Piratenpartei: Die radikaleren Grünen

Angesichts der Tatsache, dass in NRW am Sonntag Landtagswahlen anstehen und sich scheinbar auch einige Christen mit dem Gedanken tragen, der Piratenpartei ihre Stimme zu geben, möchte ich mich an dieser Stelle einigen Auszügen aus einem Interview von kath.net mit Frank Mazny, einem katholischen „Piraten“, widmen. Das ganze Interview sei zur Lektüre empfohlen. Die Fragen von kath.net sind fettgedruckt, Hervorhebungen durch Unterstreichung und rote Kommentare von Catocon.

Mir gefällt in erster Linie das Mitmach-Prinzip (ja, das ist für den modernen Menschen immer sehr wichtig. Man sieht das an der Messe, die von dieser Art Katholizismus im Wortsinne „fabriziert“ wird.) und die Idee, dass wir Bürgerinnen und Bürger unsere Vorstellungen von Politik selbst in die Hand nehmen, und die Partei vom Ideal der Basisdemokratie (Partizipation für alle!! Gleichheit jetzt und per Dekret!) getragen wird. So können alle, die bereit sind sich zu engagieren, neue Ideen in das Programm der Partei einbringen. Das scheint mir ein guter Weg zu sein.

 

kath.net: Was ist der Zusammenschluss „Christen in der Piratenpartei“? (Dem Mazny angehört) Welche Ziele verfolgt er?

Frank Mazny: Wir sind ein ökumenischer (natürlich!) Zusammen-schluss von Christinnen und Christen (man beachte die fanatische Anhänglichkeit an die Dogmen der Politischen Korrektheit!) innerhalb der Piratenpartei Deutschland. Was unsere genauen Ziele angeht muss ich gestehen, dass wir die noch nicht bis ins Detail besprochen haben. (Das scheint ein universelles Kennzeichen der Piraten zu sein.) Ein wichtiger Punkt ist sicherlich, dass wir uns und die jeweilige Denomination der anderen besser kennenlernen wollen, auch um vielleicht gar nicht als solche wahrgenommene Vorurteile abzubauen. (Die Stuhlkreismentalität als Partei) Auch innerparteilich könnte der Abbau von Vorurteilen oder schlichtweg Unwissenheit ein Thema sein. Genaues ist aber noch nicht geplant. (Nein, natürlich nicht. Sie sind ja Piraten.)

Ebenso würde ich es als unsere Aufgabe ansehen, explizit unter Christen außerhalb der Partei für unsere Ziele zu werben und Aufklärungsarbeit zu leisten. (Bekanntlich wählen die Kälber ihren Metzger selber…) Zumindest weiß ich von vielen Christen, die den Piraten grundsätzlich positiv gegenüberstehen, aber bei einigen Themen Vorbehalte haben. (Ja, zum Beispiel bei der reflexhaften Christenfeindlichkeit, der Verachtung der christlichen Sittenlehre, dem totalen Laizismus, d.h. dem Atheismus als Staatsreligion usw.)  Ich denke durch die gemeinsame Ebene des Glaubens (welchen Glauben kann ein Pirat mit einem Christen gemeinsam haben? Immerhin ist die Piratenpartei den Zielen wie dem Wählerreservoir nach weitgehend die Partei derer, denen die Grünen zu gemäßigt, und nicht progressivistisch genug sind…) , haben wir dafür bessere Grundvoraussetzungen als andere Piratinnen und Piraten. (Man beachte, wie gesagt, die Selbstversklavung unter den Götzen der „Gendergerechtigkeit“) Alles weitere wird sich zeigen.

