Grüne für Geschlechtertrennung an Schulen?

Die Schulministerin von NRW, Sylvia Löhrmann von der Wassermelonenpartei (außen grün, innen rot…) hat jetzt an dieser Stelle einmal ein Lob verdient. Der Leser mag sich die Augen reiben. Der erzkonservative Catocon lobt eine grüne Schulministerin? Man mag es wirklich kaum glauben. Doch Wunder gibt es bekanntlich immer wieder, auch wenn moderne Theologen das oft nicht mehr einsehen können. Was ist geschehen?

Das Presseorgan der Dunkelkatholiken, kath.net, schreibt unter Berufung auf die WELT:

Die Schulministerin von Nordrhein-Westfalen (NRW), Sylvia Löhrmann (Grüne), fordert geschlechtergetrennten Unterricht in manchen Fächern. Das meldet die „Welt“.
In Naturwissenschaften, Mathematik oder Informatik könne dies sinnvoll und förderlich sein, wie Studien zeigten: Schülerinnen entwickelten sich in Mädchengruppen in diesen Fächern besser. Es gehe darum, dem „unterschiedlichen Zugang von Jungen und Mädchen zum Lernen gerecht zu werden“, sagte die Grünen-Politikerin.“

Ja, da erkennt eine Politikerin der Genderpartei real existierende Unterschiede zwischen Jungen und Mädchen an! Natürlich lernen Mädchen, gerade in einem bestimmten Alter, besser mit anderen Mädchen, und Jungen mit anderen Jungen. Zudem haben Mädchen und Jungen im Durchschnitt unterschiedliche Begabungen, was eine gesunde Schulpolitik, wie die Ministerin richtig sagt, berücksichtigt werden muss:

„Lehrkräfte müssen darauf vorbereitet werden, dass Mädchen einen anderen Zugang brauchen, um anzubeißen“, sagte Löhrmann. Mädchen bräuchten in der Naturwissenschaft eher einen Anwendungsbezug, müssten wissen, wofür sie es konkret brauchen könnten, während viele Jungen Technik an sich fasziniere.

Wie richtig! Es deckt sich nicht nur mit meiner eigenen Erfahrung, sondern auch mit dem gesunden Menschenverstand und einer realistischen Einschätzung der geschlechtlichen Verschiedenheit zwischen Mann und Frau, die auch in einem christlichen Menschenbild einen wichtigen Platz genießt. Natürlich könnte man an dieser Stelle kritisieren, dass sie weiterhin nur auf den Lernerfolg von Mädchen konzentriert ist, und die gerechtfertigten Belange von Jungen vollkommen ignoriert werden, doch wir wollen an dieser Stelle wohlwollend über Schwächen hinwegsehen, die kaum vermeidlich sind, wenn man von ganz weit her, von weitab des christlichen Menschenbildes, kommt. Doch einen Moment noch! Frau Löhrmann hat sogar hier Einsicht:

„Bei der Leseförderung könnten wiederum Jungen von getrennten Lerngruppen profitieren, wenn Bücher ausgewählt werden, die sie mehr ansprechen.“

Selbst dieser eine Kritikpunkt, den man sonst den seltenen vernünftigen Äußerungen zu Geschlechterfragen bei den Grünen immer noch anzuhängen vermag, die feministische Zentriertheit auf Mädchen, trifft Frau Löhrmanns Worte nicht.

Wenn man das liest, traut man seinen Augen nicht. Ist das eine Ente? Oder hat die grüne Schulministerin das tatsächlich gesagt?

Ein großes Lob für diese klaren Worte von Frau Löhrmann. Es wäre zu hoffen, dass diese mutige Initiative, die sicher seitens der radikalen Feministen auf harsche Kritik stoßen wird, auch umgesetzt wird, und daher Schüler nordrhein-westfälischer Schulen bald in den Genuß dieser neuen Regelung kommen werden. Immerhin wäre das eine gute Entscheidung im Ozean einer sonst immer hoffnungslos angestaubten egalitär-sozialistischen Bildungspolitik der rot-grünen Landesregierung.

Und was sagen die Anhänger eines christlichen Menschenbildes dazu? Nun, der Bundesvorsitzende der Schüler-Union hat sich dazu geäußert. Kath.net schreibt:

„Eine Geschlechtertrennung gehörte vor hundert Jahren zur Schulpolitik, heute ist unsere Gesellschaft schon deutlich weiter“, erklärt Bundesvorsitzender Lutz Kiesewetter die Haltung der Schüler Union in einer Aussendung, und nannte den Vorschlag eine „absurde Idee“.

Na toll! Wie immer ist die „C“DU treu auf Linie orthodoxen Alice-Schwarzer-Feminismus, und überholt jetzt die Grünen noch hinsichtlich des Egalitarismus links. In der Tat ist die Geschlechtertrennung Schulpolitik von vor 100 Jahren, die durch das Aufkommen des Feminismus und den scheinbar endgültigen Sieg des radikalen Egalitarismus seit Jahrzehnten erledigt schien.

Jetzt entdeckt die grüne Schulministerin den Wert dieser durch und durch konservativen Idee wieder, und die CDU hat nichts besseres zu tun, als der Regierung in den Rücken zu fallen, weil die Grünen nicht progressiv genug sind?

Angela Merkel jubelt, während Konrad Adenauer sich wieder einmal im Grab umdreht, wie schon so oft seit seine Partei von rückgratlosen Karrierefanatikern vollkommen unwählbar gemacht worden ist. Das Argument lautet dann immer, man solle die CDU wählen, weil sie das kleinere Übel sei.

