Vom Dialog der Schattenkirche

Es folgt: „Catocon sah Tiere – Ernsthaftigkeit voller Ernst“

Erzbischof Zollitsch – der Leser weiß, was kommt, wenn auf diesem Blog der Name des freundlichen, liebenswürdigen, schwäbischen Märchenonkels aus dem heutigen Serbien genannt wird – kündet, wie kath.net zu berichten weiß, derzeit von den gar erbaulichen Ergebnissen des deutsch-katholischen Dialogprozesses, in dem hauptsächlich verbandskatholische Neo-Reformatoren über die weitere Protestantisierung der geschundenen Mutter Kirche zu beraten unternehmen.

Natürlich braucht man weder den Artikel auf kath.net noch irgendeinen anderen Bericht zum Thema zu lesen. Man weiß ohnehin schon, worin die angepriesenen Ergebnisse bestehen. Natürlich soll weiter beraten werden. Dialog ist ein Instrument zur Schaffung von Dialog, und jede Institution tendiert dazu, sich selbst immer neue Aufgabenfelder zu schaffen, um Fortbestand, Expansion und Finanzmittel zu sichern.

Doch es gibt immerhin eine atemberaubende neue Entwicklung im Gleichklang der revolutionären Graubärtinnen und Graubärte, die im Stuhlkreis tanzend das immergleiche Lied vom Aufbruch verkrusteter Strukturen in eine Neue Zukunft von Kirche singen. Es soll nun nicht mehr nur geredet und verhandelt und gesprochen und diskutiert – offen und ehrlich und ohne Denkverbote, versteht sich – sondern endlich auch gehandelt werden. Die verbandskatholische Armada bereitet sich vor, in See zu stechen. Der Stapellauf der neuen Reformagenda ist in vollem Gange. Bald wird das Schiff der Kirchenreform in gewohnter Manier den starren, überholten, mittelalterlichen, feudalistischen Strukturen den Kampf ansagen, die (durch ihr Festhalten an Zölibat und Sündhaftigkeit der Homosexualität) männliche Priester im Alleingang dazu gebracht haben, sich an vorwiegend männlichen Jugendlichen zu vergehen, indem sie ihre gleichgeschlechtlichen Neigungen frei und ohne falsche Hemmungen und Schuldgefühle ausleben. Und dann werden die Gewohnheitsreformatoren aller Geschlechter die längst überfällige Reform der verkrusteten Strukturen anpacken. Gehhilfen für alle! Sie werden die Flotte der Reaktionäre aufbringen und ihre Schiffe entern. Mit ihren Gehstöcken werden sie den Widerstand der dunklen Krustenkatholiken brechen und die offenen Türen der hinterwäldlerischen Kirchenhierarchie einreißen, und Licht von Freiheit wird in Kirche neue Funken schlagen, und ein Neuer Frühling des Aufbruchs bricht an und bricht aus und bricht mit Rom.

Die Dialoggespräche im verfahrenen Dialogprozess haben, wie gesagt, im immerwährenden Gleichklang des Fortschritts eine neue Dimension erreicht. Wie der Erzbischof Zollitsch verkündet, soll nun, wie schon angedeutet, nicht mehr nur gesprochen und geredet werden, sondern es soll einen Studientag geben, auf dem, wie der Name schon sagt, studiert werden soll. Gehhilfen für alle! Dies ist der Aufbruch des Aufbruchs, der Anfang vom Ende der muffigen Kirchenhierarchie, die sich unter seit Jahrzehnten nicht mehr getragenen Soutanen nicht länger verstecken kann.

Denn jetzt werden die Bleistifte gespitzt und es wird studiert. Was wird studiert? Die Rolle der Frauen in Kirche. Es soll auch mehr „Frauen in Führungspositionen“ in Kirche geben. So spricht und verspricht es zumindest der freundliche Erzbischof von Freiburg. Da „Führungspositionen“ in der katholischen Kirche priesterlicher Natur sind, ist wohl von der Befreiung des Diakonats und/oder Priestertums vom patriarchalischen Dunkelkatholizismus die Rede.

Ob Kristina Schröder und Ursula von der Leyen bereits damit beauftragt worden sind, für diese aufregende neue Idee die passende Frauenquote festzulegen? Gehhilfen für alle!

Immerhin kann wieder einmal konstatiert werden, dass der mutige Schritt der deutschen Schattenkirche unter Papst Dialogos I. so unerhört mutig und revolutionär und aufbrecherisch ist, dass er in seiner ganzen Unerhörtheit ungehört zu bleiben gezwungen ist, weil heimtückische Dunkelkatholiken, wie der radikale ultra-traditionalistische, beton-konservative Patriarchenpapst Pius XIII. Johannes Paul II., im Mittelalter, im vergangenen Jahrtausend, sich in ihrem längst veralteten Dogmatismus angemaßt haben, für alle Zeiten zu bestimmen, dass die Frau in demütigender Abhängigkeit und Minderwertigkeit zu halten ist, indem man ihr die gleiche Teilhabe am Priesteramt in derselben Form verwehrt, in der es schon der unverbesserliche Sexist Jesus von Nazareth zur dauerhaften Unterjochung der Frau bestimmt haben soll (wenn man einmal den nachträglich erfundenen Geschichten über Jesus glauben will, die eine patriarchalische Kirche in tyrannischer Weise diesem Wanderprediger in den Mund gelegt hat).

Diese Gesamtthematik soll nun, hoffentlich aus aufklärerisch-feministischer Sicht, studiert werden. Glücklicherweise steht das Ergebnis schon vorher fest und ist sicher in ideologische Worthülsen verpackt, so dass keine „rationale“ Beschäftigung mit dem Thema droht. Gehhilfen für alle! Diese wäre auch in hohem Maße desaströs, weil in dem treibhausartigen Klima der ängstlichen Unterdrückung, das besonders der bissige Schäferhund Ratzinger in Kirche wieder erzeugt hat, nur die übliche, sozial-konstruierte phallozentrische Perspektive zu Wort kommen könnte, bloß weil alle anderen Perspektiven sich von logozentrischen Betrachtungsweisen abgrenzen, um alternativen Stimmen Gehör zu verschaffen und der Kontamination durch fremdartige Partikel zu trotzen, die von traditionalistischen Hinterwäldlern als „Argumente“ bezeichnet werden.

Die Ergebnisse des Dialogprozesses werden in die Geschichte als der Tag eingehen, an dem der Aufbruch endlich angebrochen und die Kirche endlich abgebrochen wurde, wenn das energische Signal, das seit Jahren und Jahrzehnten um die Stühle kreist, nicht als Ende, sondern als Anfang einer beständigen Diskontinuität der Reform gesehen wird. Das ist an diesem historischen Wendepunkt, in dieser denkunwürdigen historischen Stunde, besonders bedeutsam. Gehhilfen für alle! Wir müssen im Geist des Konzils den Geist des Dialogprozesses suchen und finden, auf dass eine Neue Kirche werde, und das alte Modell, das nicht von aufgeklärten, modernen, emanzipierten Frauen aller Geschlechter, sondern von einem hinterwäldlerischen Zimmermann aus einem winzigen, rückständigen Dörfchen irgendwo in Palästina gegründet worden ist, und daher nicht mehr in unsere Zeit passt, endlich zu Grabe getragen wird, und seine verdiente ewige Ruhe auf dem Müllhaufen der Geschichte findet, nachdem es auf dem Altar der Politischen Korrektheit ohne Weihrauch (nach Empfehlung des Liturgieprofessors) geopfert worden ist.

Fühlt ihr auch den frischen Atem, den unsere Kirche ausströmt, wenn sie alles mutig nachbetet, was der Rest der Welt seit Jahrzehnten fordert, und dadurch ganz neue Akzente setzt, die allein den wahren Aufbruch verbürgen können? Und Gehhilfen für alle natürlich! Öffnet die Fenster und lasst die Frische Luft des Neuen Frühlings in unsere Kirche hinein und unterstützt enthusiastisch die neuen Ergebnisse und Forderungen des sechshundertsechsundsechzigsten Aufgusses des guten alten Dialogs und seiner Unheiligkeit, Papst Dialogos I. und seiner derzeitigen Lebensgefährtin und Mitpäpstin Julia I.

Ahoi, Genossinnen und Genossaußen!

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Das pastorale Problem des Dialogprozesses

Eigentlich ist Dialog ja etwas Gutes. Wir kommen miteinander ins Gespräch, lernen uns besser kennen, tauschen Meinungen und Positionen aus, hören dem anderen in Respekt und mit menschlicher Achtung zu. Was kann man nur dagegen haben?

Wenn der Dialog überhaupt stattfinden soll, und als Ergebnis so etwas wie einen Plan erbringen soll, welcher der Kirche neuen Auftrieb in Deutschland und der westlichen Welt geben könnte, dann muss er ergebnisoffen sein. Stünde sein Ergebnis vorher fest, wäre der ganze Dialog nicht mehr nötig – oder wenn doch, dann nur als manipulatives Instrument zur Vermittlung der bereits längst beschlossenen Ergebnisse der Eliten.

Ist der Dialog nicht ergebnisoffen, so wird er entweder zwecklos oder Mittel der Manipulation.

Doch Ergebnisoffenheit setzt voraus, dass das, worüber man streitet, so oder so entschieden werden könnte, es dabei also kein objektives Richtig oder Falsch geben kann. Man kann also von einem ergebnisoffenen Dialog nur sprechen, wenn von vornherein vorausgesetzt wird, dass das Ergebnis, welches auch immer es sein mag, für sich keine objektive Wahrheit beanspruchen, sondern sich allein auf die Autorität des demokratischen Willensbildungsprozesses berufen wird. Mit anderen Worten: Wenn der Plan, welcher herauskommen soll, von vornherein durch alle Teilnehmer als Konstrukt des Dialogs und nicht als Konsequenz außermenschlicher Lehrsätze oder Erkenntnisse verstanden wird.

Ein ergebnisoffener Dialog – und das ist der einzig sinnvolle Dialog – ist immer, seiner Natur nach, relativistisch. Alle Teilnehmer akzeptieren durch ihre Teilnahme bereits den „herrschaftsfreien Raum“ als den Raum, in dem der Dialog situiert sein soll. Niemand entscheidet vorher oder während der Gespräche, was am Ende herauskommen soll – das wird durch den Dialog und mit ihm und in ihm als allein akzeptabler Entscheidungsform entschieden.

Ein ergebnisoffener Dialog, in dem die Teilnehmer am Ende keine Beschlüsse fassen, sondern nur unverbindliche Vorschläge äußern können, ist seinem Wesen nach ein Selbstwiderspruch. Die ganze Struktur eines Dialogs setzt voraus, dass durch den Dialog reale Sachentscheidungen getroffen werden, die dann auch alle Beteiligten binden. Das ist auch die Erwartung der Teilnehmer eines solchen Dialogs. Wird am Ende des Dialogs nicht das umgesetzt, was durch die breite Mehrheit der Dialogteilnehmer beschlossen oder gefordert worden ist, führt dies verständlicherweise zu einer massiven Unzufriedenheit seitens der Dialogteilnehmer.

Entweder führt also der ergebnisoffene Dialog in seinem herrschaftsfreien Raum zur Umsetzung des durch den Dialog entstandenden Programms durch die zuständigen Autoritäten, oder er führt zu Frustration, Unzufriedenheit und letztlich Wut auf Seiten der Mehrheit der Dialogteilnehmer, die trotz ihrer dominanten Stellung im Dialogprozess letztlich ihren Willen nicht haben durchsetzen können.

Der Dialog eignet sich, um Kompromisse in Bereichen zu finden, in denen Interessen oder entgegengesetzte menschliche Willen aufeinanderstoßen, zwischen denen ein Ausgleich gefunden werden soll, welcher keine unveränderlichen Prinzipien berührt. Auch dann ist er nicht perfekt, aber hat zumindest hier seine Berechtigung.

