Lobt-die-Hirten-Woche: Diözesanrat und Dick (Teil 6/6)

Als sechsten Teil der Lobt-die-Hirten Woche, der zugleich den Abschluss dieses Projekts darstellt, hatte ich mir eigentlich vorgenommen, den wohl besten Hirten aus Deutschland hervorzuheben und ihm für seine unermüdliche Arbeit auf des Herrn Weinberg zu danken. Ich verzichte darauf ihn vorzustellen, weil man ihn wohl kennen dürfte:

Dann war ich in einem Kommentar auf einen weiteren guten Hirten aufmerksam gemacht worden, den ich dann auch noch zu erwähnen plante, was ich hiermit tue: Es handelt sich um den emeritierten Weihbischof Klaus Dick, der als erster deutscher Bischof nach dem Inkrafttreten Summorum Pontificum wieder eine öffentliche traditionelle Messe in Deutschland zelebriert hat.

Doch aus aktuellem Anlass werde ich hier über den Freiburger Weihbischof Klug schreiben, welcher sich sehr kritisch gegenüber den Aktivitäten des dortigen Diözesanrates im Gefolge des Papstbesuchs geäußert hatte. Für den Hintergrund verweise ich auf einen Artikel bei kath.net, aus dem ich auch kurz zitieren werde.

Der Diözesanrat hatte sich ausführlich darüber verbreitet, dass man vom Papstbesuch enttäuscht sei. Unter anderem weil der Heilige Vater es gewagt hat, das Vaterunser in der offiziellen Amtssprache der Kirche, Latein, zu beten, weil es keine strenge Frauenquote gegeben habe, und weil es „Unterwürfigkeit“ gegenüber Papst Benedikt gegeben habe. Betrachtet man die Tatsache, dass Gegenpäpstin Julia I. von Freiburg-Avignon sicher nicht besonders unterwürfig war, muss man sich die Frage stellen, was der Diözesanrat denn erwartet hatte? Milizen, die das Gelände stürmen und den Papst wegen Verstoß gegen den Zeitgeist verhaften? Laute „Benedikt raus“-Rufe?

Doch hören wir dazu den Weihbischof Klug: (Hervorhebungen und Kommentare von Catocon, wie immer)

Die Aussprache des Freiburger Diözesanrates über den Papstbesuch sei „keine Sternstunde“ gewesen. Das schrieb der Freiburger Weihbischof Rainer Klug in seinem Leserbrief in der aktuellen Ausgabe des diözesaneigenen „Konradsblatts“. Dies sage er „auch als langjähriges und ehemaliges Mitglied dieses Rates“. (Ich vermute, auf das „ehemalig“ ist er besonders stolz…)

„Die mit Namen dokumentierten Aussagen sind in ihrer Einseitigkeit erschütternd kleingeistig(klare Worte, wahre Worte.), urteilte der Freiburger Weihbischof, sie entsprächen „nicht dem Niveau, das von einem Repräsentativorgan der Katholiken der Erzdiözese erwartet werden muss“. (Zumindest meine Erwartungen hat der Diözesansowjet erfüllt.) (…) Klug bemängelte das Fehlen eines Wortes des Dankes sowohl Papst Benedikt gegenüber, (warum sollte der Diözesanrat dem Papst danken? Dafür, dass er wieder geht? Was ja wohl das einzige ist, worauf man sich beim Papstbesuch gefreut hat.)der uns die große Ehre seines Besuches gegeben hat und der seine Kräfte wahrhaftig nicht geschont hat, um uns zu begegnen und im Glauben zu stärken(wie war das Wort noch: unterwürfig? Wie unterwürfig.), wie auch „für die enormen Anstrengungen der Erzdiözese und den Einsatz der vielen Frauen und Männer in ihren verschiedenen Diensten“. Unter den „100.000 Gläubigen bei der Eucharistiefeier und unter den Jugendlichen bei der Jugendvigil und bei den vielen Gästen in den Straßen von Freiburg“ sei diese Glaubensfreude „mit Händen zu greifen“ gewesen. „Wenn von all dem im Diözesanrat nichts angekommen wäre, hätte er den Kontakt zu den Menschen verloren und sich überflüssig gemacht.(Hier sehen wir mit größter Klarheit und Schärfe das ganze Thema auf den Punkt gebracht. Kein Mensch braucht Diözesanräte – und erst recht nicht, wenn ihre Hauptbeschäftigung darin besteht, taktische Fouls gegen den Papst zu begehen. Einmal gelb, dann gelb-rot, lautet die Regel.)

