Erziehung als Kulturkampf (Teil 1/4)

Einleitung: Eine unheilige Kraft

Immer wieder hört man von den Anhängern der Fremdbetreuung von Kindern, man wolle den Kindern bereits frühzeitig Bildung vermitteln. Die Ministerprasidentin von NRW, Hannelore Kraft (SPD) bekannte sich gegenüber der Frankfurter Allgemeinen eindeutig zu der Absicht, langfristig alle Kinder ab dem ersten Lebensjahr zu „verkrippen“.

Kraft sagte der F.A.S., die SPD sei sich mit der CDU bisher darin einig gewesen, dass Bildung in der Kita beginnen müsse. „Dann müssen wir auch sicherstellen, dass alle Kinder da sind.“

Das Ziel ist also klar: Alle Kinder sollen ab dem ersten Lebensjahr in der Kindertagesstätte „betreut“ werden. Zuerst wird man es mit freiwilligen Angeboten versuchen. Doch inzwischen wird auch offen über einen Krippenzwang diskutiert, und zwar „sachlich“, wie Cem Özdemir demselben Artikel zufolge forderte.

Was steckt dahinter? Einerseits natürlich der übliche radikale Feminismus, der die Mobilisierung aller Frauen für den Arbeitsmarkt als Hauptziel der „Emanzipation“ sieht. Mit anderen Worten: Erst wenn die Frau wie der Mann geworden ist und ihre Mutterrolle als veralteten kulturellen Ballast abgestreift hat, kann sie wirklich frei sein. Diesen Feminismus, der den Mann ganz chauvinistisch als von Natur aus überlegen sieht, und möchte, dass Frauen ihrer Weiblichkeit und Mütterlichkeit entsagen, um sich zu vermännlichen, findet man in allen relevanten politischen Parteien der Bundesrepublik. Doch um ihn soll es in diesem Artikel auch gar nicht gehen.

1. Die Möglichkeiten der Betreuung

Es steckt nämlich noch einiges mehr hinter dem Kitawahn der progressivistischen Eliten. Bildung sollen die Kinder erlangen, die man in die Kita einweist. Es ist seltsam, wie verformt ein Bildungsbegriff sein muss, bevor man ernsthaft glauben kann, man könne in einer Kita, einem Kindergarten oder einer staatlichen Schule „Bildung“ erlangen. Tatsächliche Bildung ist nämlich immer ganzheitlich, das heißt es geht nicht um die Vermittlung von „Kompetenzen“ oder „Kenntnissen“ für sich genommen, sondern um die Bildung der ganzen Persönlichkeit, des ganzen Charakters, des ganzen Menschen.

Der oft verwendete Begriff „Betreuung“ ist gänzlich unzureichend, um das zu beschreiben, was die Eltern mit dem Kind tun, wenn sie sich selbst darum kümmern. „Betreuen“ können Kitas die Kinder jederzeit. Dazu sind keine besonderen Voraussetzungen notwendig. Ein „betreutes“ Kind erhält alles, was es zum Leben wissenschaftlich gesehen braucht. Es bekommt Nahrung, Wasser, falls sinnvoll ein Bett, pädagogisch und psychologisch wohl ausgewählte Spielsachen, Kontakt mit anderen Personen, darunter Betreuerinnen, die wissenschaftlich verantwortete Zuneigungsplacebos absondern, um dem Kind die benötigte Zuneigung wenigstens vorspiegeln zu können; ferner Kompetenzen und Fähigkeiten, und später, wenn es älter ist, schulisches Wissen. Das Kind erhält, klinisch rein, alles, was es „objektiv“ betrachtet braucht. Das ist der Idealfall einer außerfamiliären „Betreuung“. Im Regelfall liegen die Dinge natürlich nicht so gut. Die Betreuer sind unzufrieden, manche unfähig, die Gruppen zu groß, die Umgebung nicht so wunderbar pädagogisch wertvoll, wie sich die kinderlosen Pädagoginnen ausgedacht haben usw.

