Einige Klarstellungen zur FSSPX-Diskussion

Mein Beitrag über die mögliche Reaktion der deutschsprachigen Bischöfe auf eine Regularisierung der Piusbruderschaft hat ein reges Interesse hervorgerufen – sowohl im Kommentarbereich hier auf Kreuzfährten, als auch auf der Webseite „Summorum Pontificum“, deren Artikel ich kommentiert hatte. Aufgrund dieser unerwarteten Aufmerksamkeit, und um Missverständnisse auszuschließen, die vielleicht aufgetreten sein könnten, möchte ich an dieser Stelle noch einmal einige Punkte klarstellen:

1. Ich habe nicht die geringste Ahnung, ob es wirklich einen Plan der deutschsprachigen Bischöfe gegen eine regularisierte Piusbruderschaft gibt. Summorum Pontificum, ein sonst recht zuverlässiges Portal, berichtete davon, jedoch ohne eine ausdrückliche Quelle zu nennen. Es erscheint auch recht plausibel, da sehr viele Bischöfe auch gegenüber der vergleichsweise gemäßigten Petrusbruderschaft und anderen bereits heute kirchenrechtlich regulären traditionellen Gruppierungen eine Linie der unbedingten Opposition verfolgt haben. Doch ob der konkrete Plan wirklich existiert, kann ich nicht beurteilen.

2. Ich möchte aus diesem Grund klar und deutlich feststellen, dass es mir in keiner Form darum geht, ein Gerücht zu verbreiten, oder ihm irgendeinen Raum zu geben. Vielmehr bestand und besteht meine Absicht darin, auf die Schwierigkeiten des kirchenrechtlichen Konstrukts einer Personalprälatur für die Piusbruderschaft hinzuweisen. Zudem wollte ich meinen Eindruck darlegen, dass ein solcher „Verhinderungsplan“ jederzeit rechtens wäre, selbst wenn er nicht dem Geist einer Rekonziliation entspräche. Das ohnehin auch ohne mein Zutun veröffentlichte und verbreitete Gerücht eines möglichen internen Anti-Pius-Plans war dazu nur der Anlass, nicht der Grund.

3. Die in der Reaktion auf meinen Beitrag auf Summorum Pontificum angedeutete Unterscheidung zwischen „Recht“ und „richtig“ teile ich in vollem Maße. Wenn man im Vollsinn des Wortes legitim reagieren will, kann man einer kirchenrechtlich anerkannten Piusbruderschaft nicht grundsätzlich die Zusammenarbeit verweigern oder sie gar von jeglicher Aktivität in der Diözese ausschließen, selbst wenn man kirchenrechtlich dazu befugt ist. Die durch das (womöglich fiktive) Schreiben ausgedrückte Haltung ist meines Erachtens vollkommen legal, aber nicht legitim. Gerade im Kirchenrecht müssen formaljuristische Auslegungsfragen immer unter dem übergeordneten Gesichtspunkt des Seelenheils betrachtet werden. Den Ausführungen auf Summorum Pontificum zu diesem Thema kann ich mich nur anschließen.

4. Auf Summorum Pontificum wird meinem Beitrag eine „solide juristische Grundausbildung“ attestiert. Dies mag der Fall sein, oder auch nicht. Ich verfüge allerdings über keine formale kirchenrechtliche Bildung. Wenn ich etwas über kirchenrechtliche Fragen weiß, dann ist dies keine Folge formaler Bildung, sondern nur meines Interesses an einer Einigung zwischen Rom und der Piusbruderschaft. Falls jemand den Eindruck gewonnen haben sollte, ich besäße besondere juristische Expertise, so wäre dieser Eindruck falsch.

