Kommunionempfang für „Wiederverheiratete Geschiedene“

Beim Frischen Wind findet sich eine wunderbare Zusammenstellung von Links zu und Auszügen aus relevanten (Lehramts-)Texten, die sich mit der Frage beschäftigen, ob „Wiederverheiratete Geschiedene“ zur Kommunion zugelassen dürfen. Allen Lesern, die wissen wollen, was die Kirche zu dieser Frage genau lehrt, sei die gründliche Lektüre der dortigen Links empfohlen.

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6 Gedanken zu „Kommunionempfang für „Wiederverheiratete Geschiedene“

  1. Besonders eindrucksvoll sind die Worte von Erzbischof Kuharic:

    (…) „Die Liebe verlangt Ewigkeit. Eine Liebe, die ein Ende zuließe, wäre eine absurde Liebe. Die wahre Liebe denkt nicht an Verrat und erträgt ihn nicht. Die Brautleute rufen im Augenblick ihrer Eheschließung Gott als Zeugen dafür an, dass ihre Liebe wahr ist und bis zum Tode dauern werde. Gott kann nur als Zeuge für die Wahrheit angerufen werden.“

    Sehr bequem: Daraus, Gott zum Zeugen anzurufen wird hergeleitet, dass der fragliche Sachverhalt per Definitionem wahr wäre. Vor Gericht werden ebenfalls Eide abgenommen, was auch mit religiöser Beteuerung möglich ist. Trotzdem kann auch jemand, der Gott zum Zeugen beruft lügen. Gott kann also nicht nur als Zeuge für die Wahrheit angerufen werden, er wird aber im Falle einer Lüge diese schnell offenbar werden lassen. Und wieviele Leute sagen am Altar Ja, obwohl sie sich der Sache eben gar nicht so sicher sind? Was mit gesellschaftlichen Erwartungen, Erwartungen der Familie etc. zu tun haben kann oder eben auch mit dem Liebeshormonüberflutetem Gehirn, das in der Rosarote-Brillen-Phase gar nicht sehen will, dass der Andere eben nicht perfekt ist und auch scheußliche Seiten an sich haben kann. Auch die Kirchenlehre über die voreheliche Keuschheit kann da eine Rolle spielen.

    • Das Thema Ehescheidung hatten wir schon (fruchtlos) über mehr als 100 Kommentare abgehandelt, darunter auch die Frage, inwieweit Ehe notwendigerweise mit dem einhergehen muss, was heute alltagssprachlich Liebe genannt wird, in Wirklichkeit aber bloß sexuelle Attraktion oder vergängliches Verliebtsein ist. Ich werde die damals ausgetauschten Themen nicht neu aufrollen; am Ende bleibt es allerdings dabei, dass ein vor Gott auf Ewigkeit hin gegebenes Versprechen so wie es gegeben wurde, bindend ist, sofern es freiwillig gebeben wurde.

      • Ja, deshalb sollte man sich aber doch auch genau überlegen, ob man dieses Versprechen wirklich abgeben will, sich aller seiner Konsequenzen bewusst ist und eben auch zu seiner Einhaltung bereit ist, wenn man …. sagen wir….. gedemütigt oder ausgenutzt wird von dem, dem man es gegeben hat. Ist man das nicht, aber auch nicht zum Zölibat fähig (Gott hat nun mal nur die wenigsten Menschen wirklich befähigt, dauerhaft ohne körperliche Liebe bleiben zu können), sollte das von der Kirche aber auch nicht so verdammt werden (was dazu führen sollte, zu überlegen, ob man nicht eventuell in Sachen der vorehelichen Keuschheit von der Radikalposition abrücken und ein wenig freizügiger werden könnte). Du wirst nun wohl argumentieren, dass man damit die Ehe als notwendigen Schutzraum entwertet. Das mag sein. Wir sprachen ja schon darüber. Es braucht aber auch Räume für die, denen dieses Versprechen zu weit geht, die sich nicht zu sehr binden wollen (ja, mir ist bewusst, dass du dies als unmoralisch sehen wirst, aber diese Menschen sind nicht schlechter als die, die sich fest binden möchten).

        • Oliver,
          ich verweise einfach auf unsere lange Ehe-Diskussion. Da haben wir zu der Frage der Unauflöslichkeit, der Moralität außerehelicher Sexualität eigentlich von beiden Seiten alles gesagt.
          Ich stimme Dir vollkommen zu, dass man sich vor der Eheschließung die Konsequenzen überlegen sollte, und dass die Kirche auch vor der sakramentalen Ehe klar auf diese Konsequenzen verweisen sollte. Das ist eigentlich sowieso ihre Aufgabe, wird aber heute zu oft unterlassen oder nur verschwommen durchgeführt. Jeder Mensch hat ein moralisches Recht darauf, über die Konsequenzen einer katholischen Ehe informiert zu sein, so dass er nicht unter falschen Voraussetzungen heiratet.

          • Ich denke, unter diesen Prämissen wird wohl eine Annährung möglich sein (man könnte bspw. in der Kirche für Paare, die kirchlich heiraten möchten, einen zwingenden Unterricht über die kirchliche Ehedogmatik einführen und die Paare dann eben selbst entscheiden lassen, ob sie eine Ehe unter diesen Bedingungen eingehen möchten oder nicht. Wenn nicht, kann man aber, um sie eben nicht zu vertreiben, zumindest vermeiden, nichteheliche Sexualitätsformen offensichtlich zu verdammen. Zwar ist das Konkubinat aus kirchlicher Sicht eine Sünde, aber man kann ja die Bibel hierzu heranziehen und die verurteilt das zumindest nicht direkt. Die Aussagen des Alten Testaments z. B. verpflichten den Mann, der mit einer Jungfrau geschlafen hat, diese zu heiraten und den Brautpreis zu zahlen, es sei denn, dem Vater der Braut genügt der Brautpreis, dann ist die Hochzeit entbehrlich. Daran sieht man, dass voreheliche Sexualität auch damals normal war, aber die Jungfräulichkeit als wichtigstes Kapital der Frau geschützt werden sollte. Eine bereits entjungferte Frau war auf dem Heiratsmarkt ja nichts mehr wert. Ehebruch wird deutlich strenger gesehen, auch von Jesus. J

            • Oliver,
              auf den Unterricht über die kirchliche Ehedogmatik können wir aus einigen. Theoretisch wäre dieser ohnehin, soweit ich weiß, längst vorgeschrieben. Der katholische Priester ist verpflichtet, den Brautleuten deutlich zu erklären, was eine katholische Ehe bedeutet, damit sie wirklich einwilligen können. Dies wird oft unterlassen oder nur verschwommen und missverständlich erklärt, da man niemandem auf die Füße treten oder sich unbeliebt machen möchte, oder vielleicht selbst nicht mehr an die Lehre der Kirche glaubt.

              Auf eine Aufweichung der Ehemoral können wir uns, wie Du sicher schon erwartet haben wirst, nicht einigen. „Verdammen“ soll die Kirche außereheliche Sexualität auch gar nicht – durch die Gnade Gottes können alle Menschen guten Willens gerettet werden, auch wenn sie vorehelichen Sex hatten. Damit können sie der ewigen Verdammnis entgehen, auch wenn sie gesündigt haben. Die voreheliche Sexualität jedoch als unmoralisch und sündig darzustellen, und damit nur die ununterbrochene Lehrtradition der Kirche wiederzugeben, ist allerdings dringend notwendig.

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