Gift und Gegengift – Über den atheistischen Kommunismus (Teil 2)

Im ersten Teil dieser Artikelserie hatte ich einige einleitende Bemerkungen zur Aktualität des atheistischen Kommunismus auch in der heutigen Gesellschaftssituation gemacht.

Hier nun eine hervorragende päpstliche Diagnose, worum es sich beim Kommunismus eigentlich handelt, und was die Absicht dieser Ideologie ist, aus der schon erwähnten Enzyklika „Divini Redemptoris“: Ergänzend dazu werde ich einige Abschnitte hervorheben und an manchen Stellen einen roten Kommentar einfügen, wie der Leser dies vermutlich schon gewohnt ist:

Zunächst betrachten wir einige Grundcharakteristika des Kommunismus und seine Weltsicht des materialistischen Evolutionismus, wie sie der Papst in Divini Redemptoris darstellt.

Lehren

Ein falsches Ideal

8. Der heutige Kommunismus birgt in einem höheren Maße, als es bei anderen ähnlichen Bewegungen der Vergangenheit der Fall war, eine falsche Erlösungsidee in sich. Ein falsches Ideal von Gerechtigkeit, Gleichheit und Brüderlichkeit in der Arbeit durchglüht seine gesamte Lehre und Tätigkeit mit einem gewissen Mystizismus(wenn der atheistische Kommunismus wirklich dem wahren Glauben entgegen gesetzt ist, was sich kaum bezweifeln lässt, dann muss auf lange Sicht ein alternativer, direkt gotteslästerlicher Kult etabliert werden, der bewusst oder unbewusst die Verehrung des Teufels beinhaltet. Okkultismus, Satanismus, Esoterik usw. sind in diesem Licht zu sehen), der die mit trügerischen Versprechungen gewonnenen Massen in den suggestiv um sich greifenden Enthusiasmus einer mitreißenden Bewegung versetzt. Das konnte in unserer Zeit um so leichter geschehen, da sie infolge einer fehlerhaften Verteilungder Güter (es ist die wahre Ungerechtigkeit, die wahre Gier, das wahre Elend der Menschen, das wahre Leid, das den Ideologen ihren Nährboden verschafft.) dieser Welt von einem außergewöhnlichen Elend heimgesucht wird. Es rühmt sich auch dieses falsche Ideal, der Anreger eines gewissen wirtschaftlichen Fortschritts gewesen zu sein, der sich in Wahrheit, soweit er echt ist, aus ganz anderen Ursachen herleiten läßt, wie zum Beispiel aus der Steigerung der industriellen Produktion in Ländern, die in dieser Hinsicht wenig entwickelt waren, oder aus der Ausbeutung eines ungeheuren Reichtums an Bodenschätzen, oder auch aus der Anwendung von brutalen Arbeitsmethoden zur Erreichung von Riesenleistungen bei herabgedrückten Löhnen.

Der evolutionistische Materialismus von Karl Marx (Anmerkung: Die wissenschaftliche Evolutionstheorie mag richtig oder falsch sein, sie ist in jedem Fall mit dem katholischen Glauben vereinbar. Dies gilt nicht für die unwissenschaftliche Ideologie des Evolutionismus, welcher das Prinzip der allmählichen Fortentwicklung unter rein materiellen Außenwelteinflüssen zum Erklärungsmaßstab für die Welt erhebt.)

9. Die Lehre, die der Kommunismus oft genug unter täuschenden Hüllen verbirgt, steht im wesentlichen noch heute auf den von Marx verkündeten Grundsätzen des sogenannten dialektischen Materialismus und des historischen Materialismus, dessen allein richtige Auslegung die Theoretiker des Bolschewismus (sie nennen sich heute anders, der Bolschewismus ist wirklich tot. Aber wenn selbst die CDU die Familienpolitik der DDR als vorbildlich ansieht, dann kann die dahinter stehende Lehre nicht tot sein.) zu vertreten glauben. Nach dieser Lehre gibt es nur eine einzige ursprüngliche Wirklichkeit, nämlich die Materie mit ihren blinden Kräften, aus denen sich Pflanze, Tier und Mensch entwickelt haben. Auch die menschliche Gesellschaft ist darnach nichts anderes als eine Erscheinungsform dieser Materie, die sich in der angedeuteten Weise entwickelt und mit unausweichlicher Notwendigkeit in einem ständigen Kampf der Kräfte dem endgültigen Ausgleich zustrebt: der klassenlosen Gesellschaft. (Diesen Satz bitte nochmal lesen, bis er wirklich in all seiner Tiefe verinnerlicht ist. Auf dieser Lehre, die der Heilige Vater hier als kennzeichnend für den Kommunismus herausstellt, basieren alle heute dominierenden gesellschaftlichen Denkmuster. Wenn man nur das angebliche Endziel der Geschichte austauscht, dann passt der Satz sowohl auf Hitlers Rassentheorie, als auch auf den Marxismus, die Ideen der Sozialdemokraten und Liberalen und auf vieles, was heute angeblich christlich motiviert in der evangelischen und teilweise sogar in der katholischen Kirche gesagt wird.) Es leuchtet ein, dass in einem solchen System kein Platz mehr für die Idee Gottes, dass kein Unterschied mehr besteht zwischen Geist und Stoff, zwischen Leib und Seele, dass es kein Fortleben der Seele nach dem Tode mehr gibt, und darum auch keine Hoffnung auf ein anderes Leben. Unter Berufung auf die dialektische Seite ihres Materialismus behaupten die Kommunisten, dass der Kampf, der die Welt zum letzten Ausgleich führt (ein ganz zentraler Gedanke: Der Kampf führt die Welt zum letzten Ausgleich – und darum ist in diesem Kampf jedes Mittel gerechtfertigt. „Wollt ihr den totalen Krieg?“, schallt es aus den Lautsprechern nicht nur der nationalen Sozialisten. Das Konzept der „latenten Gewalt“ der sogenannten Friedensforscher stößt in das gleiche Horn: Wenn stets ein Zustand latenter Gewalt herrscht, dann ist es nicht mehr nötig, den Übergang zu realer Gewalt durch Terrorismus zu rechtfertigen, da es sich dann nur um Gegengewalt, Notwehr, handelt), durch den Menschen beschleunigt werden kann. Darum bemühen sie sich, die Klassengegensätze in der Gesellschaft zu verschärfen, und so wird der Klassenkampf mit all seiner Gehässigkeit und seiner Zerstörungswut zu einer Art Kreuzzug im Dienste des Fortschrittes der Menschheit. Alle Mächte aber, wer immer sie seien, die sich diesen systematisch geübten Gewalttätigkeiten widersetzen, müssen vernichtet werden als Feinde des Menschengeschlechtes.

(Fortsetzung folgt…)

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