5. In manchen Kommentaren zu dem Beitrag über die „FSSPX und das Trojanische Pferd“ (oben verlinkt) wurde die Kritik geäußert, ich hätte eine zu negative Sicht der Absichten aus Rom bzw. des Papstes. Besonders kritisch wurde die These gesehen, Rom stelle der FSSPX entweder eine Falle, oder begehe einen tragischen Irrtum. Ich möchte deutlich betonen, dass ich dem Heiligen Vater keinerlei böse Absicht unterstelle. Er hat auch sicherlich bessere kirchenrechtliche Experten als ich. Zudem ist er direkt über die Sachlage informiert (oder wir wollen es zumindest hoffen – auszuschließen wage ich kaum etwas). Ferner möchte ich betonen, dass ich Bischof Fellay und dem Heiligen Vater vertraue, die richtigen Entscheidungen zu treffen.

6. Kommentieren kann man nur auf der Basis der bekannten Informationen in Verbindung mit Vermutungen, für die wenigstens vertrauenswürdige Quellen oder gut begründbare Indizien sprechen. Deswegen ist jeder Kommentar immer abhängig von der Verfügbaren Faktenlage. Sollte das rechtliche Konstrukt einer Personalprälatur für die Piusbruderschaft tatsächlich modifiziert werden, wie etwa Bischof Fellay es sich zu wünschen scheint, so könnten alle meine Worte hinfällig sein. Womöglich wäre die Personalprälatur in ihrer modifizierten Form das beste rechtliche Vehikel für eine Regularisierung der FSSPX unter Wahrung ihrer legitimen Anliegen und Handlungsfreiheit auch unter feindlichen Ortsbischöfen. Diese Entwicklungen bleiben selbstverständlich abzuwarten.

7. Das allerwichtigste, das ich in meinem thematisch eng umgrenzten Beitrag nicht erwähnt habe, das man aber eigentlich nie unerwähnt lassen sollte, wenn man zu den Einigungsbestrebungen zwischen Rom und FSSPX spricht, ist allerdings das Gebet. Bischof Fellay unterlässt diesen Hinweis in keinem Interview und keiner Äußerung zum Thema. Alle Leser, gleich welche Auffassung sie zu den diversen umstrittenen Fragestellungen auch haben mögen, sollten dafür beten, dass in jedem Fall Gottes Wille geschehe. Wenn die Einigung jetzt möglich und sinnvoll ist, dann soll sie geschehen. Wenn sie noch verfrüht ist, und beide Seiten mehr Zeit brauchen, dann sollten wir auch diese Verzögerungen akzeptieren.

Ich persönlich hielte es für besonders angemessen, den Heiligen Papst Pius X., den Streiter gegen den Modernismus, den Namensgeber der Piusbruderschaft, den größten Papst des 20. Jahrhunderts, um seine Fürsprache zu bitten. Doch überhaupt sollten wir alles versuchen, und den Himmel mit unseren Gebeten bestürmen, dass ein Weg gefunden werde, damit die großen Gaben, mit denen die FSSPX beschenkt ist, in voller Gemeinschaft mit Petrus zu noch größerem Erfolg eingesetzt werden können, und dass auch die Herzen der Verantwortlichen auf Diözesanebene in den deutschsprachigen Ländern erweicht und dazu bewegt werden, das „Experiment der Tradition“ ohne Vorurteile zuzulassen.

7 Gedanken zu „Einige Klarstellungen zur FSSPX-Diskussion

  1. Man kann es drehen und wenden: Egal, um welchen Themenkomplex es sich handelt, von „Donum vitae“, ZdK, BdKJ, Frauenunion, bis Petrus-Bruderschaft, immer offenbart sich dem Betrachter und gläubigen Katholiken ein beharrlicher Ungehorsam und eine Latenz von „los von Rom“, begleitet von heuchlerischen Bekenntnissen der Papsttreue. Konkret wird das spürbar, wenn es jetzt um die Umsetzung in Sachen „pro multis“ und die Katechese der Gemeinden geht.
    Es wird weiter verschleppt werden um das Problem auszusitzen. Wetten?

  2. Oremus. Deus, qui ad tuendam catholicam fidem, et universa in Christo instauranda sanctum Pium, Summum Pontificem, caelesti sapientia et apostolica fortitudine replevisti: concede propitius; ut, ejus instituta et exempla sectantes, praemia consequamur aeterna. Per eundem Dominum nostrum. Amen.

