Thesen zur traditionellen Messe (3)

These: Der Wegfall des Stufengebets in der Neuen Messe hat maßgeblich zum Verlust der Ehrfurcht vor dem Altar, und mittelbar damit vor dem Opfer Christi, beigetragen.

In der außerordentlichen Form der Messe beten Priester und Altardiener, bevor sie überhaupt zum Altar treten, was selbst in der ehrfürchtigsten und den liturgischen Vorschriften perfekt entsprechenden Messen in der ordentlichen Form nicht der Fall ist.

Dieses Stufengebet drückt, ganz abgesehen von dem konkreten Inhalt, allein schon durch seine äußere Form, Ehrfurcht gegenüber dem Altar aus, an den man nicht herantritt, ohne sich vorher entsprechend vorzubereiten. Doch warum Ehrfurcht vor dem Altar? Weil dort auf dem Altar der Herr selbst in der Messe gegenwärtig wird. Besonders im Kontext der Messe signalisiert ein achtloser Umgang mit dem Altar auch einen achtlosen Umgang mit dem auf dem Altar zu vollziehenden Opfer. Der Priester tritt erst nach dieser betenden Vorbereitung, die mit dem Confiteor ein Bekenntnis der eigenen Schuld enthält, und damit die Unwürdigkeit des Priesters vor dem großen Geheimnis des Glaubens ausdrückt, zum Altar.

Entfällt das Stufengebet, so tritt der Priester direkt zum Altar, nachdem er in die Kirche eingezogen ist, so wie die Gläubigen auch an ihre Kirchenbänke treten, vielleicht noch (wenn man Glück hat) nach einer Kniebeuge. Der Unterschied zwischen der Herangehensweise an eine Kirchenbank und an einen Altar verschwimmt also.

Der Unterschied ist zunächst einer der äußeren Zeichen. Gern wird nun behauptet, die äußeren Zeichen seien irrelevant, weil es in Wahrheit doch auf die innere Haltung ankomme, und ob sie stimme, könne man nicht an äußeren Zeichen ablesen. Und was kann man dagegen schon sagen? Natürlich ist die innere Haltung letztlich das, worauf es ankommt. Und natürlich gibt es genügend Fälle, in denen die äußeren Zeichen korrekt vollzogen werden, ohne dass die innere Haltung dazu passt. Doch diese strenge Trennung der inneren und der äußeren Dimension übersieht einen ganz entscheidenen Punkt.

Wenn jemand innerlich vom Glauben weit entfernt ist, dann werden auch noch so viele äußere Zeichen ihn nicht innerlich verändern. Aber umgekehrt funktioniert es schon: Jede innere Haltung muss sich zwangsläufig auch in äußerem Handeln ausdrücken, weil der Zusammenhang beim Menschen zwischen Körper und Seele, außen und innen, kaum enger sein könnte. Können wir wirklich sagen „X liebt Y“, wenn X dies niemals durch körperliche Handlungen ausdrückt, wenn er sie niemals verliebt anschaut, ihr niemals Blumen schenkt, sie küsst, oder auf welche andere Weise auch immer seine Liebe sozusagen Fleisch werden lässt? Eine rein „innerliche“ Liebe ist steril und vergeht bald von allein.

Jede innere Haltung muss sich in äußeren Zeichen ausdrücken, sonst wird sie im Laufe der Jahre verdorren. Und sie will es auch. Der Liebende will seiner Geliebten Zeichen seiner Liebe entgegenbringen. Und auf die gleiche Weise will der Gläubige auch Gott Zeichen seiner Liebe entgegenbringen. Auch Gottesliebe nicht ohne Zeichen (selbst Gott liebt uns glücklicherweise nicht ohne äußere Zeichen seiner Liebe – nicht ohne die Sakramente).

Die äußeren Zeichen, in denen sich die eigentlich wichtige innere Haltung ausdrückt, sind also ein unverzichtbarer Teil der inneren Haltung.

