Von der „relativen“ Armut Deutschlands

Als ich mir am vergangenen Sonntag eine SPD-Parteitagsrede Predigt zum Thema Caritas und Soziale Gerechtigkeit anhören durfte, ertappte ich mich dabei, wie mir die Melodie der „Internationalen“ durch den Kopf ging. Irgendwie passte die Melodie ganz gut zur Predigt.

Soziale Gerechtigkeit, so nahm der Laie an diesem Sonntag mit nach Hause, ist hauptsächlich über real existierende statistische Gleichheit hinsichtlich ökonomischer Maßzahlen zu definieren. Diese statistische, ökonomische Gleichheit soll durch staatliche Umverteilung erreicht werden, und wer dagegen aufbegehrt, ist unsozial und unchristlich. Natürlich kann und soll auch nach Auffassung des Diakons, der die Predigt gehalten hat, zusätzlich zur staatlichen Umverteilung noch so etwas wie nachbarschaftliche Hilfe stattfinden, aber selbst diese wurde nahezu ausschließlich im Kontext institutionalisierter katholischer Sozialverbände gesehen.

Von einem einzigen Satz abgesehen wurde nicht-institutionelle, unbürokratische Hilfe überhaupt nicht angesprochen.

Das Problem „soziale Gerechtigkeit“ kam im Kontext der Armutsdiskussion auf. Ein schrecklich hoher Prozentsatz der Deutschen gilt ja bekanntlich als arm. Und Armut macht krank, Armut tötet, reduziert die Partizipation am Bildungswesen usw. Die Armut, so die Aussage der Predigt, müsse unbedingt bekämpft werden. Der Diakon schilderte freundlicherweise, wie schrecklich Armut sein kann. Wenn die Menschen nicht genug zu essen haben, wenn sie kein Obdach haben und im Winter erfrieren müssen, und wenn der Zugang zu ganz elementarer medizinischer Versorgung fehlt.

Dass diesen Menschen unbedingt geholfen werden muss, und dass dies in einer weitgehend heidnischen Gesellschaft wohl nur durch staatliche Hilfe funktionieren wird, dürfte unstrittig sein.

Nur sollte man nicht vergessen – wie es in der Predigt leider geschah – dass diese Form existenzieller Armut etwas ganz anderes ist, als die „Armut“, von der in Deutschland über 15% der Menschen betroffen sind.

Das ist der Unterschied zwischen „absoluter“ und „relativer“ Armut. Absolute Armut liegt vor, wenn jemand nicht satt wird, kein Obdach hat oder an einfach heilbaren Krankheiten stirbt, weil er sich die Behandlung nicht leisten kann. Solche absolute Armut ist in der Welt extrem verbreitet, aber in Deutschland, dieser Insel des ökonomischen Reichtums, ist sie glücklicherweise sehr selten. Relative Armut ist eine statistische Maßzahl, die am Durchschnittseinkommen gemessen wird. Wer weniger als z.B. 60% des Durchschnittseinkommens (Medianeinkommens) verdient, der gilt als arm. Und zwar unabhängig davon, ob das Durchschnittseinkommen in einem Land bei 50 oder 5000 Euro im Monat liegt.

Wer in Deutschland in den Armutsstatistiken auftaucht, der hat weniger als einen bestimmten Prozentsatz des Durchschnittseinkommens. Die Armut, die von den Armutsstatistiken gemessen wird, wäre in fast allen nicht-westlichen Ländern gar keine Armut, sondern Reichtum (und zwar auch hinsichtlich der realen Kaufkraft), weil in diesen Ländern das Durchschnittseinkommen weitaus niedriger ist.

Es gebe in Deutschland immer mehr Armut, hört man ständig in den Medien. Immer mehr Menschen seien arm. Doch wenn der normale Mensch das Wort „Armut“ hört, dann hat er existenzielle Armut vor Augen, dann sieht er hungernde Kinder vor sich.

