Mut zur Lebensferne

Immer wieder begegnet mir die Aussage, irgendetwas sei „lebensfern“, „lebensfremd“ oder „weltfremd“. Oft geht es dabei um die Kirche. Es sei etwa lebensfremd, dass die Kirche bis heute die Sündhaftigkeit gelebter Homosexualität oder die grundsätzliche Verwerflichkeit von Verhütungsmitteln lehre. So etwas sei den Menschen von heute nicht mehr zu vermitteln. Es ist lebensfern. Diese Aussage ist in der Regel gleichbedeutend mit: „Es soll geändert werden“. Schließlich, so geht die bekannte Rede, müsse die Kirche zu den Menschen gebracht werden. Die Kirche müsse den Menschen nahe sein.

Natürlich stimmt das in einer gewissen Hinsicht auch. Ein Auftrag der Kirche ist tatsächlich, den Menschen zu helfen. In allen Zeiten hat die Kirche sich für die Armen und Schwachen eingesetzt. Selbst Kirchenfeinde würdigen oft ihre soziale Tätigkeit und kaum jemand möchte ernsthaft auf die Leistungen der Kirche in dieser Funktion verzichten – nicht einmal Claudia Roth. Für diese Aufgabe muss die Kirche also ganz nah bei den Menschen sein. Der Helfer muss nah bei den Menschen sein, um helfen zu können und es bringt nicht viel, wenn der Arzt während einer diffizilen Operation zehn Kilometer von seinem Patienten entfernt ist.

Doch selbst wenn wir dies den Agitatoren der „Lebensnähe“ zugestehen, bleibt doch die Frage übrig, ob sich der Auftrag der Kirche in dieser sozialen Tätigkeit erschöpfe. Es ist notwendig, dass die Kirche den Menschen hilft. Doch reicht das schon? Um welche Hilfe geht es dabei? Ist nicht die Aufgabe der Kirche in erster Linie das Seelenheil der Menschen und hilft sie nicht am meisten, indem sie bei der Erlösung hilft? Ist nicht der größte Dienst am Menschen der Dienst an ihrem Seelenheil? Ist das nicht die wahre Grundlage der kirchlichen Tätigkeit?

Was bedeutet es, einem Menschen zu helfen? Man hilft einem Menschen, indem man ihm gibt, was er braucht. Was er braucht kann durchaus etwas ganz anderes sein, als was er will. Der Helfer, und das gilt bei weltlichen ebenso wie bei geistigen Dingen, steht oft vor der Herausforderung, dass der, dem geholfen werden soll, die Hilfe einfach ablehnt. Im Endeffekt muss man das akzeptieren, wenn es sich um einen mündigen Erwachsenen handelt. Wer die Hilfe ablehnt, dem kann nicht geholfen werden. Wer selbst nach hundertfacher Aufforderung nicht klopfen möchte, dem wird auch nicht aufgetan. Am Ende sind die Menschen für sich selbst verantwortlich, und die Kirche kann sie nicht zwingen, sich helfen zu lassen.

Doch sie kann versuchen, sie zu überzeugen. Wenn ein Mensch eine schwere Krankheit hat, und der Arzt weiß, allein die Therapie „x“ kann ihm jetzt noch helfen, dann wird er versuchen, den Patienten von den Vorzügen dieser Therapie zu überzeugen. Vielleicht ist die Therapie schmerzhaft, doch sie ist notwendig, wenn der Patient überleben möchte. Man könnte sagen, der Arzt sei „lebensfremd“, weil er „unbarmherzig“ die Schmerzen des Patienten ignoriert und einfach mit seiner „dogmatischen“, „rigiden“, „unflexiblen“ Therapie fortfährt, ohne sich um die offensichtlichen Bedürfnisse des Patienten zu kümmern.

Niemand würde dies ernsthaft behaupten. Der Arzt möchte den Patienten retten, und deswegen rät der Arzt seinem Patienten zu der schmerzhaften Therapie. Das ist keine Lebensferne, und keine Unbarmherzigkeit, sondern einfach gesunder Menschenverstand.

