Trendwende in den USA?

Hier in Deutschland kleben wir immer noch an dem falschen Glauben, der Kirchenkrise sei durch immer mehr Anpassung an die Welt beizukommen. Wir sind realitätsresistent. Ein Beispiel findet sich in immer mehr Bistümern in den Vereinigten Staaten, wie aus einem Artikel im Wall Street Journal hervorgeht. Kommentare und Hervorhebungen von Catocon.

In his Holy Thursday homily at St. Peter’s Basilica on April 5, Pope Benedict XVI denounced calls from some Catholics for optional celibacy among priests and for women’s ordination. The pope said that „true renewal“ comes only through the „joy of faith“ and „radicalism of obedience.“(Nicht von der Ungehorsamsinitiative oder den hängenden Mundwinkeln für feministische Theologie.)

And renewal is coming. After the 2002 scandal about sexual abuse by clergy, progressive Catholics were predicting the end of the celibate male priesthood in books like „Full Pews and Empty Altars“ and „The Death of Priesthood.“ (Wunschdenken. Die Moden vergehen – die Kirche bleibt.)Yet today the number of priestly ordinations is steadily increasing.

A new seminary is to be built near Charlotte, N.C., and the archdiocese of Washington, D.C., has expanded its facilities to accommodate the surge in priestly candidates. Boston’s Cardinal Sean Patrick O’Malley recently told the National Catholic Register that when he arrived in 2003 to lead that archdiocese he was advised to close the seminary. Now there are 70 men in Boston studying to be priests, and the seminary has had to turn away candidates for lack of space. (Denkbar auch in Deutschland. Aber nur bei den traditionellen Gruppen wie z.B. der Petrusbruderschaft.)

(…)

Still, the future is encouraging. There were 467 new priestly ordinations in the U.S. last year, according to a survey by the Center for Applied Research in the Apostolate at Georgetown University, up from 442 a decade ago.

(…)

What explains the trend? Nearly 20 years ago, Archbishop Elden Curtiss, then leader of the Omaha, Neb., diocese, suggested that when dioceses are unambiguous and allow a minimum of dissent about the male, celibate priesthood, more candidates answer the call to the priesthood. Our preliminary research on the correlates of priestly ordinations reveals that the dioceses with the largest numbers of new priests are led by courageous bishops with faithful and inspirational vocations offices. (Es gibt genug Berufungen. Aber Gott beruft Männer zum katholischen Priesteramt. Nicht zum Gemeindevorsteher.)

Leadership and adherence to church doctrine certainly distinguish the bishop of Lincoln, the Most Rev. Fabian Bruskewitz. (11 Priesterweihen bei gut 70000 Katholiken in der Diözese in 2011; etwa 700 Katholiken pro Priester)He made national news in 1996 when he stated that members of dissident Catholic groups including Call to Action and Catholics for Choice had automatically excommunicated themselves from the church. (Wer würde sich so etwas in Deutschland trauen? Nicht einmal der geschätzte Kardinal Meisner.)

Cardinal Francis George, the longtime leader of the Chicago archdiocese, once gave a homily that startled the faithful by pronouncing liberal Catholicism „an exhausted project . . . parasitical on a substance that no longer exists.“Declaring that Catholics are at a „turning point“ in the life of the church in this country, the cardinal concluded that the bishops must stand as a „reality check for the apostolic faith.“ 

Such forthright defense of the faith and doctrine stands in clear contrast to the emphasis of an earlier generation of Catholic theologians and historians. (…)

This aging generation of progressives continues to lobby church leaders to change Catholic teachings on reproductive rights, same-sex marriage and women’s ordination. But it is being replaced by younger men and women who are attracted to the church because of the very timelessness of its teachings. (Ja, auch und gerade junge Frauen können in der Kirche ihre Heimat finden, wenn sie sich vom frauenfeindlichen Feminismus abgestoßen danach sehen, dass ihre Weiblichkeit nicht als Hindernis, sondern als großes Geschenk Gottes gesehen wird!)

They are attracted to the philosophy, the art, the literature and the theology that make Catholicism countercultural. (wir sind nicht mehr die Verteidiger des status quo. Wir fordern ihn heraus.) They are drawn to the beauty of the liturgy(Save the Liturgy – Save the World!) and the church’s commitment to the dignity of the individual. They want to be contributors to that commitment—alongside faithful and courageous bishops who ask them to make sacrifices. It is time for Catholics to celebrate their arrival.

Abwendung vom Glauben der Kirche ist Abwendung von Christus, der das Leben ist. So kann eine solche Abwendung nur zum Tod führen. Die Zweige, die sich von der Kirche und Christus absetzen wollen, verdorren. Die Zweige, die der Kirche, ihrem Herrn und der ganzen Überlieferung treu bleiben, werden nicht aussterben, sondern immer wieder neu erblühen! Das sollte den Neo-Reformatoren eigentlich eine Lehre sein; zumindest denen, die wirklich das Beste für die Kirche wollen.

Advertisements

2 Gedanken zu „Trendwende in den USA?

  1. Zustimmung. Amerika ist ein sehr religiöses Land mit junger Alterstruktur. Die Anpassung der anglikanischen Kirche(n) wird dort wie hier die Anpassungsbestrebungen der Protestanten in Deutschland längst als Irrweg erkannt. Die katholische Kirche ist die älteste existierende globale Organisation mit der meisten interkulturellen Erfahrung. Die katholische Kirche hat in einer Zeit relativer Moral und Verflachung einen nachvollziehbaren, festen Standpunkt und erfüllt das tief im Menschen angelegte Bedürfnis nach Religion und Transzendenz in einer einzigartigen Weise. Gegenüber totalitären Regimen hat sie sich, nicht immer unproblematisch, doch machtpolitisch „ohne Divisionen des Papstes“ immer durchgesetzt. Das traue ich ihr auch in Zukunft gegen das Böse und totalitäre Systeme religiöser/politischer Art zu.

    „Bells und Smells“, sagte mir ein amerikanischer Benediktinerpater zu der reichen katholischen Liturgie. Das ist nicht abwertend gemeint aber „Bells und Smells“ bietet meiner Ansicht eine bessere Hilfe zur Transzendenz als es Kirchen geführt von geschiedenen Betrunkenen und andere PriesterInnen mit säkularen Lebensentwürfen je vermögen. Die Diskussion der deutschen, um nicht zu sagen europäischen Verbandskatholiken, ist weitgehend irrelevant. Europa mag christliche Diaspora werden, aber die globale katholische Kirche wird in Asien, Afrika und Latein/Amerika wachsen. Die Theologen, die eine wachsende Kluft zwischen Kirche und moderner Gesellschaft sehen, übersehen die wachsende Kluft zwischen Gläubigen und den säkularisierten Theologen.

    • „Die Theologen, die eine wachsende Kluft zwischen Kirche und moderner Gesellschaft sehen, übersehen die wachsende Kluft zwischen Gläubigen und den säkularisierten Theologen.“
      Ja, diejenigen, die tatsächlich gläubig sind und noch Wert auf ihren Glauben legen, sind zwar in Europa nur eine sehr kleine Minderheit, doch sie wollen auch hier keine säkularisierte Theologie, sondern eine wirklich christliche.

Respondete!

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s