(…)

kath.net: Viele Christen haben mit einigen Punkten des Parteiprogrammes große Schwierigkeiten. (Ein perfektes Beispiel höflichen Unterstatements, das man früher den Briten zuschrieb.) Das betrifft zum Beispiel die Familienpolitik. Hier setzt sich die Piratenpartei für Gender-Mainstreaming (!) und eine Gleichstellung eingetragener Partnerschaften mit der Ehe ein. Eingetragene Partnerschaften sollen auch für mehr als zwei Personen möglich sein. (Die Piraten sind für die staatliche Förderung der Polyamorie, d.h. der geschlechtsneutralen Form der Polygamie. Und, was hier nicht gesagt wird, auch für die staatliche Anerkennung von „freiwilligem“ Inzest. Wie lange noch, bis ich Sex mit meinem Haushund haben darf, lieber „christlicher“ Pirat?) Wie ist das mit einem christlichen Verständnis von Mann und Frau, von Ehe und Familie vereinbar?(Ähm… gar nicht? Die Frage ist: Pirat oder Christ – eins von beiden.)

Frank Mazny: Die Beantwortung dieser Fragen in ihrer Gesamtheit würde für eine abendfüllende Diskussion ausreichen, deshalb will ich mich auf ein paar grund-legende Gedanken dazu beschränken. (Ausweichmanöver.)  Der Staat muss zwar eine unbedingte (unbedingte!) Religionsfreiheit garantieren und sie schützen (vor wem? Vor demjenigen, dessen moralische Auffassungen christlich motiviert sind. Der Christ als Staatsfeind.), er ist aber nicht dazu da, das Lebensmodell einer bestimmten Religion zu bevorzugen. (Herr Mazny sollte sich vielleicht statt mit linksradikaler Propaganda einmal mit der Naturrechtslehre befassen. Es handelt sich nicht um eine christliche Sondermoral!) Aus dieser Perspektive heraus muss (muss! Selbst für die christlich gewendete und abgemilderte Version der Neopiraterie ist die Bekämpfung des Naturrechts Staatsaufgabe!) der Staat zum Beispiel, wenn er den eingetragenen Lebenspartnerschaften (die er selbst erfunden hat) die gleichen Pflichten wie Eheleuten auferlegt, auch dafür Sorge tragen, dass sie die gleichen Rechte haben.

Dadurch wird das Ansehen der Ehe nicht geschmälert (nein, weil durch die von den Piraten enthusiastisch begrüßten Anschläge auf die Ehe längst praktisch kein Ansehen der Ehe mehr vorhanden ist), und sie wird auch weiterhin das gängigste Modell für die Lebensführung bleiben. (…) Eine Entscheidung für ein Leben mit Jesus (aber gegen Seine Gebote, versteht sich, denn wir sind ja so modern piratig!) und die Beachtung der christlichen Werte (noch eine leere Worthülse, denn wie kann ein Befürworter von Inzest, Polygamie und Homo-„Ehe“ ernsthaft das Wort christliche Werte in den Mund nehmen, ohne auch nur rot zu werden?), auch für Ehe und Familie, ergeben sich aus einer individuellen Entscheidung. Das kann man nicht durch Gesetze, Verordnungen oder gar durch ein Parteiprogramm vorschreiben. (Ach so. Und deswegen muss der Staat aktiv gegen die christliche Sittenlehre kämpfen, indem er die Förderung der Sünde mit Steuergeldern finanziert, wie dies durch die Homo-„Ehe“ geschähe?)

kath.net: Im Grundsatzprogramm kommt Religion nur unter dem Titel „Trennung von Staat und Kirche“  im Bereich „Vielfalt in der Gesellschaft“ vor. In den drei Absätzen, die dem Thema gewidmet sind, wird vor allem die Aufhebung bestehender Privilegien der christlichen Kirchen gefordert. (Das macht die Piraten fast noch sympathisch – in demselben Sinne, indem Kaiser Nero durch seine Verfolgungen sympathisch wird, nämlich indem er, ganz im Gegensatz zu seinen Intentionen, der Kirche unwissentlich geholfen hat…) Auch die Übertragung von Aufgaben in staatlichen Einrichtungen und beim Betrieb von sozialen Einrichtungen an Kirchen soll abgeschafft werden. (Und wer übernimmt die sozialen Funktionen der Kirche dann? Vermutlich nicht die Piraten, für die Nächstenliebe ja bloß in der Unterdrückung der christlichen Sittlichkeit und der Umverteilung rechtmäßig verdienten Einkommes zu bestehen scheint.) Nun bekennen sich derzeit ca. 60 Prozent der Deutschen zu den christlichen Kirchen. Das Christentum hat die Kultur Deutschlands in fast allen Bereichen maßgeblich geprägt und zum Beispiel die ersten Schulen und sozialen Einrichtungen gegründet. Das alles sieht danach aus, als wolle die Piratenpartei die Kirchen aus dem öffentlichen Leben möglichst zurückdrängen. (Ja, natürlich. Denn solange die Kirche nicht zu Staub zerfallen oder vollkommen an diese Welt und ihren Fürsten angepasst ist, kann ein moderner Pirat nicht ruhen…) Eine positive Wertschätzung der Religion ist nicht zu finden. Wie stehst Du dazu?