  3. Dass das solche Ausmaße annimmt, hätte ich nicht gedacht. Um der Sache willen, nicht um der Streitsucht, gehe ich nochmal in den Ring.
    Zu 5) Dem Heiligen Vater liegt diese Angelegenheit mit Sicherheit vor. Mit seinen Anmerkungen, Kommentaren oder was immer, gab er das Dokument an Kardinal Levada zurück. Er ist „der Herr des Verfahrens“, Kardinal Levada darf oder soll seine Meinung äußern, entscheidend ist der Heilige Vater. Und der Papst entscheidet nur bei genauester Kenntnis!
    Mir ist das jetzt auch unangenehm, mich so kritisch über die Päpste Paul VI. und Johannes Paul II. geäußert zu haben, aber ich kann es nicht mehr rückgängig machen. Dokumentiert ist es allemal, um billige Polemik handelt es sich nicht.Und es wäre noch viel mehr anzufügen…
    Die gegenwärtige Situation ist jedoch nicht zu verstehen ohne die vergangenen 40 Jahre. Und Bischof Fellay hat es in seinem 152minütigem Vortrag in Wien mehr als angedeutet: Es gibt in Rom verschiedene Richtungen. Die sich widersprechen. Er selbst hat bereits vor diesem Verfahren gegensätzliche Dokumente bekommen. Ihm selbst wurde gesagt, der Papst habe nicht nur Freunde. Manche Äußerungen von Prälaten seien einfach nur „politisch“ zu verstehen. Ich wiederhole das deshalb, weil ich vorsichtig bin, z.B. Msgr. Pozzos Äußerungen zu werten, weil ich nicht weiß, sind sie z.B. irgendwelchen Rücksichten auf Papstgegner geschuldet, um diese zu beruhigen oder nicht zu ärgern.
    Vom Kirchenrecht habe ich keine Ahnung. Ich kann aber nicht ausschließen, dass der Papst durch Dekrete o.ä. die Möglichket hat, der Piusbruderschaft mehr Sicherheit zu verschaffen, als dies die Paragrafen für die Personalprälatur vorsehen.
    Sicher ist: Papst Benedikt will die Piusbruderschaft in die Kirche eingliedern. Kardinal Levada ist die praktische Durchführung, das Verfahren anvertraut. Dafür ist er auch zuständig.
    Was mir wichtig ist: Ja, die deutschsprachigen Bischöfe werden Steine in den Weg legen, wo sie können. Nur: Päpste und Generalobere haben auch an die Zukunft zu denken. Und die jetzige deutschsprachige Kirche hat in dieser Form keine Zukunft: Konzerthausrede des Papstes in Freiburg! Diese Kirche wird klein werden. Ihre dann tätigen Bsichöfe sind es gewohnt, dass die Kirche von den Leitmedien angegriffen und verleumdet wird. Sie verlangen nicht mehr nach medialer Anerkennung, sondern nach der Verkündigung der authentischen katholischen Tradition, des Glaubens. Und dann werden sie nur zu gern auf die Priesterbruderschaft St. Pius X. zrückgreifen. Die Vorstellung, die befände sich dann im Schisma, nur weil sie wegen gegenwärtiger Schwierigkeiten sich ins Schisma-Schneckenhaus zurückgezogen hat, wäre tragisch. Doch solchem Pessimismus gebe ich mich nicht hin. Denn der Generalobere Bischof Fellay vertritt Gott sei Dank diesen Kurs nicht!
    (Bis jetzt wenigstens nicht).

    • Cuppa,
      die kirchenrechtlichen Argumente habe ich nach meinem Kenntnisstand dargelegt und kann ihnen wenig hinzufügen, solange mir niemand mit mehr Sachverstand als ich besitze, aufzeigt, an welchen Stellen ich mich irre. Da Du gar nicht kirchenrechtlich argumentierst, kann ich Deine Aussagen auch nicht auf dieser Ebene behandeln.

