Kommunionempfang für „Wiederverheiratete Geschiedene“

Beim Frischen Wind findet sich eine wunderbare Zusammenstellung von Links zu und Auszügen aus relevanten (Lehramts-)Texten, die sich mit der Frage beschäftigen, ob „Wiederverheiratete Geschiedene“ zur Kommunion zugelassen dürfen. Allen Lesern, die wissen wollen, was die Kirche zu dieser Frage genau lehrt, sei die gründliche Lektüre der dortigen Links empfohlen.

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Verankert in der Geschichte

Der allseits geschätzte Pater Deneke von der Petrusbruderschaft weist in einem lesenswerten Beitrag darauf hin, dass der christliche Glaube durch die Auferstehung historisch fest verankert ist. Diese Tatsache versuchen viele christliche Theologen, leider nicht nur aus protestantischer Sicht, zu relativieren. Es wird behauptet, es handle sich bei der Auferstehung natürlich nicht um eine wirkliche historische Tatsache. Ein bekannter Theologe hat einmal gesagt, wenn morgen Jesu Gebeine in seinem Grab entdeckt würden, würde dies seinen Glauben nicht berühren. Offensichtlich glaubt ein solcher Theologe nicht mehr an die wirkliche Auferstehung, sondern hat das Christentum auf eine Sammlung moralischer Platitüden ohne besondere Bedeutung reduziert, und damit auf eine Stufe mit den Thesen anderer moralischer Lehrer wie etwa Konfuzius gestellt. Damit wurde aber der eigentliche Kern des christlichen Glaubens aufgegeben.

Wenn Christus nicht wahrhaft auferstanden ist, wenn die Auferstehung keine historische Tatsache ist, dann ist Jesus nicht der Erlöser, nicht der Christus, und unsere Sünden sind nicht hinweggenommen. Dann ist er nicht unser „Osterlamm“, sondern nur ein beliebiger jüdischer Lehrer, womöglich gar ein Scharlatan, Lügner oder Verbrecher, ganz sicher nicht der Sohn Gottes. Dann ist das höchste Fest der Christen, das Osterfest, nichts als eine große Lüge. Dann sind wir immer noch die alten Menschen. Dann war die Kreuzigung eine Art Missgeschick, letztlich sinnlos, weil nichts damit erreicht wurde.

Die Entmythologisierer, deren Ziel darin besteht, aus dem Christentum eine Art moralische Fabel zu machen, begehen den fatalen Fehler, das Wesen der christlichen Religion vollkommen misszuverstehen. Es gab wahrlich genug bedeutungsschwangere Moralprediger, Zeigefingermenschen, in allen Zeiten. Wenn Christus nicht mehr zu bieten hat, dann verdient er nicht die Aufmerksamkeit irgendeines Menschen, weil er vollkommen irrelevant ist. Wir hatten genug Morallehrer, und wir haben ihre Lehren nicht befolgt. Welchen Unterschied macht ein weiterer von der Sorte?

Der christliche Glaube erhebt den Anspruch, den Menschen von seinen Sünden zu befreien, nicht ihm zu erklären, was eine Sünde ist. Das kann der Mensch auch ohne das Christentum wissen. Dazu braucht er keine Offenbarung, keinen Sohn Gottes, keine Auferstehung und keine Kirche, sondern bloß Herz und Verstand.

Der moderne Theologe begreift viele Details vom christlichen Glauben. Er kennt die Bibel und publiziert scharfsinnige Darstellungen zu seinem wissenschaftlichen Forschungsgebiet. Er sieht viele Bäume, aber keinen Wald. Und er sieht den Wald nicht, weil er in seinem Herzen längst den christlichen Glauben durch einen menschlichen Glauben an die Erlösungskraft des Fortschritts ausgetauscht hat. Er sucht nicht nach Christus, dem Erlöser, sondern nach einer menschlichen Hilfe beim Aufbau einer besseren Welt im Diesseits.

