehr befinden sie sich im Stande des Rebellen gegen eine ererbte aber längst abgelehnte Wahrheit. Sie sind nicht neutral – ebensowenig wie ein verbitterter Russe, der zu den Amerikanern im Kalten Krieg überläuft, neutral wäre. Er befände sich in Rebellion gegen die Sowjets. Es wäre lächerlich, wenn er beanspruchte, sein Zeugnis sei eines der wissenschaftlichen Ruhe und Abgeklärtheit. Dasselbe gilt für die meisten heutigen Kritiker der Kirche. Sie betrachten sie nicht ruhig von außen – sie sind wütend. Diese Art von „außerhalb der Kirche sein“ meine ich im Folgenden allerdings nicht. Ich meine die Art, die völlig neutral gegenüber der Kirche ist, die sich weder in Liebe zu ihr noch in Rebellion befindet, und die auch das nötige Wissen und Interesse an der Materie besitzt, um sich eine fundierte Meinung zu bilden. Diese Art von Betrachtern kann die Kirche von außen sehen. Und von dieser Art möchte ich hier kurz sprechen:

Was man von ganz außen sieht

Als in den 1960er Jahren die Neue Messe promulgiert werden sollte, haben sich einige literarische und kulturelle Größen, die nicht für ihren Glauben bekannt und teils gar überzeugte Atheisten waren, gegen die Abschaffung der traditionellen lateinischen Messe ausgesprochen, indem sie einen offenen Brief an Papst Paul VI. sandten. Sie haben nicht viel erreicht, so weit ich das sehen kann, aber sie haben definitiv versucht, die Tridentinische Messe vor der drohenden Zerstörung zu schützen. Es stellt sich die Frage, warum sie das taten. Was sahen sie von außen, was viele Katholiken – auch und gerade unter den Bischöfen und im Vatikan – nicht erkennen konnten? Welche Einblicke hatten sie – wohl gemerkt, viele von ihnen keine Gläubigen – den Katholiken zu dieser Zeit voraus?

Sicher, es gab viele verdienstvolle Katholiken, die sich in der einen oder anderen Weise auch nach 1970 der Traditionellen Messe verbunden gezeigt haben, und ihr Verdienst soll in keiner Weise geschmälert werden – im Gegenteil, wir können ihnen dankbar für ihre Leistung sein. Und wie immer man zu den Piusbrüdern stehen mag, sie haben wenigstens ihren Teil dazu beigetragen, dass der Schatz der Traditionellen Messe heute immer noch existiert und sich sogar wieder ausdehnt.

Doch die breite Mehrheit der Katholiken muss entweder apathisch oder für die Änderungen gewesen sein. Was haben also diese Menschen von innen übersehen, was von außen sichtbar war – sichtbar, heißt das, für alle, die sehen konnten, die wirklich außerhalb und neutral waren, nicht im Stande der Rebellion?

Die Antwort ist ganz einfach: Die Traditionelle Messe ist ein kulturelles Erbe, sie hat viele Generationen in Kunst und Kultur gespeist, sie ist Quelle und Betätigungsfeld weiter Teile der Kulturschaffenden im weitesten Sinn des Wortes für viele Jahrhunderte gewesen. Sie erkannten, dass man solche Schätze hüten und pflegen muss. Zu solchen Schätzen gehört für den wohlwollenden Nichtgläubigen unter anderem an prominenter Stelle auch die lateinische Sprache. Ich hatte das Glück, in der Schule Latein lernen zu können. Latein lernen ist denken lernen. Wer kein Latein kann, der hat etwas verpasst. Die lateinische Sprache ist meines Wissens einzigartig darin, dass jemand, der sie verstehen will, sich an das Durchdringen logisch makelloser Satzkonstruktionen gewöhnen muss. Durch das Studium des Lateinischen ändert sich (bessert sich) die Qualität unserer Argumentationskraft, unserer Artikulationsfähigkeit und vor allem die Klarheit unseres Denkens. Latein, Mathematik und Logik hängen eng zusammen. Latein ist für die Theologie und Philosophie dasselbe wie Mathematik für die Naturwissenschaften – ein wesentliches Ausdrucksmittel. Klares Denken ist auf Latein leichter, weil keine andere Sprache so logisch, so klar und so eindeutig ist wie Latein.

