Gift und Gegengift – Über den atheistischen Kommunismus (Teil 4)

Im ersten Teil dieser Artikelserie hatte ich einige einleitende Bemerkungen zur auch heute noch aktuellen Ideologie des atheistischen Kommunismus gemacht. Im zweiten Teil hatte ich dann dem Papst Pius XI. und seiner großartigen Enzyklika Divini Redemptoris über den atheistischen Kommunismus folgend zwei wesentliche Grundpfeiler des Kommunismus dargestellt. Im dritten Teil waren Mensch und Familie thematisch im Zentrum. Jetzt wird es um die Gesellschaft gehen:

Wir befinden uns immer noch bei einer Analyse entscheidender Passagen der hervorragenden Enzyklika Divini Redemptoris von Papst Pius XI.

Was ist die Gesellschaft?

12. Was müßte aus der menschlichen Gesellschaft werden, wollte man sie aufbauen auf solch materialistischer Grundlage? (Achtung: Jetzt beschreibt Pius XI. wie eine kommunistische Gesellschaft dem Prinzip nach aussähe, was also ihre wesentlichen Kennzeichen sind: Ich habe den Text etwas strukturiert durch Hinzufügung blauer Ordnungsziffern.) (1) Sie würde ein Kollektivwesen, einzig gegliedert nach den Erfordernissen des wirtschaftlichen Systems. (Ökonomisierung ist eines der zentralen Kennzeichender heutigen Gesellschaft)

(2) Ihre alleinige Aufgabe bestünde in der Produktion von Gütern auf dem Wege der Kollektivarbeit (zentrale Organisation des Wirtschaftswachstums als Kennzeichen des modernen Staats ist ziemlich nahe daran. Es ist nicht direkt Arbeit im Dienste des Kollektivs, da es nach wie vor Privateigentum gibt, doch wird dies mehr und mehr zur Formalie)

(3) und mit dem Ziel des Genusses der Erdengüter in einem Paradiese, in dem ein jeder „gäbe nach seiner Kraft und empfinge nach seinem Bedarf“. (Das verteilungsgerechte Paradies auf Erden ist heute erklärtes Ziel aller Parteien, wobei sich CDU, CSU und FDP noch etwas vorsichtiger ausdrücken, womit sie weit entfernt von der öffentlichen ebenso wie der veröffentlichten Meinung stehen)

(4) Der Gemeinschaft räumt der Kommunismus das Recht ein oder vielmehr die unbeschränkte Vollmacht, die Einzelmenschen in das Joch der Kollektivarbeit zu zwingen , ohne Rücksicht auf ihr persönliches Wohlergehen, ja gegen ihren eigenen Willen und sogar bis zur Anwendung von Gewalt. (Soweit sind wir noch nicht. Das gesellschaftliche Verständnis für Abweichler und Dissidenten vom Mainstream sinkt jedoch bedenklich – „political correctness“ ist ein passendes Schlagwort. Doch das Joch der Kollektivarbeit ist noch nicht verwirklicht. Es sei denn man bedenkt, dass faktisch nur die Hälfte des Lohns dem Arbeitnehmer zukommt, und der Rest dem Staat gehört. Doch das wäre eine politisch umstrittene Untiefe, die ich hier aussparen möchte.)

(5) Die sittliche und die rechtliche Ordnung wäre nichts anderes, als ein Ausfluß des jeweiligen wirtschaftlichen Systems, also rein irdischen Ursprungs, veränderlich und hinfällig. (Der Konstruktivismus in der Moral ist heute unumstritten. Moral als Ergebnis sozio-kultureller Prozesse oder wirtschaftlicher Systeme wird generell als variabel und flexibel gesehen. Moral wird oft auch charakterisiert als individuelle Präferenz oder Ausdruck von Diskriminierung.)

(6) Kurz, man unterfängt sich, eine neue Epoche und eine neue Zivilisation (Fortschrittsdenken) heraufzuführen, die Frucht einer blinden Entwicklung (Ideologie des Evolutionismus): „eine Menschheit ohne Gott“. (Säkularismus, Atheismus, Agnostizismus)

13. (7) Wenn dann endlich alle einmal zu echten Kollektivmenschen geworden sind, (die Schaffung eines neuen Menschen durch gesellschaftliche Umformungen und Umerziehungen ist wohl das zentrale Ziel des heutigen Schulsystems, wenn man es an seinen Früchten misst. Lernen kann man dort jedenfalls nicht mehr viel.)

(8) wird in dieser utopischen Gesellschaft ohne Klassenunterschiede der politische Staat, der heute nur ein Machtmittel in der Hand der Kapitalisten zur Knechtung der Proletarier ist, die Voraussetzung seiner Existenz verlieren und „sich auflösen“;(wir sind noch in dieser Vorphase, wo der Mensch noch kein echter kommunistischer Mensch geworden ist. Es werden noch Rückzugsgefechte gegen die Ewiggestrigen geführt – traditionelle Katholiken, Evangelikale, orthodoxe Juden usw.)

(9) inzwischen freilich, solange dieser glückliche Zustand noch nicht erreicht ist, sind Staat und staatliche Gewalt für den Kommunismus das wirksamste und universalste Mittel, um an sein Ziel zu kommen. (Die Vergötterung des Staates, seine Allzuständigkeit und das grenzenlose Vertrauen in den Staat, etwa ein ungerechtes Wirtschaftssystem durch Regulierung besser zu machen, oder gegen „Diskriminierung“ zu kämpfen, oder soziale Unterschiede auszugleichen, oder was auch immer, sind ebenfalls wesentliche Kennzeichen des heutigen gesellschaftlichen Mainstreams auch außerhalb der sich selbst sozialistisch nennenden Gruppen)

(Fortsetzung folgt…)

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