Homosexualität (3/5)

Der linke Abgrund

Nachdem nun einige populäre Irrtümer über die Haltung der Kirche zur Homosexualität beseitigt sind, wollen wir uns noch kurz der Frage zuwenden, was denn eigentlich die Haltung der Kirche ist.

Um die ausgefeilte Präzision der kirchlichen Position zu diesem Thema, die ganze Komplexität, verstehen zu können, muss man in den Blick nehmen, dass links und rechts neben der lehramtlichen Meinung der Kirche zwei gigantische, geradezu monströse Abgründe klaffen. Auf der einen Seite ist die Ansicht, der Mensch sei genauso zu akzeptieren wie er geschaffen worden sei, und daher dürfe man grundsätzlich niemanden für seine Anlagen und Triebe kritisieren. Denn schließlich sei der Mensch Gottes Schöpfung und Gott weiß was er tut, also ist ein homosexueller Mensch Gottes Wille. Daher, so sagen die Anhänger des Abgrunds auf der linken Seite, müsse man homosexuelle Menschen nicht nur mit offenen Armen empfangen, sondern sie geradezu ermutigen, ihre sexuelle Orientierung auch öffentlich auszuleben, sie positiv zu sehen, sie anzunehmen, nicht mehr gegen sie anzukämpfen und einiges mehr. Doch diese Position hat den riesigen Pferdefuß, dass sie die Glaubenswahrheit der Erbsünde übersieht. Worin besteht dieser Fehler?

Man stellt sich auf den Standpunkt, man müsse den Menschen so annehmen wie er ist. Das hört sich zunächst einmal tolerant und gut an. Und es ist ja auch nicht falsch. Es ist sogar fast richtig – aber eben nur fast. Man soll in der Tat alle Menschen so annehmen wie sie sind – bis auf die Sünde im Menschen. Die Sünde im Menschen trennt diesen im Extremfall von seinem höchsten Zweck (auf ewig das Angesicht Gottes zu schauen). Einen Menschen zu lieben heißt daher nicht nur ihn anzunehmen wie er ist, sondern auch darauf zu hoffen, dass er seine Sünden überwindet. Ja, wir sollen den Menschen annehmen wie er ist. Auch den Homosexuellen? Ja, auch ihn. Aber diese Annahme kann nicht übersehen, dass er einen heftigen Antrieb in sich hat, der ihn von Gott entfernt, der ihm damit objektiv betrachtet schadet. Seit der Erbsünde sind alle Menschen mit diversen moralischen Fehlern geschlagen. Bei Homosexuellen ist es eben eine Unordnung im Sexualbereich, andere bekommen diese Probleme in anderen Lebensbereichen. Doch wo auch immer die moralischen Fehler auftauchen – wahre Liebe gegenüber dem Menschen bedeutet, ihm diese Fehler nicht zu verschweigen und ihm auch nicht einzureden, die Fehler seien in Wahrheit gar keine Fehler.

Im Gegenteil! Wenn wir einen Menschen wirklich lieben, werden wir versuchen mit ihm an seinen Fehlern zu arbeiten. Niemand würde seinem Kind nach einer „5“ in Mathe sagen, Mathe sei doch nicht so wichtig und es solle doch einfach seine „5“ stolz annehmen, sie zelebrieren. Nein, das würden liebende Eltern nicht tun. Auch dann nicht, wenn das Kind aufgrund einer Matheschwäche niemals besonders gut wird werden können. Etwas besser als „5“ geht wahrscheinlich schon. Und dasselbe gilt auch für alle anderen menschlichen Schwächen, auch und gerade im Bereich der Moral. Homosexuelle sitzen damit wieder im selben Boot wie wir alle. Wahrscheinlich wird niemand von uns jemals völlig frei von der Sünde werden – aber wenn wir nicht mehr gegen sie ankämpfen, haben wir schon verloren. Auch Homosexuelle werden wahrscheinlich niemals ihren Trieb loswerden, doch das was zählt ist der Wille, der ernstliche Versuch, gottgefällig, heiliggemäß zu leben. Gottes Gnade wird den Rest dazutun, den ständig fehlenden Rest, den wir niemals aus eigener Kraft herbeischaffen können.

Doch wenn wir, wie die Anhänger des Abgrundes auf der linken Seite, die Sünde zelebrieren, feiern, mit dem gottgefälligen Verhalten „gleichstellen“ wollen, dann ist das ein immenser Fehler. Und es ist auch kein Ausdruck von Liebe, sondern höchstens von gleichgültiger Apathie gegenüber dem Betroffenen.

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