Verfall von Latein = Verfall der Vernunft

Schüler, die in der Schule standardmäßig so früh wie möglich, so gründlich wie möglich, Latein lernen, werden im Schnitt wesentlich bessere Leistungen in allen Fächern aufweisen, in denen Klarheit im Denken und Logik gefordert sind. Latein ist ferner als Grundlage aller Sprachen des romanischen Sprachraums und wesentlicher Einflußfaktor auch der germanischen Sprachen ein wichtiger und unabdingbarer Schlüssel für das Lernen weiterer Sprachen. Es ist völlig unverständlich, warum diese Fähigkeit in, wie ständig gern gesagt wird, „Zeiten zunehmender Globalisierung“ nicht viel stärker gefördert wird. Latein als erste Fremdsprache, so früh wie möglich, danach Englisch und (aufgrund seiner Wichtigkeit für unser kulturelles Erbe) Altgriechisch – das wäre eine sinnvolle Reform.

Einige Argumente für Latein zusammengefasst

1. Latein ist aufgrund seiner kulturellen und historischen Bedeutung unabdingbar für das Verständnis der gesamten westlichen Geschichte mindestens seit den Punischen Kriegen. Ohne Latein kein Geschichtsverständnis – und wenn wir nicht wissen woher wir kommen, woher sollen wir dann wissen, wohin wir gehen? Ford sagte dümmlich: History is bunk. Ich sage: But no History is bunker.

2. Latein ist ferner absolut unverzichtbar für das Verständnis der westlichen Kultur auch außerhalb des Bereichs der Geschichte. Ohne Latein keine Westliche Hochkultur.

3. Latein trainiert das logische Denken, was vielerlei praktische Anwendungen besitzt, mehr aber noch die Voraussetzung schafft, um tiefgreifende Fragen nach dem Warum zu stellen, die die heutige Zivilisation meist ausblendet, da sie nicht mehr die Ressourcen besitzt, um sich gewinnbringend mit ihnen zu befassen.

4. Latein liegt an der Wurzel vieler weiterer Sprachen – Spanisch, Italienisch, Französisch und einige mehr. Wer Sprachen lernen möchte, kann dies natürlich auch ohne Latein tun. Aber wer Latein kann, hat den größten Teil der Arbeit hinsichtlich anderer romanischer Sprachen schon getan – sehr viele Vokabeln kennt er bereits und die Grammatik ist viel einfacher, wenn man sich einmal durch die komplexen Strukturen des Lateinischen durchgewühlt hat.

5. Latein trägt in Zeiten der Globalisierung zur Völkerverständigung bei. Internationalisten aller Schattierungen haben in der Vergangenheit versucht eine Weltsprache zu entwickeln (z.B: Esperanto) und sind kläglich gescheitert. Der heutige Versuch Englisch zu Weltsprache zu erheben ist nichts als ein grenzwertig kulturimperialistisches Produkt der Hegemonie der Angelsachsen und ihrer Nachfahren (und ich sage dies als Freund der Angelsachsen). Die wahre Universalsprache des Westens ist Latein. Sie ist, da sie von keinem Volk heute als Muttersprache betrachtet wird, jederzeit in der Lage kulturelle Diffenzen und Ressentiments zu überbrücken, und verfrachtet alle Menschen auf eine Art neutralen Sprachboden, auf dem keiner ungerechte Vor- oder Nachteile hat.

6. Durch seine komplexe Grammatik muss der Student des Lateinischen ein gewisses Maß an Selbstdisziplin und Leistungsbereitschaft aufbringen, das – ehrlich gesagt – den meisten Schülern heute wirklich gut tun würde. Könnte man ohne Latein kein Abitur machen, so wären viele Schüler, die heute mit Luschenkombinationen auf der Schleimspur zum Abitur gleiten dürfen, gezwungen, wirklich diszipliniert zu lernen. Vor allem, wenn man ferner erwartete, dass die Schüler Latein nicht nur mühevoll übersetzen, sondern auch selbst sprechen und schreiben können.

Ein bescheidener Vorschlag

Ich fordere daher folgende Änderungen am Bildungssystem: sie sind bewusst so formuliert, dass sie international auf verschiedene Schulsysteme passen sollten.

