Katolyshe Frauengemeinschaft Dialogistans

Nein, der Autor ist kein Legastheniker, er weiß schon wie man „katholisch“ schreibt. Aber es geht mir hier nicht um Orthographie, sondern um die Andetung eines nicht ganz unbedeutenden Sachverhalts. Wie aus diesem Link hervorgeht, scheint die KFD gewisse Schwierigkeiten mit katholischer Orthodoxie zu haben. Ich zögere deshalb ihr an so prominenter Stelle wie dem Titel eines Blogartikels das orthographisch richtige Katholischsein zuzuschreiben. Wenn die Orthodoxie fehlt, dann sollte es auch an der Orthographie mangeln.

Aber nun in etwas größerem Detail zur Sache. Was ist es konkret, das die KFD-Vorsitzende, mit Namen Maria-Theresia Opladen, dem verlinkten Artikel zufolge fordert?

„Viele Themen, die über einen langen Zeitraum tabu waren, wie etwa der Zugang von Frauen zu Leitungspositionen in der Kirche und Fragen der Sexualität können jetzt offen angesprochen werden.“

(…)

Sie möchte „längst überfällige mögliche Veränderungen“ einläuten. Dies bedeute „partnerschaftliche Zusammenarbeit“ in der Kirche, so dass Frauen auch „leitende Ämter, Dienste und Aufgaben“ übernehmen können. „Wir fragen, wie der Berufung von Frauen zum Amt des Diakonats Rechnung getragen werden kann. Frauen sollen in den Gremien und Konferenzen auf allen Ebenen gleichberechtigt vertreten sein.“, fordert sie. Abschließend behauptet Opladen, dass in der Frage der Zulassung von Wiederverheiratet-Geschiedenen zur Eucharistie durch seelsorgliche Gespräche leicht eine Lösung gefunden werden könne. Wie dies aussehen sollte, verrät sie aber im Interview nicht.

Der Leser sei eingeladen, den Artikel auf kath.net in seiner Gänze zur Kenntnis zu nehmen. Ich möchte aber nun die einzelnen Probleme kurz kommentieren:

1) Zugang von Frauen zu Leitungspositionen: Entweder das ist eine Anspielung auf „Priesterinnen“ oder es ist keine. Wenn es eine ist, dann handelt es sich um eindeutig häretisches Verhalten (vgl. „Ordinatio Sacerdotalis„) – und so etwas sollte an der Spitze einer katholischen Organisation nichts verloren haben. Das wäre so als ob man an führender Stelle in der SPD permanten forderte, den Sozialstaat abzuschaffen, alle Gewerkschaften aufzulösen und Widerstand dagegen durch Einsatz der Armee niederzuschlagen. Wenn es keine Anspielung auf „Priesterinnen“ ist, dann ist es schlicht nicht besonders intelligent von „Leitungspositionen“ zu sprechen – denn die leitenden Positionen in der Kirche sind nun einmal priesterlicher Art (Papst, Kardinal, Bischof, Pfarrer usw).

2) „Fragen der Sexualität“, über die offen geredet werden soll: Was genau Frau Opladen damit meint, kann natürlich ohne eine persönliche Einlassung zu diesem Thema nicht geklärt werden. Aber ich habe den Verdacht, dass es sich mal wieder um die üblichen Themen (Verhütung, Abtreibung, Homosexualität usw.) handelt. Nun, in diesem Fall ist der Vorsitzenden der KFD ein RIESIGES Lob auszusprechen. Es ist wirklich bedauerlich, dass diese Themen von den deutschen Bischöfen und den Gemeindepriestern vollkommen totgeschwiegen werden. Ich bin auch der Ansicht, wie Frau Opladen, dass wir dringend ernstliche Ermahnung von den Kanzeln (sofern es sie noch gibt, sonst meinetwegen auch vom „Ambo“) zur authentisch katholischen Sexualmoral brauchen. Es sollte in allen Kirchen mindestens einmal monatlich eindringliche Predigten zu diesem Thema geben, bei denen nicht hinterm Berg gehalten wird mit der orthodoxen katholischen Lehre