2. Keine Bildung ohne Vertrauen

Es fehlt aber alles, was man als wahre Bildung bezeichnen kann, als Bildung im oben erwähnten ganzheitlichen Sinn. Eine solche Bildung beginnt immer mit dem, was man „Vertrauen“ nennt. Es handelt sich dabei nicht um die Art rationalen Vertrauens, den ein Erwachsener, oder ein älteres Kind, einer anderen Person entgegenbringt, weil man sich darauf verlassen kann, dass der andere sich auch an die Spielregeln halten wird. Es ist ein „Urvertrauen“. Kinder können ohne dieses Urvertrauen überhaupt gar keine ganzheitliche Bildung bekommen. Doch dieses tiefe Vertrauen kann man durch keine noch so professionelle, universitätsgebildete Betreuerin simulieren. Sie macht ihren Job; wenn sie sehr gut ist, macht sie ihren Job sehr gut. Doch sie liebt die Kinder nicht wie eine Mutter sie liebt – sie ist nämlich nicht die Mutter. Sie ist bloß eine Fremde. Das tiefe Vertrauen fehlt also selbst in der idealen Kita. Da sie ganztägig ist, erlebt das Kind seine Eltern nur als beiläufige Charaktere, die irgendwie auch manchmal da sind, ohne aber zu der Mutter eine ebensolche tiefe Vertrautheit aufbauen zu können, wie es für wahre Bildung bräuchte.

Damit fehlt selbst in der idealen Kita jegliche Voraussetzung für ganzheitliche Bildung. Natürlich heißt das nicht, dass es nicht Fälle geben könnte, in denen Kinder mit der Lage ganz gut klarkommen und keine Schäden davontragen. Ausnahmen bestätigen im Umgang mit Menschen immer die Regel – es gibt keine exakte Wissenschaft vom Menschen.

Soweit der erste Teil des Essays „Erziehung als Kulturkampf“. Der zweite Teil wird voraussichtlich morgen veröffentlicht.

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15 Gedanken zu „Erziehung als Kulturkampf (Teil 1/4)

  1. Zitat: Was steckt dahinter? Einerseits natürlich der übliche radikale Feminismus, der die Mobilisierung aller Frauen für den Arbeitsmarkt als Hauptziel der “Emanzipation” sieht/Zitat

    Um die Frauen zu „mobilisieren“ brauchts den „radikalen Feminismus“ gar nicht. Da genügt die Arbeitsmarktpolitik der letzten Jahrzehnte, die die Einkommen von abhängig Beschäftigten so verringert hat, dass ein Gehalt nicht im mindesten mehr für eine vernünftiges Familienleben und Teilhabe an der Gesellschaft ausreicht.
    Ich habe, als Angehöriger der genannten Gruppe, die Erfahrung gemacht, dass ich in diesem Jahrtausend, also die letzten zwölf Jahre keine reale Erhöhung meines Einkommens bekommen habe. Im Gegenteil! Mein Realeinkommen ist heute um ca. drei prozent NIEDRIGER, als zur Jahrtausendwende.
    Und genau DAS ist der Grund für die „Mobilisierung der Frauen“ für den Arbeitsmarkt. Nicht irgenwelche von Ihnen gefühlten Emanzipationsbestrebungen von Feministinnen.

    Die Frauen MÜSSEN einer Erwerbsabeit nachgehen (WENN sie eine finden und sie annehmen können; da ist es wieder das leidige Thema Kinderbetreuung) weil es sonst der Familie und vor allem ihren Kindern dreckig geht. Und da helfen die hundert Euro „Betreuungsgeld“ überhaupt nicht. Für mich klingen die eher nach Hohn und Spott und Almosen, als nach realer Hilfe für Familien. Und Hohn und Spott ist das allerletzte, was Mütter verdient haben.

    • FM,
      nein, Frauen müssen keiner Erwerbstätigkeit nachgehen, solange die Familie bereit ist, mit wenig Geld auszukommen und sich keinen Luxus zu leisten. Auch von einem Einkommen muss in diesem Land keiner hungern. Selbst wenn in den letzten Jahren die Löhne kaum oder gar nicht gestiegen sind, sind sie trotzderm weitaus höher als vor 50 oder 60 Jahren, auch inflationsbereinigt. Und damals war die Einverdienerfamilie der Regelfall. Das Finanzargument zieht also – außer in einigen Einzelfällen – nicht wirklich.
      Zudem muss man die Tatsache betrachten, dass die Schwäche in der Lohnentwicklung nicht bloß von „Arbeitsmarktpolitik“ verursacht worden ist, sondern gerade von der allgemeinen Mobilisierung der Frauen. Wenn viele Millionen neue Arbeitnehmer auf den Markt drängen (das Angebot an Arbeitskraft also steigt) und durch technischen Fortschritt und Ratonalisierung die Nachfrage nach selbiger sinkt, dann sinkt logischerweise auch der Preis (also der Lohn), ganz gleich, welche „Arbeitsmarktpolitik“ betrieben wird. Ich will nicht bestreiten, dass es auch verfehlte Arbeitsmarktpolitik gibt und gab.
      Das Kausalverhältnis zwischen Mobilisierung der Frauen und schwacher Lohnentwicklung ist nicht so einseitig, wie Sie es darstellen – die beiden Faktoren bedingen sich gegenseitig, wie in einem Teufelskreis.
      Und die erste Gesetzgebung seit Jahrzehnten, die tatsächlich finanzielle Hilfen für Familien beinhaltet (so inadäquat die Hilfen auch sein mögen) als Hohn und Spott zu betrachten, ist auch nicht unbedigt eine rationale Sicht der Dinge, wie ich finde. Aber Sie können mir natürlich gern widersprechen.