Frank Mazny: Leistungen, die auf Grund des verfassungsrechtlichen Subsidiaritätsprinzips erfolgen, können nicht insgesamt einfach so abgeschafft werden. Das wäre auch nicht sinnvoll, da der Staat ja aus gutem Grund bestimmte Aufgaben an kirchliche Träger abgeben hat. Die Piratenpartei hält insbesondere das Grundgesetz hoch, deshalb wird sie sich auch daran halten. (In Verantwortung vor Gott, wie die Präambel schreibt? Oder doch eher in Verantwortung vor dem Fürsten, hinter dem sich die Piraten sonst versammeln?) Sollte unser Grundsatzprogramm in diesem Punkt zu ungenau sein, oder tatsächlich im Widerspruch zum Grundgesetz stehen, muss das natürlich nachgebessert werden. (Man sieht übrigens, wie selbst der Katholik Mazny in der Frage nach der Rolle der Religion darüber nachdenkt, ob man denn beim allgemeinen Ausschluss der Kirche aus der Öffentlichkeit noch formaljuristisch die Verfassung einhalten kann…) Trotzdem sollten Zahlungen des Staates an Kirchen und auch der Einzug der Kirchensteuer kritisch überprüft werden, da meiner Meinung nach auch die Kirchen selbst davon profitieren können. (Ja, das kann passieren. Wie gesagt: Der Kulturkampf der Piraten gegen die wahre Religion könnte seltsame Auswirkungen haben. Am Ende zerstört sich das Böse immer selbst. Aber deswegen darf man es trotzdem nicht unterstützen, wie sowohl Nero als auch Judas erfahren haben dürften.)

An dieser Stelle will ich aus der Rede von Papst Benedikt XVI. in Freiburg zitieren (ein geschickter Schachzug. So kann Mazny vorspiegeln, das Programm der antichristlichen Piraten sei tatsächlich papstkonform…) : „Die Säkularisierungen – sei es die Enteignung von Kirchengütern, sei es die Streichung von Privilegien oder ähnliches – bedeuteten nämlich jedes Mal eine tiefgreifende Entweltlichung der Kirche, die sich ja dabei gleichsam ihres weltlichen Reichtums entblößte und wieder ganz ihre weltliche Armut annahm. [ … ] Die geschichtlichen Beispiele zeigen: Das missionarische Zeugnis der entweltlichten Kirche tritt klarer zutage. Die von ihrer materiellen und politischen Last befreite Kirche kann sich besser und auf wahrhaft christliche Weise der ganzen Welt zuwenden, wirklich weltoffen sein. Sie kann ihre Berufung zum Dienst der Anbetung Gottes und zum Dienst des Nächsten wieder unbefangener leben.“ (Quelle)

