Häresiecredo: Laut Bistum Titel unglücklich gewählt

Ich schrieb hier gestern über das neue „Schöpfungscredo“, das die Erzdiözese Freiburg an die Pfarreien mit der Anregung geschickt hat, es in der Messe zu verwenden (man sprach politisch-ökumenistisch korrekt von Gottesdienst, damit das sanfte Gemüt der notorisch quasi-lutheranischen Katholiken der Region nicht beschädigt werde). Ich prognostizierte damals ein Zurückrudern im Falle öffentlichen Drucks, das aber nur scheinbar sei, und in Wahrheit werde sich nichts ändern.

Nun, meine Prognose ist eingetreten. Wie kath.net berichtet, behauptet man im Bistum nun, die Publikation sei nicht mit dem „Referat Liturgie“ abgestimmt gewesen – ein Vorgang, der das Versprechen seitens der Diözese im letzten Häresiencredostreit vor einigen Monaten als die Schutzbehauptung entlarvt, die es durchsichtigerweise von Anfang an gewesen sein musste. Stimmt das? Ist es wirklich mit „dem Referat Liturgie“ abgestimmt worden oder nicht? Spielt das eine Rolle? Nein, natürlich nicht. Denn wer den oben zitierten Artikel weiterliest, der stellt sehr schnell fest, dass man sich eigentlich gar nicht von dem häretischen Credo distanziert hat. Nur von einer „unglücklich gewählten Überschrift“ sei die Rede – man hatte das häretische Werk „Schöpfungscredo“ genannt. Vielleicht, so suggeriert die Stellungnahme des Bistums, hätte man davon absehen sollen, das zur Verwendung als Glaubensbekenntnis im Rahmen der „Erntedankgottesdienste“ vorgesehene pantheistische Machwerk mit christlicher Glasur auch offen als „Credo“ zu titulieren. Vielleicht wäre es ja besser gewesen, einen verschwurbelten Namen auf Amts- oder Sozialpsychologendeutsch dafür zu finden – dann wäre es diesen lästigen Katholiken nicht mehr rechtzeitig aufgefallen, dass dort von höchster Seite Glaubenszerstörung betrieben wird. Vielleicht hätte man es ja „Gebetsbaustein zu einer gottesdienstlichen Dialogstrukturreform im posthomiletischen Liturgieraum anlässlich des Erntedankgottesdienstes“ nennen können – dann wäre das antikatholische Werk länger unbemerkt geblieben. Das scheint ohnehin das einzige zu sein – neben der Kirchensteuer natürlich – worum es den Verbandskatholiken überhaupt noch geht: So lange wie möglich die Grundlagen für eine eigene Kirche zu legen.

Man distanziert sich vorsichtig von der Überschrift, schweigt vom häretischen Inhalt, und hofft, dass die Sache damit im Sande verlaufen wird. Und intern gibt man weiterhin grünes Licht – ob mit oder ohne bürokratisches „Liturgie-Referat“.

Die einzigen Fragen, die noch bleiben, sind: Ab welchem Stichtag müssen die Priesteramtskandidaten (ist der Plural überhaupt noch angemessen?) in der Erzdiözese Freiburg einen Anti-Antimodernisteneid schwören, um zur Weihe zugelassen zu werden? Oder wird man auf einen solchen Eid verzichten, da die internen Auswahlverfahren, durch die katholische Priesteramtskandidaten von den bloß modernistischen getrennt werden, schon ohne Eid effizient genug sind?

Und das ist die Erzdiözese des obersten Dialoghirten und Vorsitzenden der Bischofskonferenz!

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