Aber vielleicht würde Frau Opladen, läse sie dies, erst recht die Füße über dem Kopf zusammenschlagen (und nicht nur die Hände). Vielleicht hat sie ja gar nicht fordern wollen, dass die Themen der Sexualität wieder breiteren Raum bei der Instruktion der Gläubigen einnehmen soll, sondern dass die Moral der Kirche ihren persönlichen Präferenzen angepasst werden soll. Nun ja, Frau Opladen, die Lehre der Kirche richtet sich nicht nach Ihren Wünschen – umgekehrt wird ein Schuh daraus: Richten Sie, ich, wir alle, uns nach der Lehre der Kirche (in Theorie UND Praxis), dann haben wir einen wichtigen Schritt nach vorn getan.

3) „Berufung von Frauen“ zum Diakonat: Nun, man kann argumentieren, dass durch das oben verlinkte apostolische Schreiben „Ordinatio Sacerdotalis“ die Diakonatsweihe nicht direkt und für immer ausgeschlossen wurde. Aber ich möchte mich an dieser Stelle gar nicht auf die Diskussion einlassen, ob Frauen zum Diakonat zugelassen werden sollten, oder nicht. Dazu nur der eine Satz: Wenn sie zugelassen werden sollten, dann ganz sicher NICHT in einer Zeit, in der dieser Schritt als Kapitulation vor dem virulent antikatholischen Feminismus verstanden wird und objektiv einen weiteren Schritt zum „Frauenpriestertum“ (und damit zur heidnischen Naturreligion, da das Weibliche ein natürliches Symbol für die Erde – Mutter Natur – ist) darstellte.

Doch was die angebliche Berufung von Frauen zum Diakonat betrifft: Es ist einfach arrogant es als Tatsache darzustellen, dass Frauen zum Diakonat von Gott berufen würden. Berufung ist ein Geschehen, das von Gott ausgeht, nicht vom feministischen Zeitgeist. Bloß weil sich einige katholisch getaufte Feministinnen finden, die gern Diakon werden wollten (warum eigentlich? Diakon heißt „Diener“ – und das wollen die Feministen werden? Dienerin eines Mannes?), heißt das nicht, dass Gott sie dazu berufen hat. Genausowenig würde jemand annehmen, man sei „berufen“ zur Arbeit in einem großen Unternehmen, bloß weil man das gern hätte. Man muss dazu schon wirklich vom Chef „berufen“ (eingestellt) worden sein.

4) In Gremien und Konferenzen auf allen Ebenen gleichberechtigt vertretene Frauen: Frau Opladen könnte vielleicht erklären, ob sie damit auch die Bischofskonferenz meint. Aber selbst davon abgesehen, was soll das heißen? 50% Zwangsfrauenquote in allen Gremien? Ich hätte da einen Gegenvorschlag: 0% Frauenquote in allen Gemeinderäten, Diözesanräten und sonstigen Sowjets, und 0% Männerquote, ganz einfach, weil man sie ersatzlos gestrichen hat!

5) Zulassung von Wiederverheiratet-Geschiedenen zur Eucharistie: Es sind diese Diskussionen, die mich als Konvertiten immer wieder traurig machen. Dabei liegt die Sache ganz klar. Der Mensch soll nicht trennen, was Gott zusammengeführt hat. Dies sagt Jesus selbst. Scheidung ist also, wie er ebenfalls selbst erklärt hat, niemals zulässig. Sie ist nicht möglich. Menschen werden durch das Heilige Sakrament der Ehe zu „einem Fleisch“ (caro una). Geschieht dies durch die Gesetzgebung in einem Land wie Deutschland gegen den Willen und ohne Schuld eines Partners, dann kann man ihm daraus natürlich keinen Vorwurf machen. Aber selbst wenn jemand rechtlich geschieden ist, weil der Partner dies durchgesetzt hat, dann ist er doch immer noch vor Gott verheiratet und mit seinem Ex-Ehepartner verbunden. Heiratet er also erneut, so handelt es sich um eine Form des Ehebruchs. Und wer in schwerer Sünde lebt, kann nicht zur Eucharistie zugelassen werden. So würde ich es zumindest erklären, besser informierte (glaubenstreue) Katholiken mögen mich hier korrigieren, wenn ich etwas falsch verstanden oder übersehen habe.