Doch mehr noch: Auf den Menschen mit offenem Herzen wirkt der Vollzug äußerer Zeichen auch wieder auf die innere Haltung zurück. Wenn wir einen Menschen lieben, und wir ihm ein äußeres Zeichen unserer Liebe entgegenbringen, dann drücken wir damit nicht nur unsere Liebe auf eine für ihn erkennbare Weise aus, sondern wir stärken auch die Liebe in uns. Selbst wenn wir uns gerade nicht danach fühlen, sollten wir das Zeichen dennoch vollziehen, weil es uns an das erinnert, was wir fühlen sollten. Wir sollten unseren Ehepartner lieben, selbst wenn wir gerade sauer auf ihn sind. Also bringen wir ihm die äußeren Zeichen der Liebe entgegen. Meist werden wir nach kurzer Zeit feststellen, dass unser Zorn verflogen und durch eine tiefere Liebe ersetzt worden ist.

Die äußeren Zeichen sind nicht nur notwendiger Ausdruck der inneren Haltung, sondern mehr noch, Stützpfeiler, durch die die innere Haltung gestärkt, vertieft, und zuweilen sogar zurückgewonnen werden kann.

Liebe äußert sich im menschlichen Leben immer durch Rituale, und so also auch die Liebe des Menschen zu Gott (durch Gebete, besonders durch die Liturgie), aber auch Gottes zu den Menschen (besonders durch das allerheiligste Sakrament des Altares, in der Gott im perfekten Ausdruck seiner unendlichen Liebe zu uns, seinen gebrochenen Leib uns zur Speise gibt, aber auch durch die anderen Sakramente). Keine Liebe ohne Ritual, ohne äußere Zeichen ihrer Gegenwart.

Was für die Liebe gilt, trifft auch auf die Ehrfurcht zu, weil Ehrfurcht vor Gott nichts ist als ein Ausdruck der Liebe. Weil wir Gott lieben, wollen wir ihm geben, was ihm zusteht – und ihm gebührt Anbetung, also auch Ehrfurcht. Und so wie wir die besonderen Orte ehren, an denen wir mit geliebten Menschen besondere Augenblicke verbracht haben, so ehren wir auch, auf unermesslich größere Weise, die Orte, an denen wir Gott in einer ganz besonderen Weise begegnen können; der größte dieser Orte ist natürlich der Altar.

Fassen wir also zusammen: So wie äußere Zeichen nicht zusammenhanglos neben der inneren Haltung stehen, sondern vielmehr ihr notwendiger Ausdruck sind, so findet auch die Ehrfurcht vor dem Altar als Ort, an dem Gott sakramental gegenwärtig wird, ihren notwendigen Ausdruck in der speziellen Reinigung und Vorbereitung des Priesters, bevor er zum Altar treten kann.

Und mehr noch: So wie durch den Vollzug äußerer Zeichen eine von uns als richtig und notwendig erkannte innere Haltung gestärkt und zuweilen gar erst hervorgerufen werden kann, so stärkt auch das äußere Zeichen der besonderen Vorbereitung in Form des Stufengebets die innere Haltung von Respekt und Ehrfurcht vor dem Altar Gottes.

Im Umkehrschluss bedeutet das allerdings: Der Wegfall des Stufengebets als äußerem Zeichen schwächt die innere Haltung ebenso wie der Wegfall äußerer Zeichen etwa im Falle der Liebe unter Menschen die Liebe schwächt, und bringt sie auf lange Sicht mehr und mehr zum Verlöschen. Eine nicht mehr ausgedrückte Liebe wird nicht mehr lange bestehen, und eine nicht mehr ausgedrückte Ehrfurcht wird nicht mehr lange ehrfürchtig sein.

In wie viel größerem Maße trifft dies auf das gläubige Volk zu, das Woche für Woche in der Kirche sieht, wie dem Altar nur noch wenige, ziemlich schwache Zeichen der Ehrfurcht entgegengebracht werden, und selbst diese vielleicht noch Ehrfurcht, nicht länger aber innere Vorbereitung und Reinigung des unwürdigen Priesters vor dem heiligen Altare Gottes ausdrücken? In wie viel größerem Maße wird das gläubige Volk zu dem Ergebnis kommen, dass, wenn der Priester nicht mehr der Bitte um Reinigung und der betenden Vorbereitung bedarf, es auch selbst keinen Respekt mehr vor dem Altar zu haben braucht.