Doch wenn das so weiter geht, dann ist sie auch nicht einmal mehr das kleinere Übel, sondern einfach das linientreue Organ der antichristlichen Eliten, verglichen mit der sich sogar hartlinke Feministinnen wie Sylvia Löhrmann noch fast konservativ-traditionell ausnehmen.

Wie gesagt, ein Lob für Sylvia Löhrmann. Und, wie inzwischen üblich, ein Armutszeugnis für die selbsternannten Verteidiger eines „christlichen“ Menschenbiles.

Linksammlung zu Ehe und Familie

Wie dem einen oder anderen Leser vielleicht schon aufgefallen ist, gibt es in der oberen Leiste auf dem Blog jetzt eine neue Seite: Ehe und Familie – Linksammlung. Auf dieser Seite versuche ich eine umfassende Sammlung von Quellen zum Thema Ehe, Familie, Sexualität, Geschlecht usw. aus katholischer Perspektive anzubieten. Derzeit ist die Seite noch im Aufbau und daher sehr unvollständig. Bei Gelegenheit werde ich weitere Materialien hinzufügen. Durch die Sammlung einer Vielzahl von Informationen an einer Stelle erhalten Leser die Möglichkeit, sich und anderen die eigentlich schöne und zutiefst weise Lehre der Kirche zu diesem umstrittenen Thema zu erschließen.

Wenn Sie weitere Materialien kennen, die bisher nicht in der Liste aufgeführt sind, und von denen Sie glauben, dass sie die katholische Lehre zum Thema richtig und gut darstellen, dann bitte ich Sie, von der Kommentarmöglichkeit hier oder auf der Ehe-und-Familie-Seite selbst Gebrauch zu machen, damit die Sammlung verbessert werden kann.

Vielen Dank.

Das moderne Wrack

Ich verstehe nicht viel von Kunst, um das gleich vorweg zu sagen, doch das folgende Bild scheint mir ästhetisch ziemlich ansprechend zu sein, und zugleich irgendwie sehr gut auf die heutige gesellschaftliche Lage und die zukünftigen Aussichten zu passen, die uns bevorstehen, wenn wir nicht umkehren, oder es einen direkten Eingriff von GANZ oben gibt.

Gefunden habe ich es hier. Das Bild ist von William Turner und heißt „The Wreck of the Minotaur“. Es stammt aus dem Jahr 1810.

Doch natürlich geht es mir nicht nur darum, meinen vermutlich nicht vorhandenen Kunstgeschmack zu zelebrieren, oder den Leser auf dieses Bild aufmerksam zu machen, sondern eigentlich um etwas anderes, nämlich den Zustand unserer Gesellschaft. Der Gewohnheitsleser des Blogs wird wissen, dass sein Autor eher zum Pessimismus neigt, um das einmal vorsichtig auszudrücken, zumindest kurz- und mittelfristig. Langfristig wird die Sache natürlich ganz anders aussehen, darüber haben wir als Katholiken recht zuverlässige Informationen, um auch dies vorsichtig zu formulieren.

Doch in den nächsten 10, 20 vielleicht 50 Jahren? Wir haben gesehen, wie stark sich die Welt in 50 Jahren verändern kann. Nur die hellsichtigsten Zeitgenossen waren 1960 in der Lage die nahezu vollständige Zerstörung des sogenannten traditionellen Familienbildes vorhersehen, und selbst dass nur 20 Jahre später in fast ganz Europa und Nordamerika scheinbar zivilisierte Völker die Tötung der schutzlosesten Menschen, der Ungeborenen, legalisiert haben würden, wäre vermutlich den meisten völlig absurd vorgekommen.

Ähnliches gilt für den Kult, und man beachte dieses Wort, denn ich gebrauche es mit Bedacht, der um „alternative Sexualneigungen“ getrieben wird. Generell ist jedes Verständnis für die Tatsache, dass beide Geschlechter (und es gibt nur zwei, nicht zehn oder dreihundertneunundachtzig, egal was die Genderisten uns weismachen wollen) gerade weil sie so wertvoll und großartig sind, verschieden sein müssen, dass diese Verschiedenheit einen guten, lebensspendenden Grund hat, abhanden gekommen. Klar, auch heute würden nur die radikalsten Ideologen die EXISTENZ der Geschlechterdifferenz leugnen. Die Menschen sehen die Differenz, aber sie sehen nicht mehr, dass sie gut und schützenswert ist. Und doch basiert auf ihr die Fortexistenz des Menschen durch natürliche Fruchtbarkeit, und die natürliche Familie aus Mann, Frau und Kindern, auf der wiederum die Gesellschaft unverzichtbar aufbaut. All dies wird in der Theorie und zunehmend auch in der Praxis geleugnet. All dies hätten die Menschen 1960 nicht verstanden.

Ich bin überzeugt, dass ein Zeitreisender aus dem Jahre 1960, selbst wenn man ihm die ganze neue Technik erklärt und er sie verstanden hätte, sich 2010 nicht mehr zurechtfinden könnte. Es hat keinen großen Krieg gegeben, und doch lässt man Kinder nicht bei ihren Eltern, bei Vater und Mutter, verbunden durch den Bund der Ehe, aufwachsen, sondern in künstlichen Anstalten, fernab von der so notwendigen elterlichen Liebe. Es gibt keine immense finanzielle Not, und trotzdem sind Mütter nicht mehr für ihre Kinder, sondern nur noch für den wirtschaftlichen Austausch da (und scheinen das auch noch gut zu finden). Und Männer, die mit einer Frau ein Kind zeugen, heiraten diese nicht mehr, sondern zahlen lieber etwas Unterhalt, und es gibt kaum gesellschaftlichen Druck auf sie. Und selbst wenn sie heiraten, lassen sie sich bald wieder scheiden.