Kommen wir nun auf den Dialogprozess in der Katholischen Kirche. Hier soll ebenfalls „ergebnisoffen“ diskutiert werden. Mehrfach haben zuständige Bischöfe in Aussicht gestellt, die Ergebnisse des Dialogs – und die sind offen, man weiß also genau genommen gar nicht, worin sie bestehen werden – ernst nehmen zu wollen. Dies kann in den Augen der Dialogteilnehmer nur bedeuten, dass eine Erwartung entsteht, man werde sich seitens der Bischöfe den Anliegen, die im Dialog sich durchzusetzen vermögen, weitgehend Folge leisten.

Doch dies kann innerhalb der Kirche nicht geschehen, geht es doch bei vielen der Dialogthemen um Grundfragen des Glaubens, die nicht die Bischöfe, und auch nicht einmal der Papst ändern könnten. Deswegen kann das Ergebnis dieses Dialogprozesses nur eines von zweien sein:

Entweder entscheiden sich die Bischöfe, dem Ruf des Dialogs nicht zu folgen und seine Ergebnisse weithin zu ignorieren. In diesem Fall werden sich Frustration und Wut der an einer weiteren „Modernisierung“ und Verweltlichung innerhalb der Kirche interessierten Kreise – Verbandskatholiken und kirchenferne Taufscheinchristen – weiter verstärken.

Oder die Bischöfe kommen den Anliegen der Dialogteilnehmer – was auch immer sie am Ende Prozesses genau sein mögen – nach. In diesem Fall begäben sie sich ins offene Schisma mit der Weltkirche.

In beiden Fällen wäre eine weitere schwere Beschädigung der Kirche in Deutschland nicht abzuwenden.

Aus schwerwiegenden pastoralen Gründen ist also der derzeitige Dialogprozess, selbst unter Ausklammerung der immensen in Dialogistan gärenden dogmatisch-theologischen Häresien, abzulehnen. Er vermag der Kirche nicht zu helfen, wird ihr aber mit Sicherheit in pastoraler Hinsicht schwere Schäden zufügen.

Lobt-die-Hirten-Woche: Meisners Hirtenstab II (Teil 2/6)

Hier nun der zweite Teil meines Kommentars zu Kardinal Meisners Interview mit WELT am Sonntag, via kath.net. Zum ersten Teil geht es hier. Noch einmal zur Erinnerung. Wir hatten jetzt die Ökumene und einige Aussagen zum Thema Weltbild-Skandal und Entweltlichung. Kommen wir jetzt zum Fundamentalismus und einigen weiteren Perlen…

Es seien vor allem ein paar verklemmte Fundamentalisten, heißt es aber auch aus dem Innern der Kirche, die sich im Internet an den erotischen Rändern des großen und freien Angebots von WELTBILD stören?

Bei solch einem Argument kann man sein Gehör ruhig auf Durchzug stellen. (Melde Vollzug, Eminenz! Gehör auf Durchzug gestellt!) Die Fundamentalismus-Keule sollte man gründlich vergessen und ihren Gebrauch in der Kirche als unwürdig disqualifizieren. (Es folgt die beste Widerlegung des lachhaften Fundamentalismusvorwurfs im sexuellen oder „erotischen“ Bereich, die ich seit langem gelesen habe:) Was sind denn unsere Fundamente? Hier geht es einfach darum, was Paulus sagt: „Wisst ihr nicht, dass euer Leib ein Tempel des Heiligen Geistes ist?“ (Nein, wissen wir heute nicht mehr. Wir sind zu modern dafür. Unser Leib ist nur noch ein Tempel der Egoreligion.) Insofern haben wir in der Verkündigung einzustehen für die Heiligung des Menschen und seines Leibes und können nicht Besitzer eines Unternehmens sein, das Schund und Schmutz verbreitet. (Schund und Schmutz! Klare Worte! Danke, Eminenz!) Das geht als Kirche in sich nicht. Dann können wir unsere Hirtenstäbe gleich aus der Hand legen. (Tun das nicht praktisch sehr viele? Sagte nicht Bischof Bode aus Osnabrück letztens, er habe gar nichts Festes zu vermitteln? Ich möchte erneut daran erinnern, dass man mit Hirtenstäben die Route zeigen kann, aber sie machen sich auch als Rute ganz prächtig.)

Nachdem WELT-online vor Wochen den Skandal einer großen Öffentlichkeit vorgestellt hat, wurden mir Seiten aus dem Internet zugeschickt, wo bei WELTBILD nicht nur erotische Literatur angeboten wurde, sondern auch offen satanistische Angebote. Ist in der Kirche der Teufel los?(Der Rauch des Satans ist in die Kirche eingedrungen, wusste schon Papst Paul  VI.)

Ich verstehe jeden, der das fragt, wenn wir Schriften von Kirchenfeinden, Esoterik, Erotik etcetera verbreiten. (Aber Eminenz! Ist das Verbreiten der Schriften von Kirchenfeinden nicht liberale Meinungsfreiheit? Sind nicht alle Meinungen gleich!? Endlich sagt es mal ein Kardinal. Schund ist und bleibt Schund und Irrtum ist und bleibt Irrtum.) Das kann ich alles nicht mehr nachvollziehen. Da gibt es nur noch eins: Wir müssen uns davon radikal trennen! Das ist auch für unseren Dialogprozess wichtig, wenn wir ihn ernst nehmen. (Wir müssen uns auch von unserem Dialogprozess radikal trennen, aber das ist ein anderes Thema.) So viele Menschen schreiben uns in dieser Frage Briefe, in denen sie uns gleichsam flehentlich bitten: „Geben Sie Weltbild auf, damit die Kirche wirklich die Kirche Jesu Christi bleibt!“ Darum gibt es für mich gar keine Alternative. (Bei dem letzten Satz wird mir wieder mulmig. Man müsste sich auch von Weltbild trennen, wenn nicht viele Menschen das fordern würden… Aber ich weiß, dass der Kardinal Meisner das genauso sieht.)

„Um ihrem eigentlichen Auftrag zu genügen“, sagte der Papst auch noch in Freiburg, „muss die Kirche immer wieder die Anstrengung unternehmen, sich von ihrer Verweltlichung zu lösen und wieder offen auf Gott hin zu werden.“ Auch jetzt sei es wieder an der Zeit für eine „wahre Entweltlichung“ der Kirche. Wie lässt sich diese Rede auf den WELTBILD-Komplex praktisch anwenden und konkret umsetzen?

Das heißt ganz einfach: Wir müssen uns davon verabschieden. Hier ist Welt in einer Weise in die Kirche eingedrungen, die schlicht nicht zu akzeptieren ist. (Klar. Kraftvoll. Kardinal Meisner. Warum ist der Mann nicht zwanzig Jahre jünger?)

Ist das nicht weltflüchtig?(Ist diese Frage ein Weltflüchtigkeitsfehler?)

(Achtung: Das Salz der Erde und das Salz der Suppe. Die Erde als Suppe. Typisch kölsches Denken, aber irgendwie treffend:) Das möchte man dem Papst jetzt wieder anhängen. Aber: Wir sind das Salz der Erde! Wir sind nicht weltflüchtig. Das ist der Auftrag, den der Herr uns gegeben hat. Wenn Sie aber 5 Gramm Salz mit 5 Kilo Sand vermischen, dann ist das Salz unwirksam. Es taugt zu nichts. Das Salz muss vom Sand befreit werden, dann kann das Salz in Reinkultur in die Weltsuppe hineingerührt werden, das ihr dann Würze, Geschmack und Schärfe verleiht. So müssen wir auch die Kirche reinigen und alles aufgeben, was nicht zu ihr gehört. (Wie? Es gibt etwas, das nicht zur Kirche gehört? Aber sind wir nicht vielfältig? Gastfreundlich? Dialogbereit? Modern? Weltoffen? Und dergleichen mehr?)
(…)

Ihr Vorgänger, Kardinal Höffner, hat sich noch als Vorsitzender der Bischofskonferenzen begriffen – die sich nur dann konkretisierten, wenn sie zusammentraten. Das hat sich durch das ständige Sekretariat der Bischofskonferenz stark geändert. Jetzt könnte man fast auf den Gedanken kommen, Jesus habe keine Apostel berufen, sondern eine Apostelkonferenz?(Gegenpäpstin Julia I. aus Freiburg-Avignon fordert ja sogar eine PäpstInnenKonFeRenz. Absurd ist heute nichts mehr.)

Christus hat einzelne Apostel berufen und sie in einer Kollegialität beheimatet. Umgekehrt kann sich aber keiner hinter der Fassade einer so genannten Kollegialität oder einer Konferenz verstecken. (Doch kann er. Das ist das Problem dabei. Sind alle zuständig, ist keiner zuständig.) Wo es um wesentliche Fragen geht, muss man auch als Einzelner hervortreten. Das ist nicht leicht, aber da hilft alles andere nicht. (Es wird in Abwesenheit von Bischofskonferenzen, die sich antikatholisch nach nationalen Grenzen segregieren, jedoch deutlich erleichtert.) Aber wir sind natürlich gehalten, in der Kirche als Communio zu handeln, und wenn wir Bischöfe uns öffentlich auseinanderdividieren, was soll denn dann aus dem Volke Gottes werden? (Was immer aus ihm geworden ist. Die Häretiker waren meistens Bischöfe, und die großen Verteidiger der Orthodoxie auch. Konflikt ist gut, sinnvoll, notwendig, unverzichtbar in einer Welt, die unter der Herrschaft des Fürsten der Finsternis steht.)

Gute Frage.(Wer stellt denn hier die Fragen?)

Ja, das ist eine sehr ernste Frage. Vor dem Richterstuhl Gottes werde ich mich nur auf mein Gewissen berufen dürfen, nicht auf Konferenzbeschlüsse. (Richterstuhl Gottes! Kardinal Meisner glaubt tatsächlich daran – welcher Anteil seiner Kollegen tut dies auch?)

Die Bischofskonferenz ist auch kein Politbüro. (Nicht? Der Unterschied ist verschwindend gering.)Aber hat sie durch das ständige Sekretariat nicht ein Gravitationszentrum erhalten, das im Evangelium so kaum vorgesehen ist?

Das ist natürlich eine Gefahr für jeden Christen, dass sein äußeres Tun vom Evangelium nicht abgedeckt ist. Darum ist das auch eine sehr große Gefahr für jeden einzelnen Bischof und natürlich auch für eine Bischofskonferenz, und darum müssen wir ständig wachsam auch nach innen sein, dass das, was wir beschließen und tun, auch immer vom Evangelium abgedeckt ist, sonst wird in der Kirche alles hohl. (Sonst ist in der Kirche vieles hohl geworden. Denn nur wenig ist vom Evangelium abgedeckt, was derzeit in Deutschland unter Katholizismus abgehandelt wird.)

(…)
Kündigt sich da eine Tempelreinigung der deutschen Kirche an?

Ich hoffe es. (Ja!) Doch wissen Sie, ich gehe alle vier Wochen beichten. (Bravo! Wie viele Ihrer Amtskollegen tun dies?) Das ist auch eine Art Tempelreinigung. (Richtig. Übrigens, wo wir gerade davon sprechen: Lieber Leser, wann waren Sie zuletzt beichten? Macht es nicht mal wieder Sinn?) Aber jetzt werden wir wohl zu klaren Entscheidungen ganz im Sinne des Heiligen Vaters kommen. (Werden wir? Da bin ich ja mal gespannt. Die deutsche Bischofskonferenz trifft Entscheidungen im Sinne des Heiligen Vaters? Was kommt als nächstes? Es regnet rosa Elefanten?)