Dasselbe gilt für die Kirche. Auch sie möchte den Menschen helfen. Auch die Therapie, die sie den Menschen anbieten kann, hat öfters schmerzhafte Nebenfolgen. Man muss von seinen Sünden ablassen, stetig gegen sie ankämpfen. Man muss umkehren. „Kehrt um! Das Himmelreich ist nahe!“, sagt Jesus. Bei vielen Menschen, etwa bei Ehebrechern, ist es notwendig, den ganzen Lebenswandel zu ändern und völlig neu anzufangen. Das kann schmerzhaft und schwierig sein, und wer wollte es dem Einzelnen verübeln, dass er Ressentiments gegen den Arzt entwickelt, der so eine schmerzhafte Therapie verordnet. Das kommt auch bei wirklichen Ärzten manchmal vor.

Doch allein der gesunde Menschenverstand sagt schon, dass eine notwendige Therapie auch dann notwendig bleibt, wenn sie unangenehm ist. So etwas ist in gewisser Hinsicht „lebensfern“, weil man von dem konkreten Schmerz absehen und gewissermaßen die Vogelperspektive einnehmen muss. Man muss das Ganze in den Blick nehmen. Und vor diesem Ganzen relativiert sich der weltliche Schmerz, der auftritt, wenn etwa der Ehebrecher zu Umkehr, Reue, Buße aufgerufen wird, und den ernstlichen Versuch unternimmt, diesen Weg auch tatsächlich zu gehen.

Aus der Vogelperspektive, ganz fern vom einzelnen, individuellen Leben und seinen alltäglichen und besonderen Sorgen, wird sichtbar, dass der Schmerz der Umkehr, die Umstellung des eigenen Lebenswandels, nicht einmal ein kleines Staubkorn ist, wenn man ihn mit dem Lohn vergleicht, der den Heiligen im Himmel erwartet.

Denn eines wird oft vergessen: Das Leben, das wahre Leben, endet nicht mit dem Tod. Der Tod ist nicht der Anfang vom Ende, sondern das Ende vom Anfang.

Oft ist es daher notwendig, diesem Leben fern zu sein, um jenem ganz nahe zu kommen. Unsere Schätze als Christen liegen im Himmel und nicht auf Erden, und keine noch so attraktive Geliebte kann so verzückend sein, wie die Ewige Anschauung des Herrn, der die Liebe ist.

Aber ja, das ist alles lebensfern und weltfremd. Es holt die Menschen nicht da ab, wo sie sind. Viele werden das weder hören noch verstehen wollen. Es spricht den Menschen von heute nicht an.

Na und?

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Wider das moderne Spießertum!

Wir leben nicht in einer Zeit des moralischen Fortschritts, sondern des moralischen Vergessens. Im letzten halben Jahrhundert hat die ehemals christliche Kultur eine grundsätzliche Abwendung von traditioneller Sittlichkeit vollzogen – nur der moralische Zeigefinger des bürgerlichen Spießers ist geblieben. Einzig, er ist jetzt hohl, wo er früher zumindest teilweise auf sachliche Argumente zur Rechtfertigung seines puritanischen Moralismus hätte zurückgreifen können. Es ist dies das moderne Spießertum, demzufolge nicht mehr diskriminiert werden darf, weil es keine Gerechtigkeit mehr geben darf. Gerechtigkeit bedeutet „Jedem das Seine“. Und da die Menschen verschieden sind, bekommen nicht alle das Gleiche, selbst wenn jeder das Seine erhält. Wo Menschen verschieden sind, da sind Ergebnisse, Chancen, Ausgangspositionen eben ungleich, und diese Ungleichheit ist gerecht. Gerechtigkeit ist „Jedem das Seine“. „Jedem das Gleiche“ ist Totalitarismus.

Männer sind keine Frauen; Priester sind keine Laien; Akademiker sind keine Arbeiter; Dumme und Intelligente, Dicke und Dünne, Große und Kleine sind alle verschieden. Und in einer gerechten Gesellschaft bleiben sie auch verschieden.

Nur der Totalitarist will den Großen enthaupten, um ihn dem Kleinen ähnlicher zu machen. Dadurch wird er zum Henker.

Und nur der Neid bringt den Kleinen dazu, dies „im Namen der Gerechtigkeit“ zu fordern. Dadurch wird er zum Mitläufer.

Wenn Gerechtigkeit „Jedem das Seine“ bedeutet, und die Gesetze gerecht sein sollen, dann muss auch das Recht Ungleiches ungleich behandeln, so wie es Gleiches gleich behandelt. Dasselbe gilt in der Privatwirtschaft und im täglichen gesellschaftlichen Zusammenleben. „Diskriminierung“, also Unterscheidung (lat. discriminare), ist eine notwendige Voraussetzung der Gerechtigkeit, solange es um real existierende Unterschiede geht. „Diskriminierung“ ist nur dann negativ, wenn sie ungerecht ist, wenn also durch sie nicht mehr „Jeder das Seine“ erhält.

