Pius-Katechismus für Erwachsene

Die Piusbruderschaft ist, wie auch immer man zu ihre Haltung zu manchen seit dem Konzil umstrittenen Fragen beurteilen mag, in den grundsätzlichen Fragen des katholischen Glaubens grundsolide. Das gilt auch für den Erwachsenen-Katechismus, den sie auf der Internetseite ihres deutschen Distrikts seit einigen Monaten in unregelmäßigen Abständen zugänglich macht. Dabei handelt es sich um Audio-Aufzeichnungen eines Glaubenskurses für Erwachsene, wie er (meiner Meinung nach) sein sollte. Der katholische Glaube wird klar, systematisch und ohne jede Neuinterpretation im Lichte irgendwelcher angeblich neuer Einsichten aus Philosophie, Theologie und Gender Studies dargestellt, so dass der Zuhörer weiß, was die Kirche glaubt, und oft auch warum sie es glaubt.

Der Kurs ist vom Niveau her allgemeinverständlich, aber keinesfalls anspruchslos. Man kann gut folgen, auch wenn man nicht philosophisch vorgebildet ist, weil womöglich unbekannte Begriffe klar definiert und erklärt werden, statt sie einfach stillschweigend vorauszusetzen und zu hoffen, dass niemandem auffällt, dass keiner weiß, wovon eigentlich die Rede ist (ziemlich gängig bei modernen Theologen).

Alles in allem kann ich den Erwachsenen-Katechismus nur wärmstens allen empfehlen, die eine systematische Erklärung des katholischen Glaubens suchen. Vieles von dem, was ich mir mühselig und aus vielen verschiedenen Quellen selbst habe beibringen müssen, findet man hier zusammengefasst und erklärt.

Und jetzt die noch bessere Nachricht: Den Katechismus gibt es jetzt laut Angabe von pius.info nicht mehr „in unregelmäßigen Abständen“, sondern „jeden Montag“.

Advertisements

4 Gedanken zu „Pius-Katechismus für Erwachsene

  1. Wenn man diesen Grundkurs hört oder im Katechismus von Basel blättert, der für diesen Grundkus die Grundlage bildet, wenn man dann noch Predigten von Erzbischof Lefebvre liest, insbesondere das neue Buch:Marcel Lefebvre: „Das Opfer unserer Altäre“ , dann bekommt man ein Problem. Das darin besteht: Es gibt de facto zwei katholische Kirchen: Die Kirche, die sich organisch entfaltet hat bis zum II.Vatikanum, die Kirche der Tradition, und im Gegensatz die nachkonziliare Kirche. Formal ist es noch immer eine Kirche, inhaltlich ist sie getrennt durch einen Bruch, der nicht zu überwinden ist.Mit dem „Pius-Katechismus“ als Grundlage wäre man an jeder theologischen Fakultät einfach nur verloren. Einen Abschluss zu erreichen, um in der Nachkonzilskirche tätig werden zu können, ist auf der Grundlage unmöglich.
    Dass man nicht alle Priester und Gläubigen in ein Klischee pressen kann: vor- oder nachkonziliar ist wohl selbstverständlich. Lebendige Menschen lassen sich nicht in Schubladen pressen.
    Dennoch bleibt bei der Lektüre der teils beklemmende Eindruck: Der Sieg der Modernisten während des II. Vatikanums war total. Auch wenn in den Dokumenten manches nur keimhaft angelegt war: Die Saat ist aufgegangen.
    (Natürlich hatte das Konzil eine Vorgeschichte. Doch offiziell legitimiert wurden teils heterodoxe Theologien mit diesem Konzil. Natürlich gibt es den „redseligen“, weitschweifigen Nachkonzilskatechismus, der zum großen Teil den katholischen Glauben noch richtig wiedergibt. Aber manchmal auch widersprüchlich ist).