Unser fiktiver Zeitreisender sähe Kirchen, in denen die Lehre der Kirche nicht mehr gepredigt wird, sondern nur noch ihre Leere herbeigeredet. Er sähe eine evangelische Kirche, die inzwischen offen antichristliche Thesen vertritt, die Tötung der Ungeborenen akzeptiert hat. Er sähe eine katholische Kirche, doch er wäre unfähig, sie als solche zu erkennen. Wo ist der Altar? Was macht dieser komische hässliche Tisch da vorn im Heiligtum? Wo ist der Tabernakel? Warum starrt mich der Priester während der Messe an, hat der nichts Besseres zu tun, wie etwa zu Gott zu beten? Warum verschweigt er uns, wenn er an diesem komischen, lächerlichen Redepult da vorne steht, die Hälfte der Wahrheit? Warum erkennt man ihn nicht als Priester, wenn er nicht gerade die Messe liest? Und was machen die ganzen Mädchen am Altar? Warum hält keiner diese anmaßenden Laien auf, die permanent im Heiligtum umherlaufen, als sei es ein Schauspielhaus? Warum gibt es keinen Respekt vor dem Priester? Warum gibt es keine jungen Leute mehr in der Kirche, und wo sind die ganzen Kinder? Warum ist ein Drittel der Katholiken geschieden? Warum geht niemand beichten? Warum hassen viele von ihnen den Papst so sehr? Die Liste seiner entsetzten Fragen ließe sich endlos fortsetzen. Doch man könnte ihm nicht verübeln, wenn er zu dem Ergebnis käme, er hätte sich in der Tür geirrt, da dies offensichtlich nichts mit einer katholischen Kirche zu tun hat.

Vermutlich würde er Sedisvakantist, wenn ihm niemand gründlich erklärte, was wirklich abgelaufen ist.

Die heutige, moderne Gesellschaft ist ein Wrack, sie befindet sich derzeit noch auf hoher See, doch die Felder von Eisbergen werden immer dichter. Und die Kirche, die sie vielleicht aus diesem Moloch befreien könnte, ist intern mit kleinen Streitfragen beschäftigt, die sie seit Jahrzehnten ihres Missionseifers berauben. Irgendwelche anmaßenden Laienvertreter befassen sich mit Dingen, die sie nichts angehen, und viele Priester und Bischöfe leben und predigen, als ob sie sich niemals vor ihrem Schöpfer verantworten müssten. Manche treiben es bis in die Strafbarkeit (etwa beim Missbrauchsskandal), andere sind moralisch weniger verdorben, lassen dafür ihre Schäfchen massenhaft ins Verderben laufen, indem sie Häresien predigen, den Glaubensverfall „pastoral“ begleiten, statt ihn ernsthaft zu bekämpfen (was wirklich pastoral ist, denn der Pastor ist der Hirte, und der Hirte ist dafür verantwortlich, dass die Schafe nicht in den Abgrund stürzen), und nicht den Eindruck machen, als ginge es ihnen um die Wahrheit, sondern nur um Popularität.

Natürlich gibt es gute Priester und Bischöfe, und es gibt gute Laien (und durch das Internet können sie sogar etwas mehr Einfluss gewinnen, und so vielleicht den Niedergang verlangsamen, vielleicht mit viel Glück sogar lokal stoppen oder umkehren). Genauso wie es sie immer gab und immer geben wird. Doch die große Masse der Menschen ist, so unpopulär und „undemokratisch“ das klingen mag, letztlich immer einigen wenigen gefolgt, die sie geführt haben. 99% der Menschen führen ihr Leben nicht nach sorgfältig durchdachten, logischen, zusammenhängenden Prinzipien, aber sie haben Vorbilder, Neigungen, Eltern, eine sie umgebende Gesellschaft, und all dies prägt die Menschen und beeinflusst ihren Willen. Kaum jemand ist wirklich unabhängig von „den Anderen“ und ihren Ansichten – heute im Zeitalter der Massenmedien noch weniger als je zuvor. Langfristig, und ich spreche von mindestens den letzten 400 Jahren, ist die Tendenz der Zersplitterung, des Glaubensverfalls, immer wieder als Sieger aus den Auseinandersetzungen hervorgegangen – das ist die Periode, die Geschichtswissenschaftler unter Moderne zusammenfassen, etwa seit dem frühen 17. Jahrhundert. Und in dieser Periode hat es immer wieder kurzfristige Siege der Kirche gegeben, aber niemals haben diese Siege lange gehalten. Immer war die nächste Flut höher als die letzte, und die Wasser des „Fortschritts“ gingen niemals wieder so weit zurück, wie bei der letzten Ebbe.

