Droht ein dritter Weltkrieg?

Normalerweise beschäftige ich mich auf diesem Blog mit dem Katholizismus. Doch aus aktuellem Anlass empfehle ich den folgenden Artikel aus einer kanadischen Zeitung, dem „Ottawa Citizen“.

Es geht um die Lage im Nahen Osten, die in den letzten Wochen dramatisch eskaliert ist, was nicht zuletzt an den Bemühungen der türkischen Staatsführung zu liegen scheint. Der Artikel ist eine klare und deutliche Meinungsäußerung, der man zustimmen kann oder nicht. Aber die möglichen Implikationen sind erschreckend. Hier nur zwei kurze Auszüge aus dem Artikel, der es verdient in Gänze gelesen zu werden:

Erdogan is also a „democrat,“ who has no reason not to be, because he enjoys tremendous and abiding domestic popularity. The party he founded came to power by a landslide, and has been twice re-elected. (He had a stand-in for prime minister at first, for he was still banned from public office.) There are demographic reasons, too, why Turkish secularism has been overwhelmed by Turkish Islamism. The Muslim faithful have babies; modern secularists don’t.

(…)

Turkey’s military was the guarantor of pro-western Turkish secularism, under the Ataturk constitution. With characteristic incomprehension of the consequences, western statesmen supported Erdogan’s efforts to establish civilian control over the generals – our old NATO friends. By imprisoning several senior officers on (probably imaginative) charges of plotting a coup, Erdogan was able to induce the entire Turkish senior staff to resign, last month.

They did this because they had run out of allies. Hillary Clinton and company hung the only effective domestic opposition to Erdogan out to dry. Turkey’s powerful, western-equipped military is now entirely Erdogan’s baby, and the country’s secularist constitution is a dead letter. Erdogan, the Islamist, now has absolute power.

Der ganze Artikel findet sich, erneut, hier.

Nur eine kurze Anmerkung inhaltlicher Natur zum Thema: Man lasse sich die, man kann sie nicht anders bezeichnen, sträfliche Dummheit der westlichen Mächte einmal im Mund zergehen, die allen Ernstes die „Demokratisierung“ der Türkei gefördert hat, während man doch um die demographische und religiöse Struktur des Landes wusste, die zugleich den „arabischen Frühling“ enthusiastisch, und in Libyen sogar militärisch, unterstützt hat, die damit in den betroffenen Ländern die anti-israelische Volksmehrheit mit deutlich größerem Einfluss ausgestattet hat, und sich jetzt wundert, warum die mit freundlicher Unterstützung der westlichen Außenpolitiker erstarkten anti-israelischen Kräfte auf einmal anders als in den vielen Jahren zuvor die direkte Konfrontation mit Israel herbeizuführen versuchen.

Manchmal fragt man sich, ob die westliche Außenpolitik wirklich ihre eigene „Pro-Demokratie“-Propaganda glaubt. Das ist der größte Fehler: Seine eigene Propaganda für bare Münze zu nehmen.

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