Gottesdienst heute

Von einer guten alten Novus Ordo Messe, ganz geweiht dem Gott in drei Personen, Erzeuger, Erzeugnis und Heiliger Zeitgeist, berichtet Mundabor.

Die fragliche Messe fand in Belgien statt. Ich fürchte allerdings, dass ähnliche Erlebnisse auch im deutschsprachigen Raum schon viele Katholiken ereilt haben dürften.

Ein weiteres Argument, jenseits aller komplexen theologischen Argumente, gegen „Kreativität“ in der Litugie besteht einfach darin, dass wahre Kreativität eben nicht liturgischer oder ritueller Natur sein kann. Das Wesen des Ritus besteht gerade in der Repetition, in der gleichbleibenden, geordneten Wiederholung der rituellen Handlungen, während es keine Kreativität ohne ständige Neuheiten geben kann. „Kreative Liturgie“ scheitert daher nicht nur an dem Versuch liturgisch zu sein, sondern auch an dem Versuch kreativ zu sein.

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2 Gedanken zu „Gottesdienst heute

  1. Ich habe diesen erschreckenden Artikel bei Mundabor ebenfalls gelesen. Während meines diesjährigen Sommerurlaubs (in Asien) hatte ich ein zwar etwas anders geartetes, aber von der Substanz her ähnliches Erlebnis in einem katholischen „Gottesdienst“. Es fand statt in einem modernen Kirchengebäude mit einem riesigen Versammlungsraum. Die Kirche war zugegebenermaßen sehr gut besucht, schätzungsweise 500 Personen waren anwesend. Die Messbesucher waren in der Mehrzahl Philippinos, die in Asien für ihr heiteres Wesen bekannt sind, was ja an sich auch nichts Schlechtes ist.
    Die Messe war dann auch entsprechend heiter mit einer Band (ähnlich der beim Jugendvigil in Freiburg oder beim WJT in Köln), Hintergrundchor, Solosängern, usw. Die Lied- und Gebetstexte wurden mit einem Beamer, ähnlich wie bei einer Karaoke-Veranstaltung an die Wand geworfen, damit erübrigte sich der Bedarf an Gebetbüchern. Dass rhythmisch geklatscht wurde hätte noch gefehlt, passierte dann aber zum Glück nicht. Nichtsdestoweniger erinnerte mich der Gottesdienst mehr an eine freikirchliche oder charismatische Veranstaltung denn an eine katholische Messe, wobei man den Teilnehmern eine gewisse Frömmigkeit nicht absprechen konnte (was in Deutschland ja vielerorts komplett verschwunden ist). Was mich auch überraschte war, dass nach der Messe dem Priester großen Respekt entgegengebracht wurde. Ihm wurde von vielen Leuten die Hand geküsst, was in Europa sehr unüblich ist, selbst in traditionalistischen Kreisen. Nichtsdestoweniger war der Gesamteindruck eher befremdlich, wenn auch zwiespältig.

    In diesem Ort wird in einer anderen Kirche nur in 14-tätigen Abständen eine Hl. Messe im a.o. römischen Ritus gefeiert, es sein denn man geht zur Piusbruderschaft, was ich dann auch bei einer Gelegenheit getan habe, da ich die Popmesse nicht noch einmal ertragen hätte. Ich verstehe auch nicht ganz warum Mundabor sich das in Brügge angetan hat, ich kann es mir nur mit einer „Feldstudie“ von ihm erklären.

    • wk1999,
      ich glaube, die Beneluxländer waren das Epizentrum der liturgischen „Reform“-Bewegung. Vielleicht gibt es dort keine anderen Messen? Vielleicht kennt sich Mundabor auch einfach in Belgien nicht aus und weiß daher nicht, welche Messorte eine wenigstens halbwegs akzeptable Novus-Ordo Messe bieten. Anders kann ich es mir auch nicht erklären.
      Was das Handküssen betrifft, so erinnere ich mich an eine Diskussion bei Father Z, wo es um genau dieses Thema ging. Es scheint als ob es ein im ostasiatischen und hispanischen Raum besonders verankerter Brauch sei, der in den „eher unterkühlten“ Ländern verschwunden ist. Hier der Link:
      http://wdtprs.com/blog/2011/09/quaeritur-kissing-the-priests-hand/

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