Papst Benedikt kommt…

… nach Deutschland, aber nicht alle freuen sich darüber, wie der Leser sicher schon weiß.

Ein schöner englischsprachiger Artikel zum Papstbesuch und den Schwierigkeiten, mit denen Benedikt in seiner Heimat zu kämpfen haben wird, findet sich hier. Einige kurze Auszüge:

In one sense, the Church is extremely present in everyday German life. It is after all one of Germany’s biggest employers. Amply funded by a church tax levied on all Germans who identify themselves as Catholic, the Church runs thousands of educational institutions, hospitals, retirement homes, foreign aid programs, and so on.

It has, however, also become heavily bureaucratized — something to which Benedict alludes in his interview-book Light of the World. Nor is it clear what distinguishes many German Catholic institutions from those of a more secularist bent. Moreover, by no means do all the people working in the Church’s numerous agencies profess to be faithful Christians.

(…)

[B]ureaucratization is symptomatic of a deeper malaise in German Catholicism. And that problem boils down to one thing: a failure on the part of many German Catholics to teach the Catholic faith because of the distance they’ve put between themselves and the truth-claims of that faith.

Anyone who reads German theological journals will tell you that much of Germany’s Catholic theological establishment sits rather loosely towards orthodox Catholicism. Much of it seems more intent on deconstructing that faith than illuminating its principles.

It’s also true that they and many other German Catholics are now essentially liberal Protestants in the way they view Christianity and the world. And liberal Protestantism is, as the legal historian Harold J. Berman (himself a mild Baptist) once wrote, merely one step away from agnosticism.

Ein anderer kurzer Artikel bei Rorate Caeli befasst sich mit dem Boykott des Papstbesuches durch etwa 100 deutsche Bundestagsabgeordnete. Die These ist, dass die Protestler durch ihr Verhalten indirekt die Unfehlbarkeit der Bibel unterstreichen: So zitiert man dort:

„Amen, I say to you, that no prophet is accepted in his own country.“ (St. Luke iv, 24)

Auch eine interessante Perspektive auf Proteste, die in Deutschland auf eine sympathische Öffentlichkeit stoßen werden.

Beide Artikel weisen auf einen wesentlichen Defekt im deutschsprachigen Katholizismus hin: Es fehlt auf beiden Seiten der Debatte schlicht die Kenntnis des katholischen Glaubens. Wäre die Argumentation der Kirche in den verschiedenen umstrittenen Fragen allen Befürwortern und Gegnern bekannt, so könnte man sachliche und zielführende Streitgespräche erwarten. Doch solange die Kirche in Deutschland die Wahrheit bei jeder Gelegenheit verwässert und herunterspielt, werden weder die Befürworter noch die Gegner des Papstes zu intelligenten Diskussionen in der Lage sein. Solche Diskussionen werden weiter auf einige kleine Zirkel beschränkt bleiben, die in der öffentlichen Wahrnehmung praktisch nicht vorkommen.

Deswegen: KATECHESE STATT DIALOG!

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