Doch das ist nicht das reale Bild der Armut in Deutschland. Arme Kinder leiden überdurchschnittlich häufig an Überernährung, nicht Unterernährung, haben in der Regel ein Telefon, einen Fernseher, und mehrheitlich auch einen Computer zu Hause. Die Eltern haben ein Auto, wenn auch vielleicht ein älteres. Sie haben eine Wohnung, die ihren Großeltern luxuriös vorgekommen wäre. Diese Menschen gelten in Deutschland aber als arm, weil der Rest der Gesellschaft eben noch reicher ist. Sie sind „relativ“ zu ihren Mitbürgern arm, aber absolut gesehen, sowohl im geographischen als auch historischen Vergleich, sind sie eher wohlhabend. (Aus christlicher Perspektive könnte man auch kritisieren, dass die Gesellschaft einen solchen Zustand materieller Überversorgung noch als Armut begreift, und dadurch ihre eigene Anhänglichkeit an den Mammon-Kult offenbart.)

Diese Art „relativer“ Armut, auch das sollte nicht unterschlagen werden, ist tatsächlich eher die Folge des Wohlfahrtsstaates. Wenn er halbwegs funktioniert, wird der Wohlfahrtsstaat in einem reichen Land existenzielle Armut so weit reduzieren, dass sie zu einem Randphänomen wird, das nur wenige Menschen betrifft, und statistisch gar nicht mehr erfasst werden kann. Was übrigbleibt, sind die Menschen, die zwar absolut gesehen nicht arm sind, die aber vergleichen mit ihren Mitbürgern einen unterdurchschnittlichen Verdienst aufweisen.

Diese Art Armut kann man nur bekämpfen, indem man dafür sorgt, dass sich reale Leistungsunterschiede nicht mehr in realen Einkommensunterschieden niederschlagen dürfen. Denn ansonsten wird es immer Menschen geben, die vergleichen mit ihren Mitmenschen schlechter abschneiden und daher einfach nicht so viel Geld verdienen. Es ist nun einmal eine Tatsache, dass Menschen nicht gleich sind, sondern äußerst verschieden, und das gilt auch hinsichtlich aller Faktoren, die für ökonomischen Erfolg entscheidend sind: Glück, Fleiß, Talent, Leistungsbereitschaft, die richtigen Kontakte… Alle diese Güter sind unterschiedlich verteilt, und kein noch so „sozial gerechter“ Staat kann das ändern, weil er die Menschen nicht ändern kann. (Und was passiert, wenn der Staat den Menschen doch zu verändern versucht, kann man in allen totalitären Diktaturen sehen. Ich hoffe, dass unsere wohlmeinenden „sozial gerechten“ Umverteilungsapostel in Staat und Kirche vor der Aufrichtung eines solchen Systems zurückschrecken werden, selbst wenn das die Aufgabe ihres Gleichmachungsziels bedeutet.)

„Relative Armut“ ist in jeder Gesellschaft gegeben. Und es kann sogar sein, dass relative Armut steigt, wenn alle Menschen reicher werden. Wenn nämlich das Durchschnittseinkommen um 10% steigt, und sich zugleich das Einkommen in unteren sozialen Schichten nur um 5% erhöht, dann sind zwar alle „absolut“ reicher geworden, aber „relativ“ hat sich die Armut erhöht, und die Druckerpressen können wieder anlaufen und apodiktisch verkündigen, dass „die Armen ärmer und die Reichen reicher“ werden und die „Schere zwischen Arm und Reich“ immer weiter anwächst.

Ja, natürlich. Aber trotzdem sind alle reicher geworden, wenn auch in unterschiedlichem Maße. Das, was der heutige Hartz-IV-Empfänger (kaufkraftäquivalent) zur Verfügung hat, kann sich verglichen mit dem Lohn eines einfachen kleinbürgerlichen Arbeitnehmers aus den 50er und 60er-Jahren durchaus sehen lassen. Der kleinbürgerliche, abgesicherte Arbeitnehmer aus der Generation meines Großvaters hatte nicht mehr als der heutige Hartz-IV-Empfänger.

Der entscheidende Unterschied ist: Er wusste damit besser umzugehen.

Worin bestehen diese Unterschiede? Er wusste sparsam zu wirtschaften. Er hatte in der Regel eine Ehefrau (und nur eine!) zu versorgen, und im Schnitt drei Kinder. Er hat fünf Personen von diesem einen Einkommen ernährt, weil er sparsam war. Er hatte keine unrealistischen Erwartungen; er wusste, dass jemand, der einen einfachen Job hatte, keine großen Sprünge erwarten durfte. Er versagte sich und seiner Familie daher jeglichen überflüssigen Luxus, nicht als Asket, sondern als rationaler Hedonist. Er war sparsam, um sich dann später, kalkuliert, wenn es Sinn machte, etwas leisten zu können.