War alles, was die Moderne gebracht hat, notwendigerweise schlecht? Nein, es gab auch viele gute Errungenschaften. Technischer Fortschritt hat das Leben vereinfacht und verlängert. Das positive Potenzial dieser Art Fortschritt ist enorm. Aber wofür haben die Menschen es genutzt? Mord, Zerstörung, zwei schreckliche Weltkriege und eine niemals dagewesene Vernichtung ihrer natürlichen Lebensumgebung, der meist so bezeichneten „Umwelt“. Und hat selbst so etwas wunderbares wie ein höheres Lebensalter wirklich nur positive Auswirkungen auf die Seele des Menschen? Oder gibt es nicht die Versuchung, je länger man lebt, dem alten Traum von der Unsterblichkeit mit den Mitteln des Menschen, statt mit denen Gottes nachzuhängen? Und was ist mit Technologien wie dem Automobil? Klar, Menschen können nun weitere Strecken zurücklegen, sie sind flexibler. Das KANN gute Auswirkungen haben. Doch hat es nicht die Zerstreuung von Familieneinheiten über das ganze Land begünstigt, in dem vergeblichen Geiste, man könne einander ja besuchen? Hat es nicht mehr zur Zerstörung echter lokaler Gemeinschaften beigetragen, als kaum eine Erfindung der letzten 200 Jahre? Ähnlich lassen sich Fragen aufwerfen bezüglich aller großen gefeierten technischen Fortschritte außerhalb des strikt medizinischen Bereichs – Handy, diverse Kühltechnologien, und ganz sicher der Computer.

Technik verlängert den Arm des Menschen, noch wofür nutzt er den verlängerten Arm? Das hängt von seiner sittlichen Grundhaltung ab, und die ist noch nie besonders gut gewesen. Die technische Unfähigkeit der Menschen, ihre starke lokale Gebundenheit, ihre kurze Lebensspanne, all dies hat die Fähigkeit des Menschen zum Guten wie zum Bösen immer geschwächt. Für sich ist Technologischer Fortschritt also neutral – doch der Mensch ist nicht neutral; er untersteht zunächst einmal dem Fürsten dieser Welt und ist von der Erbsünde gezeichnet. Auch wir Christen sündigen ständig und tun anderen großes Leid an. Mit den Mitteln moderner Technik multiplizieren wir dieses Leid tausendfach. Wir können auch das Gute multiplizieren, auf dieselbe Weise. Aber es gibt nur so wenige Heilige, und so viele unbußfertige Sünder! Die Schwäche des Menschen ist Gottes Quarantäne – und wir haben sie unterwandert. Doch wir haben unsere Krankheit, die die Quarantäne notwendig gemacht hat, dabei nicht abgelegt, wir haben unsere Seelen nicht geheilt, sondern sie immer kränker gemacht, uns immer mehr berauscht an Gier, Neid, Hochmut, Wollust und ihren Gefährten.

Und selbst heute: Kehren wir um? Es gibt kaum ein Anzeichen, dass ein signifikanter Anteil der Menschen überhaupt erkennt, dass es Grund zur Besorgnis gibt. Wir plappern von großen Bedrohungen, doch verstehen tun wir nichts. Wir können noch so sehr gegen die Banker, Spekulanten, Kapitalisten, Sozialschmarotzer, Ausländer, Moslems, Patriarchen, Reaktionäre, Juden und all die anderen Sündenböcke hetzen – die Schuld tragen wir selbst, mit jeder einzelnen Sünde, mit der wir unseren Erlöser erneut kreuzigen, sein zartes Herz durchbohren, und unsere eigenen Seelen und die unserer Mitmenschen verderben und verführen. Für unsere Missetaten ist niemand verantwortlich als wir selbst – und unsere Missetaten sich wirklich, ernst, und haben schreckliche Folgen in diesem und im nächsten Leben. Doch wer hört das heute noch in Kirchen? Kaum jemand. Und so schlafwandeln wir in den irdischen, zeitlichen Abgrund, aber auch in den ewigen.

Klar gibt es diejenigen, die sagen, alles sei auf dem Weg der Besserung. Selbst der sonst so realistische Fr. Longenecker stimmt in diesem Triumphalismus hemmungslos mit ein. Ja, traditionelle Orden und Priesterbruderschaften haben mehr Nachwuchs, und es mag auch sein, dass unter den heutigen Kirchgängern unter 30 die Einsicht der Papsttreue sich durchsetzen wird oder schon hat. Doch es sind so wenige, und es werden weniger! Und wir leben nun einmal in einer Demokratie, wo die Mehrheit entscheidet, d.h. es entscheidet die Elite, die in der Lage ist, die Mehrheit effektiv zu indoktrinieren. Und diese Elite ist nicht auf unserer Seite und wird es auch in Zukunft nicht sein.

Nein, wir sind nicht auf dem Weg der Besserung, zumindest nicht auf viele Generationen hinaus, zumindest nicht in Westeuropa und Nordamerika. Wir sind vielmehr, und damit komme ich zum Schluss, in der gleichen Lage, wie die Passagiere des oben abgebildeten Schiffs. Es gibt Rettungsboote, und wir werden nicht alle umkommen, aber die Lage ist ernst. Und es bringt nichts, nachdem die Titanic den Eisberg schon gerammt hat, und bereits im Sinken begriffen ist, noch fröhlich auf Deck Liedchen zu pfeifen, wie schön frisch doch der Tag ist, wenn man nicht wenigstens die wirkliche Lage realisiert. die moderne Gesellschaft lebt von Voraussetzungen, die sie selbst nicht hervorbringen kann – sie kann nur von der Substanz aus vormoderner Zeit zehren. Doch diese Substanz ist nicht unendlich, sie wird irgendwann aufgebraucht sein, und dann Gnade uns Gott.

