Freiburg: Das neue Avignon

Gegenpäpstin Julia I.

Quelle: Pius.info

Wenn man sich das Bild anschaut, kann man kaum glauben, dass sie erst 19 Jahre alt ist, aber laut Internetsauftritt ihrer Gegenkirche (KJG der Erzdiözese Freiburg, werde ich nicht verlinken) stimmt das Alter so. Ich spreche von Julia I., Päpstin von Freiburg. Hinter dem Link verbirgt sich ein Artikel sowie ein Audiomitschnitt eines Interviews, in dem sie gefordert hat, man brauche eine Frau als Papst, oder besser noch ein nach 50% Frauenquote gewähltes Gremium anstelle des Heiligen Vaters.

In dem obigen Bild sieht man, wie sie, gekleidet für eine Protestdemo gegen die Kirche und ihre hierarchische Struktur samt Glaubenswahrheiten, vor dem Papst steht, und nicht vor Scham im Boden versinkt. Die Fragen, die sich stellen, sind nun vielfältig:

1. Warum hat man eine Person für diesen Auftritt bei der Jugendvigil ausgewählt, die nicht einmal die Fähigkeit besitzt, sich des zeitgeistlichen Protests für einige Minuten zu enthalten, während sie vor dem Papst steht?

2. Wer auch immer die tatsächliche Verantwortung dafür trägt, dass sie bei der Jugendvigil ausgewählt wurde, dass man sie im Protestaufzug auf die Bühne gelassen hat, um den Papst zu brüskieren, und dass sie in einem kirchlichen Gremium sitzt, obwohl sie offen antichristliche und antikatholische Haltungen vertritt – die „politische Verantwortung“ liegt bei Erzbischof Robert Zollitsch, der für dieses spezielle Schäfchen nun einmal zuständig ist. Teilt er ihre Auffassung stillschweigend, oder warum duldet er so etwas?

3. Kann noch irgendjemand an dem dicht bevorstehenden formalen Schisma zweifeln? Könnte es nicht sein, dass in fünf oder zehn Jahren die Mehrzahl der heute noch offiziell katholischen Gemeinden „eigenständig“ sind und sich von Rom gelöst haben, während die Priorate der Piusbruderschaft ganz normale Teile der kirchlichen Struktur sind?

Für sich genommen mögen die Äußerungen einer Person, die vor der Entzivilisierung der letzten 40 Jahre noch nicht einmal als volljährig gegolten hätte, und die strafrechtlich gesehen unter Umständen noch nach dem Jugendstrafrecht behandelt werden könnte, nicht bedeutsam sein. Doch was sie symbolisieren – die vollständige Kapitulation der deutschen Kirche vor dem ochlokratischen, atheistischen, transzendenzfreien Zeitgeist der Moderne – ist keineswegs bedeutungslos.

Sie symbolisieren nämlich auf besonders treffende und zugespitzte Weise die ganze Tendenz des modernen Katholizismus. Wenn der modernistische Katholizismus eine Zukunft hat, dann diese.

Zum Abschluss als Alternative zum Modernismus etwas weniger Widerliches.

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9 Gedanken zu „Freiburg: Das neue Avignon

  1. Die Entwicklung im Laufe von 40 Jahren!!! Höchste Zeit ist es für die Entweltlichung der Kirche. Viel zu lange wurden unsere Hirten mit dem Mammon vollgestopft. Entsprechend sah die Verkündigung des Wortes Gottes aus. Nicht erst unter Zollitsch ist das Unheil eingekehrt. Zollitsch ist das Kuckucksei des Herrn Lehmann, wie es schon jemand ausgedrückt. hat (tut mir leid, ich kann diese Herren nicht als Bischöfe bezeichnen – allenfalls als Mietlinge und ‚Verführer‘ zum Christsein light – als ob es das gäbe!). Ist nicht der HERR selbst für uns im wahrsten Sinne des Wortes ‚durch die Hölle gegangen‘? …. und wir scheuen uns, IHM zu folgen.
    Erst wenn dieses ‚Goldene Kalb‘ fällt, werden wir wieder Hirten vom HERRN bekommen, die den Glauben ungeschminckt und unangepasst verkünden.
    Aber mal ‚Hand auf’s Herz‘ und ganz ehrlich: Beten wir, die wir die Kirche lieben und den Wunsch nach guten Hirten haben, regelmäßig darum, dass uns der HERR solche schenken möge?
    HERR, lenke DU selbst das Schicksal DEINER KIRCHE und stärke unseren Hl. Vater, dass er die Kraft hat, vor den Wölfen nicht zu fliehen.