      • Zitat: FM,
        nein, Frauen müssen keiner Erwerbstätigkeit nachgehen, solange die Familie bereit ist, mit wenig Geld auszukommen und sich keinen Luxus zu leisten./Zitat

        Alleine Ihr erster Satz zeugt von einer völlig Blindheit gegenüber der Wirklichkeit.

        Ich arbeite bei der lokalen Tafel mit und habe tagtäglich das genau Gegenteil vor Augen. Sogar Familien mit zwei oder mehr Einkommen müssen noch mit Hartz IV aufstocken und Ihr Gerede von „Luxus“ auf den angeblich verzichtet werden kann, ist blanker Hohn.

        Was ist Luxus? Musikerziehung für die Kinder? Im Musikverein kostet das, MIT Instrumentenmiete, bei uns vierzig Euro im Monat (meist jedoch viel mehr). Ist es Luxus, wenn Kinder an die Musikkultur Europas herangeführt werden und lernen eine Mozartsonate zu spielen? Ist es Luxus, wenn die Kinder im Sportverein Bewegungskultur lernen? Kaum ein Sportverein kann es sich noch leisten Kinder ganz ohne Monatsbeitrag mitzuschleppen? Die fünfzehn Euro pro Kind sind Luxus?
        Aber Hartz IV Familien köpnnen sich diesen von Ihnen gefühlten „Luxus“ nicht leisten. Schon gar nicht bei zwei Kindern oder mehr.
        Und immer mehr Familien fallen in diese „Entlohnungs“gruppe hinunter. Immer mehr reuläre Arbeitsplätze werden in prekäre Zeit- oder Leiharbeitsplätze umgewandelt.

        Zitat: Auch von einem Einkommen muss in diesem Land keiner hungern./Zitat

        Sie sind mir vielleicht ein netter Zeitgenosse. Es genügt Ihnen, wenn die Kinder satt sind? Zahnbürsten oder Schulbücher brauchen sie nicht? Religionsbücher schon gar nicht. Wissen Sie, was der youcat kostet? Wissen Sie was eine Bibel oder ein Katechismus kostet? Aber das ist ja alles entbehrlicher Luxus für Sie. Noch nicht einmal die Leihgebühr für die Stadtbücherei können sich einzelne Familien leisten und seit die Stadt den Bücherbus eingespart hat, können sich die in den Vororten lebenden Kinder keine Bücher mehr ausleihen, selbst wenn sie die Leihgebühr hätten. Die Fahrt mit den öffentlichen Verkehrsmitteln in die Stadt und zurück ist nicht drin im Hungerlohn des Vaters für seinen Leiharbeitsplatz.

        Zitat: Selbst wenn in den letzten Jahren die Löhne kaum oder gar nicht gestiegen sind, sind sie trotzdem weitaus höher als vor 50 oder 60 Jahren, auch inflationsbereinigt. Und damals war die Einverdienerfamilie der Regelfall. Das Finanzargument zieht also – außer in einigen Einzelfällen – nicht wirklich./Zitat

        Das Finanzargument zieht sehr wohl und hunderttausende Familein spüren täglich am eingenen Leib. Vor allem die Kinder. Zwanzig Euro für einen Schulausflug? Dreifünfzig fürs Schwimmbad pro Woche? Vergessen sie es!
        Unmöglich bei zweihunderteinundfünfzig Euro im Monat für gesundes Essen, Kleidung, Schulsachen, etc. pp. Da bleibt NICHTS mehr übrig, um am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen.