Der von der Piratenpartei geforderte Abbau von Zahlungen ist also keine Aussage über eine Wert- oder Geringschätzung einer Religion, sondern ergibt sich schlicht aus unserem Verständnis dessen, welche Aufgaben ein säkularer Staat haben sollte. (Eben. Eine vollständige Trennung von Staat und Kirche setzt die beiden Institutionen angesichts der vielen Felder, in denen beide legitime Aufgaben zu erfüllen haben, automatisch in einen Gegensatz. Und wer wird da wohl siegen? Ein kirchenfeindlicher Staat mag ja vielleicht der Kirche helfen, indem sie den Sumpf der – übrigens wie gleich deutlich werden wird auch von Mazny sehr gelobten – Verbandskatholiken trockenlegt, doch er bleibt immer noch kirchenfeindlich, wie auch die ganze Piratenpartei.) Ich selbst würde eine größtmögliche Entflechtung von Kirche und Staat begrüßen, weil ich als Katholik der Meinung bin, dass die deutsche Kirche viel zu bürokratisiert ist und sich dadurch selbst vieler Möglichkeiten beraubt. (Und die bestehen worin genau, angesichts Ihrer sonstigen unchristlichen Haltungen, etwa zur natürlichen Familie?) Oder auch anders gefragt: muss ein Bischof wirklich 6.000 Euro oder mehr im Monat bekommen? (Écrasez l’Infâme!) Ich würde mir wünschen, dass sich durch die radikalen Forderungen der Piratenpartei auch eine innerkirchliche Diskussion darüber ergibt, welche Zahlungen des Staates notwendig sind, und welche vielleicht nur ein finanzielles Kissen zum Ausruhen darstellen. (Genau. Dass die Bischöfe anständig bezahlt werden, das ist schrecklich. Aber Inzest ist okay. Und Polygamie. Und Gender-Mainstreaming. Was für ein Christ kann eine Partei unterstützen, die so eine antichristliche Haltung vertritt?)

kath.net: Die Piratenpartei fordert ein bedingungsloses Grundeinkommen für alle. Steht das nicht im Widerspruch zum Prinzip der Subsidiarität, d.h. dass jeder zunächst für sich selbst verantwortlich ist und erst in zweiter Linie die Gemeinschaft?(Natürlich tut es das. Doch die Piratenpartei ist ja auch nicht kompatibel mit dem Christentum, sondern nur mit einem neosozialistischen Gesellschaftsmodell, indem der Staat die Rolle eines allgütigen Götzen spielt, der Manna über seine Untertanen ausrieselt.)

Frank Mazny: Die Bundesrepublik Deutschland bekennt sich zum Sozialstaat, dazu zähle ich im weitesten Sinne auch den Länderfinanzausgleich und den Solidarpakt. (Was aber nicht die Frage war.) Hauptsächlich ist aber mit dem Sozialstaat unser soziales Netz verbunden, das es auch Menschen ohne Arbeit ermöglichen soll, ein menschenwürdiges Leben zu führen.

Soweit die Theorie, in der Realität sind Menschen ohne Arbeit jedoch einer oftmals entwürdigenden Maschinerie ausgesetzt, die mit dem 1. Artikel im Grundgesetz nicht vereinbar ist. (Das ist so absurd, dass es nicht einmal mehr ein Argument verdient, sondern bloß Gelächter. Es ist also menschenunwürdig, wenn man Hartz IV beantragen und sich an die Gesetze halten muss?) Einige der größten Fehler im System (Nieder mit dem System! Wir brauchen den Systemwechsel!!) sind der Anspruch und das Versprechen auf Vollarbeit, die in der heutigen Zeit einfach nicht mehr zu erfüllen sind. (…)

Deshalb fordert die Piratenpartei, übrigens im Einklang mit katholische Gewerkschaften und Sozialverbänden wie der KAB, BDKJ oder die CAJ ein bedingungsloses Grundeinkommen. (Daran sieht man, dass die unkatholischen Verbände dringend weniger Marx und mehr Leo lesen müssen. Das Manna für alle vom Götzen Staat hat nichts mit Gerechtigkeit zu tun.) Aus christlicher Sicht ist der Wert eines Menschen nicht von seinem Stand und der Position in einer Erwerbsarbeitsgesellschaft abhängig, sondern allein von seiner Würde vor Gott. (Ach so. Und die Würde des Menschen ist davon abhängig, wie viel Geld er hat? Oder ob er arbeitet?) Ein Grundeinkommen schafft die Grundlage für jeden Menschen, eine Arbeit seiner Wahl im Sinne des befreiten Tätigwerdens (frei nach Marx, ganz ohne Leo) aufzunehmen. Insofern würde ein BGE auch für die Kirchen und ihre Arbeit mit Ehrenamtlichen von Vorteil sein, denn jemand der sozial abgesichert ist wird eher eine gering bezahlte oder unbezahlte Aufgabe in der Gemeinde übernehmen. (Wieso sollte ein mir dem staatlichen Manna für alle betäubter Mensch sich noch für die christliche Botschaft interessieren?) Ich sehe das BGE deshalb als wichtigen Baustein für die Umsetzung eines christlichen Menschenbildes in unserer Gesellschaft.