Generell gegen „Diskriminierung“ kämpfen zu wollen, ist daher unvereinbar mit dem Gedanken der Gerechtigkeit. Um dies in aller Deutlichkeit zu sagen: Es gibt gerechte Diskriminierung, genauso wie es ungerechte Diskriminierung gibt. Gerechte Diskriminierung hat einen guten Sachgrund; ungerechte Diskriminierung ist Terror und Schikane. Die Streiter gegen „Diskriminierung“ als Solche haben den Boden der Gerechtigkeit verlassen, weil sie real existierende Unterschiede zwischen Männern und Frauen, normaler und fehlgeordneter Sexualität, Ehepartnern und Konkubinen, Leistungsträgern und Leistungsnehmern (und dergleichen mehr) nicht mehr anerkennen wollen.

Doch die modernen Spießer zeigen auf jeden Zweifler am Dogma des Egalitarismus mit ihren beiden ausgestreckten Zeigefingern, wie die verknöcherten Omas, gegen die sie einst randalierend zu Felde gezogen waren. Nur hätten die Omas ihre Moralpredigten (zumindest theoretisch) mit Argumenten untermauern können, während dem modernen Spießer nur der Rückgriff auf die Keule der Politischen Korrektheit und notfalls der direkten Staatsgewalt bleibt. Der moderne Spießer diskriminiert im Namen der Antidiskriminierung, unterdrückt im Namen der Befreiung und lügt für die Wahrheit.

Der moderne Spießer hat den Tugendterror perfektioniert und dann die Tugend gestrichen. Das Resultat ist sprachlich wie praktisch vorhersehbar.

Der moderne Spießer zeigt mit seinem überlangen Zeigefinger auf die verschmähten Minderheiten, die er abwechselnd als „konservativ“, „rechts“, „extremistisch“, „reaktionär“, „fundamentalistisch“ oder gleich „Nazi“ brandmarkt, und nennt dies Minderheitenschutz. Doch solange sein Zeigefinger auf die bösen Hinterwäldler zeigt, weisen vier Finger auf ihn zurück.

Die Feinde der Gerechtigkeit sind daher nicht die selten gewordenen Verteidiger traditioneller Sittlichkeit und traditioneller Unterschiede, sondern die modernen Spießer selbst.

Mann und Frau sind in Wahrheit verschieden, und diese Verschiedenheit ist etwas Gutes. Sie muss anerkannt werden, anstatt sie als böse „Diskriminierung“ zu bekämpfen, oder gar durch „Antidiskriminierung“ unter Strafe zu stellen. Eine gerechte Erwerbsgesellschaft würde die Beschäftigung von Familienvätern zu einem „Familienlohn“ fördern, damit die Mutter für die gemeinsamen Kinder da sein kann. Das ist keine Diskriminierung, sondern Gerechtigkeit.

In Wahrheit ist die Ehe auf die Fortpflanzung hingeordnet. Homosexuelle Akte sind ihrem Wesen nach steril. Kein Staat kann eine Ehe zwischen Homosexuellen erfinden. Wenn der Staat der Wahrheit trotzen will, kann er eine Institution einführen, die sich fälschlich mit dem Namen „Ehe“ schmückt. Doch diese Lüge ist keine Gerechtigkeit. Und die Wahrheit ist keine (ungerechte) Diskriminierung.

Nicht alle Menschen sind gleich intelligent. Daher ist es unsinnig, sie alle auf die gleiche Schule zu schicken. Verschiedene Menschen haben verschiedene Talente, die eine gerechte Gesellschaft anerkennen muss. Nicht jeder kann Abitur machen, außer man macht aus dem Abitur einen Hauptschulabschluss unter anderem Namen. Dann dürfen wir uns nicht wundern, wenn das geistige Niveau unter den lokalen Sandkasten sinkt, wie dies weithin der Fall ist. Alle Menschen gleich dumm zu machen ist keine Gerechtigkeit, sondern Unterdrückung der Intelligenten.

Die Liste ließe sich beliebig fortsetzen. Der Satz von der Gleichheit aller Menschen ist die offensichtlichste Lüge, die jemals aus einem Menschenmund geflossen ist. Im Gegenteil: Alle Menschen sind verschieden, und zwar sehr verschieden. Und das ist auch gut so.

