„Soziale Gerechtigkeit“ als Irrweg

Alexander Kissler schreibt in gewohnt hoher Qualität im Vatican-Magazin über die „Innere Verzwergung“ des modernen Westmenschen. Der Artikel ist online einsehbar, und es lohnt sich wirklich ihn in Gänze zu lesen. Hier wie üblich einige (längere) Auszüge mit eingestreuten Kommentaren in roter Schrift von Catocon:

Manchmal ist alles furchtbar leicht, wollen alle das Beste, das wunderbarerweise Dasselbe ist (es ist dies die gutmenschliche Ursuppe), planetarische Glückseligkeit (die gefährlichste Idee seit der Schlange) breitet sich aus: Wer ist denn nicht für Nächstenliebe und Solidarität und gegen soziale Ungleichheit? Sahra Wagenknecht mag da ebenso wenig abseits stehen wie geschätzte 95 Prozent der hiesigen Bevölkerung. Weil dem so ist, warb die atheistische Kommunistin auf dem „Katholikentag“ des Zentralkomitees für eine engere Zusammenarbeit von Kirche und „Linkspartei“. Jeder, der die gesellschaftliche Gerechtigkeit stärken will, sei herzlich eingeladen, sich bei der „Linkspartei“ zu engagieren. (Aber was ist diese „gesellschaftliche“ oder „soziale“ Gerechtigkeit? Kissler zerlegt diesen Gedanken gleich.)
Jesus aber war nicht nur, wie das Buch eines evangelischen Theologen klarstellt, „kein Vegetarier“. Er war ebenso gewiss kein Kommunist. (Das könnte man aber aus der durchschnittlichen Verkündigung im evangelischen und selbst im katholischen Bereich nicht ersehen. Ich kann nur immer wieder bis zum Erbrechen auf Divini Redemptoris für das perfekte Gegenbeispiel verweisen.) Gerade wurde eine Streitschrift mit dem Titel „Jesus, der Kapitalist“ angekündigt. (Ein Kapitalist war Jesus aber auch nicht. Diese Kategorie existierte zur Zeiten des irdischen Lebens Jesu überhaupt gar nicht.) Der Unterschied zwischen den sozialistischen Gerechtigkeitsphantasien und dem christlichen Gerechtigkeitsimperativ ist gravierend. (Das ist richtig. Ebenso ist der Unterschied zwischen den kapitalistischen Effizienzphantasien und dem christlichen Gerechtigkeitsimperativ gravierend. Keine der einfachen, typisch modernen Ideologien vermag die Tiefe christlichen Denkens darzustellen. Deswegen ist die katholische Soziallehre auch weder kapitalistisch noch sozialistisch. Sowohl Kapitalismus als auch Sozialismus sind innerweltliche Ideologien.) Er passt in kein Weihrauchgefäß. Wenn Sozialisten und die vereinigte Sozialdemokratie aus SPD, CDU, Grünen von Gerechtigkeit reden und Solidarität, dann denken sie an den Staat. Er soll weiter wachsen, damit er Gerechtigkeit zuteile und Solidarität verwalte. Der feiste Hegemon – ein Garfield in Bürokratengestalt – soll den Bürger der Sorge um den Mitbürger entheben, indem er allen die Taschen leert. Vor Gott und dem Staat soll jedes Menschenwesen gleich bedürftig erscheinen. (Nicht „vor Gott und dem Staat“. Da unterstellt man eine Dualität, die so im wesentlich atheistischen Sozialdemokratismus nicht existiert. Gott wird geleugnet und deswegen rückt der Staat bei den Sozialisten an seine Stelle. Dasselbe machen Kapitalisten der Tendenz nach mit dem „Markt“.)
