Solidarität mit Bischof Overbeck

(Das obige Schutzgebiet-Schild stammt von Laurentius Rhenanius, der auf „Superpelliceum“ bloggt. Die Seite ist einen Besuch wert, wie ich hinzufügen möchte)

Nachdem ich vor einigen Tagen auf diesem Blog die Frage gestellt hatte, wie ernst es Bischof Overbeck mit dem traditionellen Glauben der Kirche nimmt – und mir nicht ganz sicher war – sehen wir nun schon ein wenig klarer. Denn der öffentliche Ton gegen ihn ist inzwischen ziemlich brüst geworden. Wie „Papsttreu im Pott“ berichtet, ist der Bischof für seine verschiedenen Äußerungen zum überlieferten katholischen Glauben in einschlägigen Kreisen heftig in die Kritik geraten. Wer vom heute herrschenden Zeitgeist dermaßen angegriffen wird, dem gebührt unsere volle Solidarität und Unterstützung.

Die Äußerung dieser Worte ist scheinbar sein aktuelles Verbrechen gegen die rigiden, veralteten Dogmen der provinziellen Politischen Korrektheit:

Praktizierte Homosexualität ist objektiv sündhaft, auch wenn homosexuellen Menschen mit Achtung zu begegnen ist.

Was ist bitte dagegen einzuwenden? Es ist nichts als die objektive Lehre der Kirche, vorgetragen mit allem gebührenden Respekt – er betont explizit die Achtung, die man auch vor Menschen mit objektiv fehlgeordneten Sexualneigungen haben soll. Schließlich beurteilen wir in der Kirche – anders als in Teilen der Homosexuellenszene – Menschen nicht nach ihrer Sexualität. Alle Menschen haben Achtung ihrer Würde verdient. Dennoch gibt es Verhaltensweisen, die nicht moralisch richtig sind, sondern sündhaft.

Wer anderer Meinung ist, kann ihn ja kritisieren – so möchte man denken. Doch die Fähigkeit zu reifer, sachlicher Kritik geht dem heutigen Menschen ab (wo soll sie auch herkommen, wuchs der heutige Mensch doch in einer Ruine von einem Bildungssystem inmitten familiären Zusammenbruchs auf).
Einige Beispiele für die maßvolle Kritik, wie sie in den Kommentarspalten der Zeitungen wohl üblich zu sein scheint?
„Das ist keine Meinungwas der Herr Bischof da äussert, das ist Diskriminierung und gehört bestraft.“
„OBJEKTIV hat dieser Fussel gar nichts zu sagen, weil Religion nicht von Leuten gemacht wird, die einen Fisch im Arsch haben.“
„die sollen sich mal lieber um ihre pädophilen kümmern und ruhig sein“

(Man beachte die gediegene Orthographie sowie die grammatische Kunstfertigkeit der Kritiker…)

Und diese Art des Respekts vor der Meinungsfreiheit setzt sich sogar bei Politikern fort. So fordert, Papsttreu im Pott zufolge, ein Grüner Bundestagsabgeordneter namens Kai Gehring sogar, Overbeck als Fall für die Antidiskriminierungsstellen zu betrachten. Mit anderen Worten: Kritik am Dogma führt zur Inquisition – und diese Leute halten sich für fortschrittlich? Was haben die geraucht!?

Doch eines steht bereits jetzt fest: Mehr und mehr klären sich die Verhältnisse zwischen Befürwortern und Gegnern des Glaubens. Die Maske der angeblichen staatlichen Neutralität in Glaubensfragen fällt. Wir nähern uns wahrscheinlich einer Periode, in der Menschen, die ihren Glauben in Gänze öffentlich bekennen, nicht nur mit gesellschaftlicher Verachtung gestraft werden (das ist heute schon so), sondern sogar mit strafrechtlichen Konsequenzen zu rechnen haben. In anderen Ländern sind wir in diesem Punkt schon ein Stück weiter. Doch die neue Christenverfolgung kommt auch zu uns nach Deutschland. Wenn man nicht einmal mehr die Lehre der Kirche verkünden kann, ohne dass einem gleich mit rechtlichen Schritten gedroht wird – und von Seiten eines Bundestagsabgeordneten noch dazu! – dann leben wir nicht mehr in einem freiheitlichen und schon gar nicht in einem „religiös neutralen“ Staat. Christen können sich daher warm anziehen.

