Bistum Freiburg: Glaube an die heilige Mutter Natur?

Ist die Natur selbst Gott oder ist sie Gottes Schöpfung? Für jeden Christen – ob evangelisch, katholisch oder was auch immer, ist diese Frage kristallklar. Gott ist der Schöpfer von Himmel und Erde, und die Natur, die Schöpfung ist bewahrenswert, aber nicht selbst göttlich. Sie trägt natürlich sozusagen die Fingerabdrücke Gottes, man kann in ihr Spuren des Göttlichen erkennen, so dass es auf den ersten Blick plausibel ist, die Natur selbst als Gott zu verehren (wie es die Pantheisten tun, von denen es heute viele gibt, selbst wenn sie sich nicht so nennen). Doch kein Christ kann zugleich Pantheist sein – dies schließt das Glaubensbekenntnis, jedes geläufige christliche Glaubensbekenntnis, absolut und vollständig aus.

Sollte man meinen. Doch in der Erzdiözese Freiburg sieht man dies offensichtlich nicht so. Denn dort haben die Liturgieingenieure wieder einmal zugeschlagen und scheinbar vorerst Erfolg gehabt, wie kath.net hier berichtet. Die traditionellen Glaubensbekenntnisse sind vor 1968 geschrieben worden, und als solche für eine moderne kircheseiende Glaubensgemeinschaft natürlich nicht mehr tragbar. Also verfasst man in der Erzdiözese Freiburg regelmäßig neue Glaubensbekenntnisse für den neuen Gluauben. Welche Glaubensartikel über Gott sollen also die Katholiken in Freiburg und Umgebung bekennen? Welche sollen sie in der Heiligen Messe beten? Hier ein Auszug:

Ich glaube an das große göttliche Ganze, an den göttlichen Zusammenhang in allem, an die Heiligkeit allen Lebens, der Erde, der Luft und des Wassers, an das Göttliche in jedem Menschen“ oder „Ich glaube, dass der Sinn unseres Lebens darin besteht, an den Herausforderungen unseres Lebens zu wachsen, dass wir mit Begeisterung das tun, was uns zur Bewahrung und Weiterentwicklung des großen göttlichen Ganzen aufgetragen ist.

Und nur damit man sich nicht vertue: Das ist nicht das erste Mal, dass in Freiburg ein offensichtlich häretisches Credo von einer offiziellen Stelle in der Erzdiözese veröffentlicht wurde. Schon mehrfach hat die offizielle Jugendorganisation der Erzdiözese spezielle Credos für die Jugend herausgegeben – der ebenso natürlich diese uralten Texte nicht mehr zuzumuten sind. Damals ruderte Erzbischof Zollitsch nach öffentlichem Druck von Seiten gläubiger Katholiken zurück. Und Zollitschs Pressesprecher Eberle sagte damals folgendes:

So ist sichergestellt, dass solche Publikationen künftig immer mit unserem „Referat Liturgie“ abzustimmen sind

Nun, entweder dies ist eine faustdicke Lüge, oder das „neue“ Credo ist mit dem „Referat Liturgie abgestimmt“, trägt also diözesanen Segen. Beides wäre schändlich, da es viel über den Zustand des Glaubens selbst an höchster Stelle in der Diözese sagt. Geschähe dies zum ersten Mal, so könnte man dem Erzbischof zu Gute halten, er sei von der Entwicklung überrascht und werde Konsequenzen ziehen – doch das ist ja nicht der Fall. Die häretischen Credos aus Freiburg haben inzwischen Tradition, und der Erzbischof hat kein Interesse diese anti-katholische Tradition mit demselben Eifer zu bekämpfen wie andere, wahrhaft katholische, Traditionen.

Ich vermute, dass die Erzdiözese auf öffentlichen Druck wieder pro forma zurückrudern wird, nur um intern alles beim Alten zu lassen. Ob der Erzbischof – und Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz – diese Häresien ausdrücklich billigt, oder einfach nur kein Interesse an der Situation in seinem Hinterhof zeigt, spielt dabei eigentlich keine Rolle. Gute Hirten müssen nicht erst durch die ihnen anvertrauten Schäfchen kontrolliert und auf Linie gebracht werden – weder aus Desinteresse noch aus Vorsatz.