Was soll man zu diesem Interview noch sagen? Hier haben wir einen Menschen, der für sich in Anspruch nimmt, ein Christ und gar ein Katholik zu sein, der aber einer Partei angehört, die für Abtreibung, die Homo-„Ehe“, Polygamie und Inzest ist, die die traditionelle Familie als Auslaufmodell scharf bekämpft, die der Kirche durch ihr Parteiprogramm praktisch den Krieg erklärt, die der Auffassung ist, es sei eine gute Idee, absichtsvoll die Karfreitagsruhe zu stören, in der ernsthaft diskutiert wird, ob nicht eine Erziehung, in der die Existenz der Hölle vermittelt wird, den Tatbestand der Kindesmisshandlung erfülle, kurzum, einer Partei, die auf ganzer Linie gegen jeglichen christlichen Wert zu Felde zu ziehen wünscht, den es in diesem Lande noch geben mag. Doch mehr noch: Dieser Mensch, Herr Mazny, möchte den Leser auf den Arm nehmen und für dumm verkaufen, indem er dieses antichristliche Machwerk auch noch aus scheinbar christlichen Motiven heraus lobt.

Und als ob das noch nicht alles wäre, legt er zum Schluss noch einen drauf: Er fordert, im Einklang mit der totalitären Volksbeglückungsideologie, die die Piraten auch sonst so auszeichnet, ein „bedingungsloses Grundeinkommen“ und etikettiert dies zu einem Baustein des christlichen Menschenbildes um, weil einige häretische, verweltlichte Gruppen dies auch so sehen, und weil Armut ja entwürdigend sei.

Nun, Christus hätte das anders gesehen. Für ihn waren die Armen selig. Und er war immerhin Gott, also sollte er das wissen…

Doch der Wunschtraum der Neopiraterie ist eine Welt, in der alle Menschen vom ewigen Segen des Staates abhängig sind, der ihnen den Wohlstand schenkt, den sie, unter Führung der staatlichen Indoktrination in verdummenden „Schulen“, als einzig wahren Wert erkannt haben.

Hier haben wir das piratische Menschenbild in Reinkultur, und wir stellen fest, es ist bis auf Details identisch mit dem Menschenbild der Grünen und, im Wesentlichen, dem der anderen Hauptparteien.

Nur, dass die Grünen für diese Piraten nicht radikal genug sind.

Meine Wahlempfehlung für die Landtagswahlen lautet also: Ehrt am Tag des Herrn den Herrn, und keine der Parteien, verbringt mehr Zeit mit der Familie, statt in der Wahlkabine.

Und wenn ihr unbedingt eine Kabine aufsuchen müsst, dann geht beichten.

7 Gedanken zu „Piratenpartei: Die radikaleren Grünen

  1. das hier muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen:
    Ein Grundeinkommen schafft die Grundlage für jeden Menschen, eine Arbeit seiner Wahl im Sinne des befreiten Tätigwerdens
    Also ich arbeite grundsätzlich außer Haus um des schnöden Mammons willen und ich vermute mal das Müllmänner, Kanalarbeiter, Straßenarbeiter, Kassiererinnen bei Aldi, Totengräber, Schädlingsbekämpfer, Arbeiter am Fließband, Arbeiter in den Kläranlagen und die meisten Putzfrauen das auch so sehen.
    Hier hat es wer von einem anderen Thema aus, mal all diese, im Grunde stumpfsinnigen Tätigkeiten mal beleuchtet:
    http://ofenbank.blogspot.de/2012/05/kinderbetreuung-und-gluck.html