Heißt das, dass Sie schon die Stricke flechten, mit denen Sie die Händler aus dem Tempel verjagen wollen? (Mit finsterer Miene und rauchiger Cowboy-Stimme: „Brauchen wir nicht. Wir haben Hirtenstäbe, mein Freund…“)

Wissen Sie, wir sind eine Bischofskonferenz (Wir sind Borg. Irrelevant.) und sind gemeinsam (jeder für sich unter dem Heiligen Vater) Träger des apostolischen Amtes, da kommen wir, so hoffe ich, auch ohne Stricke aus. (Wie gesagt: Wir haben Hirtenstäbe dafür…) Wir sind zu einem eindeutigen Zeugnis aufgerufen, dies vor allem anderen. Und dass wir sagen: Das geht, und das geht nicht mehr. (Aber bitte nur eines von beiden, Eminenz. Sonst könnte die Klarheit doch etwas reduziert erscheinen.) Ich bin überzeugt: Manches wird nicht mehr so weitergehen können, wie es bis bisher gegangen ist.

Was ein Interview! Ich bekomme das Bild von Kardinal Meisner mit seinem Hirtenstab nicht mehr aus dem Kopf, wie er sich den Tempel reinigend mit dem Jesuitenpater (Fuitne Judas Jesuita? … Echo: Ita… Ita… Ita…) Langendörfer beschäftigt. Da bekommt der Satz „den Stab über jemanden brechen“ auf einmal eine ganz andere Bedeutung. Wie gesagt: ¡Vamos!

Mal sehen, was, wie der Kohl mal sagte, hinten dabei raus kommt…

Lobt-die-Hirten-Woche: Meisners Hirtenstab I (Teil 1/6)

Viel Bischofsschelte hatten wir hier auf Kreuzfährten in letzter Zeit. Ob Kardinal Marx oder Erzbischof Zollitsch (man suche nur einfach nach den Namen und wird auf dem Blog reichlich fündig werden), oft genug habe ich das Zaudern und Zögern, das Anbiedern und Anschmiegen an den Zeitgeist scharf kritisiert. Ich rufe für die letzte Woche des Kirchenjahrs feierlich die Lobt-die-Hirten-Woche aus! Nun bietet mir ein Interview von Kardinal Meisner einmal eine Gelegenheit lobende Worte, Zustimmung und Unterstützung zu schreiben. Ich werde in dieser Woche jeden Tag einen Bischof intensiv loben. Ich weiß noch nicht, ob ich in Deutschland genug Material dafür finde, werde mich aber bemühen. Heute und morgen ist Kardinal Meisner dran. Am Mittwoch (übermorgen)  gibt es dann noch einen Kommentar des Hirtenbriefs von Bischof Hanke (Eichstätt), ebenfalls größtenteils mit positiven Einschätzungen. Donnerstag, Freitag und Samstag sind noch offen…

Es geht bei Kardinal Meisners Interview im Wesentlichen um den Weltbild-Skandal, aber auch damit zusammenhängende Fragestellungen wie die Struktur der Bischofskonferenz, Entweltlichung, den Dialogprozess und noch weitere Themen. Ein Schwerpunkt des ersten Teils liegt auf der Ökumene. Hier nun das Interview, in Teilen, mit meinen gewohnten roten Kommentaren, die keinerlei Nähe zum Sozialismus zeigen sollen. Fett sind allerdings diesmal nicht meine Hervorhebungen, sondern die Fragen der WELT am Sonntag. ¡Vamos!

WELT am Sonntag: Die deutsche Kirche ist in der Krise. In Rom könnte man manchmal den Eindruck gewinnen, sie treibe orientierungslos auf dem Weltmeer. Hat der Besuch des Papstes daran etwas geändert?

Joachim Kardinal Meisner: Wenn das mit der Orientierungslosigkeit so stimmt, muss ich sagen: In vielen Fragen hilft uns heute kein ‚sowohl als auch‘, sondern nur Klarheit darüber, ob es hier lang geht oder da lang. (Guter Einstieg) Hier haben wir uns deutlich zu Wort melden und von unserem Glaubensgut und der Tradition der Kirche her deutlich zu argumentieren. Dabei hat der Besuch des Papstes sehr geholfen. Bei den so genannten „heißen Eisen“ sollten wir klar argumentativ und sachlich vorgehen und uns nicht aus den Problemen mit dem Argument davonschleichen, dass es sich hier um eine weltkirchliche Frage handelt, die in Rom und nicht in Deutschland entschieden werden kann. (Spricht der Kardinal mit dem Vorsitzenden der Bischofskonferenz, Erzbischof Zollitsch, der dies wiederholt versucht hat?)

Doch wo soll der so genannte „strukturierte Dialogprozess“ hinführen? Ist er nicht gerade ein klassisches Beispiel für eine noch nie gesehene Säkularisierung der deutschen Kirche mit ihren Gremienpapieren und Klarsichtfolienargumenten? Welche Antworten soll er hervor bringen?(Sehr gute Frage, übrigens. Paul Badde ist eben ein guter Fragensteller, viel besser als die üblichen mediokren Mediokraten)

Als in apostolischer Zeit in der Urkirche Verwirrung eintrat, hatte man ein Apostelkonzil nach Jerusalem einberufen. Man hat die Verantwortlichen zusammengeholt und dort über die angängigen Probleme gesprochen. Dann wurde eine Entscheidung gefällt und umgesetzt. Es ging damals um das Verhältnis von Heiden- und Judenchristen in der Kirche, und daran hat man sich bis heute gehalten. (Was hat das mit dem Dialogprozess zu tun, Eminenz? Soll der Dialogprozess so etwas wie das Apostelkonzil von Jerusalem sein? Das meinen Sie doch nicht ernst, oder?) Wenn Menschen sich zum Gespräch treffen, ist das grundsätzlich gut, aber dabei muss beachtet werden: die Wahrheit ist nicht abhängig von Mehrheitsentscheidungen. (Wichtige Erkenntnis! Doch lohnt der Dialog wirklich, wenn man mit Leuten diskutiert, die die Wahrheit gern verändern würden und nicht für sie empfänglich sind?) Dabei muss man heute auch gegen die Behauptung argumentieren, dass es gar keine Wahrheit gäbe und deshalb die Richtigkeit immer bei der Mehrheit läge.

Was heißt das?

Das heißt, wir müssen die Wahrheit suchen (ein guter Teil davon soll ja, so wurde ich informiert, bereits entdeckt worden sein und sich quasi als Kompendium veritatischen Gehalts irgendwo in den öffentlichen Archiven des Vatikans befinden und sich kirchliches Lehramt nennen, oder?) und ihr dienen (!!!! Ja, dienen!)– ohne faule Kompromisse. (Ohne faule Kompromisse!)

Was sagen Sie zu den Irritationen, die Benedikt XVI. in Erfurt in seiner Begegnung mit Vertretern der evangelischen Kirche ausgelöst hat? (Ich sage: Es ist nicht weit vom Irren zum Irritieren bei den arretierten Arrivierten des EKG, ähm, ich meine der EKD. Ist aber wohl nicht kardinalstauglich so eine Antwort…)

Die Reaktionen sind für mich sehr erstaunlich. Denn der Papst hat durch seinen Besuch an der Lutherstätte im Augustinerkloster in Erfurt de facto eine Wertschätzung der evangelischen Christen zum Ausdruck gebracht, die bisher einmalig in unserer Kirchengeschichte ist. (Manche Menschen sind eben undankbar.) Was mich dabei am tiefsten ergriffen hat, ist die Äußerung des Papstes, dass wesentlich zur Ökumene gehört, sich hineinziehen zu lassen in das Hohepriesterliche Gebet Christi um die Einheit der Christen. Nur von dieser Wurzel her werden unsere ökumenischen Bemühungen vom Segen begleitet sein.

Der Ratsvorsitzende Präses Nikolaus Schneider fand aber: „Brennende Fragen des ökumenischen Dialogs wurden gar nicht oder nur missverstehend und missverständlich angesprochen.“ Der Papst habe keine inhaltlichen Impulse geliefert.

Das nehme ich schmerzlich zur Kenntnis. Ich kenne Präses Schneider (wissen meine Leser, dass der Schneider auf italienisch „sarto“ heißt, was auch zugleich der Bürgerliche Name des heiligen antimodernistischen Papstes Pius X. war? Interessanter Zufall…) sehr gut, und darum irritiert mich das und berührt mich auch schmerzlich, so muss ich ehrlich sagen. Seine Einschätzung des Papstbesuches in Erfurt ist für mich nicht nachvollziehbar.

Und Ihre Einschätzung?

Vielleicht sind wir an gewissen Irritationen selbst schuld. (Ja. Wir haben über Jahrzehnte nicht mehr von Mortalium Animos gesprochen. Es bestehen daher leider Unklarheiten über den Inhalt der Ökumene aus katholischer Sicht.) Von katholischer wie von evangelischer Seite sind die ökumenischen Erwartungen vor dem Papstbesuch so hochgeschraubt (nein, meine Erwartungen waren nicht hoch – ich hatte nicht erwartet, dass der Heilige Vater die Anhänger des evangelischen Irrglaubens zur Rückkehr in den Schoß der Heiligen Mutter Kirche auffordern würde!) worden, als wäre der Papst ein absolutistischer Herrscher über die Kirche und könne machen, was er wolle. Insofern hat mich das erstaunt, und auch wieder nicht erstaunt. So ist die Realität, und es wird uns eine heilsame Ernüchterung bringen, wie wir die Ökumene auf sachliche Weise voranbringen. (Und wie, Eminenz?)

In Freiburg hat der Papst die Katholiken an die Worte Paul VI. erinnert: „Wenn nun die Kirche danach trachtet, sich nach dem Typus, den Christus ihr vor Augen stellt, zu bilden, dann wird sie sich von der menschlichen Umgebung tief unterscheiden“. Ist es heute aber nicht umgekehrt? (Noch eine gute Frage!)

Wir stehen als Kirche in Deutschland in der Gefahr, uns selbst überflüssig zu machen, indem wir unser Proprium verlieren, das heißt unser Ureigenes und damit unsere Identität. Wenn die Kirche zur Welt geworden ist, dann hat sie der realen Welt nichts mehr zu sagen. (So ist es.) Dann hilft es auch gar nichts, wenn diese Welt vielleicht ein wenig mit Weihwasser befeuchtet ist. (Schönes Bild!) Die Kirche ist dann keine Alternative mehr zur Welt. Seit ich in Köln bin, habe ich immer wieder gesagt, dass mir unsere Kirche wie ein Auto vorkommt, an dem die Karosserie zu groß und der Motor zu schwach ist. Darum läuft er dauernd heiß. Wir müssen die zu große Karosserie abbauen und eine angemessenere, und wohl kleinere Form finden, die unserer inneren Kraft entspricht. Dann geht der Wagen auch wieder voran und gewinnt Tempo. Wenn wir damit das himmlische Jerusalem erreichen (wie viele Bischöfe haben das „himmlische Jerusalem“ überhaupt noch als Zielvorgabe im Kopf?), wird es letztlich völlig egal sein, ob wir dort in einem großen Benz oder mit Fiat Panda vorfahren. Hauptsache, wir kommen an.

Doch was ist mit den Beifahrern? Vor 30 Jahren hatte ich WELTBILD als eine fromme Augsburger Zeitschrift kennen gelernt, wo ich meinen ersten Artikel über Johannes Paul II. untergebracht habe. Die Zeitschrift gibt es längst nicht mehr. Jetzt ist WELTBILD ein erfolgreicher Konzern mit riesigen Umsätzen in der Hand der Bischöfe, doch auch mit schlüpfrigen Angeboten, die ich vor 30 Jahren in der Kirche nicht im Traum gesucht hätte. Ist die Kirche moderner geworden? (Ja, ist sie. Sie ist modernistischer geworden. Zumindest in Deutschland)

Moderner? Ich sage schon seit Jahren in der Bischofskonferenz, dass wir uns von diesem Unternehmen verabschieden müssen, aus zwei Gründen. Der erste und einfachste: Es geht nicht, dass wir in der Woche damit Geld verdienen, wogegen wir an den Sonn- und Feiertagen von den Kanzeln predigen. (Seit wann predigt man in deutschen Kirchen wieder gegen sexuelle Sünden oder die Irrtümer des Okkultismus oder anderer Häresien? Seit wann tut man das wieder von Kanzeln?)  Das ist einfach skandalös.