Gleich sind alle Menschen nur in der Hinsicht, dass sie alle Abbilder des einen Gottes sind; in jeder anderen Hinsicht sind sie ungleich. Wer einem Menschen etwas tut, der tut es in einem gewissen Sinne auch Gott. Was man dem Geringsten tut, das hat man Gott getan. Auch den Geringsten, gerade den Geringsten, sollen wir lieben, und die Letzten werden ohnehin die Ersten sein. Doch wenn es keine Geringsten, Letzten und Ersten mehr geben darf, dann sind Gerechtigkeit und Wahrheit verloren. Dann ist Krieg Frieden, Wahrheit Lüge und Freiheit Sklaverei.

Wenn die modernen Spießer erfolgreich sind, wird selbst Nächstenliebe zu einer Unterart der Selbstliebe, weil der Nächste ja auch nicht anders sein darf als ich.

Und eine Kultur des Egalitarismus wird niemals einen Gott über sich dulden können.

Wir sollten also die Unterschiede feiern, die es – Gott sei Dank! – zwischen den Menschen immer noch gibt, wir sollten sie kultivieren, wo immer wir können. Egal, was die modernen Spießer mit ihren verrunzelten, zittrigen, verknöcherten Moralzeigefingern dazu sagen; egal, ob sie uns der „Diskriminierung“ beschuldigen, oder behaupten, wir wären der Inbegriff des Bösen, wenn wir Frauen Frauen und Männer Männer sein lassen, wenn wir die Realität klar benennen, wo dem Vater der Lüge der Nebelwerfer lieber wäre, und wenn wir den Wahren Glauben bekennen, wo Gleichgültigkeit und Indifferentismus Staatsraison sind.

Es lebe die Wahrheit! Es lebe der Unterschied!

7.000.000.000. Mensch: Willkommen auf Erden!

In diesen Tagen wird irgendwo auf der Welt ein Mensch geboren, durch den die Zahl der lebenden Menschen auf den unfassbaren Wert von 7 Milliarden steigen wird.

Die üblichen Verdächtigen, Medien, die UNO, diverse lebensfeindliche Lobbygruppen und Unterstützer der Abtreibungs-, Sterilisierungs- und zunehmend auch Euthanasieindustrie, sehen dies als Problem. Die Welt ist überflutet von Menschen, wir werden zerquetscht von der hereinströmenden Woge aus Menschenfleisch, so schallt es uns entgegen.

Heute ist der Mensch an sich die Gefahr. In früheren Zeiten waren es manchmal Schlitzaugen, dann Juden, dann wieder andere Gruppen. Wer auch immer gerade die Gefahr in den Augen der Eliten sein mag – immer lautet das „Problem“: „Es gibt zu viele von denen“.

Hier auf Kreuzfährten sind wir nicht der Ansicht, dass ein neues menschliches Leben jemals etwas anderes sein könnte als ein Segen, eine Freude und ein Anlass zur Feier.

Wenn die bereits existierenden Menschen beklagen, es würden zu viele neue Menschen geboren, dann heißt das nichts anderes als: Wir wollen nicht teilen. Wir wollen nicht näher zusammenrücken. In Wahrheit ist genug für alle da – wenn die Menschen bereit sind zu teilen. Und egal wie wenige wir sind; wenn die Menschen nicht teilen wollen, dann wird auch nie genug für alle da sein.

In diesem Sinne: Willkommen auf der Erde, neuer Mensch! Willkommen auf der Erde, Du 7.000.000.000. derzeit lebendes Kind Gottes, wo auch immer und wer auch immer Du sein magst.

Wisse, Du Kind Gottes: Auf dieser Welt ist Platz für Dich – und es gibt Menschen, die Dich Willkommen heißen! Doch mehr als das gibt es Einen, Der Dich ganz persönlich Willkommen heißt, und Dich persönlich liebt, und das ist Dein Schöpfer, der Dich ins Leben gerufen hat.

Bistum Freiburg: Glaube an die heilige Mutter Natur?