Wenn unsere heutigen Deutschen nach einem Krieg alles wieder aufbauen müssten, würde ihnen nichts besseres einfallen, als Transparente zu greifen und für mehr staatliche Hilfen zu demonstrieren. Und in vollkommener Frustration irgendetwas von der „Schere zwischen Arm und Reich“ zu schwafeln, wenn der Staat ihnen ihre zerbombten Häuser  nicht innerhalb von sechs Monaten größer und besser wieder aufbaut.

Die „relative Armut“ in Deutschland mag größer sein als vor 50 Jahren. Doch das bedeutet nur, dass das Durchschnittseinkommen, an dem „relative Armut“ gemessen wird, gestiegen ist.

Wenn diese Armut für viele Betroffene heute stärker fühlbar ist, als dies noch vor einigen Jahrzehnten der Fall war, dann hat das nichts mit ökonomischen Maßzahlen zu tun, sondern damit, dass die Stützpfeiler einer Gesellschaft (Familie, Nachbarschaftlichkeit, Gemeindesolidarität, freiwillige „mittlere“ Institutionen aller Art usw.) durch eine gezielte, als „Fortschritt“ verkaufte politisch-kulturelle Revolution, systematisch gesprengt worden sind; mit allen Auswirkungen auf die soziale Sicherheit, aber auch die Charakterbildung, die so eine Revolution hat.

Als Folge davon haben wir heute eine wachsende Anzahl Bürger, die ganz einfach unfähig sind, ein sparsames, kleinbürgerliches Leben an dem sozialen Ort, den manche Sozialforscher untere Mittelschicht nennen möchten, zu führen, weil ihnen schlicht die Tugenden – ja, Tugenden! – fehlen, um aus wenigen Ressourcen und einer nicht idealen sozialen Position das beste zu machen.

Es sind die bekannten, viel kritisierten bürgerlichen Tugenden wie Disziplin, Sparsamkeit, Pünktlichkeit, Verlässlichkeit, Bescheidenheit und Aufrichtigkeit, die aus „bitterer, relativer Armut“ eine anständige, respektable Existenz zu machen fähig sind. Und diese Tugenden lernt man eben nur durch Übung, indem man sie immer wieder nachahmt. Normalerweise geschieht dies in der Familie.

So kann es nicht verwundern, dass selbst die „relative“ Kinderarmut unter Kindern, die einen Vater und eine Mutter haben, die verheiratet sind, und von denen mindestens einer berufstätig ist, etwa bei 2% liegt, während fast die Hälfte der Kinder von „Alleinerziehenden“ unterhalb der ominösen „Armutsschwelle“ liegen.

Doch darüber herrscht auf den Kanzeln das große Schweigen, denn man will ja niemandem auf die Füße treten. Am Ende tritt so jemand noch aus der Kirche aus und verkleinert dadurch die steuerlichen Pfründe, auf denen sich die säkularisierte, modernistische Schattenkirche ausruht.

Dabei hat die Kirche doch eine so große Soziallehre, die leider immer mehr in Vergessenheit gerät, weil die offiziellen Vertreter der Kirche sie durch weichgespülten Sozialismus ersetzen.

Dávila über Demokratie, Individualismus und Moderne

Zu den Werten und Folgen von Demokratie und Revolution:

Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit.

Das demokratische Programm wird in drei Etappen eingelöst: die liberale Etappe, welche die bürgerliche Gesellschaft begründet, deren Wesen uns die Sozialisten vermitteln; die egalitäre Etappe, die die sowjetische Gesellschaft begründet und über deren Wesen wir von der Neuen Linken erfahren; die brüderliche Etappe, deren Vorspiel die Drogensüchtigen liefern, die in kollektiven Haufen kopulieren.

Zum Verhältnis des modernen Menschen zur Freiheit:

Dem modernen Menschen ist es gleichgültig, in seinem Leben keine Freiheit zu finden, wenn er sie in den Reden jener verherrlicht findet, die ihn unterdrücken.

Zum modernen Individualismus:

Der doktrinäre Individualismus stellt keine Gefahr dar, weil er Individuen schafft, sondern weil er sie abschafft.

Das Produkt des doktrinären Individualismus des 19. Jahrhunderts ist der Massen-Mensch des 20.

Wider das moderne Spießertum!