Ein Credo zu veröffentlichen, in dem wesentliche Grundsätze des christlichen Glaubens einfach verschwiegen und durch häretische Einsprengsel aus pantheistischen Traditionen ersetzt werden, ist schon schlimm genug. Dieses Mittel der Glaubenszerstörung dann aber auch noch, wie kath.net berichtet, an die Pfarreien zu schicken und zur Verwendung in der Messe aufzufordern setzt dem Ganzen die Krone auf. Doch eine „Messe“, in der nicht der katholische sondern ein pantheistischer Glaube bekannt wird, ist keine gültige Messe, sondern allerhöchstens ein Gottesdienst – vielleicht eher Götzendienst. (Nebenbei bemerkt: Wie viele häretische Glaubensbekenntnisse gibt es eigentlich bei Messen in der außerordentlichen Form? Ich denke, die Frage beantwortet sich von selbst!)

Der Katholik kann jederzeit eine gewisse Verehrung für die Größe und Majestät der Natur haben, da sie ja als Gottes Schöpfung tatsächlich Einblicke in Seine Majestät und Größe gewährt. Er kann dieser Verehrung auch Ausdruck verleihen – ein wunderbares Beispiel dafür ist der Sonnengesang des Hl. Franz von Assisi. Ein Auszug (in deutscher Übersetzung):

Höchster, allmächtiger, guter Herr,
dein sind der Lobpreis, die Herrlichkeit und Ehre und jeglicher Segen.
Dir allein, Höchster, gebühren sie,
und kein Mensch ist würdig, dich zu nennen.

Gelobt seist du, mein Herr, mit allen deinen Geschöpfen,
zumal dem Herrn Bruder Sonne;
er ist der Tag, und du spendest uns das Licht durch ihn.
Und schön ist er und strahlend in großem Glanz,
dein Sinnbild, o Höchster.

Hier wird die Schöpfung wahrhaft besungen – doch sie wird in den Kontext Gottes gestellt. Sie wird explizit als Seine Schöpfung besungen und nicht als das „große göttliche Ganze“ wie in dem Credo der Häresiarchen aus Freiburg. Denn hier verläuft die Grenze. Wir verehren die Heiligen und die Jungfrau Maria – aber wir beten sie nicht an. Sie sind nicht Gott, aber sie stellen einige Aspekte des Göttlichen in herausragender Weise dar. Ihnen gebührt Verehrung, aber keine Anbetung. Mit der Natur ist es ähnlich – nicht genauso, aber es gibt Parallelen. In ihr spiegelt sich Ruhm und Majestät Gottes, aber sie ist nicht selbst Gott. Ihr gebührte deswegen allenfalls Verehrung als ein wundervolles Schöpfungsding, keinesfalls Anbetung als „großes göttliches Ganzes“.

Besingen wir die Glorie der Schöpfung als Abglanz der Glorie Gottes und wir sind katholisch. Doch besingen wir die Schöpfung als göttlich, sind wir heidnisch. Solange Zollitsch und sein neukirchlicher Zoo lieber einer Naturreligion anhängen als dem Einen Wahren Glauben, wie er von Gottes Einer Wahrer Kirche verkündigt wird, müssen gläubige Katholiken in der Erzdiözese Freiburg sich hüten, damit sie nicht durch den Messbesuch ihren Glauben verlieren.

Glaubensabfall durch Messbesuch – so weit sind wir inzwischen in der „neukatholischen Freikirche Baden Württembergs“.

P.S: Hier sehen wir auch wessen Geistes Kind der Dialogprozess sowie die moderne Obsession mit dem Ökumenismus sind!

Ein Gedanke zu „Bistum Freiburg: Glaube an die heilige Mutter Natur?

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