    • Cuppa,
      es gibt nur eine Kirche, nämlich die Katholische. So wie es auch zur Zeit des Arius nur eine Kirche gab, obwohl die Mehrheit der kirchlichen Würdenträger eher die arianische als die wahre katholische Position vertraten, obwohl treue christliche Verteidiger der wahren Christologie exkommuniziert und verfolgt wurden, obwohl selbst ein Papst (soweit ich weiß) missverständliche und zweideutige Dokumente geschrieben hat. Trotz allem, was heute geschieht, gibt es nur eine einzige Kirche. Formal und materiell, sichtbar und unsichtbar. Es gibt nur eine Kirche, weil es nur einen Christus gibt, der nur eine Braut hat. Die Glieder dieser Braut sind sehr krank, sie sind durchzogen von Häresien bis an die höchsten Stellen, das ist wahr. Aber obwohl in der Kirche von ganz unten bis ganz oben häretische, mehrdeutige, und traditionell katholische Elemente vertreten sind, und obwohl die katholischen Elemente bisweilen aktiv bekämpft werden, bleibt es doch immer noch eine Kirche. Faktisch gibt es natürlich in dieser einen Kirche zwei völlig unvereinbare Denkrichtungen (modernistisch und katholisch), doch das ändert nichts an der Realität der Einheit der Kirche.
      Abgesehen davon kann ich Dir allerdings nur Recht geben. Die Saat ist tatsächlich aufgegangen und mit dem „Pius-Katechismus“, der bloß ein guter katholischer Katechismus ist, käme man in der real existierenden nachkonziliaren Theologie nicht mehr weit.

  2. Catocon, natürlich gibt es nur eine katholische Kirche. Mit meinen „de facto- 2-Kirchen“ war ich rein auf der phänomenologischen Ebene. Die nach meinem Verständnis die Wirklichkeit nicht voll erfassst.
    Als ich ein treues, katholisches Diaspora-Mädchen war (vorm Konzil), lernte ich im RU sehr gern, dass der Papst nur unfehlbar ist, wenn er ex cathedra spricht. Wegen der großen Mehrheit der Evangelischen, wir waren eine winzige Minderheit. Man konnte uns also nicht vorwerfen, wir seien doof, weil doch kein Mensch immer unfehlbar ist.
    Es lag außerhalb jeder Vorstellungskraft, dass meine kindliche Freude sich in bitterste Realität verwandeln könnte, denn wir dachten damals nicht daran, die Autorität des Papstes auf seine Ex-cathedra-Entscheidungen zu minimieren, was ihn völlig ohnmächtig machen würde…
    Ich denke auch jetzt nicht daran, muss aber leider feststellen, dass ich mich inzwischen zumindest teilweise zu den Konzils- und Nachkonzilspäpsten im geistlichen Widerspruch befinde. Denn ohne ihre Unterstützung hätten die Modernisten sich nicht so umfassend durchsetzen können…
    Darf ich das? Normalerweise nicht. Ausgeschlossen! Doch wenn Päpste aus der Reihe tanzen, sich wenigstens teilweise gegen die eigeneTradition kehren, die sie hüten und schützen sollen, in dieser bedrohlichen Notsituation der Kirche, die sie mitverursacht haben, muss ich ihnen nicht folgen. Doch die Befürchtung, die schon geäußert wurde, das II. Vatikanum würde nachträglich dogmatisiert, um die FSSPX und alle „Konzilskritischen“ ins Schisma oder sogar in die Häresie zu treiben, teile ich nicht. Weil ich nicht aufhöre zu glauben:“Die Pforten der Hölle werden sie nicht überwältigen“.

  3. Nachtrag: Dass eine rechtmäßige Liturgie in der Kirche verboten wurde, hat es in der ganzen Kirchengeschichte noch nicht gegeben. Alte Riten sind schon „vergessen“ worden, damit in die Vergangenheit gesunken, doch dies war ein „organischer Vorgang“.
    Darauf hingewiesen hat niemand anderes als der ehemalige Glaubenspräfekt Ratzinger, und zwar kritisch zum NOM Pauls VI., der sich das als erster Papst erlaubt hat. Die „Messe aller Zeiten“ sollte „biologisch sterben“, denn sie durfte nur noch zelebriert werden von alten, kranken, gebrechlichen Priestern. Mit einem Gläubigen als Ministranten.
    Diese Messe wurde gerettet durch Erzbischof Lefebvre. Es hat ihm erst die Suspension, dann später die Exkommunikation eingebracht. Weil er als über 80-Jahriger Bischöfe weihen musste, damit sein Werk nicht biologisch stirbt. Erst danach wurde die Kommission Ecclesia-Dei errichtet, Rom fürchtete wohl, die katholische Tradition würde mehrheitlich wegdriften.
    Nun ist die Liturgie „gelebtes Dogma“. Wird sie so umfassend geändert, ändert sich auch der Glaube.
    Wie immer man das Pontifikat Benedikts XVI. später mal beurteilen mag: Mit dem MP Summorum Pontificum hat er den völligen Bruch mit der Tradition der Kirche, was ihr Ende wäre, verhindert. „Die Pforten der Hölle werden sie nicht überwältigen“…

Respondete!

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s