Wir leben nicht in einer Zeit des moralischen Fortschritts, sondern des moralischen Vergessens. Im letzten halben Jahrhundert hat die ehemals christliche Kultur eine grundsätzliche Abwendung von traditioneller Sittlichkeit vollzogen – nur der moralische Zeigefinger des bürgerlichen Spießers ist geblieben. Einzig, er ist jetzt hohl, wo er früher zumindest teilweise auf sachliche Argumente zur Rechtfertigung seines puritanischen Moralismus hätte zurückgreifen können. Es ist dies das moderne Spießertum, demzufolge nicht mehr diskriminiert werden darf, weil es keine Gerechtigkeit mehr geben darf. Gerechtigkeit bedeutet „Jedem das Seine“. Und da die Menschen verschieden sind, bekommen nicht alle das Gleiche, selbst wenn jeder das Seine erhält. Wo Menschen verschieden sind, da sind Ergebnisse, Chancen, Ausgangspositionen eben ungleich, und diese Ungleichheit ist gerecht. Gerechtigkeit ist „Jedem das Seine“. „Jedem das Gleiche“ ist Totalitarismus.

Männer sind keine Frauen; Priester sind keine Laien; Akademiker sind keine Arbeiter; Dumme und Intelligente, Dicke und Dünne, Große und Kleine sind alle verschieden. Und in einer gerechten Gesellschaft bleiben sie auch verschieden.

Nur der Totalitarist will den Großen enthaupten, um ihn dem Kleinen ähnlicher zu machen. Dadurch wird er zum Henker.

Und nur der Neid bringt den Kleinen dazu, dies „im Namen der Gerechtigkeit“ zu fordern. Dadurch wird er zum Mitläufer.

Wenn Gerechtigkeit „Jedem das Seine“ bedeutet, und die Gesetze gerecht sein sollen, dann muss auch das Recht Ungleiches ungleich behandeln, so wie es Gleiches gleich behandelt. Dasselbe gilt in der Privatwirtschaft und im täglichen gesellschaftlichen Zusammenleben. „Diskriminierung“, also Unterscheidung (lat. discriminare), ist eine notwendige Voraussetzung der Gerechtigkeit, solange es um real existierende Unterschiede geht. „Diskriminierung“ ist nur dann negativ, wenn sie ungerecht ist, wenn also durch sie nicht mehr „Jeder das Seine“ erhält.

Generell gegen „Diskriminierung“ kämpfen zu wollen, ist daher unvereinbar mit dem Gedanken der Gerechtigkeit. Um dies in aller Deutlichkeit zu sagen: Es gibt gerechte Diskriminierung, genauso wie es ungerechte Diskriminierung gibt. Gerechte Diskriminierung hat einen guten Sachgrund; ungerechte Diskriminierung ist Terror und Schikane. Die Streiter gegen „Diskriminierung“ als Solche haben den Boden der Gerechtigkeit verlassen, weil sie real existierende Unterschiede zwischen Männern und Frauen, normaler und fehlgeordneter Sexualität, Ehepartnern und Konkubinen, Leistungsträgern und Leistungsnehmern (und dergleichen mehr) nicht mehr anerkennen wollen.

Doch die modernen Spießer zeigen auf jeden Zweifler am Dogma des Egalitarismus mit ihren beiden ausgestreckten Zeigefingern, wie die verknöcherten Omas, gegen die sie einst randalierend zu Felde gezogen waren. Nur hätten die Omas ihre Moralpredigten (zumindest theoretisch) mit Argumenten untermauern können, während dem modernen Spießer nur der Rückgriff auf die Keule der Politischen Korrektheit und notfalls der direkten Staatsgewalt bleibt. Der moderne Spießer diskriminiert im Namen der Antidiskriminierung, unterdrückt im Namen der Befreiung und lügt für die Wahrheit.

Der moderne Spießer hat den Tugendterror perfektioniert und dann die Tugend gestrichen. Das Resultat ist sprachlich wie praktisch vorhersehbar.

Der moderne Spießer zeigt mit seinem überlangen Zeigefinger auf die verschmähten Minderheiten, die er abwechselnd als „konservativ“, „rechts“, „extremistisch“, „reaktionär“, „fundamentalistisch“ oder gleich „Nazi“ brandmarkt, und nennt dies Minderheitenschutz. Doch solange sein Zeigefinger auf die bösen Hinterwäldler zeigt, weisen vier Finger auf ihn zurück.