    • Huber,
      ich kann Ihre Haltung sehr gut verstehen. Ich möchte allerdings anmerken, dass auch Lehmann und Zollitsch echte Bischöfe sind, in apostolischer Sukzession. Wäre es daher nicht angemessen sie als „schlechte“ Bischöfe zu bezeichnen, statt ihnen diesen Titel ganz abzusprechen?
      Inhaltlich haben Sie natürlich Recht: Die Entwicklung hat nicht erst mit Erzbischof Zollitsch begonnen, sondern hat eine lange Vorgeschichte, deren Wurzeln sogar erheblich vor dem II. Vatikanischen Konzil zu suchen sein dürften.

  2. Ich erinnere mich an diese Szene der sogenannten Jugendvigil und ich musste davonlaufen, vor lauter „Fremdschämen“. Ich bedaure den Heiligen Vater der gute Miene zum bösen Spiel machen musste. Den Hintergrund der jungen Frau kannte ich zu diesem Zeitpunkt nicht. Man kann hier fast nur noch sagen: „Herr vergib Ihnen, denn sie wissen nicht was sie tun.“

    • wk1999, das ist die einzig richtige Antwort. Die Bitte um Vergebung und das Gebet sind der einzige Weg aus der derzeitigen Krise. Wir (Menschen) vermögen es nicht zu richten, das haben wir in den letzten 50 Jahren wieder einmal vorgeführt bekommen.

  3. Pingback: Lobt-die-Hirten-Woche: Meisners Hirtenstab II (Teil 2/6) | Kreuzfährten: Wahrheit statt Mehrheit

  4. Nun, diese junge „Dame“ ist das Produkt unserer Gesellschaft, so wie sie von den Eltern erzogen und den kirchlichen Gruppierungen geprägt worden ist. Ihre Kleidung deutet auf ein wenig ästhetisch geschultes Auge und wenig Sinn dafür, was angemessen ist und was nicht. Wie kann man von einem Menschen, der offensichtlich so wenig auf sich selbst achtet, erwarten, daß er einem anderen Menschen Achtung gegenüber walten läßt? Was mich jedoch noch viel mehr als ihre unangemessene Kleidung auffällt, ist der Blick. Hier steht nicht eine junge Katholikin vor dem Stellvertreter Christi sondern eine offensichtlich in ihren verbandsideologischen Feindbildern verhaftete, unfreundliche Jungfunktionärin vor dem personifizierten Feindbild. Mich gruselts etwas!

    • Laurentius,
      in der Tat ist das Bild, das diese junge Frau abgibt, die Folge groben Unvermögens (bestenfalls) sowohl im kirchlichen als auch im gesamtgesellschaftlichen Bereich. Ich selbst habe als junger Mensch mit genau diesen Fehlentwicklungen sozusagen aus erster Hand meine Erfahrungen gemacht. Dass etwas wirklich schief läuft, war mir immer schon klar, aber erst durch meine Bekehrung zum Christentum hat alles plötzlich Sinn ergeben. Diesen Sinn hat die junge Frau auf dem Bild scheinbar nicht. Auch sie realisiert offenbar, dass etwas wirklich schief läuft, weiß aber nicht was, und akzeptiert deshalb die vorgefertigten Antworten der Welt (Fortschritt, Autonomie, Demokratie in allen Bereichen usw.) fraglos. Dass dies der Fall ist, kann man wirklich schon sehen.

  5. Pingback: Lobt-die-Hirten-Woche: Diözesanrat und Dick (Teil 6/6) | Kreuzfährten: Wahrheit statt Mehrheit

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