  2. Sicher sollte man die Entwicklung einer jungen oder aufstrebenden Partei kritisch begutachten. Danke dafür an dieser Stelle. Das kann man z.B. auch gut indem man mithilft diese zu gestalten und zu leiten.
    Und wenn nunmal ein Großteil der Menschen die Ehe nicht achtet, hilft es wie Herr Mazny schon sagt nichts, wenn man Gesetze erlässt und so tut als ob das nicht so wäre. Ob diese dann vom Staat eine Steuerersparnis erhalten ist für Gottes Reich sicher nicht von Belang. „Gebt dem Kaiser, was des Kaisers ist, und Gott, was Gottes ist!“ (Markus 12:13)
    Ich denke Sie begeben sich mit dieser herablassenden Art selbst auf sehr dünnes Eis, wenn Sie hier quasi im Namen des Herrn Jesus Christus argumentieren.
    Ich bin Christ, und werde es jetzt auch mit den Piraten versuchen. Die Piraten für das weltliche und Jesus steht mit seiner geistlichen Welt für mich einfach darüber. Und überall da wo mir etwas nicht gefällt nach meinem Glauben und meinem Gewissen kann ich dagegen stimmen.
    Nicht wählen gehen ist alles andere als ein weiser Vorschlag. Auf jeden Fall sollte man sich dann später nicht beschweren. Ansonsten sollte man vielleicht eine eigene Partei gründen oder eine andere unterstützen (PBC?). Die elitäre Abkapslung seitens der Kirche oder einzelner Christen ist sicher keine Lösung.
    Ich sehe die Piraten als eine Chance um bestehende Missstände in unserem Land oder auch auf der Welt zu verbessern oder zumindest transparenter zu gestalten. Was habe ich von einer Partei die einige gute Punkte im Programm hat und nach hinten doch ganz anders handelt? Da habe ich doch lieber die Chance auf eine transparente Partei die wenigstens offen benennt wie sie zu etwas steht. Dann weiß man wenigsten woran man ist und was vielleicht noch verbessert werden kann.
    „Weil du aber lau bist und weder warm noch kalt, werde ich dich ausspeien aus meinem Munde.“ (Offenbarung 3:16)

    • Fabio Trotta,
      Sie sagen, Sie seien ein Christ. Ich habe keinen Zweifel daran. Aber durch die Unterstützung der extremistischen Piratenpartei sagen Sie „ja“ zu dem Programm, das diese Partei vertritt. Und das ist definitiv kein christliches Programm, wie ich aufzuzeigen versucht habe. Sie geben mit Ihrer Stimme dieser Partei die Parlamentssitze, durch die diese unchristliche Agenda vorangetrieben werden kann.
      Doch das Böse zu fördern kann niemals eine gute christliche Handlung sein. Die Piratenpartei steht offen zu dem Übel, das sie als Ziel auf ihre Fahnen schreibt. Macht es das besser? Nein, es ist nur leichter erkennbar, also kann man sich leichter davon fernhalten.
      Übringens hat es nichts von Lauheit, wenn man sich aus Überzeugung und wohlinformiert weigert, die unchristlichen Agenden der ernsthaften Parteien in diesem Land zu unterstützen. Im Gegenteil. Ich könnte niemals eine Partei wählen, die sich auf die Fahnen schreibt, die traditionelle christliche Familie einem selbst in anderen Parteien so noch nicht avisierten Generalangriff zu unterziehen, und bei der sogar darüber spekuliert wurde, ob eine christliche Erziehung (d.h. eine, in der auch von Himmel und Hölle gesprochen wird) den Tatbestand der Kindesmisshandlung erfülle.

      Aber manche Kälber wählen sich eben ihre eigenen Metzger, wie das Sprichwort geht. Da kann man nichts machen, außer warnen, was ich getan, und Sie als herablassend empfunden haben. Das ist Ihr gutes Recht.

      Noch ein Wort zum Thema Nichtwahl: Ich kann mit meinem Gewissen nicht vereinbaren, einer unchristlichen Agenda meine Stimme zu geben. Und eine ernstzunehmende Kleinpartei gibt es auch nicht. Da ich kein evangelikaler Fundamentalist bin, wäre ich wohl bei der PBC nicht gut aufgehoben, um Ihr Beispiel zu benennen. Die wohlabgewogene Nichtwahl ist bei der Entscheidung zwischen Pest und Cholera sogar die einzig angemessene Lösung.