      Was die weiteren Fragen um die mögliche Anerkennung der FSSPX angeht, sind wir uns weitgehend einig. Im Vatikan gibt es starke Widerstände gegen eine solche Anerkennung, und der Papst wünscht sie sich, besitzt aber entweder nicht den Willen, oder nicht die Kraft, oder lehnt aus taktischen Erwagungen heraus ab, seine Linie einfach auch gegen diese Widerstände durchzusetzen. Bischof Fellay und der Heilige Vater tun beide ihr Bestes – sie können jede Unterstützung gebrauchen, so dass wir die Sache energisch im Gebet verfolgen sollten.

      Widersprechen muss ich allerdings der Darstellung, die FSSPX hätte sich im Falle eines Scheiterns der derzeitigen Verhandlungen ins „Schisma-Schneckenhaus“ zurückgezogen. Es mag durchaus am Ende der Verhandlungen gute Gründe geben, die eine Zustimmung für die FSSPX ebenso unmöglich machen, wie dies schon 1988 der Fall war. Ob eine solche Entwicklung eintritt, können wir vom jetzigen Stand noch nicht absehen – deswegen scheint es mir unangemessen, eine möglicherweise am Ende der Verhandlungen nicht kirchenrechtlich anerkannte FSSPX als im „Schisma-Schneckenhaus“ befindlich zu charakterisieren. Ein Scheitern der Verhandlungen hat Bischof Fellay aus guten Gründen nie ausgeschlossen. Wenn der Papst ruft, sagt er, müssen wir folgen, es sei denn, so fügt er immer an, man verlangt von der FSSPX etwas, was sie nicht zugestehen kann, etwa Kompromisse im Glauben.

      • Vielleicht mein Cuppa »Schneckenhaus« mehr im Sinne von »Schutzraum« oder »Überwinterungsquartier«, was von außen als »Rückzug ins Schneckenhaus« angesehen werden könnte?