Ist die Natur selbst Gott oder ist sie Gottes Schöpfung? Für jeden Christen – ob evangelisch, katholisch oder was auch immer, ist diese Frage kristallklar. Gott ist der Schöpfer von Himmel und Erde, und die Natur, die Schöpfung ist bewahrenswert, aber nicht selbst göttlich. Sie trägt natürlich sozusagen die Fingerabdrücke Gottes, man kann in ihr Spuren des Göttlichen erkennen, so dass es auf den ersten Blick plausibel ist, die Natur selbst als Gott zu verehren (wie es die Pantheisten tun, von denen es heute viele gibt, selbst wenn sie sich nicht so nennen). Doch kein Christ kann zugleich Pantheist sein – dies schließt das Glaubensbekenntnis, jedes geläufige christliche Glaubensbekenntnis, absolut und vollständig aus.

Sollte man meinen. Doch in der Erzdiözese Freiburg sieht man dies offensichtlich nicht so. Denn dort haben die Liturgieingenieure wieder einmal zugeschlagen und scheinbar vorerst Erfolg gehabt, wie kath.net hier berichtet. Die traditionellen Glaubensbekenntnisse sind vor 1968 geschrieben worden, und als solche für eine moderne kircheseiende Glaubensgemeinschaft natürlich nicht mehr tragbar. Also verfasst man in der Erzdiözese Freiburg regelmäßig neue Glaubensbekenntnisse für den neuen Gluauben. Welche Glaubensartikel über Gott sollen also die Katholiken in Freiburg und Umgebung bekennen? Welche sollen sie in der Heiligen Messe beten? Hier ein Auszug:

Ich glaube an das große göttliche Ganze, an den göttlichen Zusammenhang in allem, an die Heiligkeit allen Lebens, der Erde, der Luft und des Wassers, an das Göttliche in jedem Menschen“ oder „Ich glaube, dass der Sinn unseres Lebens darin besteht, an den Herausforderungen unseres Lebens zu wachsen, dass wir mit Begeisterung das tun, was uns zur Bewahrung und Weiterentwicklung des großen göttlichen Ganzen aufgetragen ist.

Und nur damit man sich nicht vertue: Das ist nicht das erste Mal, dass in Freiburg ein offensichtlich häretisches Credo von einer offiziellen Stelle in der Erzdiözese veröffentlicht wurde. Schon mehrfach hat die offizielle Jugendorganisation der Erzdiözese spezielle Credos für die Jugend herausgegeben – der ebenso natürlich diese uralten Texte nicht mehr zuzumuten sind. Damals ruderte Erzbischof Zollitsch nach öffentlichem Druck von Seiten gläubiger Katholiken zurück. Und Zollitschs Pressesprecher Eberle sagte damals folgendes:

So ist sichergestellt, dass solche Publikationen künftig immer mit unserem „Referat Liturgie“ abzustimmen sind

Nun, entweder dies ist eine faustdicke Lüge, oder das „neue“ Credo ist mit dem „Referat Liturgie abgestimmt“, trägt also diözesanen Segen. Beides wäre schändlich, da es viel über den Zustand des Glaubens selbst an höchster Stelle in der Diözese sagt. Geschähe dies zum ersten Mal, so könnte man dem Erzbischof zu Gute halten, er sei von der Entwicklung überrascht und werde Konsequenzen ziehen – doch das ist ja nicht der Fall. Die häretischen Credos aus Freiburg haben inzwischen Tradition, und der Erzbischof hat kein Interesse diese anti-katholische Tradition mit demselben Eifer zu bekämpfen wie andere, wahrhaft katholische, Traditionen.

Ich vermute, dass die Erzdiözese auf öffentlichen Druck wieder pro forma zurückrudern wird, nur um intern alles beim Alten zu lassen. Ob der Erzbischof – und Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz – diese Häresien ausdrücklich billigt, oder einfach nur kein Interesse an der Situation in seinem Hinterhof zeigt, spielt dabei eigentlich keine Rolle. Gute Hirten müssen nicht erst durch die ihnen anvertrauten Schäfchen kontrolliert und auf Linie gebracht werden – weder aus Desinteresse noch aus Vorsatz.

Ein Credo zu veröffentlichen, in dem wesentliche Grundsätze des christlichen Glaubens einfach verschwiegen und durch häretische Einsprengsel aus pantheistischen Traditionen ersetzt werden, ist schon schlimm genug. Dieses Mittel der Glaubenszerstörung dann aber auch noch, wie kath.net berichtet, an die Pfarreien zu schicken und zur Verwendung in der Messe aufzufordern setzt dem Ganzen die Krone auf. Doch eine „Messe“, in der nicht der katholische sondern ein pantheistischer Glaube bekannt wird, ist keine gültige Messe, sondern allerhöchstens ein Gottesdienst – vielleicht eher Götzendienst. (Nebenbei bemerkt: Wie viele häretische Glaubensbekenntnisse gibt es eigentlich bei Messen in der außerordentlichen Form? Ich denke, die Frage beantwortet sich von selbst!)