        Zitat: Zudem muss man die Tatsache betrachten, dass die Schwäche in der Lohnentwicklung nicht bloß von “Arbeitsmarktpolitik” verursacht worden ist, sondern gerade von der allgemeinen Mobilisierung der Frauen. …. Ich will nicht bestreiten, dass es auch verfehlte Arbeitsmarktpolitik gibt und gab./Zitat

        Ja, wenn mans nur den Frauen in die Schuhe schieben kann. Dann ist Ihre katholische Welt in Ordnung.

        Zitat: Das Kausalverhältnis zwischen Mobilisierung der Frauen und schwacher Lohnentwicklung ist nicht so einseitig, wie Sie es darstellen – die beiden Faktoren bedingen sich gegenseitig, wie in einem Teufelskreis./Zitat

        Ihr Wunschtraum und Patentrezept ist also „Frauen an den Herd“ wie im Heimatfilm der frühen Fünfziger Jahre und alles ist in Ordnung? Träumen Sie weiter!

        Zitat: Und die erste Gesetzgebung seit Jahrzehnten, die tatsächlich finanzielle Hilfen für Familien beinhaltet (so inadäquat die Hilfen auch sein mögen) als Hohn und Spott zu betrachten, ist auch nicht unbedigt eine rationale Sicht der Dinge, wie ich finde. Aber Sie können mir natürlich gern widersprechen. /Zitat

        Nein, ich widerspreche Ihnen nicht. Die Realität tut das und zwar zu Ungunsten der Familien. Die von der gesellschaftlichen Entwicklung radikal abgehängt werden, weil ein Einkommen in sehr, sehr vielen Fällen nicht mehr ausreicht, um eine Familie mit Kindern, wohlgemerkt ohne „Luxus“, eine jährliche Urlaubsreis mit dem Flugzeug muss bestimmt nicht sein, aber Musikunterricht, Sportverein und die problemlose Teilnahme an Klssenfahrten schon, durch zu bringen.

        Andauernd werden von den katholischen Würdenträgern wie Ratzinger, Mixa, Laun, Marx und Meisner den Menschen ihre „Sünden“ vorgehalten wie Relativismus, ein Leben ohne Werte, natürlich immer wieder Sünden im sexuellen Bereich und so weiter und so fort.

        Noch NIE habe ich einen katholischen Würdenträger sagen hören, dass die Vorenthaltung des gerechten Lohnes eines Arbeiters eine HIMMELSCHREIENDE SÜNDE IST! Auf diesem Gebiet sind die hohen herren stumme Hunde. Da kommt ab und an ein wenig Genuschel zu Tarifverhandlungen, dass aber auch nur EINMAL ein deutliches Wort von der katholischen Hierarchie kommt, wie jetzt von unserem hoch geschätzten Budnesfinanzminister Schäuble, njein, das birngen die Hächstwürden nicht übers Herz.
        Und deswegen, weil die Kirche sich immer auf den falschen Schauplätzen rumtreibt, sind die Kirchen leer. Die Verlautbarungen der Herren in den schwarzen oder roten Soutanen sind unglaubwürdig geworden. Und die Menschen wissen das; und handeln entsprechend. Bei uns in der Tafel und nicht in der Kirche.

        • FelixM,
          ja, tatsächlich sind Mozartsonaten und dergleichen Luxus, den sich bis vor wenigen Jahrzehnten überhaupt nur das höhere Bürgertum leisten konnte. Sowohl historisch als auch global betrachtet liegen die ärmsten Deutschen dem Wohlstand nach im oberen Drittel. Anspruchsdenken und Neid hin oder her gibt es einen Unterschied zwischen relativer und absoluter Armut.
          Und dass Sie die Fassung verlieren, sobald Sie über Kirchenleute sprechen, die keinen Schaum vorm Mund bei der Lohnfrage bekommen, ist offensichtlich, etwa durch die gegen Ende Ihres offenbar im Zorn geschriebenen Beitrags rapide nachlassende Orthographie.
          Aber zornige Neidideologen wie Sie werden wohl kaum sachlich sprechen wollen. Neid und Zorn zählen nicht umsonst zu den sieben Hauptlastern, die die Kirche in ihrer Weisheit immer als solche erkannt und vor ihnen gewarnt hat.

          • wohl historisch als auch global betrachtet liegen die ärmsten Deutschen dem Wohlstand nach im oberen Drittel.

            Na dann hoffe ich, dass sich die Bäcker, die Vermieter und die Gemüsehändler auch an Ihren Vergleich halten und ihre Preise nach den weltweiten Massstäben festlegen.
            eine Dreizimmerwohnung für eine vierköpfige Familie ist in Mumbai oder Mombasa günstiger zu mieten, denn in Sindelfingen oder Kelsterbach.