(…)

Das Interview war ziemlich lang, obwohl ich es schon deutlich gekürzt habe, und es gibt sehr viele gute Stellen, die ich nicht unerwähnt und unkommentiert lassen möchte. Deswegen gibt es auch noch einen zweiten Teil des Kommentars, morgen.

Die Zeiten ändern sich…

… nicht.

Mit diesen Worten könnte man wohl diesen Artikel im Vatican Magazin kommentieren, bei dem es sich um eine Eingabe an die deutsche Bischofskonferenz von 1968 handelt.

Fast Wort für Wort kann er auf den heutigen Zustand übertragen werden. Wenn nichts so alt ist wie die Zeitung von gestern, dann ist nichts so neu wie die „Erneuerungs“-Diskussion von vorgestern…

Besonders interessant erscheint mir allerdings die im Artikel gezogene Parallele zu einer anderen Zeit, in der die Kirche sich in einer großen Krise befand und ein Schisma drohte – dem frühen 16. Jahrhundert:

Ohne die damals auch und gerade von der Römischen Kurie  begangenen Fehler und Unterlassungen im geringsten beschönigen zu wollen, muß gesagt werden, daß die Passivität des deutschen Episkopates, der theologisch ganz unzureichend ausgebildet war und in dessen Lebensstil und Bewußtsein (mit wenigen Ausnahmen) der Fürst den Vorrang vor dem Bischof hatte, die nahezu ungehemmten Fortschritte der lutherischen Bewegung erleichtert, ja überhaupt erst ermöglicht hat. So verpaßten die deutschen Bischöfe ihre Stunde; denn nachdem die Mehrzahl der Reichsstädte und der Fürsten die Sache Luthers zu der ihren gemacht hatten (nach 1526), war es zu spät. Unter der Ausschaltung der Bischöfe wurden lutherische Landeskirchen und städtisches Kirchenregiment auf- und ausgebaut. Die lutherische Bewegung organisierte und konsolidierte sich, gab sich ein Bekenntnis und schloss sich zu einem militärischen Bündnis zusammen: Die Kirchenspaltung war Tatsache.
Wir wissen heute, daß der innere Spaltungsprozeß, die Formierung der „Konfession“, nicht Jahre, sondern Jahrzehnte gedauert hat. Melanchthon und Calvin nahmen bis an ihr Lebensende für sich in Anspruch, „katholisch“ zu sein; die Anhänger des alten Glaubens wurden als „Papisten“ diffamiert. Das Kirchenvolk hing weiter an seiner Messe und an seinen Heiligen, und die von den lutherischen  Magistraten eingeführten Kirchenordnungen übernahmen vieles Katholische, sogar Prozessionen und Wallfahrten. Der Masse des einfachen Kirchenvolkes kam daher nicht zum Bewußtsein, dass die „Reformation“ keine Reform der Kirche, sondern die Bildung einer neuen, auf anderer Basis errichteten Kirche war. [Wie es mit der Reformation war, so ist es mit der Neo-Reformation.] Rückblickend muss man also festhalten: Durch nichts ist die Kirchenspaltung so gefördert worden, wie durch die Illusion, daß sie nicht existiere. Sie war verbreitet in Rom und vor allem im deutschen Episkopat, bei vielen Theologen, bei der Mehrzahl des Seelsorgeklerus und im Volk.

Und weiter:

Wir sind aber davon überzeugt, daß das Wahre und Gute, das in dem neuen Aufbruch der Kirche auf dem Konzil und durch das Konzil zu Tage getreten ist, nur dann fruchtbar werden kann, wenn es vom Irrtum getrennt wird. Je länger der schmerzhafte Schnitt hinausgeschoben wird [wie gesagt, das war vor 43 Jahren… Dieser Zug dürfte abgefahren sein], desto größer wird die Gefahr, daß wertvolle Kräfte, weil mit dem Irrtum amalgamiert, verloren gehen und dann nicht nur Abspaltung von der Kirche, sondern Abfall vom Christentum sich bei uns ereignen. Je klarer die Bischöfe sprechen, je entschiedener sie handeln, um so größer ist die Chance, die Aufbruchs-Bewegung innerhalb der Kirche zu halten und damit der Kirche zu erhalten. [Der Gegenbeweis ist angetreten: Die Bischöfe haben, in ihrer großen Mehrzahl weder klar gesprochen noch entschieden gehandelt – selbst heute wird die bloße Existenz des Problems immer noch hinter diplomatisch-bürokratischen Floskeln verborgen. Faktisch hat sich längst ein Theologisches Biotop etabliert, das jeglichen Kontakt zum Lehramt verloren hat. Es ist zum Hasenhüttln…]

Zum Abschluss möchte ich den Lesern eine Frage auf den Weg geben: Hat man Luther damals auch zum freundschaftlichen Gespräch eingeladen, um im Stuhlkreis über die Zukunft von Kirche zu lamentieren? Wenn nicht, so wäre für den deutschen Episkopat des 16. Jahrhunderts trotz seines Versagens wenigstens noch ein gutes Wort einzulegen

 

 

Dialog und Schisma

Auf Papsttreu im Pott findet sich ein Teilnehmerbericht vom Dialogtreffen des Bistums Essen in Duisburg. Ich möchte hier einige Kommentare zum Thema abgeben, es lohnt sich jedoch, zuerst den verlinkten Artikel zu lesen.

Wie inzwischen scheinbar üblich fand auch dieses Treffen wieder in einer Kirche vor dem Allerheiligsten statt. Selbstverständlich kümmerten sich die Dialogisten nicht allzu sehr um Jesus oder irgendwelche anderen altmodischen Vorstellungen wie Anbetung oder Verehrung. Das kann auch nicht verwundern, denn unveränderliches Lehramt der Kirche umstoßen zu wollen, deutet nicht gerade auf Respekt vor Jesus und seiner von ihm eingesetzten Kirche hin.

Im Gegenteil: Geht es den Teilnehmern des Dialogprozesses nicht vielmehr um eine „neue Kirche“? Der Eindruck scheint sich unter den Verbandskatholiken, die generell die größten Befürworter des Dialogprozesses sind, immer mehr zu bestätigen. Besonders die Katholische Frauengemeinschaft Deutschlands mit ihren immer extremeren Aktionen, die schon an schismatische Akte grenzen, wie kürzlich die Einleitung einer Unterschriftenaktion gegen unveränderliches Lehramt zum Thema Beihilfe zum Essen des Gerichts für unbußfertige Ehebrecher gezeigt hat. Ich habe den Link, werde ihn aber hier nicht angeben – jeder kann etwa durch Google die Unterschriftenaktion problemlos finden. Hier wird öffentlich Stimmung gegen die Lehre der Kirche gemacht – und das von einer offiziellen katholischen Organisation. Kein Wunder, dass gläubige katholische Vereinigungen wie das Forum deutscher Katholiken inzwischen fordern, die Bischöfe mögen doch bitte überprüfen, ob sich diese radikal-feministische, in ihren Haltungen zu wichtigen Fragen von Theologie und Sittenlehre offen anti-katholische Gruppierung weiterhin „katholisch“ nennen dürfe.

Es gibt dabei nur ein Problem: Stimmt nicht zumindest der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Robert Zollitsch, wie auf diesem Blog schon mehrfach berichtet und kommentiert, der Haltung der „katholischen“ Frauengemeinschaft weitgehend zu? Und sind nicht die anderen Bischöfe sehr zurückhaltend mit Aktionen, die sie in der Öffentlichkeit als offensichtlich katholisch – und stolz darauf – brandmarken könnten? Es ist also nicht damit zu rechnen, dass Bischöfe, von denen selbst die Besseren, wie Bischof Overbeck, einen Dialogprozess mittragen und Veranstaltungen wie die, auf die sich der oben verlinkte Erlebnisbericht bezieht, offensichtlich gutheißen, eine klare Haltung zum immer weiter herannahenden Schisma in Deutschland finden werden.

Wie schon öfters seit mindestens 40 Jahren werden die deutschen Bischöfe sich formal korrekt verhalten, oder von der Korrektheit nur abweichen, wenn es keine Konsequenzen aus Rom zu befürchten gibt, aber weder mit der Kirche fühlen noch mit ihr denken. „Sentire cum Ecclesia“ ist nicht nur an theologischen Fakultäten in Deutschland ebenso fremd geworden wie die Sprache, in der die Sentenz formuliert ist, sondern auch unter den für besagte Fakultäten zuständigen Bischöfen. Sie werden das Nötigste tun, um ein formales Schisma zu vermeiden, aber nicht mehr.

Also wird der Dialogprozess weitergehen, der religiöse Glaube in Deutschland wird weiter verfallen, die Kirche wird langsam aber sicher aussterben.

Auf Papsttreu im Pott wird darauf hingewiesen, dass unter den (wenigen) anwesenden Jugendlichen die meisten eher den Papst und die Kirche in Schutz nahmen. Es ist auch nur zu leicht einzusehen warum: Ich kommentierte auf dem Blog:

Die Kirchendemokraten sterben aus. Sie haben 98% der nachwachsenden Generation davon überzeugt, dass sie sich ihre eigene Wahrheit und ihren eigenen Glauben machen können – die nachwachsende Generation hat das vollkommen verinnerlicht. Wenn sie sich ihre eigene Wahrheit machen kann, dann braucht sie die Kirche ja gar nicht mehr. Warum also die ganze Mühe? Warum sonntags früher aufstehen, warum endlose Sitzungen, warum das ganze Volksbegehren und Aufbegehren, wenn man sich doch einfach seinen eigenen Glauben und seine eigene Wahrheit konstruieren kann, so wie man sie gerade braucht?
98% der nachwachsenden Generation stimmen den Kirchendemokraten völlig zu. Konsequent bleiben sie also aus der Kirche fort – sie vermag ihnen nichts zu bieten, was sie nicht auch woanders bekommen könnten.
Übrig sind die 2% die den Glauben der Kirche weitertragen.
Eine Reinigung im Säurebad, aber eine nötige Reinigung.

Wenn das stimmt, und davon bin ich überzeugt, wäre dann nicht die beste Chance für die katholische Kirche, das ohnehin kommende Schisma zu forcieren, um die verbliebenden Gläubigen zu einer Entscheidung zu zwingen? Ich bin mir nicht sicher.

Einerseits:

Kommt es zum Schisma, dann wird man endlich klar sehen, wer wo steht, wer dem Bischof von Rom seine Treue hält, und wer bloß dem Kanzler in Berlin, wer katholisch und wer deutsch-katholisch sein will. Die meisten Bischöfe würden vermutlich eher zum deutsch-katholischen Lager zählen, ebenso viele Priester, und wenn wir ehrlich sein wollen, auch 90% der katholisch Getauften. Die anderen könnten dann, ohne die lähmende Last bürokratischer Strukturen und mit einem neuen Missionseifer in Unabhängigkeit von einem zunehmend christenfeindlichen deutschen Staat und dem Konformität statt Glaube fördernden Kirchensteuersystem eine Renaissance des christlichen Glaubens in Deutschland einleiten. Sie könnten eine kleine, aber aufgrund ihrer außerordentlichen Treue zur Kirche in Glauben, Sittenlehre und Liturgie starke Kirche in diesem Missionsland sein. Sie könnten eine christliche Kultur im Kleinen leben, und für die vielen Unzufriedenen und vom Modernismus innerhalb und außerhalb der Gotteshäuser enttäuschten Menschen ein Zufluchtsort werden.