Der Katholik kann jederzeit eine gewisse Verehrung für die Größe und Majestät der Natur haben, da sie ja als Gottes Schöpfung tatsächlich Einblicke in Seine Majestät und Größe gewährt. Er kann dieser Verehrung auch Ausdruck verleihen – ein wunderbares Beispiel dafür ist der Sonnengesang des Hl. Franz von Assisi. Ein Auszug (in deutscher Übersetzung):

Höchster, allmächtiger, guter Herr,
dein sind der Lobpreis, die Herrlichkeit und Ehre und jeglicher Segen.
Dir allein, Höchster, gebühren sie,
und kein Mensch ist würdig, dich zu nennen.

Gelobt seist du, mein Herr, mit allen deinen Geschöpfen,
zumal dem Herrn Bruder Sonne;
er ist der Tag, und du spendest uns das Licht durch ihn.
Und schön ist er und strahlend in großem Glanz,
dein Sinnbild, o Höchster.

Hier wird die Schöpfung wahrhaft besungen – doch sie wird in den Kontext Gottes gestellt. Sie wird explizit als Seine Schöpfung besungen und nicht als das „große göttliche Ganze“ wie in dem Credo der Häresiarchen aus Freiburg. Denn hier verläuft die Grenze. Wir verehren die Heiligen und die Jungfrau Maria – aber wir beten sie nicht an. Sie sind nicht Gott, aber sie stellen einige Aspekte des Göttlichen in herausragender Weise dar. Ihnen gebührt Verehrung, aber keine Anbetung. Mit der Natur ist es ähnlich – nicht genauso, aber es gibt Parallelen. In ihr spiegelt sich Ruhm und Majestät Gottes, aber sie ist nicht selbst Gott. Ihr gebührte deswegen allenfalls Verehrung als ein wundervolles Schöpfungsding, keinesfalls Anbetung als „großes göttliches Ganzes“.

Besingen wir die Glorie der Schöpfung als Abglanz der Glorie Gottes und wir sind katholisch. Doch besingen wir die Schöpfung als göttlich, sind wir heidnisch. Solange Zollitsch und sein neukirchlicher Zoo lieber einer Naturreligion anhängen als dem Einen Wahren Glauben, wie er von Gottes Einer Wahrer Kirche verkündigt wird, müssen gläubige Katholiken in der Erzdiözese Freiburg sich hüten, damit sie nicht durch den Messbesuch ihren Glauben verlieren.

Glaubensabfall durch Messbesuch – so weit sind wir inzwischen in der „neukatholischen Freikirche Baden Württembergs“.

P.S: Hier sehen wir auch wessen Geistes Kind der Dialogprozess sowie die moderne Obsession mit dem Ökumenismus sind!

Die Tugend der Dankbarkeit

Ich schaute kürzlich während einer ausgedehnten Periode starken Regens aus dem Fenster. Ich sah ein weißes, dreistöckiges Wohnhaus mit einem dunklen Spitzdach, und dahinter zwei Bäume im Wind. Ihre Zweige und Äste schüttelten und bewegten sich, denn der Wind frischte auf. Plötzlich kam mir in den Sinn, wie wenig wir doch für diese Alltäglichkeiten dankbar sind. Zwei Bäume wiegen sich im Wind. Das ist keine Selbstverständlichkeit, bloß weil wir es tausendmal gesehen haben. Wir glauben, es sei selbstverständlich, dass alles „seinen geordneten Gang geht“, aber das ist eine gefährliche Illusion. Denn so vergessen wir, dass nichts in unserem Leben im strikten Sinne „alltäglich“ ist. Es gibt kein „normales Leben“. Alles ist nur durch den Schöpfungsakt Gottes, alles könnte auch „nicht sein“, denn Gott bedarf der Schöpfung nicht – wir bedürfen ihrer; und Seiner.

Während dieser kurzen Reflektion, oder intuitiven Einsicht, kamen mir die ersten zwei Verse des folgenden kleinen Gedichts in den Sinn, das ich danach verfasste.

Hast heute du dem Herrn gedankt,

dem Herrn von Sturm und Woge,

aus dessen großer Schöpferkraft

all dies einmal entstanden ist,

und ohne ihn verginge?