Die Feinde der Gerechtigkeit sind daher nicht die selten gewordenen Verteidiger traditioneller Sittlichkeit und traditioneller Unterschiede, sondern die modernen Spießer selbst.

Mann und Frau sind in Wahrheit verschieden, und diese Verschiedenheit ist etwas Gutes. Sie muss anerkannt werden, anstatt sie als böse „Diskriminierung“ zu bekämpfen, oder gar durch „Antidiskriminierung“ unter Strafe zu stellen. Eine gerechte Erwerbsgesellschaft würde die Beschäftigung von Familienvätern zu einem „Familienlohn“ fördern, damit die Mutter für die gemeinsamen Kinder da sein kann. Das ist keine Diskriminierung, sondern Gerechtigkeit.

In Wahrheit ist die Ehe auf die Fortpflanzung hingeordnet. Homosexuelle Akte sind ihrem Wesen nach steril. Kein Staat kann eine Ehe zwischen Homosexuellen erfinden. Wenn der Staat der Wahrheit trotzen will, kann er eine Institution einführen, die sich fälschlich mit dem Namen „Ehe“ schmückt. Doch diese Lüge ist keine Gerechtigkeit. Und die Wahrheit ist keine (ungerechte) Diskriminierung.

Nicht alle Menschen sind gleich intelligent. Daher ist es unsinnig, sie alle auf die gleiche Schule zu schicken. Verschiedene Menschen haben verschiedene Talente, die eine gerechte Gesellschaft anerkennen muss. Nicht jeder kann Abitur machen, außer man macht aus dem Abitur einen Hauptschulabschluss unter anderem Namen. Dann dürfen wir uns nicht wundern, wenn das geistige Niveau unter den lokalen Sandkasten sinkt, wie dies weithin der Fall ist. Alle Menschen gleich dumm zu machen ist keine Gerechtigkeit, sondern Unterdrückung der Intelligenten.

Die Liste ließe sich beliebig fortsetzen. Der Satz von der Gleichheit aller Menschen ist die offensichtlichste Lüge, die jemals aus einem Menschenmund geflossen ist. Im Gegenteil: Alle Menschen sind verschieden, und zwar sehr verschieden. Und das ist auch gut so.

Gleich sind alle Menschen nur in der Hinsicht, dass sie alle Abbilder des einen Gottes sind; in jeder anderen Hinsicht sind sie ungleich. Wer einem Menschen etwas tut, der tut es in einem gewissen Sinne auch Gott. Was man dem Geringsten tut, das hat man Gott getan. Auch den Geringsten, gerade den Geringsten, sollen wir lieben, und die Letzten werden ohnehin die Ersten sein. Doch wenn es keine Geringsten, Letzten und Ersten mehr geben darf, dann sind Gerechtigkeit und Wahrheit verloren. Dann ist Krieg Frieden, Wahrheit Lüge und Freiheit Sklaverei.

Wenn die modernen Spießer erfolgreich sind, wird selbst Nächstenliebe zu einer Unterart der Selbstliebe, weil der Nächste ja auch nicht anders sein darf als ich.

Und eine Kultur des Egalitarismus wird niemals einen Gott über sich dulden können.

Wir sollten also die Unterschiede feiern, die es – Gott sei Dank! – zwischen den Menschen immer noch gibt, wir sollten sie kultivieren, wo immer wir können. Egal, was die modernen Spießer mit ihren verrunzelten, zittrigen, verknöcherten Moralzeigefingern dazu sagen; egal, ob sie uns der „Diskriminierung“ beschuldigen, oder behaupten, wir wären der Inbegriff des Bösen, wenn wir Frauen Frauen und Männer Männer sein lassen, wenn wir die Realität klar benennen, wo dem Vater der Lüge der Nebelwerfer lieber wäre, und wenn wir den Wahren Glauben bekennen, wo Gleichgültigkeit und Indifferentismus Staatsraison sind.

Es lebe die Wahrheit! Es lebe der Unterschied!

Wider die Megalophobie

Alle Leser dieses Blogs sind hiermit ultimativ dazu aufgefordert, im Namen der Gleichstellung von Menschen mit alternativen Ernährungsanlagen, diesen emanzipativen Beitrag des unermüdlichen Streiters für Freiheit, Gleichheit und die Drittmittel des Lehrstuhls für Ernährungsungleicheitsforschung mit besonderer Berücksichtigung der Bekämpfung megalophober Ressentiments der Universität Haarwart, Mark „Pizza“ Shea, zu lesen und alle rückständigen Vorurteile aus ihren Köpfen zu verbannen.