Und das führt wiederum zu einem Rückgang von Ehrfurcht und Achtung vor dem heiligen Opfergeschehen, das sich am Altare in der Messe vollzieht, denn wir bringen besonderen Orten besondere Achtung entgegen. Dies heißt aber auch: Orten, denen wir keine besondere Achtung entgegenbringen, sind für uns auch keine allzu besonderen Orte.

Menschliche Haltungen drücken sich durch äußere Zeichen aus – in allen Lebensbereichen, also auch in der Liturgie. Selbst die beste Novus Ordo Messe hat aber kein Stufengebet, und auch kein äquivalentes Zeichen der inneren Reinigung und Vorbereitung auf das Hinzutreten zum Altar.

Es mag andere gewichtige Gründe für (oder vielleicht sogar gegen?) das traditionelle Stufengebet zu Beginn der Messe geben. Doch allein der hier aufgeführte Grund ist gewichtig genug, um die Forderung nach einer Wiedereinführung des Stufengebets zu rechtfertigen, und die informierte Meinung zu vertreten, dass der Novus Ordo in diesem Punkt theologisch ärmer ist, als die traditionelle Messe.  (Doch davon mehr in einer späteren Folge dieser Artikelreihe.)

Pater Deneke über Hand- und Mundkommunion

Ich bin gestern durch einen Kommentar auf einen exzellenten Vortrag von Pater Bernwald Deneke zum Thema Hand- und Mundkommunion aufmerksam geworden. Heute habe ich die Zeit gefunden, ihn mir anzuhören und bin zu dem Ergebnis gelangt, dass er in exzellenter Weise die Gründe für die Mund- und gegen die Handkommunion darstellt. Ich möchte ihn daher allen Lesern dieses Blogs empfehlen – den Befürwortern der Mundkommunion als hervorragende Zusammenstellung guter Argumente, den Gegnern der Mundkommunion als Information über die Argumente der Befürworter und Anstoß zur Reflektion, und erst recht allen, die keine feste Auffassung zum Thema haben, oder es für unbedeutend halten, damit sie sich der Tragweite dieser Frage bewusst werden.

Ferner möchte ich auf das auch in dem Vortrag von Pater Deneke erwähnte Buch des Weihbischofs Athanasius Schneider „Dominus Est“ verweisen, in dem es ebenfalls um die Frage des Kommunionempfangs geht.

Hier nun die Links:

Zum Vortrag von Pater Deneke

Zum Buch von Weihbischof Schneider „Dominus Est“

Mundkommunion: Priester, Protestanten und Canizares

Als ich kurz vor Ostern 2011 ein letztes Mal am Glaubenskurs zur Vorbereitung meines Übertritts in die katholische Kirche teilnahm (ich war der einzige Konvertit, so dass der Kurs eine Art Zweiergespräch zwischen dem Pastor und mir war), ging es unter anderem um die Art des Kommunionempfangs. Ich hatte dem Pastor gegenüber schon mehrfach durchblicken lassen, dass ich in praktisch allen Bereichen traditionelle Normen bevorzuge, und einmal auch schon nach der Mundkommunion gefragt. Da er persönlich nichts dagegen hatte (das wäre ja auch noch schlimmer gewesen, schließlich ist Mundkommunion nicht nur erlaubt, sondern sogar die Norm der Kirche – und Handkommunion die zulässige Ausnahme!), probierten wir beides in einer kleinen Trockenübung aus. Natürlich gab es in unserer Gemeinde keinerlei Vorrichtungen für die Mundkommunion im Knien mehr – man musste sich also direkt auf den Steinboden knien.