Hast heute du vorm Herrn gekniet,

dem Herrn von Wind und Regen,

von dessen edler Hand allein

die ganze Welt gefüttert wird,

obgleich sie ihn ermordet?

Hast heute du den Herrn verflucht,

den Herrn von Mensch und Leben,

durch dessen ew’ges Wort allein

du bist und hoffst und schläfst und lebst

als ob es ihn nicht gäbe?

Zielsetzung

HOC EST ENIM CORPUS MEUM…

HIC EST ENIM CALIX SANGUINIS MEI, NOVI ET AETERNI TESTAMENTI: MYSTERIUM FIDEI: QUI PRO VOBIS ET PRO MULTIS EFFUNDETUR IN REMISSIONEM PECCATORUM…

Nur wenigen dürfte die Bedeutung der obenstehenden Worte geläufig sein. Doch wer sie kennt, und wahrhaft versteht was sie bedeuten, und glaubt, dass sie der Wahrheit entsprechen, dessen Leben wird sich verändern.

Dies sind die Wandlungsworte, durch die während des Heiligen Meßopfers in der Katholischen Kirche Brot und Wein in Leib und Blut des Herrn Jesus Christus verwandelt werden (Transsubstantiation). Dadurch ist Jesus Christus, der Gott-Mensch, wirklich und wahrhaftig (nicht bloß symbolisch) gegenwärtig.

In einer Zeit, in der oft schon die Existenz Gottes an und für sich umstritten ist, wenn nicht gar für absurd gehalten wird, ist allein die Existenz dieses Anspruchs – Gott selbst ist unter uns – abenteuerlich. Doch die Art und Weise wie er gegenwärtig wird – unter den demütigen Gestalten von Brot und Wein – ist nichts weniger als lächerlich – für den heutigen Menschen.

Als lebenslanger Atheist, der vor kurzem zur einen, heiligen, katholischen und apostolischen Kirche konvertiert ist, kann ich aus einer Perspektive langjähriger Skepsis sprechen. Nicht, dass ich damals auch nur einen ernsthaften Gedanken an die Frage verschwendet hätte, ob dieses Mysterium wirklich sei oder nur eine Fiktion der Kirche – weit gefehlt. Ich habe die Frage nie bedacht, weil ich nie erfahren durfte, dass es sie gibt. Aus meinem historischen Interesse heraus kannte ich diffus den „Transsubstantiationsstreit“, doch hielt dies arrogant für ein Relikt finsterster Zeiten – nicht dass heute so etwas noch ernsthaft geglaubt werden könnte! Wir sind doch so viel weiter als diese Halbwilden des Mittelalters. So spottete und höhnte ich innerlich. Und bei jeder Gelegenheit auch äußerlich.

Bei alledem gab es nur ein Problem. Nie war ich ernsthaft mit dem katholischen Anspruch konfrontiert worden, dass in der Messe das Kreuzesopfer Jesu Christi durch die Opferhandlung auf dem Altar mittels des Priesters blutlos gegenwärtig gemacht werde. Niemals hatte ich einen katholischen Würdenträger darüber sprechen hören. Niemals auch nur so etwas andeuten sehen. Dass die Kirche ernsthaft daran glaubte, erfuhr ich erst 2008, als ich auf einigen katholischen Blogs in englischer Sprache auf derartige Ansatzpunkte stieß.

Und die einzige Frage, die sich dann noch stellte, war: Ist das wirklich Sein Leib, Sein Blut? Nicht, dass die Mehrheit es glaubte. Aber als ich mich auf die Fährten des Kreuzes setzte, in der Bibel las, wie Jesus im Johannesevangelium (vgl. Joh 6) darüber sprach, dass man ganz wörtlich sein Blut trinken und sein Fleisch essen müsse, um erlöst zu werden, als ich mich mit der ununterbrochenen apostolischen Überlieferung seit frühester Zeit in dieser Frage beschäftigte, da kam ich zu dem Ergebnis, dass die Kirche tatsächlich im Recht sein konnte.

Die Kirche jedenfalls lehrte es – damals, heute, immer – auch wenn es krampfhaft verschwiegen wurde. Und wenn Jesus wirklich Gottes Sohn war, und wirklich gestorben und auferstanden war, und wirklich die Apostel, angeführt von Petrus, ausgewählt hatte, und diese wirklich Nachfolger bestellt hatte, und diese wirklich bis heute noch existierten, dann würde die Kirche auch wissen, was sie da behauptete, und ob das wirklich stimmte.