            Ich finde es immer wieder putzig, wie zur vermeintlichen Abwehr des Armut-Argumentes Vergleiche mit der dritten Welt gezogen werden.
            Unsere Armen leben nun mal nicht in der dritten Welt, wo ihre Einkommen sehr wohl „im oberen Drittel“ liegen könnten.
            Sie müssen ihr Brot, ihr Gemüse und ihre Miete eben NICHT in Mumbai oder Mombasa bezahlen, sondern in München-Hasenbergl oder Wuppertal. Und dort wollen die Bäcker und Vermieter eben mehr Geld.
            Und den Kinder keine Kultur oder keine Bewegung zu vermitteln, halte ich nicht unbedingt für „Luxus“. Wir leben auch nicht mehr in einer Gesellschaft vor wenigen Jahrzehnten. Wir leben hier und ihr Vergleich mit globaler Armut ist eine Unverschämtheit den Müttern gegenüber und wir leben auch nicht in den fünfziger Jahren, sondern heute und deswegen halte ich Kunst- und Sportunterricht für Kinder NICHT für Luxus.
            Wenn Sie Ihre Kinder mit Beten und Gehorchen erziehen wollen, Ihr Bier. Meine Kinder wissen eben auch die Schönheit einer Mozart-Sonate zu schätzen. Und die grandiosen Fresken der Sixtinischen Kapelle. Aber das ist in Ihren Augen ja vernachlässigbarer Luxus.

            PS: extra für Sie habe ich mich um korrekte Orthografie bemüht, aber Sie wissen ja, wer Tippfehler findet, darf sie behalten aber keineswegs gewinnbringend veräussern;
            sagen Sie selbst, haben Sie so eine armselige Argumentation mit Tippfehlern wirklich nötig? Das können Sie doch besser, wenn Sie sich nur bemühen! So wie ich mit der Orthografie)

            • Ich habe nicht mit Tippfehlern argumentiert – ich habe auf sie aufmerksam gemacht.
              Und die These, dass der Wohlstand im oberen Drittel liegt, gilt selbstverständlich auch kaufkraftbereinigt.
              Das Anspruchsdenken, das jemanden für arm erklärt, weil er sich keinen privaten Musikunterricht leisten kann, oder nicht im Sportverein ist, sollte man nicht mit wirklich schlimmer Armut gleichsetzen. Ja, es ist nicht schön, wenn man sich diesen Luxus nicht leisten kann. Aber es gibt viel wichtigeres!
              Zudem: Bewegung kann man auch ohne Mitgliedschaft im Sportverein haben!

              • Arm sind Menschen, die weniger als sechzig Prozent des Durchschnittseinkommens zur Verfügung haben, weil sie dann am gesellschaftlichen Leben nicht mehr teilhaben können.

                Ich habe es Ihnen doch ausführlich beschrieben. Keine Leihbücherei für die Kinder (Bücher KAUFEN schon gar nicht!) weil kein Geld für die Gebühr und für den Bus da ist. Kein Musikunterricht in der Musikschule, Privatunterricht, den Sie unterstellen schon gar nicht! Keine sozialen Kontakte im Sportverein. Noch nicht einmal ein Jugendlager mit der katholischen Pfadfinderschaft ist möglich, weil die auch nicht um Gotteslohn arbeiten können. Trotz Kirchensteuer.
                Diese Armen in Deutschland, Hartz IV Empfänger und so genannte „Aufstocker“, das sind Arbeitnehmer, die für Hungerlohn arbeiten müssen, so dass ihr Lohn noch unter dem Existenzminimum liegt und vom Staat auf Sozialhilfeniveau angehoben werden muss, existieren inzwischen in Millionenzahl in Deutschland und es ist keine Besserung abzusehen. Immer mehr Arbeitnehmer werden aus normalen Beschäftigungsverhältnissen gedrängt und durch modernes Taglöhnertum im Niedrigstlohnbereich ersetzt. Und das deklarieren Sie zum „Anspruchsdenken“ für Luxus? Das ist nicht unbedingt die Nächstenliebe, die Jesus Christus von uns fordert.