.- Alle Schüler müssen so früh wie Latein lernen. Latein soll den gleichen Stellenwert im Unterricht haben wie Englisch (falls dies eine Fremdsprache ist); sonst soll Latein als erste und wichtigste Fremdsprache gelehrt werden.

– Es wird von allen Abiturienten (oder vergleichbaren Absolventen) erwartet, dass sie Latein verstehen, lesen, schreiben und sprechen können. Dasselbe erwartet man schließlich auch beim Englischen. Und mit Sprechen ist flüssiges Kommunizieren gemeint, nicht gebrochenes Küchenlatein übelster Prägung.

Würden diese zwei kleinen Änderungen systematisch durchgezogen, käme es schnell zu einer Renaissance unserer Kultur, da mehr und mehr junge Erwachsene erstmals seit langer Zeit wieder freien Zugang zu den verborgenen Schätzen des Westens hätten.

Was man stattdessen von innen sieht

Dies alles sind Einsichten, die man schon von einem neutralen Standpunkt außerhalb der Kirche zu gewinnen befähigt ist. Die absolute Wichtigkeit des Lateinischen für unsere Kultur und damit auch unsere Zukunft (denn Kulturen, die sich selbst vergessen, werden bald von allen anderen auch vergessen) kann man ohne jede Einsicht in religiöse Zusammenhänge bereits sicher feststellen. So würde man meinen, dass die einzige Institution, deren offizielle Amtssprache nach wie vor Latein ist, diese offensichtlichen Zusammenhänge auch zu erkennen bereit wäre. Was aber sieht man stattdessen von innerhalb der Kirche?

Nicht nur die Abschaffung des Lateinischen als weltweiter Liturgiesprache (zumindest in der Praxis, wenn auch nicht in der Theorie), sondern auch eine weitgehende Verachtung für die Sprache und alles war mit ihr zusammenhängt. Man erkennt dies an Äußerungen wie dieser:

[Waibel, Mitarbeiter am Deutschen Liturgischen Institut,] betonte, dass er froh sei, dass das Zweite Vatikanische Konzil den Gebrauch der Volkssprache in der Liturgie zugelassen habe. Dass es immer noch Kreise gebe, die „den früheren Formen nachtrauern, ist psychologisch verständlich und – als Auslaufmodel [sic!]– tolerierbar“

Als Auslaufmodell tolerierbar? Tolerieren heißt ertragen, so gerade noch dulden. Waibel möchte also, dass die „früheren Formen“, also das, was der Heilige Vater die „forma extraordinaria“ genannt hat, mit den „Ewiggestrigen“ aussterben. Wie gnädig von ihm, den alten Auslaufmodellen noch wenigstens die Chance zu geben das Zeitliche zu segnen, bevor endlich das Großreinemachen mit den überlieferten Formen beginnt – darunter an prominenter Stelle der weitere Kahlschlag des Lateinischen.

Man wünscht sich, Waibel und seine vielen einflußreichen Gesinnungsgenossen in der Kirche wären wenigstens so weise wie die oben erwähnten Atheisten und Nichtgläubigen, die sich für den Erhalt des Lateinischen und eben dieser ach so rückständigen traditionellen Formen ausgesprochen haben, weil sie in ihnen den unentbehrlichen Kulturschatz erkannten.

Und wenn man dann noch Artikel wie diesen liest, der den grassierenden Relativismus (d.h. die Leugnung objektiver Wahrheit) mit dem Verfall rationalen Denkens (und damit dem Verfall der Lateinkenntnisse) in Verbindung bringt, dann muss man schon fast ins grübeln geraten, ob nicht dieser Kampf gegen die Tradition und ihre lateinische Sprache in Wahrheit dazu dient, den Relativismus auch in der Kirche immer tiefer zu verankern.