  4. Widerspruch:
    1. Niemand von uns hat gelesen, dass Bischof Fellay eine Personaprälatur gemäß dem Opus Dei akzeptiert. Es ist lediglich Deine Behauptung! Deshalb ist das hier eine Phantom-Debatte. Ich habe gelesen, Fellay hielte ein „Militärordinariat“ für die Piusbruderschaft am geeignesten. Ich weiß meine Internet-Quelle nicht mehr, vielleicht war es auch eine „Militärprälatur“, falls es so etwas gibt. Doch das ist nebensächlich. Wichtig ist: Er will mehr Sicherheit, als es die Struktur des Opus Dei bietet. Dass er keine Opus-Dei-Struktur will, kannst Du auch auf „Katholisches“ nachlesen. Seriös wissen wir nur, dass ihm der VORSCHLAG einer Personalprälatur als KONZEPT gemacht wurde.
    2. Du kannst kirchenrechtlich noch so richtig liegen, wenn überhaupt keine „Opus-Dei-Personalprälutur“ von Fellay angedacht ist, ist das Fundament unserer Debatte grundverkehrt. Es wäre unbedeutend, ob wir uns streiten oder nicht, wenn ich nicht wüsste, ob nicht doch Gläubige der Piusbruderschaft mitlesen, um deren geistliche Heimat es geht, seit Jahren oder Jahrzehnten. Die könnten dann den Eindruck haben, ihr Generaloberer ist entweder völlig naiv oder er liefert sie bewusst schutzlos den Bischöfen aus, ihre Niederlassungen werden geschlossen, und sie stehen allein da. Hast Du das auch mal bedacht? Hier geht es nicht um ein akademisches Thema, sondern hier sind Menschen zutiefst betroffen. Da ist auch Sensibilität angebracht! Das meine ich für alle, die im Internet diskutieren…
    3. Wie bewertest Du die Rolle des Papstes? Widerspruch, kann ich nur sagen. Der Heilige Vater möchte die Piusbruderschaft eingliedern, aber nicht um jeden Preis! Er bewertet das Konzil grundsätzlich anders als die Piusbruderschaft, und das ist als Papst und brillanter Theologe sein Recht. (Ob wir ihm hierin zustimmen oder nicht, spielt keine Rolle). Deswegen muss nach einer tragfähigen Lösung gesucht werden. Schwarz oder Weiß geht dann nicht. Das ist nicht Schwäche, das ist Klugheit. Denn, wie Bischof Fellay sagte: „Es gibt schreckliche Probleme in der Kirche, die zuerst gelöst werden müssen“. Mit Recht verweist er auf das Beispiel der Heiligen: Bei Häresien, beim Niedergang in der Kirche, haben sie angepackt, gearbeitet, gekämpft in der Kirche und nicht außerhalb! Solange die Piusbruderschaft nicht gezwungen wird, Konzilssätze anzunehmen, die sie als falsch ansieht, sehe ich nicht, dass Bischof Fellay im Unrecht ist. Im Gegenteil, die gesamte Geschichte der römisch-katholischen Kirche, von Anfang an, hat er auf seiner Seite.
    4. Pater Pfluger hat in Hattersheim einen sehr guten Vergleich gebracht. Wenn der hl. Anasthasius nicht gegen die Arianer gekämpft hätte, dann hätte Gott sich ein anderes Werkzeug erwählt. Das heißt: Wenn sich die Piusbruderschaft weigert, an der Erneuerung der Kirche mitzuarbeiten, wenn sie die Arbeit im „verwüsteten Weinberg“ ablehnt, dann wird Gott eine andere Gruppierung berufen, die sich nicht zu fein fühlt, Unkraut zu jäten.
    5) Und Bischof Tissier kann bis zur Wiederkunft Jesu Christi darauf warten, dass es eine ganz reine Kirche gibt, ohne jede Irrtümer, die zu bekämpfen sind, die er sich wünscht. Die es aber nie geben wird, weil wir alle immer wieder sündigen.
    6) Pater Pfluger hat 5) natürlich nicht gesagt. Mit keinem Wort, mit keiner Silbe. So ein Gerücht möchte ich nicht in die Welt setzen.
    7) Bischof Fellay wurde gefragt, ob die Zahl der Sedisvakantisten groß sei. Er meinte, sie sei nicht groß. Aber sie würden falsche Gerüchte verbreiten, und das sei gefährlich. Hüten wir uns, diesen Gerüchten auf den Leim zu gehen, kann ich nur bitten!

    • Cuppa,
      zu 1. Richtig. Bischof Fellay hat bisher noch keine PP nach dem Opus Dei Muster akzeptiert. Das habe ich auch gar nicht behauptet, auch wenn Du mir das unterstellst. Ich habe behauptet, dass die bisher an die Öffentlichkeit gedrungenen Vorschläge aus Rom – nämlich eine Personalprälatur nach heute geltendem Kirchenrecht (von einer Änderung des Kirchenrechts war seitens des Vatikans nicht die Rede) – für die FSSPX mindestens das Ende jeglicher Expansion und vielleicht das Ende jeglicher Tätigkeit in Bistümern mit nicht freundlich gesonnenem Diözesanbischof bedeuten würde.

      zu 2. Was Rom anbietet, entscheidet nicht Bischof Fellay. Insofern braucht er gar keine Opus-Dei-Prälatur anzudenken, damit sie ihm vorgeschlagen wird. Ich habe nicht behauptet, dass Fellay eine solche Prälatur wünscht. Er HAT allerdings NACHWEISLICH gesagt, dass er bereit wäre, einen Vorschlag anzunehmen, der der Opus-Dei-Regelung zumindest insofern ähnelt als eine Genehmigungspflicht durch die Ortsbischöfe enthalten wäre. Ich habe die Quelle bereits früher in unserer Diskussion angegeben – ich bitte darum, sie wenigstens zu lesen, bevor man das Gegenteil behauptet.