Hörempfehlung: Manche diskutieren über den Verfall der Kultur, oder die „Kultur des Todes“. Anthony Esolen stellt in dieser Tonaufzeichnung eines Vortrags (in englischer Sprache) die Frage, ob wir überhaupt noch eine Kultur haben – und antwortet für die USA mit nein. Doch seine Analyse trifft auch auf uns zu. (Titel des Vortrags: „Is Culture a Thing of the Past?“)

Die kinderfeindliche Betreuungslüge

Durch Zufall stieß ich auf dem Osnabrücker Bistumsblog auf einen Artikel zum Thema Kinderlosigkeit in Deutschland, las ihn, und stellte mir sofort die Frage, warum selbst Katholiken heute so sehr vor einer ernsthaften Betrachtung des Problems zurückscheuen. Stattdessen arbeitet man sich auch auf dem „Bistumsblog“ an den üblichen Orthodoxien der Politischen Korrektheit ab. Beispiel gefällig?

Es gibt ein Betreuungsproblem für Menschen mit Kindern. Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist noch nicht so gut, wie ich mir das wünsche. Ein Elternteil, meist die Mutter, ist durch die Kleinkindphase deutlich im Erwerbsleben eingeschränkt. Oft ist Kinderbetreuung so teuer, dass ein guter Teil der Einkünfte des teilzeitbeschäftigten Elternteils gleich „weitergereicht“ wird.
All das stimmt, erklärt aber nicht die Geburtenrate.

Lächerlich! Es gibt so kein „Betreuungsproblem“, sondern ein Moralproblem, dessen Ursache im sogenannten Feminismus liegt, der frauenfeindlichsten Ideologie, die den Westen jemals heimgesucht hat. Das Problem wird völlig missverstanden – durch ideologische Verblendung missverstanden – wenn man von „Betreuungsplätzen“ und den armen Frauen schwafelt, die in dem Einzigen „eingeschränkt“ werden, was nach der Ansicht der feministischen Ideologen im Leben überhaupt zählt, der Ersatzgottheit Selbstverwirklichung durch abhängige Erwerbsarbeit. Wie sehr dieser Götze die Gedanken selbst scheinbar katholischer Personen beherrscht, kann jeder sehen, der den verlinkten Artikel des Bistumsblogs von Osnabrück liest.

Die Mutter ist durch ihr Kind „in der Kleinkindphase deutlich im Erwerbsleben eingeschränkt?“ Mag sein. Aber warum wird so getan, als ob es sich dabei um ein Problem handelte? Weil eben doch finanzieller Wohlstand mehr zählt, als das Wohl des Kindes? Weil die Mentalität, Kinder als „Last“ zu sehen, als „Einschränkung“, kurzum als Hindernis eben auch in den Köpfen sogenannter Katholiken steckt? Blasen wir unser Hirn einmal von den engstirnigen, rein diesseitigen, glaubensfernen Wohlstandsdünkeln des Säkularismus und der selbstsäkularisierten Kirche frei!

Wenn Wir nun, Ehrwürdige Brüder, Uns anschicken, die Segensgüter, die Gott in die wahre Ehe hineingelegt hat, darzulegen, so kommen Uns die Worte des gefeierten Kirchenlehrers in den Sinn, dessen fünfzehnhundertjährigen Todestag Wir noch vor kurzem durch Unser Rundschreiben „Ad salutem“[10] festlich begangen haben: „Das alles“, so sagt Augustinus, „sind Güter, um derentwillen die Ehe selbst gut ist: Nachkommenschaft, Treue, Sakrament“.[11] Inwiefern diese drei Worte eine klare und erschöpfende Zusammenfassung der gesamten Lehre über die christliche Ehe bieten, setzt der heilige Kirchenlehrer auseinander, wenn er schreibt: „Die Treue will besagen, daß nicht außerhalb des Ehebundes mit einem anderen oder einer anderen Verkehr gepflegt werde. Die Nachkommenschaft, daß das Kind mit Liebe entgegengenommen, mit herzlicher Güte gepflegt und gottesfürchtig erzogen werde. Das Sakrament endlich, daß die Ehe nicht geschieden werde und der Geschiedene oder die Geschiedene nicht einmal, um Nachkommenschaft zu erhalten, mit einem anderen eine Verbindung eingehe. Das hat als Grundsatz der Ehe zu gelten, durch das die naturgewollte Fruchtbarkeit geadelt und zugleich das verkehrte Begehren in den rechten Schranken gehalten werde.“

Soweit Papst Pius XI. in seiner unverzichtbaren Enzyklika Casti Connubii über die durch die Ehe zu erreichenden und anzustrebenden Güter. Und wenn die selbstsäkularisierten Biederkatholiken einmal so richtig schockiert tun wollen, dann mögen sie jetzt in der Enzyklika weiterlesen:

In der Familiengemeinschaft, deren festes Gefüge so die Liebe ist, muß dann auch die Ordnung der Liebe, wie es der hl. Augustinus nennt, zur Geltung kommen. Sie besagt die Überordnung des Mannes über Frau und Kinder und die willfährige Unterordnung, den bereitwilligen Gehorsam von seiten der Frau, wie ihn der Apostel mit den Worten empfiehlt: „Die Frauen sollen ihren Männern untertan sein wie dem Herrn. Denn der Mann ist das Haupt der Frau, wie Christus das Haupt der Kirche ist.“[32]