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8 Gedanken zu „Von den Vorzügen des Lateinischen

  1. Ich hatte meinen Latein-Unterricht Anfang der 70er Jahre, zu einer Zeit also, in der man die Tradition abschütteln wollte, das Englische als Weltsprache seinen Siegeszug begann und die katholische Kirche die Volksprache und den „Volks“-Altar einführte. Entsprechend niedrig war der Stellenwert von Latein als Schulfach und entsprechend auch mein begrenzter Ehrgeiz (oder Talent?) die Sprache gut zu beherrschen, so dass ich immer ein eher unterdurchschnittlicher Lateinschüler blieb. Ich habe es dennoch bis zum Großen Latinum geschafft, insbesondere durch den Reiz der klassischen Texte, die wir später übersetzen durften. De Bello Gallico, Ovid, Plinius, usw., wobei kirchliche lateinische Texte (vermutlich aus ideologischen Gründen) immer außen vorblieben, auch nach Nachfrage meinerseits. Aber es in der Tat so wie Sie sagen, der Nutzen von Latein liegt in der Schulung und Kultivierung des Geistes und das wir in unserem Land in der Tat sträflich vernachlässigt.
    Was die Aussagen des unsäglichen Herrn Waibel vom Deutschen Liturgischen Institut anbetrifft, so hat er ja noch mehr Unsinn erzählt, ich zitiere:
    „Wichtig sei, dass die Texte, die im Gottesdienst frei formuliert werden könnten, „zielgruppengerecht“ seien. Zudem, so betonte der Liturgie-Experte weiter, sollte in den Gottesdiensten eine kommunikative Atmosphäre herrschen. „Alles, was gesprochen wird, muss verständlich gesprochen werden“, sagte er. Das setze Sprecherziehung und Vortragsschulung voraus. Zudem müsse es auch bessere Texte geben.“

    Ist das nicht dummes Geschwätz? Wer entscheidet denn, was den Geschmack der „Zielgruppe“ trifft? Ist ein Gottesdienst, die Hl. Messe ein Marketing Event, in dem man seine Kundschaft möglichst erlesen und sprachlich geschmackvoll bedient? Die Verkäufer (wahrscheinlich meint er die Priester und die Laien, die sich am Altar produzieren) müssen dann auch noch Verkaufstraining erhalten, damit sie ihre Ware gut beim Publikum unterbringen? Was für ein billiges, profanes Konzept.

    „Lukas 19,46
    Er sagte zu ihnen: In der Schrift steht: Mein Haus soll ein Haus des Gebetes sein. Ihr aber habt daraus eine Räuberhöhle gemacht.“

    Das vermutlich kirchensteuerfinanzierte Deutsche Liturgische Institut scheint sich ja mit ziemlich sinnfreien Dingen zu beschäftigen.
    Und über seinen Kommentar zu Alten Messe kann man nur müde lächeln. Ich vermute, dass Herrn Waibel wahrscheinlich schon die Hosen schlottern, weil viele junge Leute die Tridentinische Messe bevorzugen. Warum? Weil es sich bei ihr um einen wirklichen „GOTTESDIENST“ handelt und weil dort das Sakrament der Eucharistie im Mittelpunkt steht und nicht irgendwelche eitlen Selbstdarsteller.

    wk1999

  2. Wk1999,
    Gratulation zum Großen Latinum! Das ist wirklich eine nicht zu unterschätzende Leistung – vor allem in einer Zeit, in der Latein mehr und mehr an den Rand von Schule und Universität gedrängt wird.
    Und was die jungen Leute bei der Tridentinischen Messe betrifft: Da ich leider nicht mit dem Glück gesegnet bin, eine solche Messe in gut erreichbarer Entfernung zu haben, stimmt das wirklich? Ist der Altersdurchschnitt signifikant geringer als bei den Rentermess…. ähm Novus Ordo Messen? Gibt es da noch viele junge Familien, die Humanae Vitae auch praktisch ernst nehmen (um das mal so zu formulieren? Selbst in Deutschland, dem Land der Gleichschaltung und dem repressiven Schulzwang, durch den eigentlich alle Kinder von jüngsten Jahren an umerzogen werden? Es wäre ein Grund zur Hoffnung.
    Catocon.

  3. Catocon,
    das mit dem Großen Latinum ist schon lange her, Ende der 70er Jahre, da war das schon keine Leistung mehr, da die 68er zu der Zeit schon die Schulpolitik stark bestimmten. Da bringen meine Töchter heute in Latein schon erheblich mehr zustande als ich damals. Das sind wahrscheinlich die Gene der Mutter, die da eine Rolle spielen!