      zu 3. Ja, dem stimme ich zu. Ich habe zu keinem Zeitpunkt unserer Diskussion gesagt, dass Bischof Fellay nicht weiter nach einer möglichen Lösung suchen oder einfach die Verhandlungen abbrechen soll, wie manche in der FSSPX es vielleicht gern hätten. Eine Einigung zu Bedingungen, die ein faktisches Ende der FSSPX gerade in den Bistümern, in denen sie besonders dringend benötigt wird, bedeutete, wäre trotzdem Selbstmord, und von ihr wäre abzuraten. Ob es uns gefällt oder nicht, die FSSPX ist ein Leuchtturm der Tradition, und ihn freiwillig in manchen Diözesen abzuschalten, wäre ein schwerer Schlag für die Tradition der Kirche. Ich sage, wohlgemerkt, nicht, dass das die Absicht des Papstes ist. Ich sage nur, wenn im Endeffekt eine Einigung nur unter diesen Bedingungen möglich sein sollte, dann wäre sie verfrüht. Aber natürlich gibt es genug Hoffnung, dass die legitimen Bedenken der FSSPX, die sicher auch Bischof Fellay hat, noch berücksichtigt werden können.

      zu 4. Ja, das ist ein guter Vergleich. Nur setzt er voraus, dass die FSSPX heute nicht im Weinberg arbeitet. Die vielen Seelen, die dort den Glauben leben, lehren und verbreiten, sollten das eigentlich anders sehen. Die FSSPX arbeitet bereits heute im Weinberg und ist sehr erfolgreich. Aber es ist Schwarzarbeit, um in diesem Bild zu bleiben. Wieviel mehr könnte die FSSPX leisten, wenn sie nicht mehr schwarz, sondern mit voller Anerkennung durch die Kirche arbeiten könnte! Ja, das könnte sie. Doch was, wenn der Preis der Anerkennung Fußfesseln wären? Wenn die FSSPX nur dann legal im Weinberg arbeiten dürfte, wenn sie sich von den Orten fernhielte, an denen sie besonders dringend gebraucht würde, und wenn ihre Tätigkeit jederzeit von denen abhängig wäre, die den Weinberg in seinen jetzigen verwüsteten Zustand haben fallen lassen? Ist es besser, wenn die FSSPX noch eine Weile „schwarz“ im Weinberg arbeitet, oder wenn sie erlaubt, aber mit behindernden Fußfesseln arbeitet? Wie kann sie mehr erreichen? Das ist die spannende Frage.
      Die heutige FSSPX lehnt nicht ab im Weinberg zu arbeiten. Sie tut es seit vierzig Jahren! Nur eben ohne Genehmigung durch die bischöflichen Fürsten des Weinbergs, die es vorziehen, zu ruhen, während der Weinberg von den modernistischen Vandalen verwüstet wird. Es geht gar nicht um die Frage, ob die FSSPX bereit ist im Weinberg mitzuhelfen. Es geht um die Frage, ob die bischöflichen Fürsten der Kirche das zu dulden bereit sind.

      zu 5: Bischof Tissier hat nie gesagt, dass er auf eine ganz reine Kirche ohne Sünden wartet. Das ist ja fast schon Verleumdung. Auch er weiß, dass es immer Sünder und Häretiker in der Kirche geben wird. Ebenso wie ihm manche vorwerfen, er sei Sedisvakantist, obwohl er nicht müde wird, immer wieder zu betonen, dass Benedikt Papst ist. Nach diesen Maßstäben kann man jedem alles unterstellen. Nur gerecht ist das nicht.

      zu 6: Nein, P. Pfluger hat das nicht gesagt. Aber einige von Bischof Tissiers Kritikern haben es gesagt. Du zum Beispiel in Deinem Punkt Nr. 5.

      zu 7: Das ist alles richtig. Doch welche falschen Gerüchte meinst Du? Die Aussagen von Bischof Fellay, deren Existenz Du leugnest, und für die ich Dir eine vertrauenswürdige Quelle geliefert habe, die Du scheinbar nicht angeschaut hast? Das angebliche „Schreiben der deutschsprachigen Bischöfe“, das wahrscheinlich eine Ente war? Welchen Hinweis hast Du, dass es von Sedisvakantisten in die Welt gesetzt worden ist?

      reichen

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