Rom-FSSPX: Beten für die Einigung

Die Gespräche zwischen Rom und der Piusbruderschaft ziehen sich ja jetzt schon seit Jahren hin, doch in den letzten Wochen und Monaten haben sich die Ereignisse überschlagen. Schien noch im März eine Einigung aussichtslos, bewarf Rom die Bruderschaft mit einem Ultimatum, das sich nach letzter Abfahrt vor der Exkommunikation anhörte, und hatte man sich schon damit abgefunden, dass auch dieser Einigungsversuch wohl wieder an den theologischen Differenzen scheitern würde, so kam im April plötzlich die Wende. Bischof Fellay habe die immer noch geheime Präambel unterzeichnet, hieß es. Doch in Wahrheit war alles etwas komplizierter, und die Geheimdiplomatie hielt relativ dicht.

Im Mai, so hieß es dann, solle der Papst über den erneut modifizierten Vorschlag der Piusbruderschaft entscheiden. Doch was steht drin? Offiziell ist immer noch alles geheim, doch vor einigen Tagen äußerte sich etwas überraschend Pater Niklaus Pfluger (FSSPX) bei einer Tagung sehr ausführlich zur Lage der Verhandlungen, und deckte dabei sogar einige Karten auf. Ich zitiere nur einen kurzen Absatz aus dem verlinkten Bericht (die ganze Rede des Paters kann hier als Audiodatei heruntergeladen werden):

„Kein praktisches Abkommen ohne eine lehrmäßige Einigung“ – so lautete das Prinzip, mit dem die Piusbruderschaft in die Gespräche mit dem Heiligen Stuhl gegangen war. Doch die Verhandlungen der vergangenen beiden Jahren haben offenkundig werden lassen, daß die unterschiedlichen Standpunkte in zentralen Fragen der Kirchenlehre nicht überbrückt werden können. Hervorhebungen von Catocon.

„In den vergangenen Wochen wurde nun deutlich, daß Papst Benedikt XVI. so sehr an einer kanonischen Lösung für die Bruderschaft interessiert ist, daß er bereit ist, mit ihr ein Abkommen zu schließen, auch wenn diese die strittigen Texte des II. Vatikanischen Konzils und die Neue Messe nicht anerkennt. Sollte sich die Bruderschaft aber unter diesen Umständen immer noch einer Vereinbarung verweigern, wurde ihr eine mögliche erneute Exkommunikation in Aussicht gestellt.

Unter diesen Umständen hält es der Generalobere, Bischof Bernard Fellay, nicht für möglich, das Angebot des Papstes zurückzuweisen. Es käme einem Abgleiten in den Sedisvakantismus gleich, sollte man sich dem Wunsch des Heiligen Vaters auch dann noch verschließen, wenn dies mit keinerlei Anerkennung falscher Glaubenslehren verbunden sei.“

Ebenfalls in den ersten Maitagen war im Mitteilungsblatt des deutschen Distrikts der Bruderschaft ein Text von Pater Schmidberger zu lesen, in dem er die Gläubigen auf eine mögliche Anerkennung durch Rom vorbereitete. Ähnlich äußerten sich auch die Oberen anderer Distrikte. (USA und Benelux).

Wird es nun also zu einer Einigung zwischen Rom und der Piusbruderschaft kommen? Wir wissen es noch nicht, und jetzt liegt alles in der Hand des Heiligen Vaters, der sicher auf den Rat des Heiligen Geistes vertrauen wird.

Es bleibt damit also nur das intensive, beharrliche Gebet, zu dem ich hiermit auch aufrufen möchte.

Advertisements

3 Gedanken zu „Rom-FSSPX: Beten für die Einigung

  1. Immerhin ist P. Pfluger der 1. Assistent der Piusbruderschaft. Nach seinem Vortrag in Hattersheim kann eigentlich kein Zweifel mehr bestehen, dass der Generalobere entschlossen ist, zu unterschreiben. Wohl deswegen, weil er gleichzeitig mit dem „harten Brief“ von einem „anderen Kanal“ gehört hat, er möge diesen Brief nicht ernst nehmen, am besten archivieren. Papst Benedikt bietet demnach eine „großzügige Lösung“ an. Das steht – nach P. Pfluger – ziemlich sicher fest.
    Jetzt gibt es aber viel zu beten:
    – Dass es wirklich zur Einigung kommt.
    – Dass sich dann nur eine kleine, zum Sedisvakantismus neigende Gruppe abspaltet,dass die
    Piusbruderschaft vor größeren Abspaltungen verschont bleibt.
    – Dass der Streit innherhalb der Kirche in Grenzen bleibt.
    Wenn nicht weltgeschichtlich irgendwas Wichtiges passiert, wird es zu einer Art „Kulturkampf“ kommen. Michel Friedman fängt schon mal an. Er nimmt schon mal vorsorglich u.a. das II. Vatikanum in Schutz. Würde er allein bleiben, wäre es nur lächerlich.
    Auf Papst Benedikt und die Priesterbruderschaft wird eingeschlagen werden. Härter denn je. Beide Seiten wissen das.
    Wenn der 85-jährige Papst das auf sich nimmt, dann weiß er, was er tut.Er tut es für die Kirche. Die ihm wichtiger ist als sein privates Wohlergehen.

    • Cuppa,
      wenn es wirklich eine Einigung gibt, die es der Piusbruderschaft erlaubt, an ihrer scharfen Konzilskritik festzuhalten, wird der Sturm immens sein. Für diese Lösung müssen wir beten. Hält der Papst diesem Sturm stand, haben wir ganz sicher einen zukünftigen Heiligen vor uns. Vorausschauend hat der Papst schon zu Beginn seines Pontifikats zum Gebet aufzurufen, dass er vor den Wölfen nicht fliehen möge. Jetzt scheint der Moment gekommen, an dem dieser Aufruf und die unzähligen Gebete in dieser Intention endlich Früchte tragen.

      • Catocon, ich kann Deiner Auffassung nur zustimmen. Ja, für diese Lösung müssen wir beten. .
        Ich glaube, Papst Benedikt flieht vor den Wölfen nicht.Und ich denke auch, dass wir einen zukünftigen Heiligen vor uns haben. Vorausgesetzt, er ist überzeugt, die Piusbruderschaft wird in dieser Notsituation für die Kirche gebraucht so wie sie ist, wird er standhalten. Egal, wieviel Leid man ihm zufügt.
        In extremen Notsituationen werden Heilige gebraucht. Das zieht sich durch die Geschichte der Kirche. Noch ist die Situation nicht geklärt. Dein Aufruf zum Gebet bleibt aktuell. Auch nach einer möglichen Enigung.Gerade auch dann!

Respondete!

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s