Die Details und seinen innovativen Ansatz erklärt Mark Shea jenseits des Links. Hier ein Auszug:

My reader, clearly unfamiliar with the wonderful diversity within the Lardo/Giganto/Brickhouse/Trans-Fatty community, simply has no understanding of how things work.

It’s like this: When I am fat I am, to quote the Prophet Gaga, “born this way” and simply living out my nature. You are required to celebrate this natural urge to fork what I want, as often as I want, with whom I want—and your Church should be compelled to pay for my meals since food is clearly necessary to human health.  Asking me to curb my appetites is like asking me to change my sex.  It’s absolutely impossible.  Nature made me the way I am.

However, when I become, as I have chosen to do, a “trans-fatty”, you need to realize that I am a thin person who was born into a fat person’s body. So I have the right to eat as much as I want, to practice safe snacks by making sure to purge after each meal, and alter myself by surgery and amputation because there is no such thing as “nature”.  It’s all a construct of dead white males when all that really matters is My Sacred Feelings. This too is something that the State has the right to compel your bigoted Church to pay for—because it’s none of your business what I do in the privacy of my own kitchen.  And you cannot just “tolerate” what I do.  You. MUST. Approve!—because I can’t be healthy unless my feelings are affirmed, whether freely or under threat of fines and jail for you Christian bigots who talk about the “sin of gluttony” and the “virtue of temperance”.  What is this?  The Dark Ages?

I guess what I’m trying to say is this: Whatever pleasurable sensation I want is the most important thing in the world and a truly tolerant society would recognize that and smash anybody who dares to question that—for the sake of diversity.  It would also force the Catholic Church to pay so that I don’t have to face any unpleasant consequences of indulging my appetites.  Because if you Catholics don’t pay for it, then you are denying my right to health and imposing your values on me.

Eine treffende Zusammenfassung der modernen Mentalität zum Thema Sexualität, übertragen auf die Nahrungsaufnahme.

Die Gleichheit der Geschlechtslosigkeit

The Equality of Sexlessness

G. K. Chesterton


In almost all the modern opinions of women it is curious to observe how many lies have to be assumed before a case can be made. A young lady flies from England to Australia; another wins an air race; a Duchess creates a speed record in reaching India; others win motoring trophies; and now the King’s prize for marksmanship has gone to a woman. All of which is very interesting and possibly praiseworthy as means of spending one’s leisure time; and if it were left to that, even if no more were added than the perfectly plain fact that such feats could not have been achieved by their mothers and grandmothers, we would be content to doff our hats to the ladies with all courtesy and respect which courage, endurance and ability have always rightly demanded.

But it is not left to that; and considerably more is added. It is suggested, for example, that the tasks were beyond the mothers and grandmothers, nor for the very obvious reason that they had no motorcars and airplanes in which to amuse their leisure hours, but because women were then enslaved by the convention of natural inferiority to man. Those days, we are told, „in which women were held incapable of positive social achievements are gone forever.“ It does not seem to have occurred to this critic that the very fact of being a mother or grandmother indicates a certain positive social achievement; the achievement of which, indeed, probably left little leisure for travelling airily about the hemispheres. The same critic goes on to state, with all the solemn emphasis of profound thought, that „the important thing is not that women are the same as men — that is a fallacy — but that they are just as valuable to society as men. Equality of citizenship means that there are twice as many heads to solve present-day problems as there were to solve the problems of the past. And two heads are better than one.“ And the dreadful proof of the modern collapse of all that was meant by man and wife and the family council, is that this sort of imbecility can be taken seriously.

The London Times, in a studied leading article, points out that the first emancipators of women (whoever they were) had no idea what lay in store for future generations. „Could they have foreseen it they might have disarmed much opposition by pointing to the possibilities, not only of freedom, but of equality and fraternity also.“

And we ask, what does it all mean? What in the name of all that is graceful and dignified does fraternity with women mean? What nonsense, or worse, is indicated by the freedom and equality of the sexes?

We mean something quite definite when we speak of a man being a little free with the ladies. What definite freedom is meant when the freedom of women is proposed? If it merely means the right to free opinions, the right to vote independently of fathers and husbands, what possible connection does it have with the freedom to fly to Australia or score bulls-eyes at Bisley? If it means, as we fear it does, freedom from responsibility of managing a home and a family, an equal right with men in business and social careers, at the expense of home and family, then such progress we can only call progressive deterioration.