Es macht mich vor dem Hintergrund dieser Überlegungen besonders traurig, wenn Leute wie Frau Opladen scheinbar so wenig Wert auf den Leib Christi (die Eucharistie) legen, dass es ihnen vollkommen egal ist, wenn Katholiken, die in schwerer Sünde leben und es nicht einmal bereuen, unwürdig den Leib Christi empfangen können. Und dass es unwürdig ist, sagt schon der Hl. Apostel Paulus. Warum können die Katholiken nicht einfach die Schätze genießen, die ihnen gegeben sind? Warum immer dieser rebellische Geist? Gibt es denn nicht genug wirkliches Unrecht, an dem man sich abarbeiten kann?

Zusammenfassung: Frau Opladen und Menschen ihres Schlags dominieren in Deutschland die verantwortlichen Ebenen (sowohl die Bischofskonferenz als auch – und vor allem – die diversen Räte und Gremien). Dass so etwas im Rahmen des sogenannten „Dialogprozesses“ stattfindet, zeigt worum es beim Dialogprozess wirklich geht: Um die stückweise Zersetzung und Verschleuderung der katholischen Tradition. Vielleicht bei den meisten Bischöfen nicht in voller Absicht, vielleicht sind sie auch einfach nur blind. Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass die Sünde uns blind und dumm macht – vielleicht sollten die Verantwortlichen darüber einmal nachdenken und ihr Gewissen erforschen. Aber darüber kann ich nicht mit Autorität sprechen – niemand kennt das Gewissen anderer.

Bei den vielen Vertretern des Gremien- oder Verbandskatholizismus hingegen ist ein großer Wunsch zur Protestantisierung der Kirche festzustellen. Und es ist nicht einmal der Wunsch zur Protestantisierung im Sinne von sola scriptura, sola fide – das sind falsche Dogmen, schimm genug – sondern im Sinne der heutigen evangelischen „Kirche“, die an nichts mehr zu glauben scheint als an das Superdogma der Relevanz. Doch Relevanz ist, wie jeder denkende Mensch weiß, irrelevant. In jedem Sinn des Wortes.

Abschließend noch einige interessante und informative Artikel und ein Kommentar von kath.net zum „Dialogprozess“ als Links:

Warum hassen diese Katholiken die Kirche?

Bischof Overbeck: Es gibt keine Spaltung der Kirche in Deutschland

Kein Platz für Jesus in den Dialog-Forderungen von Mannheim

Und ein zitat aus dem Kommentar „Warum hassen diese Katholiken die Kirche“ (oben verlinkt):

Ich grübelte darüber nach, welches Bild viele Teilnehmer von Kirche haben. Für einen Außenstehenden könnte vielleicht der Eindruck enstehen, dass die (deutsche) Kirche ein großer Caritasverein ist, der dem großen „historischen“ Sozialreformer Jesus folgt und dass es ihre Aufgabe im Heute ist, sich um sozial Vernachlässigte und Entrechtete zu kümmern, insbesondere um Frauen, Geschiedene und Homosexuelle sowie um deren Gleichberechtigung zu kämpfen. Zu diesem Schluss könnte man jedenfalls gelangen, wenn man die zahlreichen Resümees und Statements Revue passieren lässt. Und Erinnerungen an den Evangelischen Kirchentag in Dresden wurden wach.

Ja, der Eindruck ist von außen entstanden. Und ich fürchte, das war auch beabsichtigt von Seiten der in Deutschland verantwortlichen.

Ein Gedanke zu „Katolyshe Frauengemeinschaft Dialogistans

  1. Ach die KFD. Meine Frau war so unvorsichtig vor einigen Jahren da Mitgliedsbeiträge zu zahlen (Haustürverkauf!) und dadurch deren Publikation in regelmäßigen Abständen zu erhalten. Das haben wir zwischenzeitlich gekündigt. Hier ist ein Link über einen KFD-Gottesdienst im Novus Ordo, mit allen Schikanen einschließlich Gitarren. Alles Frauen und ein (männlicher) Alibi-Priester als Staffage:

    http://www.kfd-bundesverband.de/videofilme/zdf-fernsehgottesdienst.html

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