HOC EST ENIM CORPUS MEUM.

Ein Satz – ein Skandal für die Moderne. Ein Skandal, weil damit alle Dogmen der Moderne in ihren Grundfesten erschüttert werden. Er behauptet Gott, Wunder, objektive Wahrheit, alles was heute in sogenannten gebildeten Kreisen nurmehr als dumme Phantasie abgetan würde. Von denselben Kreisen, die nie genug von immer neuen Tabubrüchen bekommen, die inzwischen so langweilig und leer geworden sind, dass selbst die stetige Steigerung der Dosis nicht mehr zu befriedigen vermag. Doch eins ist der Katholische Glaube – der wirkliche, wahre, traditionelle katholische Glaube, der Glaube der Päpste und des Lehramts – heute sicher nicht:

Respektabel.

Ein Stein des Anstoßes, ein Zeichen, dem widersprochen wird. Das alles ist der Glaube heute. Aber nicht respektabel, angesehen, populär, mehrheitsfähig. Aber sollte uns das stören? Alle reden von Reformen, doch wo bleibt die innere, innerliche Reform. Die Reform eines jeden Sünders? Und wenn ich mir betrachte, wie ich handle, wie wir alle handeln, dann brauchen wir diese Art Reform dringend. Umkehr, nannte Jesus es. „Kehrt um! Das Himmelreich ist nahe!“ Wenn wir das glauben, dann zerfallen alle schrillen Schreie der Abkehr vom Reich Gottes in zwei Teile Staub und drei Teile Irrelevanz. Kehren wir uns nicht vom Reich Gottes ab, sondern kehren wir um!

Wenn die Wandlungsworte die Wahrheit ausdrücken, dann ist es völlig egal wie beliebt wir sind. Dann zählt nur wie treu, wie gläubig, wie loyal wir gegenüber dem einen Gott in drei Personen und der von ihm eingesetzten Kirche sind.

Ich komme von außen in die Kirche hinein und sehe den unermeßlichen Schatz – kulturell, spirituell, künstlerisch – auf dem Katholiken sitzen und nicht wissen, worauf sie sich apathisch ausruhen. Doch selbst dieser unermeßliche Schatz, der seinesgleichen auf Erden sucht, ist nichts als eine einzige Glasperle vor dem wahren Schatz, der in der Kirche wirklich gegenwärtig ist. Der Schatz, der uns von unseren Sünden erlöst, der Schatz, der sich für uns am Kreuz aufgeopfert hat – wenn die Geschichte stimmt.

Man kann leugnen, dass sie stimmt. Vielleicht ist das alles nur ein Betrug. Doch wenn man die Geschichte für Betrug oder Irrtum hält, dann sollte man nicht der Organisation angehören, die diesen Betrug verbrochen hat. Ist die Geschichte aber wahr, dann ändert sich alles. Dann ergibt das Leben plötzlich Sinn, die Beliebigkeit, die so viele Menschen heute knechtet, verschwindet und wird ersetzt von dem Bild einer Pilgerfahrt durch ein Jammertal hin zu unserer wahren Heimat. Eine Pilgerfahrt, die durch gefährliches Terrain führt, da es durchaus machtvolle Kräfte gibt, die nicht wollen, dass wir am Ziel ankommen. Nicht zuletzt wir selbst, in unseren schlechtesten Momenten. Doch eine Pilgerfahrt mit einem allmächtigen Anführer, der genau weiß was er tut.

Was also, lange Vorrede, kurzer Sinn, bezwecke ich mit „Kreuzfährten“? Den totalen Unterschied deutlich zu machen, den traditioneller Katholizismus für den Menschen macht. Deutlich zu machen, worin sich der Katholizismus von den verschiedenen Zeitgeistreligionen unterschiedet – denn dieses Thema kommt von katholischer Seite derzeit zu kurz. Und natürlich zu preisen und zu loben den Herrn, dessen Leib und Blut real präsent ist, nachdem der Priester gesprochen hat:

HOC EST ENIM CORPUS MEUM…

HIC EST ENIM CALIX SANGUINIS MEI, NOVI ET AETERNI TESTAMENTI: MYSTERIUM FIDEI: QUI PRO VOBIS ET PRO MULTIS EFFUNDETUR IN REMISSIONEM PECCATORUM…

Ad maiorem Dei gloriam

Catocon.