                • F.M,
                  Ihre Armutsdefinition ist erneut relativ zum durchschnittlichen Wohlstand gemessen. Und wer glaubt, man könne nur in kostenpflichtigen Vereinen Sozialkontakte haben oder Sport treiben, der unterstellt damit dass fast alle Menschen außerhalb Westeuropas und Nordamerikas keine Sozialkontakte haben. Das klingt sehr nach einer reductio ad absurdum der von Ihnen vertretenen Neidreligion.
                  Selig sind, nach christlichem Glauben, übrigens die Armen, nicht die Reichen, die ebensowenig in den Himmel kommen, wie das berühmte Kamel durchs Nadelöhr.

        • Felix sie lügen und arbeiten bestimmt nicht bei einer Tafel mit.
          Klar wenn ich einmal im Monat putzen geh und mein Mann einmal im Monat kellnert, dann müssen wir mit Hartz IV aufstocken.
          Aber ansonsten gibt es Tarifverträge und was sie machen ist die 1 Euro Jobs, also die Pflichtjobs für Hartz IV Empfänger als normalen Job ausgeben, das ist unredlich.
          Richtig ist, das Hartz IV Empfänger gezwungen werden arbeiten zu gehen, eben die 1 Euro Jobs, aber das so darzustellen wie Sie verzerrt das Bild.
          Das die ganze Chose mit den 1 Euro Jobs und dem Hartz IV nicht gerade das gelbe vom Ei, ist, das ist eine andere Sache.
          Was nun Sport und Musik angeht, so ist das nach dem neuesten Bildungstielhabepaket für Leute die Wohngeld beziehen bzw sowenig (oder soviel verdienen) das sie einen Anspruch auf Wohngeld haben (das ist mehr als Harz IV) bei Kindern unter 11 kostenlos, danach übernimmt die Kommune 50% der Kosten, die eh meist nach Einkommen der Eltern gestaffelt sind.
          Mein Lieber was verstehen Sie denn unter gerechtem Lohn?
          Dem letzten Harz IV Empfänger geht es vom Komfort her besser als dem Sonnenkönig!
          Ich weiß wovon ich rede, und ich wehre mich dagegen das gutverdienende Leute auf meine Kosten Politik machen.

  2. Pingback: Erziehung als Kulturkampf (Teil 2/4) | Kreuzfährten: Wahrheit statt Mehrheit

  3. Pingback: Erziehung als Kulturkampf (Teil 3/4) | Kreuzfährten: Wahrheit statt Mehrheit

  4. Markus 14,3-9

    3 Als Jesus in Betanien im Haus Simons des Aussätzigen bei Tisch war, kam eine Frau mit einem Alabastergefäß voll echtem, kostbarem Nardenöl, zerbrach es und goss das Öl über sein Haar. 4 Einige aber wurden unwillig und sagten zueinander: Wozu diese Verschwendung? 5 Man hätte das Öl um mehr als dreihundert Denare verkaufen und das Geld den Armen geben können. Und sie machten der Frau heftige Vorwürfe. 6 Jesus aber sagte: Hört auf! Warum lasst ihr sie nicht in Ruhe? Sie hat ein gutes Werk an mir getan. 7 Denn die Armen habt ihr immer bei euch und ihr könnt ihnen Gutes tun, so oft ihr wollt; mich aber habt ihr nicht immer. 8 Sie hat getan, was sie konnte. Sie hat im voraus meinen Leib für das Begräbnis gesalbt. 9 Amen, ich sage euch: Überall auf der Welt, wo das Evangelium verkündet wird, wird man sich an sie erinnern und erzählen, was sie getan hat.

  5. Im Johannes-Evangelium wird die Rolle der (Schein-)Barmherzigen noch etwas drastischer beschrieben:

    „Johannes 12, 3-8
    3 Da nahm Maria ein Pfund echtes, kostbares Nardenöl, salbte Jesus die Füße und trocknete sie mit ihrem Haar. Das Haus wurde vom Duft des Öls erfüllt. 4 Doch einer von seinen Jüngern, Judas Iskariot, der ihn später verriet, sagte: 5 Warum hat man dieses Öl nicht für dreihundert Denare verkauft und den Erlös den Armen gegeben? 6 Das sagte er aber nicht, weil er ein Herz für die Armen gehabt hätte, sondern weil er ein Dieb war; er hatte nämlich die Kasse und veruntreute die Einkünfte. 7 Jesus erwiderte: Lass sie, damit sie es für den Tag meines Begräbnisses tue. 8 Die Armen habt ihr immer bei euch, mich aber habt ihr nicht immer bei euch.“

    Ich bezweifle allerdings ob Herr Felix M. sich darin in seiner Verblendung wiedererkennt.

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