      • Wir müssen unsere unterschiedlichen Meinungen vermutlich so stehen lassen.
        Nur nennen Sie die Piraten Extremisten, so wie Christen nur allzu gerne auch betitelt werden.
        Eigentlich tun Sie genau das auch ein paar Sätze später wo sie von evangelikalen Fundamentalisten sprechen. Ich besuche eine Pfingstgemeinde und denke da ist doch einiges Näher am Fundament als z.B. bei den Großkirchen. Sie sprechen sich also für eine strikte Einhaltung des christlichen Fundaments aus, und verwenden es doch ein paar Sätze später ebenso herablassend. So sehen wir einfach einmal wieder wie verschiedene Meinungen und auch Vorurteile doch aussehen können. Eben genau bei solchen Problemen kann der Dialog helfen. Ich wähle diesen Weg. Aber das muss einfach jeder mit seinem eigenen Gewissen ausmachen. Ich möchte Ihnen daraus auch keinen Vorwurf machen, aber eben auch aufzeigen, dass man es gegensätzlich sehen kann.
        Sicher werden Sie wie ich den Fortgang und die Entwicklung der Piraten und auch der Politik-Landschaft in Deutschland weiter gespannt verfolgen und wir werden sehen was sich auftut. Das ultimative Böse sind die Piraten aber sicher nicht, denn das würde sich ja eher als das ultimative Gute ausgeben. Und davon habe ich bisher nichts gelesen oder gehört.
        So oder so wünsche ich uns beiden und allen mitlesenden Gottes Segen und Weisheit, damit wir selbst die richtigen Schritte im Leben gehen. So wie es Jesus Christus gefällt und nicht uns selbst.

        • Herr Trotta,
          vielen Dank für diesen freundlichen Kommentar. Gestatten Sie mir bitte einige weitere Anmerkungen:
          1. Ich äußere mich nicht herablassend zu den evangelikalen Fundamentalisten, ich gehöre als Katholik nur einfach nicht zu ihnen, und halte z.B. ihre absolut literalistische Bibelinterpretation usw. für unsinnig. Doch das sollte jetzt keinesfalls bedeuten, dass ich etwas anderes für evangelikale Christen empfände, als höchsten Respekt. Die Überzeugung, mit der sie für die Grundfesten ihres Glaubens einstehen, kann ich nur bewundern. Und an den Fundamenten festzuhalten, also „Fundamentalist“ zu sein, sehe ich nicht einmal notwendigerweise pejorativ, auch wenn ich zugebe, dass es oft so interpretiert wird.
          2. Es ist sicher richtig, dass gerade traditionelle Christen, ob evangelisch oder katholisch, als Extremisten betitelt wird. Was man als extrem sieht, ist standortbezogen. Es heißt einfach nur so viel wie „weit weg von meinem Standpunkt, am ganz anderen Ende des Spektrums“. Ich halte die „piratischen“ Positionen für extremistisch, gebe aber gern zu, dass diese Bezeichnung von den Anhängern dieser Positionen ebenso auch für meine Auffassungen verwendet werden kann.
          3. Wenn sich zwei Haltungen diametral gegenüberstehen, wird man durch Dialog nicht zur Einigung finden, sich aber trotzdem besser verstehen lernen. Das macht ihn wertvoll. Ich stehe sicher einem solchen Dialog nicht negativ gegenüber. Allerdings finde ich, dass ein solcher Dialog dadurch schwierig gemacht wird, dass viele Piraten nicht einmal den Respekt aufbringen, z.B. die Karfreitagsruhe den Christen zuliebe zu achten. Wer so in den Wald hineinruft, der kann nicht erwarten, dass er sich „auf der anderen Seite“ viele Freunde macht.
          4. Das „ultimative Böse“ ist, aus christlicher Sicht, der Teufel, nicht die Piraten. Aber es gibt auch Böses, das nicht „ultimativ“ ist.

          Einem Punkt kann ich aber aus vollem Herzen zustimmen: So wie es Jesus Christus gefällt, nicht uns selbst, so soll es geschehen!

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