Die Unterordnung der Gattin unter den Gatten leugnet und beseitigt nun aber nicht die Freiheit, die ihr auf Grund ihrer Menschenwürde und der hehren Aufgabe, die sie als Gattin, Mutter und Lebensgefährtin hat, mit vollem Recht zusteht. Sie verlangt auch nicht von ihr, allen möglichen Wünschen des Mannes zu willfahren, die vielleicht unvernünftig sind oder der Frauenwürde weniger entsprechen. Sie ist endlich nicht so zu verstehen, als ob die Frau auf einer Stufe stehen sollte mit denen, die das Recht als Minderjährige bezeichnet und denen es wegen mangelnder Reife und Lebenserfahrung die freie Ausübung ihrer Rechte nicht zugesteht. Was sie aber verbietet, ist Ungebundenheit und übersteigerte Freiheit ohne Rücksicht auf das Wohl der Familie. Was sie verbietet, das ist, im Familienkörper das Herz vom Haupt zu trennen zu größtem Schaden, ja mit unmittelbarer Gefahr seines völligen Untergangs. Denn wenn der Mann das Haupt ist, dann ist die Frau das Herz, und wie er das Vorrecht der Leitung, so kann und soll sie den Vorrang der Liebe als ihr Eigen- und Sonderrecht in Anspruch nehmen.

Grad und Art der Unterordnung der Gattin unter den Gatten können sodann verschieden sein je nach den verschiedenen persönlichen, örtlichen und zeitlichen Verhältnissen. Wenn der Mann seine Pflicht nicht tut, ist es sogar die Aufgabe der Frau, seinen Platz in der Familienleitung einzunehmen. Aber den Aufbau der Familie und ihr von Gott selbst erlassenes und bekräftigtes Grundgesetz einfachhin umzukehren oder anzutasten, ist nie und nirgends erlaubt.

So, nachdem die Feministen und Säkularisten unter meinen Lesern jetzt sicher kurz vor einem unkontrollierten Wutanfall oder einem Herzinfarkt stehen, möchte ich jetzt einmal fragen: Wo kommt hier bitteschön irgendetwas, und sei es auch nur in einem Nebensatz, vor, das auch nur irgendwie andeutet, dass es eine unangenehme „Einschränkung“ für die Mutter eines Kindes sein könnte, wenn sie sich auch tatsächlich um die von ihr gezeugten Kinder kümmert, statt sie bei erster Gelegenheit in fremde Hände zu geben, nur damit sie wieder ihre Hände frei für die Dinge hat, die ihr offensichtlich (durch ihr Handeln bezeugt) wichtiger sind als das neue Leben, das Gott ihrer Familie geschenkt hat?

Wo ist die absurde, modernistische Auffassung, es sei beklagenswert, dass es nicht genug Ablagehalden für Kleinkinder gebe und die vorhandenen zu teuer für viele seien, hergekommen? Aus dem Schoße der Kirche? Welcher Papst, welches lehramtliche Dokument, hat jemals gelehrt, es sei gleichermaßen die Aufgabe der Mutter wie des Vaters Geld zu scheffeln? Nur, damit wir uns nicht falsch verstehen: Es gibt Situationen, in denen es nicht anders geht, als dass Vater und Mutter beide ihre Kinder zurücklassen müssen, um ihnen das physische Überleben zu sichern. Aber das gibt es in Deutschland und Westeuropa eben so gut wie nicht! Niemand muss in diesem Lande von einem Einkommen hungern (und wenn doch, dann hat er seine Prioritäten falsch gesetzt). Denn einmal keinen Urlaub machen zu können, oder nur einen Gebrauchtwagen zu besitzen, das ist keine Armut, sondern Wohlstandsgemecker. Armut ist hierzulande relativ – und zwar relativ zu den eigenen Vorstellungen und Ansprüchen.

Doch die ewige „drängt die Frauen in den Beruf“-Arie, jene ewige Leier des Großkapitals zwecks Drückung der Löhne und des Zentralstaats zwecks antikatholischer Indoktrination und Verbildung möglichst vieler Kinder in möglichst frühem Alter, ist nur die Folge einer viel tieferen Krankheit. Der Westen leidet unter einer tiefgreifenden Geschlechterverwirrung, so dass Mann und Frau praktisch als austauschbar erscheinen. Feminismus ist nichts anderes als die Idee, dass Frauen von Männern unterdrückt würden, wann immer sie nicht dieselben Dinge auf dieselbe Weise tun wie Männer. Geht der Mann arbeiten und sieht seine Kinder nur noch nach Einbruch der Dunkelheit, und die Frau nicht, dann sehen die Feministen dies als „Ungleichheit“ und „Benachteiligung der Frau“. Hier sieht man, wie die Rolle des Mannes vom Feminismus zum Ideal erhoben und die Frau als minderwertige Kopie gesehen wird – denn die Frau muss scheinbar immer den Mann nachäffen. Doch das hat die Frau nicht nötig, denn in Wahrheit sind Mann und Frau ihrer Würde nach gleich, Abbilder des einen Gottes. Und gerade deshalb haben sie unterschiedliche Stärken und Schwächen, unterschiedliche Fähigkeiten, und, daraus folgend, logischerweise auch unterschiedliche Funktionen in Familie und Gesellschaft.

Wie Pius XI. es hinreißend suggestiv und zugleich absolut treffend ausdrückt: Der Mann als Haupt und die Frau als Herz der Familie. Kopf und Herz sind beide absolut notwendige Teile des ganzen Körpers. Sie besitzen die gleiche Würde. Aber sie sind eben gerade nicht gleich – und wären sie gleich, so könnte der Körper nicht funktionieren. Beide haben eine wichtige, unersetzliche Funktion, aber nicht die gleiche Funktion. Und wenn das Herz versucht, so zu werden wie der Kopf, dann wird es seine Funktion nicht mehr erfüllen, und der Körper wird sterben. Ebenso, wenn der Kopf versucht, die Funktion des Herzens auszufüllen. Auch hier wird der Körper sterben. Beide sind – in ihrer wunderbaren Verschiedenheit – notwendig.