(…)

Weihbischof Klugs Leserbrief an das bistumseigene Blatt spricht eine klare, deutliche Sprache, die wir in diesem Land öfter brauchen würden. Gerade auch in der katholischen Kirche. Konflikt ist nicht um jeden Preis zu vermeiden – für manche Dinge lohnt es sich zu streiten. Und das Austrocknen des Morasts der Diözesanräte ist eine dieser Sachen.

Advertisements

Ihr wollt Strukturreformen? Könnt ihr haben!

Liebe Reformkatholiken!

Ihr fordert ständig Strukturreformen in der deutschen katholischen Kirche. Ich stimme mit euch überein, dass die derzeitigen Strukturen marode und morsch sind. Lasst uns also mutig im Heute reformieren, um Kirche wieder produktiv für ihren eigentlichen Zweck zu machen.

Hier ein kleiner Denkanstoß für echte Strukturreformen, die, darin sind wir uns einig, dringend erforderlich sind:

1. Abschaffung der Kirchensteuer. Stattdessen sollten alle kirchlichen Unternehmungen durch Spenden der Gläubigen finanziert werden.

2. Auflösung oder wenigstens Neuverhandlung aller Verträge der Kirche mit der Bundesrepublik Deutschland, die die Handlungsfreiheit der ersteren beschränken. (Wenn der Erzbischof von Berlin vor dem Regierenden Bürgermeister einen Treueeid schwören muss, ist das Maß voll. In der Kirche darf es keine Loyalitätskonflikte zwischen weltlicher und kirchlicher Gewalt geben.) Ziel ist umfassende Handlungsfreiheit der Kirche in Deutschland ohne Rücksicht auf weltliche Mächte.

3. Abschaffung von Gemeinderäten, Liturgieräten und allen anderen derartigen Strukturen auf Gemeinde- oder Pfarreiebene. (Idealerweise auch auf Diözesanebene) Stattdessen soll es in jeder Gemeinde eine vom Pfarrer auszuwählende Person geben, die für die notwendige Bürokratie zuständig ist. Der Pfarrer soll sich wieder ganz auf sein „Kerngeschäft“ (Spendung der Sakramente, Verbreitung des Glaubens, bestimmte Arten der Seelsorge) beschränken können.

4. Zusammenlegung von Gemeinden, so dass jeder Priester für genau eine Gemeinde zuständig ist. Weitere Wege für Gläubige sind akzeptabel – man kann ja statt Pfarrgemeinschaften einfach Fahrgemeinschaften gründen.

5. Sicherstellen, dass alle Bischöfe vom Papst bestimmt werden können – keine Vorschlagslisten oder sonstige Methoden zur Verwässerung der Auswahl. Der Papst sollte bei seiner Auswahl nicht von lokalkirchlichen Machtpolitikern eingeschränkt werden können. Gegenteilige Absprachen oder Traditionen sind abzuschaffen.

6. Auflösung der Bischofskonferenzen. Es ist lächerlich, dass, gerade in der globalisierten Welt, die Bischöfe eines Nationalraums faktisch als Einheit gesehen werden. Das Konferenzwesen hat sich nicht bewährt. Jeder Bischof ist für seine Diözese zuständig; wenn alle Bischöfe für alle Diözesen zuständig sind oder auch nur zu sein scheinen, ist niemand mehr für irgendetwas zuständig.

7. Priesterseminare unter Diözesanaufsicht stellen. Alle Priesterseminare müssen vollständig aus den staatlichen Universitäten herausgelöst werden. Stattdessen sollte es eine Handvoll Seminare in Deutschland geben, die direkt von den Diözesen selbst durch Spenden betrieben werden. Nicht jede Diözese braucht ihr eigenes Seminar, da manche kaum Priesteramtskandidaten haben. (Höchstens ein Seminar pro 100 Seminaristen.)

8. Alle Mitarbeiter der Kirche auf Gemeinde- oder Diözesanebene sowie im Bereich der karitativen Tätigkeiten müssen einen speziellen Eid der Treue zu Papst und Lehramt schwören, wenn sie weiter tätig bleiben wollen. Es ist notwendig, dass die katholische Kirche in allen Tätigkeitsbereichen wieder erkennbar katholisch wird – und ohne Einheit mit dem Papst und dem Lehramt ist keine Katholizität zu haben.

Werdet Ihr diese Strukturreformen bei eurem nächsten Treffen diskutieren? Oder wird es wieder nur um diese alten konservativen Zöpfe wie Gegnerschaft zu Zölibat, Priestertum, Kirche und Sakramenten gehen?