Andererseits:

Kommt es zum Schisma, wird die katholische Kirche in Deutschland von ihren derzeit 25 Millionen Mitgliedern mindestens 90% verlieren. Damit entfielen auch Einnahmen in Höhe von mehr als 90% der derzeitigen Einkünfte der Kirche, oder gar mehr, falls die Kirche sich dann entschlösse, keine Kirchensteuer mehr zu nehmen. Damit wäre es nicht länger möglich, ein ausgesdehntes Netz karitativer Vereinigungen oder Mission in anderen Ländern zu unterhalten. Es wäre eine Kirche, die vermutlich gerade genug Finanzmittel hätte, um den Gläubigen die Messe und die Sakramente zu bringen. Und mehr noch, der Verlust vieler Millionen Schäfchen würde das ohnehin gefährdete Seelenheil der Betroffenen noch weiter bedrohen, da außerhalb der Kirche kein Heil ist – ein gewichtiges Argument. Zudem kann man davon ausgehen, da die Reformkatholiken langsam aussterben, dass sich das Problem in 30 bis 40 Jahren von selbst gelöst haben wird. (Father Z nennt das „biologische Lösung“) Je länger ein formales Schisma herausgezögert wird, so könnte man argumentieren, umso schwächer wird die Position der Neo-Reformatoren.

Also:

Ich bin mir aufgrund widerstreitender Argumente nicht ganz sicher, ob ein Schisma nicht gut für die Kirche wäre. Dass es aber irgendwann kommen muss, einfach weil sich Verbandselite und Bischöfe immer weiter von Rom entfernen, daran habe ich keinen Zweifel. Wie auch immer die weiteren Entwicklungen verlaufen werden, wir sollten für alle Verantwortlichen für den Kurs der deutschen katholischen Kirche beten und dabei immer den Wunsch des Heiligen Vaters nach „Ent-Weltlichung“ der Kirche, nach Lösung von weltlicher Gewalt, beherzigen.

Vertrauen wir auf Jesus Christus, nicht auf die weltliche Macht der Gremien.

Erzbischof Zollitsch zum Dritten…

Das inoffizielle Motto des Dialogprozesses...

Das inoffizielle Motto des Dialogprozesses...

[Bild auf Aliveandyoung.net gefunden.]

O hätte er doch geschwiegen – und hätten vor allem seine Verteidiger geschwiegen, so wären sie, nicht Philosophen, so doch gute Katholiken geblieben. Doch so, leider, ein drittes Interview des Erzbischofs, in dem er seine Position richtigzustellen versucht. Einige Zitate aus dem Kath.net-Artikel zum Thema:

Erzbischof Robert Zollitsch wehrt sich gegen den Vorwurf, er wolle die Unauflöslichkeit der Ehe infrage stellen. «Das tue ich ganz und gar nicht», sagte der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz und Freiburger Erzbischof in einem Interview des «Mannheimer Morgen» (Montag).
(…)
In der Seelsorge stelle sich aber die Frage nach einem «theologisch verantwortungsvollen und pastoral angemessenen Umgang. Darüber gilt es offen und unaufgeregt zu beraten.»

Zuerst ist es natürlich zu begrüßen, dass Erzbischof Zollitsch die Unauflöslichkeit der Ehe nicht aufheben möchte – das könnte er auch gar nicht. Doch dann stößt er leider erneut in dieselbe Kerbe, die ich verschiedentlich (Links siehe unten) bereits kritisiert hatte. Man solle einen „theologisch verantwortungsvollen und pastoral angemessenen Umgang“ finden, über den man „offen beraten“ müsse. Das ist allerdings zunächst einmal eine Leerfloskel. Alle Seiten sind sich einig, dass eine Lösung nur theologisch verantwortungsvoll und pastoral angemessen sein dürfe. Hat jemals in der Geschichte der Kirche jemand behauptet, er wolle theologisch verantwortungslos und pastoral unangemessen handeln? Die ganze Frage besteht doch gerade darin, was denn theologisch verantwortungsvoll und pastoral angemessen sei. Da behaupten die einen, man müsse Wiederverheiratet-Geschiedene zur Kommunion zulassen, und andere lehnen dies ab.

Aus der Unauflöslichkeit der Ehe, zu der Zollisch sich anscheinend in dem neuen Interview bekennt, und dem katholischen Eucharistieverständnis folgt allerdings notwendig der Ausschluss von der Kommunion für Menschen, die nach einer zivilrechtlichen Scheidung in eine neue sexuelle Beziehung eintreten. Das ist keine Frage pastoralen Umgangs, sondern zuerst nur theologischer Wahrheit. Wie man diese Tatsache, diese nicht veränderbare Tatsache, pastoral vermittelt, mit wieviel Fingerspitzengefühl man vorgeht, das alles kann offen und unaufgeregt diskutiert werden. Doch die theologischen Tatsachen stehen nicht ständig offen zur Diskussion. Sie sind eben längst Tatsachen, an denen sich weitere Diskussionen zu orientieren haben.

Aber bei aller Kritik am Erzbischof, die hier in den letzten Wochen laut geworden ist, bleibt er weit unter dem was sein Stellvertreter, der Bischof von Aachen Heinrich Mussinghoff, erklärt. Während Erzbischof Zollitsch die Unauflöslichkeit der Ehe wenigstens noch formal unangetastet lassen möchte, strebt Mussinghoff eine vollständige Protestantisierung des Themas an. Kath.net schreibt:

[Bischof Mussinghoff] betonte, dass keine offizielle Zulassung zu den Sakramenten angestrebt werde. In Einzelfällen sollte aber beispielsweise die subjektive Gewissensentscheidung eines Katholiken toleriert werden, die Kommunion zu empfangen. Auch weil Kinder aus diesen Beziehungen nur schwer in den Glauben finden könnten, wenn ihre Eltern dauerhaft nicht zur Kommunion gehen dürften.

(Hervorhebungen von Catocon)

Das geht über die Worte des Erzbischofs von Freiburg deutlich hinaus. Die Zulassung zur Kommunion zur „individuellen Gewissensentscheidung“ zu machen, erkennt den Primat des Gewissens gegenüber der kirchlichen Lehre an. Wenn mein individuelles Gewissen mir sagt, es sei akzeptabel in Ehebruch zu leben und eine Konkubine zu haben, wer ist dann Gott mir Vorschriften zu machen!? Schließlich bin ich doch ein freier, aufgeklärter, moderner Mensch – ich bin emanzipiert von diesen ganzen verstaubten Autoritäten, die mir vorschreiben wollen, was ich zu tun und was zu lassen habe! Wenn ich Ehebruch begehen will, dann nenne ich das „Neue Erfahrungen machen“ und „mich umorientieren“, und das ist doch nichts Schlimmes! Kirche und Gott haben sich aus meinem Leben herauszuhalten! Außerdem gehe ICH zur Kommunion, wann ICH das WILL. NON SERVIAM!

In dem Moment, in dem die subjektive Gewissensentscheidung eines Katholiken bei einem Thema von öffentlicher Relevanz – etwa wenn ein Paar offen im Konkubinat oder in Ehebruch lebt, wie in diesen Fällen häufig – als ausschlaggebend gewertet wird, hat das Lehramt der Bischöfe offiziell abgedankt. Bischof Mussinghoff fordert nichts weniger als eine zweite Reformation – das Primat des Gewissens.

Damit wird abermals ratifiziert, was die Bischofskonferenz schon mit der Königssteiner Erklärung 1968 angedeutet hat. Wir verneigen uns vor dem Zeitgeist, wir sind ein Fähnchen im Wind, keine Kompassnadel, die immer zum Herrn zeigt. Wir lassen alles zu, solange ihr euer Gewissen zu Brezeln verknoten könnt, um euch selbst zu rechtfertigen. Wir glauben an die Rechtfertigung nicht durch Gnade, nicht durch den Glauben, nicht durch gute Werke, sondern durch den menschlichen Willen. Sünde ist keine Sünde, wenn ihr euer Gewissen vorher erstickt habt, und es jetzt alles mit sich machen lässt.

Der Zustand der katholischen Kirche in Deutschland ist allerdings inzwischen so schlecht, dass selbst die Worte von Bischof Mussinghoff noch gemäßigt und katholisch anmuten gegen das was scheinbar in den normalen deutschen Gemeinden alltägliche Praxis ist:

Unterstützung hatte Zollitsch auch von einzelnen Kirchenrechtlern und Moraltheologen erhalten: Der emeritierte Münsteraner [Münster: Das Große Häreticum für alle, ohne Numerus Clausus! – Anmerkung von Catocon] Kirchenrechtler Klaus Lüdicke sagte, schon heute sei es in Deutschland der Normalfall, Gläubigen, die in einer neuen Ehe lebten, die Kommunion nicht zu verweigern. Das solle die Kirche auch amtlich akzeptieren.

Ist das wirklich so? Ich kenne nur eine Gemeinde, und die erst seit kurzem. Wer dort geschieden ist und wer wiederverheiratet, ist mir vollkommen unbekannt. Wenn in Deutschland wirklich allwöchentlich der Leib unseres Herrn entweiht wird, wenn allwöchentlich mit priesterlichem Segen massenhaft bekanntermaßen in schwerer Sünde lebende Menschen zur Kommunion zugelassen werden, dann repräsentiert Bischof Mussinghoff wohl den traditionalistischen Flügel der Kirche. Man sagt, der Fisch stinkt vom Kopf her. Aber was ist, wenn der katholische Fisch gar nicht vom Kopf her stinkt, sondern von den Füßen?

Natürlich ändert sich an der Lehre der Kirche auch dann nichts, wenn 99,9% oder selbst 100% aller dem Namen nach katholischen Gemeinden gegen sie aufbegehrten. Auch ein spontanes Massenschisma der deutschen Gemeinden vermöchte nicht einen einzigen Buchstaben an der Wahrheit verändern, dass zivilrechtlich geschiedene Menschen, die eine neue Sexualbeziehung mit einem anderen Menschen eingehen, in schwerer Sünde leben. Daher ist es auch manifest falsch, was Eberhard Schockenhoff, einer der bekannteren Radikalhäretiker der Schimatischen Kirche Deutschlands, vertritt:

Der Freiburger Moraltheologe Eberhard Schockenhoff sagte, Zollitsch habe die Unauflösbarkeit der Ehe nicht infrage gestellt. Er wolle nur einen barmherzigeren Weg des Umgangs mit Menschen, deren Ehe gescheitert sei [Von sich aus scheitern keine Ehen – das besorgen schon die Eheleute selbst! – Anmerkung von Catocon] . «Man kann von außen nicht jede Entscheidung für eine zivile Zweitehe als objektiv schwere Sünde qualifizieren», fügte der Theologe hinzu.

Doch, Herr Schockenhoff, OBJEKTIV ist es auf jeden Fall eine schwere Sünde. Inwiefern Menschen für dieses Verhalten die Schuld tragen, hängt natürlich von ihrem Kenntnisstand ab. Wer gar nicht über die Lehre der Kirche und die Wahrheit informiert ist, dessen individuelle Schuld ist anders zu bewerten als die Schuld des wissentlichen und willentlichen Überzeugungstäters. Objektive schwere Sünden liegen vor bei Sünden hinsichtlich einer schwerwiegenden Materie. Die Ehe ist als Sakrament der Kirche auf jeden Fall eine schwerwiegende Materie. Ferner muss die Sünde noch wissentlich und willentlich begangen werden, damit die schwere Sünde auch wirklich schuldhaft ist. Jeder Mensch, der in Deutschland eine Zivilehe eingeht, tut dies willentlich – sonst wäre die Ehe ungültig.