Biblisch ist das nicht, christlich nicht, katholisch nicht; wenngleich vom allgemeinen Staatstaumel längst führende Kreise der Kirche infiziert sind – die Diözese Rottenburg-Stuttgart (unter Bischof Fürst, dem Fürsten des Modernismus) und ihr Caritasverband etwa, die beide ins selbe Horn blasen, wenn sie das Betreuungsgeld ablehnen (sie sind halt modern. Heute kann man es von der Mutter nicht mehr verlangen, dass sie sich um ihre Kinder kümmert. Und vom Vater nicht mehr, dass er sich um seine Familie – inklusive Mutter und Kindern – kümmert. Schließlich herrscht die individuelle Autonomie, auch bekannt als „imperialer Egoismus“. Das Problem des Betreuungsgeldes ist, dass nur scheinbar Abhilfe schafft, solange es mit einer weit höheren staatlichen Förderung von Kinderverwahranstalten kombiniert wird.), die staatliche „Kleinkindbetreuung“ preisen, die „Kita“ selig sprechen und das elterliche Erziehungsrecht gering achten. (Genau das ist die christliche Alternative. Die ELTERN, nicht der STAAT, haben das erste und ursprüngliche Erziehungsrecht für ihre Kinder. Solange sie ihnen keinen schweren, nachweisbaren körperlichen Schaden zufügen, ist es die Sache der ELTERN, nicht des STAATES, für die Kinder zu sorgen.) „Der Ausbau der Betreuungsplätze für unter Dreijährige ist ohne Alternative“ , ließen Bistum und Caritas verlauten. (Falsch. Die Alternative wäre die christliche Soziallehre mit ihrer bei allen Modernisten unpopulären Lehre von der natürlichen Familie. Doch die verträgt sich leider nicht mit dem Karrierefetischismus des Feministen und der raubtierhaften Gier, die das Verhältnis des modernen Menschen zum Konsum so treffend beschreibt.) So redet, wer dem Staat neue Untertanen zutreiben will und der Gottesebenbildlichkeit des Menschen nicht so recht über den Weg traut. (Weil es nach Ansicht der Ideologie keinen Gott gibt. Und die „katholischen“ FunktionärInnen übernehmen die wesentlichen Teile dieser Ideologie unhinterfragt. Wo ist die Ideologiekritik, wenn wir sie brauchen?)
Was nämlich kam durch das Christentum einst in die Welt? Der Soziologe Franz Kromka erinnert an eine fast vergessene Wahrheit: „Im Gegensatz zu anderen Religionen rückt das Christentum das Individuum mit seiner unsterblichen und nach ihrem Heil strebenden Seele in den Mittelpunkt. (In gewisser Weise meint der Soziologe das Richtige. Das ist bei Soziologen schon selten genug. Doch eigentlich ist nicht das Individuum, das heißt der Einzelne, sofern er Einzelner ist, sondern die Person, das heißt der Einzelne, sofern er in Gemeinschaft mit anderen Personen ist, Zentrum der christlichen Lehre vom Menschen in der Gesellschaft. Die Heilsperspektive ist individuell, aber sie ist nicht, wie der moderne Individualist es vielleicht verstehen würde, unabhängig von anderen. Wir gehen in der kirchlichen Gemeinschaft als Einzelne auf das Heil zu, Doch vielleicht langweilen diese Distinktionen meine Leser – ich halte sie für wichtig, weil eine individualistische Lesart des Christentums ebenso falsch wäre wie die heute verbreitete kollektivistische Interpretation.) Die Person (genau. Die Person. Also der Einzelne insofern er in Gemeinschaft ist oder zumindest sein kann.) existiert vor dem Staat und der universale Gott mit seiner Gerechtigkeit und vor allem Barmherzigkeit über dem Staat.“ Die Gründerväter der sozialen Marktwirtschaft sahen genau aus diesem Grund Christentum, Freiheit und Markt schicksalshaft aufeinander bezogen. Für Wilhelm Röpke (ein selten vernünftiger Ökonom. Normalerweise ist Ökonomie keine Wissenschaft, sondern eine Plage. Doch Röpke ist eine seltene Ausnahme.) war bekanntlich der Mensch das Maß der Wirtschaft, das Maß des Menschen aber sein Verhältnis zu Gott. Wo diese Letztverankerung schwindet, so Röpke 1958, entstehe „die geistig-moralische Zwergwuchsrasse, die sich willig, ja freudig, weil erlöst, zum Rohstoff des modernen kollektivistisch-totalitären Massenstaats gebrauchen lässt.“(Dies ist die Schlüsseleinsicht zum Verständnis des modernen politisch-ökonomischen Systems.)