    Wegen der Tridentinischen Messe, der Altersdurchschnitt ist – meiner Ansicht nach – erheblich niedriger als in der üblichen Novus Ordo Messe. Ich besuche sehr häufig die Sonntagsmesse bei der Petrusbruderschaft. Auffallend viele junge Leute (insbesondere junge Männer!) in den 20ern, die in einer Novus Ordo Messe eher eine aussterbende Art sind. Dort sieht man in der Tat nur noch die Rentner und die ganz jungen, die wegen der Erstkommunion Anwesenheitspflicht haben.
    Sie schrieben in einem Ihrer Beiträge, dass sie einen Artikel aus der Webseite der Piusbruderschaft entnommen haben. Auf deren Webseite gibt es auch häufig Bildmaterial von deren Messen und sonstigen Anlässen. Ich meine auch, dass es dort auffallend viele junge Leute gibt.
    Was noch wichtiger ist, ist der Altersdurchschnitt der Priester. Wie schon gesagt, die Priesterseminare der traditionellen Priestergemeinschaften (Petrusbruderschaft, Piusbruderschaft, Institut Christus König) können sich vor Interessenten kaum retten. Ich finde, dass das ein wirklich hoffnungsvolles Zeichen ist.
    Anbei ein Link zu einer kürzlich erfolgten Priesterweihe (gefunden auf http://www.summorum-pontificum.de), die von Kardinal Burke durchgeführt wurde. Beeindruckende Bilder, finde ich:

    http://www.icrsp.org/IMAGES-APOSTOLATS/IMAGES-2011/GRICIGLIANO/Ordinations-2011/Sacerdoce/sacerdoce.htm

    wk1999

  4. Beeindruckende Bilder, in der Tat, wk1999.
    Und wenn Ihre Töchter heute in Latein mehr leisten müssen als Sie damals, dann vermute ich, dass Sie irgendwo in Süddeutschland leben (oder Sie haben eine gute Privatschule gefunden). Dort ist die Zerstörung des Bildungssystems langsamer vorangekommen als in anderen Landesteilen. Jedenfalls, Ihren Töchtern und Ihnen Gottes Segen.
    Und das mit den Rentnern und den anwesenheitspflichtigen Erstkommunikanten stimmt wirklich. Ich sehe keine anderen Männer unter 30 (und kaum eine Frau) in „meiner“ Gemeinde. Eigentlich ist der Nachwuchs unter den Gläubigen wohl ziemlich abrupt irgendwann um 1970 abgerissen. Fast alle, die nach 1970 ihre kirchliche Sozialisation erhalten haben, scheinen danach schnell geflohen zu sein, und sind nie wiedergekommen.
    Weniger als 50000 katholische Trauungen (etwa 15% aller Eheschließungen) im Jahr 2009 in GANZ DEUTSCHLAND (bei 25 Millionen Katholiken); diese eine Zahl sagt schon viel. Und jede dritte davon (mindestens) wird zivilrechtlich geschieden. Und im Schnitt haben Katholiken 1,5 Kinder (viele davon außerehelich).

  5. Nein, nicht in Süddeutschland, sondern im (ehemals) katholischen Rheinland und auf einer staatlichen Schule. Es ist halt nicht so, dass meine Töchter mehr leisten müssen, sie leisten halt mehr als ihr alter Vater!
    Sie selbst sprachen davon, dass Sie relativ weit weg von einem Messort für die Hl.Messe im usus antiquor wohnen. Kennen Sie den Verein Pro Missa Tridentina? Hier ist deren Webseite:

    http://www.pro-missa-tridentina.de/

    Da gibt es ein Verzeichnis mit allen Messorten der alten Messe in Deutschland. Da ist doch sicherlich auch was für Sie dabei. Nicht erfasst sind da die Messorte der Piusbruderschaft, die eigentlich auch eine Alternative sind.

  6. wk1999,
    ja ein Messort der Piusbruderschaft wäre in einigermßen erreichbarer Nähe. Aber meines Wissens befinden diese sich nicht in Einheit mit Rom. Ich bin in dieser Sache ziemlich unschlüssig. Ist es für einen glaubenstreuen Katholiken akzeptabel die Tridentinische Messe der Piusbrüder zu besuchen, obgleich es sich nicht um eine von Rom als legitim anerkannte Gruppe handelt? Hat Rom dazu gesprochen?
    Ich meine gehört zu haben, dass es grundsätzlich erlaubt ist die Messe der Piusbrüder zu besuchen, aber es bleibt doch eine Tatsache, dass diese Messen aufgrund des Status der Bruderschaft zwar gültig aber unerlaubt stattfinden, oder?
    Wissen Sie mehr darüber?
    Catocon.