Nun kann es immer sein, dass jemand zum Zeitpunkt des Eheschlusses gar nicht über die objektiv schwere Sündhaftigkeit seines Verhaltes informiert war. In solchen Fällen ist die individuelle Schuld natürlich entsprechend zu reduzieren oder gar zu verneinen. Doch spätestens nachdem ein guter Pastor dem betroffenen Paar die Wahrheit ganz pastoral gesagt hat, liegt die Sache klar. Ein weiteres Persistieren in schwerer Sünde kann dann nicht mehr als „unwissentlich“ gewertet werden, sondern nur noch als „wissentlich“. Dasselbe gilt für einen Priester, der in vollem Wissen um die Situation einem solchen Paar die Kommunion spendet. Was mit Hirten geschieht, die zulassen, dass ihre Schäfchen sich „das Gericht essen“, wie Paulus das ausdrückt, die ihre Schäfchen in den Abgrund stoßen, kann man in der Bibel nachlesen. Jesus, soviel möchte ich verraten, hält nicht viel von schlechten Hirten.

Man kann fürchterlich komplizierte Einzelfälle konstruieren, meinetwegen ein Mensch, der nach einer zivilen Wiederheirat vom orthodoxen zum katholischen Glauben konvertiert, mit einer russisch-orthodoxen Frau verheiratet ist (hier wäre prinzipiell die Interkommunion möglich, wenn ich richtig informiert bin), vier kleine Kinder hat usw. Doch solche extrem seltenen Einzelfälle müssen nicht durch individuellen Gewissensprimat der Betroffenen (Mussinghoff), amtskirchliche Anpassung an gängige häretische Praxis (Lüdicke) oder theologische Diskussion im Dalogprozess (Zollitsch) gelöst werden, sondern durch individuelle pastorale Beratungsgespräche auf der Grundlage kompromisslos feststehender dogmatischer Wahrheit.

Ich hatte gehofft, nach den letzten beiden Wochen nicht jetzt schon wieder negativ über unsere deutschen Bischöfe schreiben zu müssen, aber es bleibt nicht aus. Der Papstbesuch scheint in der deutsch-katholischen Landschaft so einige in Unruhe zu versetzen. Da muss man sich dringend noch einmal von Rom absetzen, um nur ja nicht unter die Räder der rapide rollenden Medienmaschine zu geraten. Man will ja ankommen – um jeden Preis.

Links zu früheren Artikeln über die Zollitsch-Interviews:

Erzbischof Zollitsch und die Häresie

Erzbischof Zollitsch und die Häresie: Weitere Stimmen

„Herr Zollitsch und das Zirkuspferd“

Erzbischof Zollitsch legt nach

Links zur leidigen Zollitsch-Debatte

Kirsche in Häute senken, oder so

„Kirche im Heute denken“, so oder ähnlich geht eines der Reizwörter des aktuellen Dialogprozesses. Ich möchte an dieser Stelle allerdings nicht auf dessen inhaltliche Dimension eingehen – die versuchte Unterwanderung kirchlicher Strukturen durch etwas, das einer meiner Kommentatoren als „Fünfte Kolonne“ bezeichnet hat – sondern einen sprachlichen Aspekt beleuchten, der an dem oben genannten Satz sehr gut zu erkennen ist.

„Kirche im Heute denken“ – daran finde ich drei Phänomene bemerkenswert:

1. „Kirche“: Die Verwendung des Wortes ohne bestimmten, aber auch ohne unbestimmten Artikel lässt tief blicken. Selbst wenn die moderne philosophische Auffassung, das Denken werde ausschließlich von der Sprache bestimmt, nicht zutrifft, so bleibt es doch unbestreitbar, dass unser Denken wenigstens von der Art und Weise wie wir zu sprechen und was wir zu sagen gewohnt sind, stark beeinflusst wird. Was drückt jemand aus, der von „Kirche“ spricht? Zunächst einmal meint er nicht „eine Kirche“ – sonst könnte er es ja sagen. Es geht also schon um eine irgendwie näher bestimmte Kirche, nicht bloß um „eine“ oder gar „irgendeine“. Aber er meint auch nicht „die Kirche“ – das vermag man mittels der deutschen Sprache ebenfalls zu artikulieren. Er möchte also auch nicht von „der Kirche“, also der katholischen, sprechen. Was sagt also die Redensart von Kirche ohne jeden Artikel aus? Eine gewisse Unbestimmtheit, die selbst in ihrer Unbestimmtheit wieder unbestimmt ist – die sich nicht einmal soweit bestimmen lässt, dass man von „einer Kirche“ sprechen könnte, kurzum: eine undefinierbare Masse, ein amorpher Haufen Knetmasse, aus dem man machen kann was man will.

Es spielt keine Rolle, ob der Sprecher diesen Effekt intendiert oder nicht – der Eindruck wird durch die Formulierung erweckt, nicht durch die Absichten des Redners. Daher ein Appell an alle Leser: Sagen Sie, wann immer möglich, „die Kirche“, nicht bloß „Kirche“.

2. „Im Heute“: Abgesehen von der halsbrecherischen Ungeschicklichkeit einer solchen Formulierung, die Zweifel an der Sprachkompetenz desjenigen aufkommen lässt, „ob er im Heute Sprache überhaupt mächtig ist“, verbirgt sich hinter dem Wort ebenfalls wieder eine versteckte Grundannahme. „Im Heute“ ist etwas fundamental anderes als „im Gestern“ – was gestern war, soll und kann nicht mehr zählen, da die Kirche ja „im Heute“ gedacht werden soll. Oft wird noch das Wörtchen „neu“ hinzugefügt, was den Effekt weiter verstärkt.

3. „Denken“: Manchmal ersetzt durch „gestalten“, was den nun zu beschreibenden Effekt noch deutlicher macht. Hier wird dem Hörer nämlich ohne jedes Argument die Vorstellung untergejubelt, dass die Kirche etwas sei, das man irgendwie „denken“ oder „gestalten“ oder „machen“ müsse – was der katholischen Lehre von der Kirche Gottes diametral entgegensteht. Nach katholischem Verständnis müssen wir die Kirche nicht „denken“, sondern wir haben sie schon, Gott hat sie erdacht, nicht wir.

Der eine Teilsatz, „Kirche im Heute denken“, transportiert schon mindestens drei versteckte Aussagen: (1) „Kirche“ ist eine amorphe, also formbare Masse, nicht etwas Bestimmtes, (2) „im Heute“ ist etwas anderes als „im Gestern“, also sind fundamentale Reformen notwendig, um „im Heute“ ankommen zu können, und (3) „Kirche“ ist etwas, das WIR denken und machen können, wir können uns „unsere Kirche“ noch unserem Bilde erschaffen.

Das gefährliche an diesen Aussagen ist nun, dass sie eben nicht gesagt werden. Sie bleiben ungesagt, sie sickern unbemerkt in die Köpfe der Sprecher und der Hörer – sie verändern langsam und schleichend die Denkweise, wenn man sich dieser versteckten Aussagen nicht bewusst ist. Für sie wird nicht argumentiert – sie werden als unverrückbare Tatsachen vorausgesetzt und dann baut man mit solchen Formulierungen auf ihnen auf. Formulierten die Dialogisten derartige Sätze offen und ehrlich, so wäre das alles akzeptabel. Man müsste dan Argumente vorbringen, begründen, warum man an Formbarkeit der Kirche, Anpassung an den Zeitgeist, und eine bloß menschlich-erfundene Kirche glaubt, und sich gegebenenfalls mit Gegenargumenten auseinandersetzen. Doch Propagandabegriffe wie „Kirche im Heute denken“ ersparen uns derartige inhaltliche Debatten. Wir können einfach unsere Meinung als Wahrheit darstellen, und dann jeden höflichen Diskurs auf unsere Meinungen beschränken.

Das Perfide an politischer Korrektheit ist genau diese Auswirkung auf das Denken der Menschen: Unliebsame Positionen wurden früher verboten, dann kam eine Zeit, in der man sie mit Argumenten zu bekämpfen versuchte, doch heute werden die Menschen durch Sprache so konditioniert, dass sie unliebsame Positionen gar nicht mehr zu denken vermögen. Ihre Begriffe sind so beschränkt, und zugleich so inhaltsleer, dass damit ernsthaftes Denken gar nicht mehr möglich ist.

Ein ähnlicher Effekt tritt bei dem derzeitigen Dialogprozess in der katholischen Kirche auf. Die verwendeten Worte beschränken bereits den Raum der möglichen mit diesen Worten zu vertretenden Thesen. Von Anfang an ist damit sichergestellt, dass „konservative“ oder „traditionelle“ Stimmen sich gar nicht in der Diktion des Diskurses zu artikulieren vermögen, und dass Stück für Stück diese Mentalität auch in konservative, oder lehramtstreue Kreise einsickert – wie sich hervorragend an einem Gastkommentar von Herrn Püttmann bei kath.net ablesen lässt, über den ich vor einiger Zeit einmal geschrieben hatte. Die verwendeten Formulierungen lassen nur eine gewisse Breite an möglichen Meinungen zu. Diese Formulierungen wachsen im Laufe der Jahre und Jahrzehnte zu einem Denkhorizont zusammen, der freies Nachdenken praktisch unmöglich macht.

Im Bereich der Politik haben wir das schon oft erlebt. Ein sachliches Gespräch über Feminismus, Abtreibung, „Soziale Gerechtigkeit“, Klimaveränderung, Einwanderung, Islam, Heimunterricht, privaten Waffenbesitz, Homosexualität und hundert weitere Themen ist gar nicht möglich, weil diese Themen durch bestimmte eingeschliffene Worte und Satzteile dermaßen ideologisch vorgeprägt sind, dass jede zur Ideologie konträre Äußerung sofort als „extremistisch“ eingestuft wird. Ob „Geschlechtergerechtigkeit“, „Wahlfreiheit der Frau“, „Schere zwischen Arm und Reich“, „Wissenschaftlicher Konsens“, „Fremdenfeindlichkeit“, „Islamophobie“, „Sozialisierung“, „Wildwest“ oder „Angeboren“ – ein sachliches Gespräch ist unmöglich. In der Kirche geschieht dasselbe momentan, so dass wir bald nur noch von „Kirche“ sprechen. Selbst konservative, oder lehramtstreue Katholiken, plappern oft unbewusst diese Floskeln nach, und beteiligen sich damit unabsichtlich an der Verbreitung der oben beschriebenen Irrlehren und der Zerstörung jeder echten Diskussionskultur.

Daher nochmal mein Aufruf: Seien Sie politisch inkorrekt, es ist „die Kirche“, es sind Brüder (fratres) nicht „Brüder und Schwestern“, und es ist auch nicht „unsere“ Kirche, sondern Gottes, daher brauchen wir sie auch nicht neu zu denken, weder „im Gestern“ noch „im Heute“ oder „im Morgen“.

Erzbischof Zollitsch legt nach

Hatte man gerade noch gedacht, das umfassend negative Stimmungsbild aus für die Kirche relevanten Kreisen, von seinem Bischofskollegen Meisner bis zu der seltenen und daher umso deutlicheren und wichtigeren Stellungnahme des Nuntius Périsset (auf die ich hier verwiesen hatte), hätte Erzbischof Zollitsch zum Nachdenken veranlassen können, so wird man durch dieses WELT-Interview leider enttäuscht. Im Gegenteil: Zollitsch legt in dem Interview noch einen drauf, indem er in die Liste seiner durch zeitgeistgerechten Fortschritt zu lösenden Fragen auch noch die Interkommunion einbezieht. So spricht er:

Die Welt: In Deutschland mit vielen konfessionsverschiedenen Ehen wird es als Mangel empfunden, dass es bei der eucharistischen Gastfreundschaft keine Fortschritte gibt und wiederverheiratete Geschiedene von Sakramenten ausgeschlossen sind. Wird der Papst hier ein Zeichen setzen?

Erzbischof Robert Zollitsch: Diese Fragen beschäftigen uns, sie kommen auch in unserem Gesprächsprozess vor. Sie sind dem Papst bekannt. Es sind Fragen, die es theologisch zu durchdringen wie auch pastoral zu bedenken gilt. Allerdings gehe ich davon aus, dass es bei diesem Besuch nicht zu konkreten Aussagen kommen wird, da ist noch einiges zu prüfen. Wir sind an den Fragen dran. Wir wollen sie nicht auf den Sankt-Nimmerleins-Tag verschieben, aber wir brauchen entsprechende Zeit, um das seriös zu lösen.