Totalitär wird man unsere bräsige Bundesrepublik nicht nennen wollen. (Was bedeutet denn „totalitär“? Es gibt sicher viele geistreiche Definitionen. Doch in meiner Erfahrung gibt es ein absolut sicheres Kriterium, an dem man freie von totalitären Gesellschaften unterscheiden kann: Totalitär ist eine Gesellschaft dann, wenn alles auf den Staat bezogen ist. Totalitarismus bedeutet in der Praxis: „Alles ist politisch.“ Egal was passiert, immer ist der Staat zuständig, immer handelt er, immer wird er als Retter in allen Lebenslagen behandelt. Totalitarismus bedeutet, dass der Staat als Gottersatz fungiert. Nach diesem Kriterium ist die BRD vielleicht noch nicht totalitär, aber in jedem Fall rapide auf dem Weg dahin. Ein Beispiel ist die Politisierung sportlicher Großereignisse. Ein anderes die Tendenz, dass alle Probleme durch staatliche Eingriffe gelöst werden sollen.) Die Freiheitsräume jedoch des Denkens und Entscheidens schwinden. (Was wohl auch an einem strukturell totalitären Bildungssystem liegt. Die staatlichen Schulen dienen faktisch eher der Indoktrination bzw. Initiation in eine antichristliche Kulturganzheit als der Bildung im eigentlichen Sinn des Wortes.) Die innere Verzwergung (der Individualist steht hilflos vor den komplexen Problemen der Welt und wird dadurch ganz klein. Die Person, eingebunden in die Bindungen von Familie, Gemeinde, Heimat, Vaterland und Kirche, vermag auf ein stärkendes Netzwerk zurückzugreifen, das dem Zugriff des modernen Wohlstandsnomaden aufgrund seiner hochgelobten Flexibilität – zu deutsch: Bindungsunfähigkeit – entzogen ist.) schreitet voran. Das Individuum gilt als Problem, weil es das reibungslose Funktionieren technischer oder staatlicher „Prozesse“ behindere. (Ich weise noch einmal auf die oben getroffene haarspalterische Unterscheidung zwischen Individuum und Person hin. Kissler meint das Richtige, doch er ist missverständlich. Viele werden dies lesen und sich denken, der Individualist sei die richtige Alternative zum Kollektivisten. Doch das ist nicht wahr. Der Individualist ist eine moderne Erfindung und hat mehr zum Entstehen des heutigen Kollektivismus beigetragen als jeder andere historische Charakter. Was den Individualisten fehlt ist die Rückbindung des Einzelnen an die schützenden und stützenden Gemeinschaften von Familie, Gemeinde, Heimat, Vaterland und Kirche, diese konzentrischen Kreise der charakterlichen Ausbildung.) Der Staat soll alles richten und richtet über den Menschen.Das Leben wird zum fortwährenden Tribunal. (Hier sieht man wieder die Vergötterung des Staates. Nicht mehr Gott ist der Richter, sondern der Staat.) Das freiwillige Geben hingegen, die konkrete Hilfe von Aug‘ zu Aug‘ schärfte Jesus seinen Jüngern ein. (In der katholischen Soziallehre ist Solidarität immer freiwillig. Solidarität hat nichts mit staatlicher Zwangsgewalt zu tun. Wenn man jemanden zwingt, dem Armen zu geben, dann übt er keine Solidarität, sondern bestenfalls Gehorsam gegen die legitime staatliche Autorität.)
Der Samariter beugte sich herab und wurde so zum Nächsten. Wäre er ein Deutscher unserer Tage, er hielte eine mitleidige Rede und gäbe dem Überfallenen den Ratschlag, sich doch an das nächste Staatskrankenhaus zu wenden. Auf dem Weg dorthin aber wäre er verblutet. (Aber er hätte wenigstens eine Krankenversicherung gehabt…!)