Zumal die strafrechtliche Verfolgung von den progressistischen Eliten unbequemen politischen und gesellschaftlichen Ideen mehr und mehr zum Standard wird (man vergleiche nur den Fall Wilders in Holland, um nur ein einziges, besonders prominentes Beispiel dafür zu nennen). Dazu ein Zitat des protestantischen US-Präsidenten Ronald Reagan zum Abschluss:

Freedom prospers when religion is vibrant and the rule of law under God is acknowledged.
Ronald Reagan

NACHTRAG: Verweis zum Urheber des Bischof-Overbeck-Schutzgebiet-Schildes hinzugefügt

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6 Gedanken zu „Solidarität mit Bischof Overbeck

  1. Ich hatte mich im vergangenen Jahr an verschiedenen Diskussionen über kirchliche Themen im Forum von Spiegel Online beteiligt. Das war eine Erfahrung der besonderen Art. Wenn man sich im Verlauf der Diskussion als Katholik outet und es darüberhinaus auch noch wagt lehramtliche kirchliche Positionen zu vertreten, schlägt eine Welle des Hasses über einen her. Das geschieht manchmal auf eine sehr primitive Art und Weise wie von Ihnen beschrieben, wobei Begriffe wie „Ewiggestriger“, „Faschist“ noch zu den harmloseren gehören. Man sollte aber auch nicht unterschätzen, dass es dort draußen auch gefährliche und intellektuell anspruchsvolle Gegner gibt. Hierzu rechne ich insbesondere atheistische Organisationen, die in den letzten Jahren eindeutig an Stärke und öffentlicher Wahrnehmung gewonnen haben. Beispiele hierzu sind Organisationen wie die Giordano-Bruno-Stiftung oder die Humanistische Union. Ich habe manchmal das Gefühl, dass diese Organisationen bewusst Teilnehmer zu wichtigen Internet Diskussionsforen abstellen, um auf diese Weise eine schleichende antikirchliche Stimmungsmache zu betreiben. Ich sehe das als eine große Gefahr an, da der Widerstand von kirchlichen Vertretern gegenüber diesen Angriffen sehr schwach ist. Bischof Overbeck ist dahingehend eine große Ausnahme genauso wie Kardinal Meisner.