Das wollen wir doch einmal untersuchen, um herauszufinden, was besagtes Wortgeschwurbel denn nun eigentlich bedeutet: Gefragt, was denn mit der „eucharistischen Gastfreundschaft“ – in diesem Zusammenhang deutlich als Codewort für Interkommunion zu erkennen – sei, könnte man als katholischer Bischof vieles sagen. Man könnte erklären, dass es zwischen der katholischen Eucharistie und dem evangelischen Gedächtnismahl immense Unterschiede gibt. Man könnte klar sagen, dass es nicht um Gastfreundschaft geht, denn die äußert sich nicht in der Eucharistie, sondern eben im Umgang mit Gästen. Wir begrüßen evangelische Christen, aber sie können nicht die Eucharistie empfangen, weil… So hätte man antworten können. Da man als Bischof weiß, dass solche Fragen in Interviews gestellt werden, könnte man sich sogar vorher schon Antworten zurechtlegen, über die Fragen nachgedacht haben sollte ein Bischof ja schon. Unvorbereitet kann es den Erzbischof nicht getroffen haben.

Aber das alles sagt er nicht. Stattdessen erklärt er, das sei ein Thema, über das man beim „Gesprächsprozess“ reden werde, dass zwar nicht so schnell gelöst werden könne, aber für das man eine „seriöse Lösung“ finden werde, wenn man sich die nötige Zeit genommen habe. Das kann nun wieder zweierlei bedeuten. Es ist geschickt genug formuliert, dass man nicht gezwungen ist, eine Kapitulation vor dem Zeitgeist und einen grundsätzlichen Verrat an der Eucharistie darin zu erblicken. Möglicherweise hat er nur gemeint, dass man darüber sprechen werde, warum es keine Interkommunion geben könne, dass man vielleicht neue Wege finden wolle, das Problem durch Erklärung und Katechese zu „lösen“. Aber glaubt das irgendjemand ernsthaft? Da geht ein Erzbischof, der Vorsitzende der Bischofskonferenz zu einem Interview mit einer säkularen Zeitung, im vollen Wissen, dass solche Fragen sehr wahrscheinlich gestellt werden, und antwortet dann so, auf eine Weise, die weder die Lehre der Kirche zum Thema erwähnt, noch erklärt, ja nicht einmal unbedingt konsistent mit ihr ist?

Viel wahrscheinlicher ist die Interpretation, dass der Erzbischof signalisieren wollte, dass er auch diese „Heilige Kuh“ auf dem Altar des Zeitgeistes im Götzendienst zu opfern bereit ist, um sich noch etwas mehr Ansehen und Zuneigung in einflussreichen Kreisen zu erschleichen.

Früher haben die Apostel des Herrn wenigstens noch 30 Silberstücke für diese Art Dienstleistung genommen.

Der Vorsitzende der deutschen Bischofskonferenz – und der ist er nun einmal, auch wenn Kardinal Meisner aufgrund von Zollitschs Häresien lieber zwischen dem „Erzbischof von Freiburg“ und dem „Vorsitzenden der Bischofskonferenz“ unterscheiden möchte – signalisiert in diesem Interview also allen Ernstes, dass man im Rahmen des Dialogprozesses auch über die Interkommunion sprechen und, zu gegebener Zeit, auch eine „Lösung“ für dieses „Problem“ finden werde. Nun, gegeben das Wissen um die Zusammensetzung der Dialogrunden, welche „Lösung“ könnte das wohl sein, wenn nicht die Einführung der Interkommunion, und damit die endgültige Trennung von Rom, das vorsätzliche und vollständige Schisma. Doch das Schisma ist faktisch längst da, auch wenn der Erzbischof es umständlich leugnet:

Erzbischof Robert Zollitsch: Ich persönlich sehe dafür [für ein Schisma; Anm. von Catocon] keine Anzeichen. Es ist richtig: Wir haben eine katholische Bandbreite, in vielen Fragen gehen die Positionen auseinander. Aber das ist nicht die Frage eines Schismas. Wir versuchen, in dieser großen Bandbreite den Weg nach vorne zu finden und möglichst viele dabei mitzunehmen. Es hat immer Katholiken gegeben, die der Kirche eng verbunden waren, und daneben gab es welche, die kein so enges Verhältnis hatten. Das ist ein Element der Volkskirche.

Die Welt: Verfolgt man die Diskussionen über Reformwünsche, drängt sich einem der Eindruck von Richtungskämpfen gerade zu auf.

Erzbischof Robert Zollitsch: Es kommt darauf an, was man unter Richtungskämpfen versteht. Es gibt unterschiedliche Ansichten, das ist richtig und auch selbstverständlich. Wir wollen aber gemeinsam in dieser Kirche leben und wirken.

Hier haben wir das Standard-„Argument“ der Verfallsverwalter im deutschen Episkopat vor uns. Es gibt kein Schisma, wir bleiben alle miteinander im Gespräch, und im katholischen Zelt ist ja Platz für alle, egal was sie so denken und glauben.

Eine kleine Information für diese Zelthäretiker: Ja, im katholischen Zelt ist Platz für alle. Jedem Menschen steht es frei, egal wo er herkommt und was er vorher getan oder geglaubt hat. Volkermörder, Politiker, Abtreibungsärzte, Konzernchefs, Ehebrecher – selbst die Schlimmsten finden ihren Platz im Schoß der Kirche. Im katholischen Zelt ist wirklich Platz für alle, und das Zelt steht jedem offen. Jedem, der denn auch wirklich hinein will. Im katholischen Zelt ist wirklich Platz für alle. Aber nicht alle Plätze sind auch besetzt. Für jeden Menschen ist Platz – aber einige Menschen möchten ihren Platz nicht einnehmen. Sie ziehen es lieber vor, das Gegenteil der katholischen Lehre nicht nur zu praktizieren (das tun wir alle – man nennt das Sünde), sondern zu glorifizieren, für Richtig zu halten. Sie brechen nicht nur das moralische Gesetz, sondern finden „das auch gut so“, um einmal eine öffentliche Figur zu zitieren, die Erzbischof Zollitschs Haltung zu den Grünen teilt. Sie sündigen nicht nur, sondern wollen, dass die Kirche ihre spezielle Sünde als richtig einstuft. Sie wollen nicht ihren Platz im Zelt einnehmen, sondern das Zelt einfach umbauen. Doch das können wir als Katholiken nicht zulassen. Wir heißen jeden Menschen, so sündig er auch sein mag, willkommen. Jeder hat hier seinen Platz. Aber nicht, wenn er das Zelt abbrechen möchte, statt es mit uns gemeinsam als Gemeinschaft der Sünder auf der Pilgerreise zur Heiligkeit zu pflegen, zu schützen, und mit Gottes Hilfe zu verteidigen.

Lieber Erzbischof Zollitsch, das heißt es, wenn wir sagen, im katholischen Zelt sei Platz für alle. Nicht, dass wir den von Gott geoffenbarten Glauben und die aus der natürlichen Vernunft erkennbare, von der göttlichen Offenbarung bestätigte Moral leugnen, vertuschen oder ignorieren, sondern dass alle Menschen von Herzen dazu eingeladen sind, zu uns zu kommen, und sich mit uns auf die Pilgerreise durch die Welt hin zu unserem Schicksal in Ewigkeit zu begeben.

Lieber Erzbischof Zollitsch, ich bin ein ehemaliger Atheist. Einer der Gründe, warum ich über viele Jahre für Sie und alles was Sie als Bischof repräsentieren, an vorderster Stelle die Kirche und ihre Lehre, nur Verachtung empfunden habe, ist genau diese Art der „Einladung“. Wenn das Angebot der Kirche wirklich beliebig ist, wenn es wirklich keinen unverhandelbaren Glaubensinhalt gibt, wenn alles durch „Dialoge“ und „Kompromisse“ auf menschlicher Basis entschieden werden kann, dann vertritt Ihre Kirche nicht Gott, sondern sie tut nur so. Dann ist sie auch nicht glaubwürdig. Dann ist sie bloß ein Haufen von alten Herren, die sich anmaßen, sie wüssten besser was die Menschen brauchen als diese selbst. Dann ist sie wirklich nur die Verwirklichung einer Machtphantasie, wie viele Ihrer Kritiker von atheistischer und kirchenfeindlicher Seite behaupten. Inzwischen habe ich glücklicherweise – allerdings ohne Zutun von Ihnen und Ihrer Bischofskonferenz – den Irrtum meiner Wege eingesehen und eine Umkehr versucht. Ich bin Mitglied der einen, heiligen, katholischen, apostolischen Kirche unseres Herrn geworden, nicht weil ich Stuhlkreise liebe und mehr „Mitsprache“ in „Leitungsämtern“ wünsche, sondern weil ich als Sünder dringend der Erlösung durch Gott bedarf, und die Lehre der Kirche zu diesem Thema der Wahrheit entspricht.

Lieber Erzbischof Zollitsch, in einem liegen Sie jedenfalls richtig: Es hat immer schon Menschen gegeben, die kirchenferner waren als andere, und das liegt in der Natur einer Volkskirche. Doch es gibt verglichen mit früher zwei wesentliche Unterschiede: Erstens gibt es heute keine Volkskirche mehr, da 40% des Volkes eben keiner Kirche mehr angehören. Und zweitens hat man die „Kirchenfernen“ früher nicht zu Bischöfen gemacht.

Doch Seine Exzellenz ist immer noch nicht fertig. Er hat für heute immer noch nicht genug häretische oder zumindest grenzwertige Aussagen getätigt. Hier noch ein Beispiel aus demselben Interview:

Die Welt: In den Erklärungen des Papstes ist immer von „kirchlichen Gemeinschaften“ die Rede, wenn es um den Protestantismus geht. Sie aber sprechen von „Kirchen“. Ein Dissens?

Erzbischof Robert Zollitsch: Wenn ich an Deutschland denke: Die evangelische Kirche versteht sich als Kirche. Und ich respektiere das. Es geht mir nicht darum, um Begriffe zu streiten. Aber letztlich bleibt uns die Frage nicht erspart, wer unter „Kirche“ was versteht.

Immerhin rettet der Erzbischof seine Aussage mit dem letzten Satz noch vor dem gerechtfertigten Vorwurf absichtsvoller Häresie. doch seine Praxis, auf die der Interviewer anspielt, ständig von „den Kirchen in Deutschland“ zu sprechen, oder die evangelische Glaubensgemeinschaft unterschiedlos zur katholischen auch als Kirche zu bezeichnen, ohne überhaupt nur anzudeuten, dass es hier zwei unterschiedliche Arten von Institutionen gibt – eine (und nur eine) Kirche sowie viele religiöse Gruppen, von denen man manche vielleicht aus Respekt vor ihrem (falschen) Selbstbild oder aus diplomatischen Gründen als „Kirche“ bezeichnet.

Direkt darauf angesprochen, dass er diesen wichtigen Unterschied nicht macht, schreckt er dann doch davor zurück, evangelische und katholische Kirche gleichzusetzen. Er beschränkt sich darauf, dies zu problematisieren, indem er auf eine Frage anspielt, die „uns letztlich nicht erspart“ bleibe. Auffällig ist, dass er aber auch hier in keiner Form erklärt, dass es einen echten und bedeutsamen Unterschied zwischen katholischen und evangelischen Institutionen gibt. Selbst direkt auf einen entsprechenden Unterschied in päpstlichen Verlautbarungen angesprochen, verzichtet er auf eine Klarstellung seines zumindest fragwürdigen, möglicherweise häretischen Sprachgebrauchs.