And for men too, there is, according to a famous authoress, a hope of freedom. Men are beginning to revolt, we are told, against the old tribal custom of desiring fatherhood. The male is casting off the shackles of being a creator and a man. When all are sexless there will be equality. There will be no women and no men. There will be but a fraternity, free and equal. The only consoling thought is that it will endure but for one generation.

–From GK’s Weekly, July 26, 1930

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Übersetzung: (Es handelt sich um einen groben Übertrag aus dem Englischen, keine geschliffene, literarisch wertvolle Arbeit. Die Übersetzung stammt von Catocon.)

Die Gleichheit der Geschlechtslosigkeit

Bei fast allen modernen Meinungen über Frauen ist es sonderbar, wie viele Lügen man annehmen muss, bevor eine [sinnvolle] These aufgestellt werden kann. Eine junge Dame fliegt von England nach Australien; eine andere gewinnt ein Wettfliegen, eine Herzogin stellt einen Geschwindigkeitsrekord nach Indien auf, andere gewinnen Preise im Motorsport; und jetzt hat eine Frau den Schützenpreis des Königs gewonnen. Was alles sehr interessant und womöglich löblich als Freizeitbeschäftigung ist; und wenn es dabei bliebe, selbst wenn man nicht mehr hinzufügte als die ganz klare Tatsache, dass solche Leistungen nicht von ihren Müttern und Großmüttern hätten vollbracht werden können, wären wir zufrieden, unsere Hüte höflich und respektvoll für die Damen zu lüften, was Mut, Ausdauer und Fähigkeit immer zurecht verlangt haben.

Aber man lässt es nicht dabei und es wird noch einiges mehr hinzugefügt. Es wird zum Beispiel suggeriert, diese Leistungen überstiegen die Fähigkeiten der Mütter und Großmütter nicht aus dem sehr offensichtlichen Grund, dass sie keine Automobile und Flugzeuge hatten, mit denen sie ihre Freizeit verbringen konnten, sondern weil Frauen damals durch die Konvention natürlicher Unterlegenheit gegenüber dem Mann versklavt gewesen seien. Diese Tage, von denen man uns sagt, „Frauen wären als nicht zu positiven gesellschaftlichen Leistungen fähig angesehen worden“, seien für immer vorbei. Es scheint diesem Kritiker nicht aufgefallen zu sein, dass die bloße Tatsache eine Mutter oder Großmutter zu sein, bereits eine gewisse positive gesellschaftliche Leistung darstellt; deren Erreichen tätsächlich wohl wenig Freizeit für das luftige Reisen durch die Hemisphären gelassen hat. Derselbe Kritiker sagt weiter, mit aller feierlichen Betonung profunden Denkens, „das Wichtige ist nicht, dass Frauen und Männer gleich seien – das ist ein Irrtum – sondern dass sie für die Gesellschaft genauso wertvoll sind wie Männer. Bürgerliche Gleichheit bedeutet, dass es doppelt so viele Köpfe gibt, um heutige Probleme zu lösen, als um die Probleme der Vergangenheit zu lösen. Und zwei Köpfe sind besser als einer.“ Und der grauenhafte Beweis des modernen Zusammenbruchs von allem, was bei Ehemann und Ehefrau und dem Familienrat gemeint war, ist das diese Art Blödsinn ernst genommen werden kann.

Die Londoner Times macht darauf aufmerksam, dass die ersten Emanzipatoren der Frauen (wer auch immer sie waren) keine Vorstellung von dem hatten, was zukünftigen Generationen bevorstand. „Hätten sie vorhersehen können, dass sie viel Widerstand hätten entwaffnen können, allein durch Verweis auf die Möglichkeiten nicht nur der Freiheit, sondern auch der Gleichheit und Brüderlichkeit?“

Und wir fragen, was bedeutet das alles? Was, im Namen alles Holden und Würdigen, bedeutet Brüderlichkeit mit Frauen? Was für ein Unsinn, oder Schlimmeres, wird durch die Freiheit und Gleichheit der Geschlechter angedeutet?