Alexander Kissler zerlegt den Mythos von der angeblichen Kompatibilität moderner Vorstellungen von „sozialer Gerechtigkeit“ mit der christlichen Soziallehre wie gewohnt gründlich und überzeugend. Das bedeutet nun nicht, dass jegliches staatliches Sozialsystem grundsätzlich abzulehnen wäre. Aber es bedeutet, dass die Moralkeule von Links nicht funktioniert. Man ist kein schlechter Christ, wenn man gegen mehr staatliche Einmischung im Sozialsystem ist.

Einen Schwachpunkt hat Kisslers Darstellung allerdings: Sie lobt immer wieder das Individuum als Alternative zum staatlichen Kollektiv. Im Laufe des Artikels wies ich immer wieder auf den Unterschied zwischen dem Menschen als Individuum und dem Menschen als Person hin. Spaemann macht diese Unterschiede an sehr vielen Stellen seiner Schriften sehr deutlich. Die Person ist immer schon Teil einer Gemeinschaft, in der sie ihnen bestimmten eigenen Platz hat. Die Person hat Wurzeln in der Vergangenheit, Bindungen in der Gegenwart und einen Platz in der Erinnerung seiner Nachkommen in der Zukunft. Der Mensch ist als Person Teil einer Gemeinschaft, die kein Kollektiv ist. Ein Kollektiv zeichnet sich durch die Anonymität seiner Mitglieder und ihre Austauschbarkeit aus. Da kein Mensch ganz allein durch die Welt geht, der Individualist aber die Bindungen der Person als „Fesseln“ abzustreifen wünscht, wird er Teil eines Kollektivs, das keine Gemeinschaft mehr ist.

Kissler meint vermutlich dasselbe wie ich, doch in seinem Beitrag kommt der Eindruck an, als ob der Individualist mit seinem kapitalistischen Markt die gewünschte Alternative zum Kollektivisten sei. In Wirklichkeit sind Individualismus und Kollektivismus nur scheinbar Gegensätze – sie bedingen einander. Der Individualist ist Teil eines Kollektivs und ein Kollektiv besteht aus unterdrückten, ins System eingezwängten Individualisten.

Frei ist der Mensch allein als Person, das heißt als Ebenbild Gottes in einer Gemeinschaft mit anderen Personen.

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8 Gedanken zu „„Soziale Gerechtigkeit“ als Irrweg

  1. Natürlich ist es gerade die Unterscheidung, die „discriminatio“ ;-), die die ergänzenden Ausführungen alles andere als haarspalterisch oder gar langweilig werden läßt!

    Ganz im Gegenteil. So langsam kann man wirklich Sorge um seine Freiheit bekommen.
    Ob uns da Herr Gauck hilft?

    Aber die Blogoezese bestimmt! 🙂

    Weiter so und Danke.

    G. Lamers

  2. Hallo,

    ein überaus interessanter Beitrag von Ihnen. Allerdings werde ich nicht noch einmal einen von Ihnen kommentierten Artikel lesen, ohne ihn vorher im Original gelesen zu haben!. Ich finde, dass Sie den Unterschied zwischen Person und Individuum sehr klar zum Ausdruck gebracht haben, gerade auch im Rückgriff auf Robert Spaemann. Die meisten Menschen verwenden die Begriffe Individuum und Person synonym, weil sie ihre eigene Sprache nicht mehr beherrschen. Das ist meines erachtens ein immer größer werdendes Problem in unserer Gesellschaft, dass viele Leute nicht mehr imstande sind, inhaltliche Unterschiede von vermeintlich synonymen Begriffen zu erkennen.

    • Ichwesen,
      Sie sagen: „Allerdings werde ich nicht noch einmal einen von Ihnen kommentierten Artikel lesen, ohne ihn vorher im Original gelesen zu haben!.“
      Wenn ich fragen darf: Woran liegt das? An meiner Tendenz ständig mitten im Satz längere Kommentare einzuschieben, so dass man den Faden verliert?

      • Exakt, die Methode einen Text so zu kommentieren finde ich völlig in Ordnung, aber ich verliere schnell den Faden, wenn ich den Bezugstext nicht mehr flüssig lesen und in seiner Ganzheit erfassen kann. Sie haben aber ja sinnigerweise auf den Text von Herrn Kissler verlinkt.