Er schließt zumindest die Deutung seiner Sprachregelung zu „den Kirchen“ auf den religiösen Indifferentismus und Relativismus nicht aus. Er widerspricht ihr in keiner Form, im Gegenteil, seine Worte eignen sich sogar vorzüglich zu einer solchen Deutung. Aber er bekennt sich auch nicht offen und ehrlich zu ihr – was zwar falsch, aber wenigstens noch ehrenwert wäre.

Der Erzbischof beschreitet lieber den äußerstmöglichen Weg der Anpassung an die dumpfe Zeitgeiststimmung, der ohne offenen Bruch mit der Kirche (der EINZIGEN) möglich erscheint. Obschon der Bruch zwischen Kirche und deutschen Bischöfen ziemlich offensichtlich bereits heute vorbereitet wird. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis aus dem faktischen Schisma der deutschen Bischofskonferenz und ihres Vorsitzenden auch ein formales Schisma wird, das sich dann auch kirchenrechtlich niederschlägt.

Eine kleine Scherzfrage mit einem ernsten Kern zum Abschluss: Wenn der kanonische Status der Piusbrüder erst einmal regularisiert worden und das formale Schisma durchgezogen ist, wer wird dann der nächste Vorsitzende der deutschen katholischen Bischofskonferenz? Pater Schmidberger oder Pater Maußen? (letzterer, zumindest seinem Geburtsjahr nach, ein echter „68er“!)

Erzbischof Robert Zollitsch und die Häresie

Herr Zollitsch, der Vorsitzende der Bischofskonferenz der Deutschen Nationalkirche, hat kath.net zufolge die Meinung geäußert, es werde eine „Veränderung in der katholischen Kirche beim Umgang mit wiederverheirateten Geschiedenen“ geben – zu seinen Lebzeiten, d.h. in relativ kurzer Zeit. Warum? Das sei alles eine „Frage der Barmherzigkeit“. In dem Artikel heißt es über Zollitsch:

Er frage sich manchmal, warum es nicht schneller gehe. Manche in Rom „wittern gleich den Glaubensabfall, wenn wir in Deutschland etwas kontroverser diskutieren“. In der Weltkirche zählten Deutsche besonders „überall dort, wo man meint, man brauche Geld“.

Es scheint also seine Auffassung zu sein, dass Wiederverheiratet-Geschiedene grundsätzlich zur Kommunion zugelassen werden sollten, und erwartet daher, dass es in Rom „schneller“ gehe. Es ist ja auch absurd, den Glaubensabfall in einer Kirche zu wittern, in der kaum noch jemand an etwas anderem als dem steten Strom der Kirchenzwangssteuer interessiert zu sein scheint. Nein, nein, wir glauben immer noch an unseren Herrn Mammon, ähm ich meinte natürlich Jesus Christus – man kann sich ja mal versprechen, nicht?

Schließlich, so Zollitsch, sei der geschiedene Katholik Christian Wulff ein hervorragendes Beispiel dafür, dass man „barmherzig“ sein sollte, und „Wiederverheiratet-Geschiedene“ (Fachterminus: unbußfertige Ehebrecher im Konkubinat) zur Kommunion zuzulassen. Und es kann nur um die Zulassung zur Kommunion gehen, anders kann man Herrn Zollitsch nicht verstehen.

Abschließend zeigt Herr Zollitsch noch wessen Geistes Kind er wirklich ist:

Schließlich bezeichnet Zollitsch die Grünen wertschätzend als „eine Partei, in der viele Christen sich beheimatet fühlen“. Er stelle „immer wieder Übereinstimmungen mit christlichen Überzeugungen fest, da hat sich sicher einiges verändert seit den Anfängen der Grünen.“

Kommentar von Catocon:

1. Dass Herr Zollitsch persönlich um sich herum keine Anzeichen von Glaubensabfall wittert, und Rom vorwirft, man sei sozusagen nicht lässig genug im Umgang mit der Glaubenswahrheit, man rege sich viel zu leicht über ein Paar Dialoge und Kontroversen auf, man solle sich in Rom mal entspannen und die guten Bischöfe in Deutschland machen lassen, all dies zeigt sehr gut, was man in Rom mit Glaubensabfall meint. Der Fisch erkennt nicht, dass er nass ist, weil er nichts anderes kennt. Ähnlich ist es mit Herrn Zollitsch und dem katholischen Glauben. Er erkennt nicht den Glaubensabfall, weil er längst selbst nur noch dem Namen nach katholisch ist, keinesfalls aber seinen Handlungen nach. An ihren Früchten sollen wir sie messen…

2. Die ganze Formulierung „Wiederverheiratet-Geschiedene“ ist an sich schon nicht in Einklang mit der Lehre der Kirche zu bringen. Da die Ehe ein unauflösliches Band zwischen Ehemann und Ehefrau konstituiert, ist eine echte Scheidung nicht möglich. Die Unauflöslichkeit gehört zur Natur der Ehe, also kann man sie nicht auflösen. Es gibt keine „Geschiedenen“, nur Ehebrecher. Es gibt keine „Wiederverheirateten“, nur Konkubinen. Wer von seinem Ehepartner ohne seine Schuld verlassen und dann zivilrechtlich auf der Basis ungerechter Scheidungsgesetze in den meisten westlichen Ländern geschieden wird, der kann natürlich nichts dafür. Aber er ist IMMER NOCH verheiratet, da es keine Scheidung gibt. Er ist immer noch zu einem Fleisch mit seinem Ehepartner verbunden. Weitere sexuelle Beziehungen sind daher immer Ehebruch, eine schwere Sünde, und zwar auch dann, wenn es eine zivilrechtlich geschlossene „Ehe“ mit einer anderen Person gibt. Durch den Bestand dieser „Ehe“ gibt die beteiligte, zivilrechtlich geschiedene Person zu erkennen, dass sie in schwerer Sünde zu verharren und zu leben wünscht. Diesem Wunsche ist daher auch grundsätzlich bei der Zulassung zur Kommunion zu entsprechen. Für den Empfang der Kommunion im Stande schwerer Sünde gilt das Wort des Paulus.

3. Die „Zulassung von Wiederverheiratet-Geschiedenen zur Kommunion“ ist daher, in klares, einfaches Deutsch übersetzt, nichts anderes als: Die Entweihung des Leibes unseres Herrn zwecks Besänftigung absichtlich in schwerer Sünde lebender, gewohnheitsmäßiger Ehebrecher. Natürlich würde Herr Zollitsch das so nicht formulieren wollen, aber es ist nichts anderes als dies. Denn die Ehe ist wirklich unauflöslich, Ehebruch wirklich eine schwere Sünde, die Kommunion wirklich der Empfang des Leibes unseres Herrn. Vielleicht glaubt Herr Zollitsch das ja nicht. Doch das sagt uns wieder einiges über den Glaubensabfall der deutschen Bischofskonferenz, die ihn zum Vorsitzenden gemacht hat.

4. Der schwierige Teil in der Debatte um die Zulassung von „Wiederverheiratet-Geschiedenen“ und anderen in schwerer Sünde persistierenden Menschen ist nicht so sehr die inhaltliche Frage – die ist vollkommen klar. Es ist die Vermittlung dieser Wahrheit, die Einfühlungsvermögen und „pastoralen“ Umgang erfordert, aber eben ZUSÄTZLICH zu einer festen, klaren, katholischen Haltung in der Sache.

5. Doch dass Herr Zollitsch längst den Boden irgendeiner an den katholischen Glauben erinnernden Überzeugung verlassen zu haben scheint, zeigt ja schon sein Beispiel: Christian Wulff, so Zollitsch, sei ein Katholik, der „seinen Glauben lebt“ und unter der Situation leide, wie sie ist. Nun ja, man lese einmal diesen Artikel über die Umstände seiner Scheidung. Die beiden Ehepartner, die sich ewige Treue geschworen haben, sind auseinandergegangen, einvernehmlich, weil sie sich „auseinander gelebt“ hatten – mit anderen Worten, weil beiden ihre Ehe nichts mehr bedeutete, und sie sich nach jüngeren oder besseren Aussichten umsehen wollten. An dieser Scheidung ist nicht einmal etwas zu finden, das geeignet wäre eine subjektive psychologische Rechtfertigung zu konstruieren. Man wollte nicht mehr – man trennt sich. Ganz als ob es überhaupt keine Ehe gegeben hätte, ganz als ob die Versprechen vor Gott, die unauflösliche Verbindung zu einem Fleische, nichts zählten. Ganz weltlich, säkular, atheistisch halt, wie alles bei Herrn Wulff – seine Politik, seine Ansichten, sein Verhalten, sein Leben in vorsätzlichem Ehebruch, von A bis Z fernab jeder Katholizität. Seine Seele zu richten ist Gottes Sache, doch sein Verhalten zu loben und zu rechtfertigen, wie Herr Zollitsch es tut, ist geradezu antikatholisch.

6. Dieser Eindruck bestätigt sich noch, wenn man Herrn Zollitschs Einlassung über die Grünen liest. Ich kann mir gut vorstellen, dass Herr Zollitsch und der ZdK-Erfahrene grüne Ministerpräsident von Baden-Württemberg Kretschmann gut miteinander auskommen, und sogar, dass sie ein und dieselbe Weltsicht verbindet. Doch die radikale Homo-Ideologie, die radikale Ablehnung der traditionellen Familie, der Blutrausch bei der Abtreibung und viele Themen mehr mögen Herrn Zollitsch mit den Grünen verbinden – und betrachtet man seine ohrenbetäubende Stille zur Ermordung der Ungeborenen, erscheint das nicht einmal unplausibel – doch sie verbinden nicht die Kirche mit den Grünen, sondern trennen sie voneinander. Und selbst dort, wo es auf den ersten Blick Ähnlichkeiten zwischen Kirche und Grünen geben könnte – etwa im Naturschutz oder im Umgang mit den Armen – da findet man ebenfalls völlig entgegengesetzte Ideen: Die einen wollen totalitäre, am besten global organisierte, bürokratische Zwangsorganisationen, die alle Menschen durch den kräftigen Arm des Gesetzes dazu zwingen, die richtigen Glühbirnen zu benutzen und wenige Kinder zu haben (die ja „Klimakiller“ sind, wie die Umweltschutzmafia behauptet) – die katholische Kirche ist hingegen wie immer auf der Seite der Würde des Menschen, erkennt an, dass es zuweilen, mit sehr guter Begründung, und unter Berücksichtigung des vorrangigen Rechts der natürlichen Familie und des Prinzipis der Subsidiarität, staatliche Eingriffe geben sollte, lehnt aber den Totalitarismus sowohl in seiner roten, als auch braunen oder grünen Form generell ab. Das unterscheidet offenbar die Kirche von Herrn Zollitsch.

7. Der Eindruck entsteht, dass Herr Zollitsch sich nun gänzlich auf die Seite der Verbandskatholiken gestellt hat, die von dieser Seite praktisch geforderte Nationalkirche einzuführen beabsichtigt, und eine vollständige Kapitulation der Kirche Jesu Christi vor der Welt und ihrem Fürsten herbeisehnt. Er wird sie nicht bekommen.

8. Es läge nahe, Herrn Robert „Luther“ Zollitsch einen Halunken zu nennen. Doch dafür habe ich viel zu viel Respekt vor ehrenwerten, gottesfürchtigen Halunken, also lasse ich es sein.

Zum Abschluss noch ein schönes Zitat von Msgr. Nicola Bux:

Es gibt ohne Zweifel eine Form von schleichendem Neogallikanismus, demgemäß einige Teile der Kirche meinen, sich selbst zu genügen und von Rom unabhängig zu sein. Wer aber so denkt, ist nicht katholisch. Die Bischöfe, die dem Papst ungehorsam sind, versetzen sich selbst in eine Situation, in der sie nicht mehr verlangen können, daß ihnen die Priester und Gläubigen gehorsam sind.

Hat er Recht? Es lohnt sich, darüber einmal gründlich nachzudenken…