Exakt dasselbe gilt auch für die Familie. Die Mutter und der Vater sind beide absolut notwendig – keiner von beiden ist verzichtbar. Jedes Kind braucht einen Vater und eine Mutter. Doch auch Vater und Mutter sind nicht gleich, nicht austauschbar. Im Idealfall erfüllt der Vater seine Aufgabe und die Mutter ihre. Die Mutter, das Herz der Familie, hat in der Regel eine besondere Beziehung zu ihren Kindern – immerhin trug sie sie neun Monate unter dem Herzen. Der Vater steht in dieser Beziehung immer etwas außerhalb, aber auch er hat seine unersetzliche Funktion. Er wacht über die Sicherheit und das Wohlergehen dieser engsten Mutter-Kind-Paarung. Das bedeutet in der Erwerbsgesellschaft, dass er für die finanzielle Sicherung vornehmlich verantwortlich ist – und die Mutter eben nur im Notfall. Ist das eine Ungleichheit? Ja, natürlich. Und das ist auch gut so. Denn nicht jede Ungleichheit ist auch eine Ungerechtigkeit. Im Gegenteil – manche Ungleichheiten sind absolut notwendig für die Gerechtigkeit und sogar den Fortbestand der Familie:

Denn wohin die Alternative zu dem hier beschriebenen Familienmodell führt, kann jeder sehen, der sich in Westeuropa umschaut. Es gibt kaum noch Kinder – warum sollte man auch Kinder zeugen? Durch die Verbreitung künstlicher Empfängnisverhütung ist längst in die Köpfe der Gedanke des Kindes als Luxusgut eingezogen (auch wenn sich die üblichen Verdächtigen mit Worten so nicht ausdrücken würden, sie beweisen es durch ihr Tun). Und es fällt auf, dass der Artikel aus dem Bistumsblog die Themen Verhütung und Abtreibung mit keinem einzigen Wort auch nur erwähnt – denn der Autor scheint ja die Auffassung der Feministen vollauf zu teilen, dass man sich Kinder in besonders passenden Momenten des Lebens „anschafft“, wenn sie gerade nicht so sehr stören (sie die Mutter nicht so sehr „einschränken“). Es gibt keinen Grund für Kinder mehr. Warum soll eine Frau sich denn auch eine Schwangerschaft antun, wenn sie ohnehin das Kind so schnell wie möglich wieder an staatliche oder private Verwahranstalten abtreten will, auf dass sie bei den für sie wirklich wichtigen Dingen nicht gestört werde? Warum sollte man Kinder wollen, wenn durch die mutwillige Vernichtung der Ehe und der traditionellen Familie in den letzten 50 Jahren eine Situation entstanden ist, in der man schon am Tag der Hochzeit praktisch auf die kommende Scheidung in einigen Jahren wetten kann? Warum sollte man eine Familie gründen wollen – eine Familie im katholischen Sinne, im Einklang mit der Sittenlehre der Kirche – wenn man ganz offenbar irdische Güter der „Selbstverwirklichung“ höher bewertet als das Gut des Herrn? Eine Familie zu gründen und Kinder aufzuziehen ist schwere Arbeit, wenn man sich Mühe gibt. (Es ist auch keine „Halbtagsstelle“, die man mit Beruf und Karriere „vereinbaren“ müsste.)

Es ist in diesem Zusammenhang auch nicht verwunderlich, dass die Gerichte und die Politik mehr und mehr aktiv gegen die wenigen noch verbliebenen traditionellen Familien mit rechtlichen Mitteln vorgehen – wie bei dem neuesten Skandalurteil des Bundesgerichtshofs gut zu erkennen, über das der Predigtgärtner geschrieben hat.

Doch das Problem sind nicht die Gerichte und die Politik. Sie passen sich nur der herrschenden Mentalität an. Jedes Volk bekommt die Regierung, die es verdient. Der Satz ist zumindest in Wahldemokratien immer und ausnahmslos wahr. Wir haben eine familienfeindliche Regierung, weil die Mehrheit der Wähler (und scheinbar selbst der Bistumsblog von Osnabrück) das Konzept der (traditionellen christlichen) Familie als in sich hinderlich und diskriminierend begreift. (Nicht expressis verbis, aber die entsprechende Mentalität scheint durch). Klar, manche bekommen immer noch Kinder. Und einige von ihnen sind sogar noch verheiratet und bleiben es auch. In der Praxis ist das alles richtig. Doch die Mentalität spricht Bände. Unhinterfragt bleibt es stehen, dass wir ja mehr „Betreuungsplätze“ bräuchten, und diese auch preiswerter sein müssten. Wollen wir wirklich starke Familien? Wie wäre es mit folgendem Programm:

1. Abschaffung sämtlicher staatlicher Förderungen für sog. Betreuungsplätze vor dem sechsten Geburtstag des Kindes.

2. Abschaffung der diversen Scheidungsliberalisierungen der letzten 60 Jahre, idealerweise totales Scheidungsverbot.

3. Totales, ausnahmsloses Verbot der Abtreibung, Künstlicher Befruchtung und sonstiger lebensfeindlicher Praktiken. Verbot von Verhütungsmitteln mit potenziell frühabtreibender Wirkung.

4. Abschaffung aller Privilegien für homosexuelle Paarbeziehungen, so dass die Ehe wieder als einzige staatlich privilegierte Lebensform besteht.