  3. Vielen Dank für deine Analyse, besonders für den Hinweis auf Divini Redemptoris, wo es ja heißt: „Insbesondere gibt es für den Kommunismus keinerlei Bindung der Frau an Familie und Heim. Er proklamiert das Prinzip der Emanzipation der Frau, entreißt sie dem häuslichen Leben und der Sorge für ihre Kinder, zieht sie vielmehr in die Oeffentlichkeit und in die kollektive Produktion in gleichem Maße wie den Mann und wälzt die Sorge für das Hauswesen und das Kind auf die Gesellschaft ab. Schließlich hat man das Recht der Erziehung den Eltern genommen und es zu einem ausschließlichen Recht der Gemeinschaft gemacht, in deren Namen und Auftrag allein es von den Eltern ausgeübt werden darf.“ Kommt mir irgendwie bekannt vor. Und ich hatte schon geglaubt, der Kommunismus sei überwunden.
    Zu „Alles ist politisch“: Ich habe mich erst vorgestern über das Motto „katholisch – politisch – aktiv“ des BdkJ gewundert. Eine BdkJ-Funktionärin stellte den BdkJ vor und dabei ging es nur um Strukturen, nicht um Inhalte. Die „politische“ Dimension des BdkJ wird verwirklicht vor allem durch Besetzung staatlicher Jugendgremien, wo man um Alimentation durch Vater Staat kämpft.
    Zu „(Gott wird geleugnet und deswegen rückt der Staat bei den Sozialisten an seine Stelle.) Dasselbe machen Kapitalisten der Tendenz nach mit dem Markt”: Ich hätte gern mehr Informationen zu einer Kritik des „freien Marktes“ aus katholischer Sicht. Ich meine, dass durch die Vergötzung des Marktes der Mensch mit seiner Arbeitskraft nur noch als Marktgut angesehen wird und dadurch von ihm die grenzenlose Mobilität und Verfügbarkeit gefordert wird („Wohlstandsnomaden“). Diese wiederum führt zur Zerstörung von Familie, Heimat und Vaterland. Wäre aus dieser Sicht nicht ein gemäßigter Protektionismus im Sinne der katholischen Soziallehre?

    • Damian,
      der Kommunismus ist ein Chamäleon. Er ist leider noch längst nicht überwunden, er nennt sich heute nur anders. Und er hat seine klassische marxistische Fixierung auf die Umwälzung der Produktionsverhältnisse abgestreift. Er hat seit der Frankfurter Schule eine weit treffendere Anthropologie und ist in seiner reformierten Form daher umso gefährlicher. Papst Pius wusste das alles schon, wie Du ja auch an der zitierten Enzyklika sehen kannst.
      Was den Bund der „katholischen“ „Jugend“ betrifft – da erspare ich mir lieber die fälligen Kommentare. Da geht einem die Hutschnur hoch, wie man sagt.
      Was die Frage nach dem gemäßigten Protektionismus betrifft: Die Kirche hat keine feste unveränderliche Lehre zu dieser Frage, aber Deine Auffassung scheint mir eminent plausibel. Der Kommunismus war ja schließlich eine geschichtliche Folge der Industrialisierung und der damit einhergehenden Ideologie des Liberalismus. Der Baum, der solche Früchte hervorbringt, gehört gründlich hinterfragt. Umsichtige Maßnahmen zur Stärkung der Ortsbindung der Wirtschaft wären ganz sicher sehr hilfreich – auch wenn man damit rechnen müsste, dass ein geringfügiger Verlust an „ökonomischer Effizienz“ damit einhergehen würde. Die Güterallokation ist theoretisch bei globalem Freihandel optimal. Doch die Effizienz kann nicht das einzige Kriterium einer guten Wirtschaftspolitik sein. Deshalb: Ja, einem gemäßigten Protektionismus kann ich einiges abgewinnen und er passt sehr gut zur Soziallehre.

  4. Pingback: Ein Fall für interreligiöse Solidarität | Kreuzfährten: Wahrheit statt Mehrheit

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