    Danke übrigens für den Link. Ich hatte die Seite zwar vorher schon einmal entdeckt, sie aber dann vergessen in meine Linkliste einzufügen als ich den Blog eingerichtet habe.

  7. Catocon,
    ich bin da im Prinzip ebenso unschlüssig wie Sie. Ich hatte während meines Urlaubs im Ausland an einer dortigen Hl.Messe der Piusbruderschaft teilgenommen, weil es dort keine andere Möglichkeit für den Besuch einer Messe im usus antiquor gab. Zur Messe selbst, d.h. zum Messritus gibt es keinen Unterschied zu einer Hl.Messe, die z.B. bei der Petrusbruderschaft gefeiert wird. Während des (stillen) Hochgebets wird auch für den Ortsbischof und den Heiligen Vater gebetet.
    Allerdings hatte mir ein Mitglied von der Petrusbruderschaft im nachhinein davon abgeraten an einer Messe der Piusbruderschaft teilzunehmen. Andererseits habe ich mit anderen Gläubigen gesprochen, die regelmäßig die Messfeier bei der Petrusbruderschaft besuchen und gleichzeitig kein Problem darin sehen, an von der Piusbruderschaft veranstalteten Exerzitien teilzunehmen. Ich habe in Wikipedia zum Thema Piusbruderschaft fogenden Auszug gefunden, der Bezug auf diese Problematik nimmt:

    „Der Vatikan sieht die Messen der Piusbruderschaft als gültig an, rät aber vom ihrem Besuch ab. Auf eine schriftliche Anfrage antwortete Camille Perl 1995 als damaliger Sekretär der päpstlichen Kommission „Ecclesia Dei“, Besuche von Messen der Piusbruderschaft seien moralisch unerlaubt (morally illicit).[78] 2002 und 2003 nannte er die Messen nur noch rechtlich unerlaubt (illicit i. e., contrary to the law). Es sei keine Sünde, daran teilzunehmen, um einfach eine Messe nach der Messordnung von 1962 zu feiern. Ein Katholik könne damit strenggenommen (in the strict sense) die Sonntagspflicht erfüllen. Auch eine moderate Spende bei dortigen Kollekten sei keine Sünde und erscheine vertretbar. Diese Messbesuche könnten allerdings weiterhin nicht empfohlen werden.[79] Gläubige, die dennoch eine von Priestern der Bruderschaft gehaltene Messe besuchen, riskieren nur dann Sanktionen, wenn sie in der Piusbruderschaft „die einzig wahre Kirche sehen und dies im äußeren Bereich sichtbar machen“.[80]“

    Wenn man dies zu Grunde legt, denke ich nicht, dass gegen einen Besuch einer Messfeier bei der Piusbruderschaft etwas einzuwenden wäre. Allerdings ist es ja so, dass die Angehörigen der Piusbruderschaft (zumindest in Deutschland) wie Aussätzige behandelt werden. Das hat zur Folge, dass es ihnen strikt verboten ist in einer „normalen“ Kirche die Hl.Messe zu feiern. Aus der Not geboren musste die Piusbruderschaft daher sehr oft ihre eigenen Kapellen gründen, wobei es sich of um Liegenschaften handelt, die in Gewerbegebieten liegen oder sich in einer umfuntionierten Etage in einem Bürogebäude oder in ehemaligen größeren Wohnhäusern befinden. Es ist daher nicht dasselbe Erlebnis rein von der Umgebung her, als wenn man in einer schönen alten gotischen oder barocken Kirche die Hl. Messe feiern würde. Auf der anderen Seite sind das ja nur Äußerlichkeiten, es geht ja eigentlich darum, dass eine würdige Feier des Opfertods Christi stattfindet.

    Ich hoffe, Ihnen mit meinen Ausführungen gedient zu haben.

    wk1999

  8. Danke für die Informationen, wk1999, sehr hilfreich. Sie bestätigen im Wesentlichen was ich schon vermutet hatte. Ich werde darüber gründlich nachdenken und dann zu einer Entscheidung kommen.
    Catocon.

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