    wk1999

    • wk1999, ich stimme Ihnen weitgehend zu. In den letzten Monaten und Jahren hat sich auf dem Nährboden der weit verbreiteten religiösen Apathie der Europäer und Nordamerikaner in der gesamten entwickelten Welt eine neue Art religiöser Bigotterie durchgesetzt. Kritisiert man die selbsternannten Fortschrittlichen, oder eine ihrer besonders designierten Opfergruppen (Frauen, Homosexuelle, Moslems usw.), so wird man schnell in die Ecke des Faschismus oder Terrorismus gestellt. Kritisiert man hingegen, und sei es in den boshaftesten Worten, die Kirche oder ihre Anhänger, so wird man dafür eher noch gelobt.
      Wir müssen, denke ich, diese Art Angriffe immer auf zwei Ebenen betrachten. Auf der einen Seite gibt es die individuellen Stimmungsmacher in Politik und Medien sowie die von Ihnen angesprochenen „humanistischen“ und atheistischen Gruppen. Ich glaube nicht, dass von diesen Menschen die Mehrzahl für eine neue Christenverfolgung ist – zumindest noch nicht. Hier brauen sich allerdings sehr dunkle Wolken zusammen (man betrachte nur die obszönen und gewalttätigen Übergriffe gegen den Marsch für das Leben in den letzten Jahren, oder gegenüber Tagungen von Anhängern der Theorie, Homosexualität sei sündhaft, und daher solle man den Betroffenen Hilfe anbieten, statt sie öffentlich zu glorifizieren). Ein Potenzial ist geschürt worden, eine Aussaat des Hasses hat stattgefunden, und niemand reißt dieses Unkraft aus, bevor es zu voller Blüte erwacht – und wenn das geschieht, dann kommt die neue Verfolgung.
      Doch ich glaube nicht an Verschwörungstheorien. Es existiert meines Erachtens kein Plan, der von den verschiedenen radikalen Atheisten und Kirchenfeinden bewusst befolgt wird. Aber wir müssen uns erinnern, dass das Böse letztlich nicht aus dem Nichts kommt, sondern von dem Bösen – Satan. Der hat ganz sicher einen Plan, darauf können wir uns verlassen. Und er schreckt sicher auch nicht vor Christenverfolgungen zurück. Je mehr die Menschen ihre Herzen und ihren Verstand von Gott abwenden, je mehr sie (und wir alle!) sündigen, umso mächtiger und erfolgreicher ist der Böse auf der Erde. Und was das Sündigen betrifft, da sind wir in der modernen Zeit wirklich traurige Champions – Holocaust, Gulag, viele andere Völkermorde, Abtreibung, massenhafte Apostasie, Verlust selbst der minimalsten moralischen Standards im Umgang zwischen den Geschlechtern und vieles mehr. Kein Wunder, dass der Böse so erfolgreich ist, wenn so viele Menschen ihm so sehr verbunden sind! Doch letztlich ist der einzige Weg zur Lösung der Kirchenkrise (und damit der Krise des Westens überhaupt) der Weg der Heiligkeit. Jede Sünde stärkt den Satan und seine Werke – jede gute Tat schwächt ihn.
      Catocon.

    • wk1999, noch eine Nachbemerkung zu meinem Kommentar von eben:
      Am Ende wird Gott die genannten Übel, einschließlich der Stimmungsmache gegen die Kirche und ihre verbliebenen treuen Anhänger, zum Guten wenden. Die Hasspropaganda gegen den Papst im Zusammenhang mit der Aufhebung der Exkommunikation gegen die vier Pius-Bischöfe hat mich damals zum ersten Mal in meinem Leben dazu veranlasst, den Papst und die katholische Kirche zu verteidigen und, mehr noch, brachte mich erstmals per Internet bei meinen Recherchen zum Thema, in Kontakt mit der Tridentinischen Messe und dem liturgischen und theologischen Schatz, den sie birgt.
      Hätten die Mainstream-Medien die Aufhebung der Exkommunikation einfach mit einer Kurzmeldung auf Seite 22 quittiert, hätte ich diese Chance nicht gehabt.
      Das Blut der Märtyrer ist die Saat der Christenheit, und das Leid der Verhassten in gewissem Sinne auch. Christen überzeugen dann, wenn sie für ihren Glauben leiden müssen, am meisten – denn dann sind sie Jesus am Ähnlichsten und folgen im wahrhaft nach. „Kehrt um!“ und „Nehmt euer tägliches Kreuz auf euch!“ sind die zwei besten Anleitungen zur Lösung der heutigen Problematik.
      Catocon.

    • Laurentius,
      ich werde den Verweis in den obigen Artikel übernehmen. Zu meiner Entschuldigung kannich vielleicht sagen: Wenn man auf das Overbeck-Schild links auf meinem Blog klickt, kommt an auf den Blog des Urhebers. Irgendwie muss ich danach wohl vergessen haben, den Verweis auch noch separat im Artikel aufzuführen. Ich hatte also nicht die Absicht, dem Leser den Urheber des Schildes zu verheimlichen. Ich hoffe, Du vergibst mir. 🙂
      Und danke für die Verlinkung.
      Catocon.

  2. Pingback: Lobt-die-Hirten-Woche: Vermischter Overbeck (Teil 4/6) | Kreuzfährten: Wahrheit statt Mehrheit

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