Das alles war ja noch halbwegs in Ordnung, doch dann kam es zu einem kleinen Problem: Der Ritus der Messe in der ordentlichen Form sieht vor, dass der Kommunikant nach Empfang des Leibes Christi noch „Amen“ sagt. Und wie soll das bitte geschehen? Mit vollem Mund? Natürlich kann man auch „Amen“ sagen, bevor man den Herrn auf der Zunge empfängt. Aber das erscheint mir wie ein Notbehelf und aus naheliegenden Gründen ziemlich unpraktisch. Im traditionellen Ritus hingegen bleibt der Kommunikant still und empfängt in Andacht und Demut seinen Herrn. Seit dieser Erfahrung in der „Trockenübung“ komme ich nicht umhin zu vermuten, dass dieser Teil des Novus Ordo explizit dazu dient, die Mundkommunion zu erschweren und unpraktikabel zu machen. Ich habe ferner davon gehört, dass schon vor der Einführung des Novus Ordo die Handkommunion, damals noch als echter liturgischer Missbrauch, in vielen Gegenden praktiziert worden sei.

Am nächsten Tag, dem Gründonnerstag, predigte der Pastor „zufällig“ über genau dieses Thema: Mundkommunion oder Handkommunion. (Ich sprach ihn später an, und er erklärte mir, er habe die Predigt größtenteils mit Hinblick auf meine Fragen zum Thema konzipiert – plausibel, denn sonst hat in der Gemeinde absolut niemand ein Interesse an kniender Mundkommunion!) Der zentrale Punkt der Predigt war folgender: Die Mundkommunion ist zulässig, und wer sie nutzen möchte, kann dies tun, aber der Pastor selbst hielt die Handkommunion für symbolisch besonders treffend, da man durch das Stehen mit geöffnet und vor sich hin gestreckten Händen symbolisiere, dass wir „mit leeren Händen“ vor Gott stehen (!) und dies sei ein besonders guter äußerer Ausdruck der korrekten inneren Haltung zum Empfang der Kommunion.

Es versteht sich von selbst, bei solchen Auffassungen und „Argumenten“, dass der Pastor mit keinem Wort die Realpräsenz explizit ansprach (er machte Andeutungen, die man in diese Richtung ausdeuten konnte, wenn man so geneigt war, und widersprach ihr auch nicht, aber er war ziemlich zweideutig in dieser Frage). Alles in allem brachte mir die Predigt tatsächlich ein besseres Verständnis dafür, warum die Anhänger der Handkommunion so denken wie sie denken. Doch von der „Überlegenheit“ der Handkommunion konnte er mich nicht überzeugen. Ich möchte kurz begründen warum:

1. Wir machen eine Kniebeuge vor dem Herrn im Tabernakel, knien vor dem Herrn beim Hochgebet, selbst im Novus Ordo ist das alles so. Offenbar ist also die kniende Haltung in der Liturgie der Kirche die angemessene Form der demütigen Verehrung. Stehend hören wir hingegen das Evangelium, bitten im Kyrie um Vergebung, besingen im Gloria den Ruhm des Herrn und bekennen im Credo unseren Glauben. Wenn also die körperliche Haltung überhaupt etwas bedeutet (und in jeder Form der Liturgie ist das der Fall – unausweichlich, wenn man betrachtet, wie sehr Körper und Seele, Außen und Innen beim Menschen verflochten sind), dann ist offenbar die kniende Haltung angemessen, da der Herr selbst präsent ist.

2. Welche der folgenden Haltungen ist besserer Ausdruck unserer Hilf- und Machtlosigkeit vor dem Herrn: (a) Leere Hände im Stehen oder (b) kniend mit geöffnetem Mund? Erstere erinnert an jemanden, der um Almosen bittet oder bettelt; zweitere erinnert an jemanden, der sich von seinem himmlischen Vater füttern lässt. Ich fürchte, die Sache ist klar. (b) drückt weitaus deutlicher und eindeutiger die angemessene Haltung aus.