Doch im Diesseits eine bessere Welt aufbauen kann nicht das erste Ziel des Christen sein. Es ist natürlich wichtig, und es ist auch ein Nebenprodukt des christlichen Lebens, dass sich tatsächlich die Bedingungen im Diesseits verbessern, wenn die Menschen den christlichen Glauben leben und daher ihren Nächsten lieben. Doch diese Nebenwirkung ist, selbst wenn sie für sich genommen schön und hilfreich ist, nicht der Zweck des christlichen Glaubens.

Der Zweck des Christentums ist die Erlösung des Menschen, das Paradies im Himmel, nicht das Paradies auf Erden.

Und erlöst werden wir nicht durch die vielen netten Geschichten, die über Jesus erzählt werden, sondern durch das Blut Christi, das für uns zur Vergebung der Sünden vergossen, und von den Theologen vergessen wurde.

Wenn die Auferstehung nicht wirklich passiert ist, dann ist die Messe nicht die Messe, sondern eine gelebte Lüge, weil Christus nicht Gott war. Dann waren seine Wunder nur nachträgliche Erfindungen von Menschen, oder – schlimmer noch – das Werk des Teufels. Dann gibt es keine Realpräsenz, keine leibliche Gegenwart des Herrn, und wir betreiben in jeder Messe Götzenverehrung, wir verstoßen durch die Verehrung eines „Stücks Brot“ gegen das erste Gebot.

Wenn die Auferstehung nicht wirklich passiert ist, dann richten wir unsere Gebete an eine imaginäre Instanz, wir beten im Vaterunser das Gebet eines Scharlatans und Maria ist nicht die Mutter Gottes, sondern nur die Mutter einer bösartigen, gescheiterten Existenz.

Auf der Auferstehung basiert der ganze christliche Glaube, die ganze christliche Theologie, und, was noch viel wichtiger ist, die Erlösung eines jeden einzelnen Menschen aus seinen Sünden und die Hoffnung auf das ewige Heil.

Wer die Auferstehung leugnet, der leugnet Christus, leugnet den ganzen christlichen Glauben.

Doch es gebe ja keine Wunder, so wird gesagt. Diese ganzen Wunder, diesen Aberglauben, das könne man doch heute nicht mehr ernst nehmen. Und also wird alles uminterpretiert, bis es in unsere modernen Vorurteile hineinpasst. Doch die Menschen wussten auch vor 2000 Jahren schon, in der natürlichen Welt gilt „einmal tot, immer tot“, und zwar ausnahmslos. Und dass Jungfrauen keine Kinder gebären. Dazu brauchte niemand die moderne Wissenschaft oder die ausgefeilten Theologien der Neuzeit. Wenn man es damals ernst nehmen und glauben konnte, obwohl man wusste, dass es ein Bruch des natürlichen Laufs der Dinge war, dann kann man es auch heute, und zwar auf dieselbe Weise, als reales, außerordentliches Geschehnis, das für uns die Authentizität des christlichen Glaubens durch die im Zusammenhang mit Christus geschehenen Wundertaten bezeugt.

Der Satz, es gebe keine Wunder, und die daraus folgende Interpretation der Auferstehung als bloß menschliches Ereignis, ist die Folge einer philosophischen Vorfestlegung, nicht einer Einsicht der Wissenschaft. Wer philosophischer Naturalist ist, glaubt nicht an Wunder. Aber sein Nicht-Wunderglaube ist genauso ein Glaube wie der Wunderglaube des einfachen Christen.

Doch durch den Wunderglauben entdeckt der Christ die Wahrheit, während der naturalistische Theologieprofessor sie bestmöglich zu leugnen versucht.

Christus ist wahrhaft und wirklich, historisch, auferstanden, oder das Christentum ist eine Lüge und seine Anhänger entweder verblendete Spinner oder Heuchler.