Wir meinen etwas ziemlich bestimmtes, wenn wir davon Sprechen, ein Mann sei etwas „frei mit den Damen“. Welche bestimmte Freiheit meint man, wenn man die Freiheit der Frauen vorschlägt? Wenn es bloß das Recht auf freie Meinungen, das Recht auf von Vätern und Ehemännern unabhängige Wahl bedeutet, welche mögliche Verbindung hat es dann mit der Freiheit nach Australien zu fliegen oder der Freiheit in Bisley ins Schwarze zu treffen? Wenn es, was wir befürchten, Freiheit von der Verantwortung ein Haus und eine Familie zu verwalten, bedeutet, ein gleiches Recht mit Männern im Beruf und gesellschaftlichen Karrieren, auf Kosten des Heims und der Familie, dann können wir solchen Fortschritt nur fortschreitenden Niedergang nennen.

Und auch für Männer gibt es, einer bekannten Autorin zufolge, eine Hoffnung auf Freiheit. Männer, so sagt man uns, beginnen zu revoltieren gegen den alten Stammesbrauch, Vaterschaft zu begehren. Das Männchen wirft die Fesseln ab, ein Schöpfer und ein Mann zu sein. Wenn alle geschlechtslos sind, dann wird es Gleichheit geben. Es wird keine Frauen und keine Männer geben, nur eine Brüderlichkeit, frei und gleich. Der einzige tröstende Gedanke ist, dass es nur eine Generation andauern wird.

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Ein ähnlicher Gedankengang kommt auch in der Enzyklika Casti Connubii von Pius XI. aus dem Jahre 1931 zum Ausdruck.

Fortschritt

Ein sichtbares Zeichen des immerwährenden Kampfes für Freiheit, Gleichheit und Gerechtigkeit auf Erden.

Quelle: Andrea Tornielli

Von den Unruhen in Rom werden die meisten Leser schon gehört haben.

Denn Ihr wisst wohl, Ehrwürdige Brüder, dass der erbitterte Kampf, der zu Beginn des sechzehnten Jahrhunderts von den Neuerern gegen den katholischen Glauben begonnen wurde und der bis zum heutigen Tag immer heftiger wurde, darauf abzielt, jede Offenbarung abzuweisen und jede übernatürliche Ordnung zu zerstören, um allein den Erfindungen der Vernunft oder vielmehr ihren Verirrungen Eingang zu verschaffen. Dieser Irrtum, der mit Unrecht seinen Namen von der Vernunft herleitet, hat wie von selbst nicht nur die Gemüter sehr vieler Menschen, sondern auch die bürgerliche Gesellschaft weithin durchdrungen, da er dem natürlichen Geltungstrieb der Menschen schmeichelt und den Begierden jeder Art die Zügel schießen lässt. Daher wurden mit einer neuen und selbst für Heiden unerhörten Gottlosigkeit neue Staatswesen gegründet ohne jede Rücksicht auf Gott und die von ihm gesetzte Ordnung; die öffentliche Autorität, so wird unaufhörlich erklärt, habe weder ihren Ursprung noch ihre Majestät noch ihre Befehlsgewalt von Gott, sondern von der Volksmenge, welche, da sie sich jeder göttlichen Satzung ledig wähnte, nur jenen Gesetzen zu unterstehen sich herbeiließ, die sie selbst nach Gutdünken gegeben hatte. – Nachdem man die übernatürlichen Glaubenswahrheiten als vernunftwidrig bekämpft und verworfen hat, versucht man den Urheber und Erlöser des Menschengeschlechts selbst allmählich aus den Universitäten, Lyzeen, Gymnasien und aus dem öffentlichen Leben zu verbannen. – Da man endlich die Belohnungen und Strafen des ewigen Lebens vergessen hat, so beschränkt sich das glühende Verlangen nach Glück auf den Bereich dieses irdischen Lebens. – Da nun diese Lehre überallhin verbreitet wurde und allenthalben diese so große Zügellosigkeit im Denken und Handeln ins Leben eindrang, ist es nicht zu verwundern, dass Leute aus dem niedersten Stande, ihrer ärmlichen Wohnung oder Werkstätte überdrüssig, über die Paläste und Güter der Reichen herzufallen verlangen; ebenso ist es nicht zu verwundern, dass im öffentlichen und privaten Leben keine Sicherheit mehr besteht und das Menschengeschlecht bereits fast am äußersten Verderben angelangt ist.

— Papst Leo XIII. (Quod Apostolici Muneris, 1878)