Kooperation mit Abtreibern selbst im Erzbistum Köln?

Kooperation mit Abtreibern in deutschen Bistümern

[Bild beim Blogger Alipius gefunden]

Nun hat sich Kardinal Meisner zur Frage des Verhältnisses katholischer Beratungsstellen zur Abtreibungslobby geäußert – hier auf Kreuzfährten war die Kontroverse bereits mehrfach Gegenstand von Artikeln und Kommentaren (etwa hier und hier). Die Bischofskonferenz als Ganze hatte sich bislang zu nicht mehr als einer verhaltenen Distanzierung von Abtreibungsbefürwortern wie „pro familia“ [= anti-familia] durchringen können. Kardinal Meisner findet nun, glücklicherweise, klarere Worte. Hier einige Auszüge seiner Antwort zum Thema, die sich bei kath.net im Volltext findet:

„Zunächst möchte ich noch einmal ganz deutlich unterstreichen, dass es keinerlei inhaltliche Kooperation mit „pro familia“ gibt. Das ist mit Organisationen wie „pro familia“, deren Überzeugungen unserem Menschenbild und unserer Überzeugung vom Schutz des Lebens diametral entgegenstehen, auch gar nicht möglich.
Unser Diözesanbeauftragter für Ehe-, Familien und Lebensberatung, Dr. Hanspeter Schmidt, ist Vorsitzender der Katholischen Bundeskonferenz Ehe-, Familien- und Lebensberatung, er vertritt diese aber nicht im Deutschen Arbeitskreis für Jugend-, Ehe- und Familienberatung (DAKJEF). Ich weiß bei Dr. Schmidt die Themen der katholischen Ehe-, Familien- und Lebensberatung für das Erzbistum Köln seit vielen Jahren in guten Händen.

(…)
Unsere katholischen Beratungsstellen haben nicht umsonst einen exzellenten Ruf.

(…)

Auch im Dachverband der institutionalisierten Beratung (DAKJEF) geht es nicht um inhaltliche Fragen, sondern darum, Mindestqualitätsstandards methodischer Art sicherzustellen.
(…)
Mit freundlichen Grüßen
+ Joachim Kard. Meisner

(Hervorhebungen von Catocon)

WAs ist nun davon zu halten? Sicherlich – eine klare Stellungnahme dieser Art ist dringend erforderlich gewesen. Aber wie sieht es in der Praxis aus? Sind, um den Kardinal zu zitieren, im Erzbistum Köln „die Themen der katholischen Ehe-, Familien- und Lebensberatung für das Erzbistum Köln seit vielen Jahren in guten Händen.

Wenn ja, dann sollte man annehmen können, dass die dortige Praxis der katholischen Lehre entspricht. Dies ist aber leider nicht der Fall. Im Gegenteil: Man darf zwar nicht mehr selbst Darfscheine zur legalen Tötung der Ungeborenen ausstellen, verweist aber zuweilen einfach an andere Beratungsunternehmungen, die dann die Pflichtscheine ausstellen.

Das ist, wie der geschätzte Bloggerkollege Tiberius korrekt feststellt, weit mehr als „inhaltliche Kooperation mit der Abtreibungslobby“. Es ist praktische Beihilfe zur legalen Tötung der Unschuldigen.

Nun muss man der Fairness halber sagen, dass niemand weiß, wie häufig solche Fälle in Deutschland oder im Erzbistum Köln sind – es könnten isolierte Einzelfälle sein, für die selbst der beste Kardinal nichts kann. Und selbst wenn nicht, so wäre es zumindest möglich, dass der Kardinal nichts davon weiß. Es liegt mir also fern, dem Kardinal hier Unehrlichkeit oder auch nur Versagen zu unterstellen. Doch ist es nicht zutiefst besorgniserregend, wenn selbst unter dem mit Abstand besten Hirten in Deutschland solche Fälle auftreten können? Ist es nicht erschütternd, dass die Verweltlichung der Kirche so weit fortgeschritten ist, dass selbst im Erzbistum Köln Abtreibung als ganz normal und selbstverständlich angesehen wird?

Wird nicht gerade vor diesem Hintergrund die dringende Notwendigkeit einer radikalen „Ent-Weltlichung“ wie der Papst das bei seinem Deutschlandbesuch genannt hat, noch klarer?

Nun, es ist zu hoffen, dass der Kardinal von diesem Fall und ähnlichen Fällen nichts weiß, und, sobald er davon erfährt, entschlossen handeln wird. Bei Kardinal Meisner kann man es sich wenigstens vorstellen.

Aber wie sieht die Lage bloß in Erzbischof Zollitschs Bistum Freiburg, oder im Osnabrück des Bischofs Bode aus – zwei nicht gerade als besonders entschlossen gegen Missbräuche und schwerwiegende Verstöße gegen die Lehre der Kirche vorgehende Hirten.

Wie groß ist der Anteil der deutschen getauften Katholiken, die diese Art Beratung zur Tötung der Unschuldigen gutheißen? 80%? 85%? 90%?

Wie groß ist der Anteil der deutschen Gremienkatholiken, die diese Art Beratung zur Tötung der Unschuldigen gutheißen? 99%? 99,5%?

Wie groß ist selbst der Anteil der deutschen Bischöfe, die diese Art Beratung zur Tötung der Unschuldigen gutheißen? Unter Beachtung ihres Widerstands gegen die Abschaffung der Beratungsscheine in kirchlichen Beratungsstellen? Mindestens 50%.

Wer solche Hirten und Kirchenvertreter hat, wer braucht da Häretiker?

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