3. Der Papst, dessen Liturgien Vorbildcharakter für die Kirche haben, spendet selbst nur die Mundkommunion im Knien.

4. Die Mundkommunion ist jahrhundertelang die einzige Form der Kommunionspendung gewesen, bis sie etwa in den 1960er oder 1970er Jahren durch die Handkommunion weitgehend abgelöst wurde (in der Praxis – theoretisch ist sie immer noch die Norm). Wir leben in einer Zeit, in der die Tradition der Kirche weitgehend zurückgedrängt wird, nicht zuletzt von Kreisen innerhalb der Kirche selbst. Zugleich verfällt die Kirche vor unseren Augen. Dieses Zusammentreffen sollte uns zu denken geben, ob es wirklich eine so gute Idee war, traditionelle liturgische und andere Normen einfach abzustreifen. Die Mundkommunion ist eine dieser liturgischen Traditionen, die aus besseren Zeiten stammen.

5. Spendung des Herrn direkt in die Hand ermöglicht eine Unzahl liturgischer Missbräuche, die nicht möglich wären, erhielte man die Mundkommunion. Es gibt Fälle, bei denen „Gläubige“ die Eucharistie als Souvenir mitnehmen, sie einfach wegwerfen, bewusst entweihen, sorglos mit ihr umgehen, so dass einzelne Partikel auf dem Boden landen und dann zertreten werden (Herr, erbarme dich!) und vieles mehr. Das alles ist bei der Mundkommunion schwieriger.

6. Der Gläubige kann sich durch seine anbetende Haltung und die Tatsache, dass er nicht sofort „dem nächsten in der Reihe“ Platz machen muss (wie bei einer Massenabfertigung), viel besser auf den Akt der Anbetung und der Ehrfurcht konzentrieren. Er muss nicht, während er kommuniziert, einen Fuß vor den anderen setzen, anderen Gläubigen ausweichen usw. sondern kann im Knien andächtig verharren.

Diese sechs Gründe erschöpfen mit Sicherheit nicht die lange Liste der Vorteile der Mundkommunion, aber sie geben doch einen ersten Verdacht, dass die Handkommunion im Stehen in Wahrheit gar nicht dazu dient, „ehrfürchtig den Herrn anzubeten“, sondern den Akt der Kommunion, den Empfang des Leibes unseres Herrn, zu trivialisieren, so wie auch der Rest der Meßliturgie trivialisiert worden ist, und man beinahe schon den Katechismus braucht, um zu erfahren, dass dort ein Opfer stattfindet und worum es sich dabei handelt.

Abschließend möchte ich noch eine Anekdote nicht unerwähnt lassen: Als ich kürzlich mit einem evangelischen Gläubigen sprach, kamen wir zufällig auf das Thema Liturgie und Kommunionspendung. Das evangelische Abendmahl ist ja bloß ein einfaches Erinnerungsmahl, sagte ich, und mein Gesprächspartner stimmte zu. Doch die Katholiken glauben, dass es sich nicht um eine Erinnerung an Jesus handelt, sondern um Jesus selbst, um die Re-Präsentation des Kreuzesopfers. Mein Gesprächspartner konnte mir zwar nicht zugestehen, dass ich mit dieser Auffassung im Recht sei – er blieb bei seiner evangelischen Position des Gedächtnismahls. Er konnte nicht glauben wie die Kirche glaubt, aber sagte in etwa folgendes: „Wenn ich wirklich glauben würde, dass es sich bei diesem Brot um Jesus selbst handelt, dann würde ich vor Jesus niederknien und ihn in aller Ehrfurcht und Andacht empfangen wollen“. Dies war etwa der Sinngehalt seiner Worte. Und wieder einmal fiel mir auf, dass selbst gläubige Protestanten mehr Verständnis für die Tradition der Kirche haben als unsere „fortschrittlichen“ Hirten.

Glücklicherweise scheint sich zumindest in Rom mehr und mehr ein etwas anderer Geist durchzusetzen. Kardinal Canizares, seines Zeichens Präfekt der päpstlichen Liturgiekommisson, und daher keine unwichtige Stimme in solchen Fragen, empfiehlt für die ganze Kirche den Empfang des Herrn kniend und in den Mund.

Jetzt haben also schon die gläubigen Protestanten und die Liturgiekommission in Rom das Prinzip verstanden. Es wird Zeit, dass die deutschen Bischöfe und Priester ihnen folgen und auch zur Besinnung kommen.