5. Abschaffung aller sog. Gleichstellungs- oder Frauenförderungsgesetze. Abkehr vom Gender Mainstreaming – falls die EU sich dagegen wehrt, notfalls austreten.

6. Streichung aller Fördermittel und Werbekampagnen, inklusive schulischer Sexualisierungspropaganda (sog. Sexualunterricht), für Verhütung, Abtreibung und außereheliche Sexualität.

Doch diese Vorschläge könnten in Deutschland niemals umgesetzt werden, niemals auch nur diskutiert werden, und fänden sicher auch nicht die Zustimmung der Mehrzahl der deutschen Katholiken, oder auch nur Bischöfe. Warum nicht? Eben weil sie alle die Mentalität der Welt übernommen haben, weil sie alle sich selbst säkularisiert haben, weil sie alle eine generelle Abkehr von traditioneller katholischer Sittenlehre vollzogen haben, um damit den Reichen und Mächtigen zu gefallen.

Abschließend noch ein Zitat vom Bistumsblog:

Ich glaube, dass die Kinderzahl einer Gesellschaft davon abhängt, wie hoch die Bereitschaft ist, von eigenen Interessen abzusehen, um sich stattdessen intensiv um das Wohl anderer zu kümmern und wie sehr Werte wie Treue und Verbindlichkeit verwirklicht werden.
Beide Faktoren werden klassischerweise von Religionen gestärkt.
Das könnte erklären, warum im Osten Deutschlands die Kinderzahl besonders niedrig ist und warum religiöse Menschen signifikant mehr Kinder haben.
Ich selbst jedenfalls deute die Herausforderungen und Geschenke unseres Familienlebens durchaus spirituell und erlebe meine Religion als stärkend.

Hängt die demographische Krise auch mit der schwindenden religiösen Verwurzelung unserer Gesellschaft zusammen?

Dies ist das Fazit des Artikels vom Bistumsblog. Hier scheint wenigstens in halb vergessener Form etwas auf, das schon einmal neben einer religiösen Idee gelegen hat. Doch selbst sie wird säkularisiert vorgetragen. Die Rede ist von „Werten wie Verbindlichkeit und Treue“. Wie bitte? „Werte wie Verbindlichkeit und Treue“!? Erst zerstört man durch vorsätzliche Selbstsäkularisierung die Grundlage für sittliches Handeln, und verschanzt sich dann hinter den wenigen noch verbliebenen Restchen der Sexualmoral? Man kann schon verstehen, warum Atheisten diese Art von Moralgerede als Bigotterie sehen. Wenn die Welt mit ihrem Feminismus und ihrer „sexuellen Befreiung durch Todsünde“ doch im Wesentlichen Recht hat und traditionelle Sexualmoral und die aus ihr folgende Kinderschar tatsächlich als – wie war das Wort noch? – „Einschränkung“ gesehen wird, warum soll man dann noch leere Werthülsen wie „Treue“ oder „Verbindlichkeit“ befolgen? Wenn Sexualmoral doch das ist, was immer mir gerade gefällt und mich nicht „einschränkt“ – wie in die Kirche in Deutschland seit ihrem Verrat an Humanae Vitae durch die häretische Königsteiner Erklärung in der Praxis lehrt (und betrachtet man die diversen Missbrauchsskandale auch erscheckend oft selbst umsetzt)?

Wenn Sexualmoral unwichtig ist und verschwiegen wird, wie es regelmäßig seit 1968 geschieht, warum wird sie dann plötzlich wichtig, wenn es um die spießbürgerlichen sentimentalen Wörtchen von „Verbindlichkeit“ und „Treue“ geht? Treue? Wie lange? Bis zur Scheidung? Wie sollen sich die Ehepartner auch aufeinander verlassen können, wenn Scheidung zum Normalfall geworden ist? Verbindlichkeit? Da ist es genauso. Treue und Verbindlichkeit gelten entweder lebenslang oder gar nicht. Und lebenslang bedeutet dann auch die Zeit VOR der Ehe. Doch wenn sie lebenslang gelten sollen, dann gibt es keine Scheidung, folglich – abgesehen von Witwen – auch keine in positivem Licht erscheinenden „alleinerziehenden Mütter“. Und Verbindlichkeit kann es nur geben, wenn man offen zum Leben hin ist. Denn wie „verbindlich“ ist es, die Pille zu nehmen, und dadurch stillschweigend zum Ausdruck zu bringen, dass man sich ja alle Optionen offen halten muss? Denn will man wirklich bei seinem Ehemann oder seiner Ehefrau bleiben, und wirklich an Gott glauben und auf seine Hilfe vertrauen, dann braucht man keine Verhütungsmittel, sondern noch einen Kinderwagen.

Das Problem der Kinderlosigkeit hat also nicht das Geringste mit angeblichen „Betreuungskosten“ zu tun. Es hat zu tun mit der Dekadenz einer übersättigten Luxusgesellschaft, mit dem totalen Verfall christlicher Sexualmoral – einem Verfall, der von der Kirche mitbetrieben wurde und wird, sowie mit der Tatsache, dass jährlich weit über 100000 ungeborene Kinder im Mutterleib umgebracht werden.

Und am Ende noch ein Syllogismus:

1. Prämisse: Wirklich gläubige Menschen haben signifikant mehr Kinder.

2. Prämisse: Moslems haben signifikant mehr Kinder als der Durchschnitt, Katholiken nicht.

3. Konklusion: Moslems glauben wirklich, Katholiken nicht.

Erschreckend, aber oft genug wahr.