Ratschläge für „Anfänger“ in der traditionellen Messe

Gerade in der Zeit der unsäglichen Karnevalsmessen, die oft wirklich kaum noch etwas mit Messe, dafür umso mehr mit Karneval zu tun haben, wird sich vielleicht so mancher Katholik fragen, ob nicht der Besuch einer traditionellen lateinischen Messe auch eine Alternative sein könnte.

Doch selbst wenn eine traditionelle Messe in vernünftig erreichbarer Entfernung am Sonntag verfügbar ist: Wer nach 1965 geboren oder konvertiert ist, der hat oft gar keine Ahnung, was man bei einer solchen Messe zu erwarten hat. Die Tridentinische Messe ist weitgehend in Vergessenheit geraten; die sie umgebende Kultur fast noch mehr. Aus diesem Grund nun einige Links, teilweise in deutscher, teilweise in englischer Sprache, aus denen man mehr erfahren kann:

Hier ein Artikel von Father Z zum Thema (englisch, die Kommentare sind auch lesenswert)

Hier ein Erlebnisbericht von meiner ersten Messe in der außerordentlichen Form

Hier eine Erklärung der Riten der traditionellen Messe (außerst empfehlenswert!)

Die traditionelle Messe in Ihrer Nähe (man beachte auch die dort verlinkte Standortkarte)

Und schließlich hier noch eine Videosammlung und eine allgemeine Einführung in die traditionelle Messe (englisch)

Nehmen wir an, jemand fragte mich, was er bei seiner ersten traditionellen Messe zu erwarten hat, würde ich in etwa so antworten:

„Ehrfurcht, Stille, Frömmigkeit, Anbetung, eine Messe, die Himmel und Erde an einem Ort vereinigt, Raum und Zeit durchdringt, eine Art „zeitlose Zeit“ herstellt, und dadurch einen Vorgeschmack auf den Himmel bietet, eine Messe, in der der Herr Jesus Christus selbst real präsent ist, und in der man das nicht nur verstandesmäßig glauben, sondern fast schon aus der Atmosphäre spüren kann. Eine Messe, die zwar komplexer ist als der Novus Ordo, und auch überwältigend und verwirrend sein kann, wenn man versucht dem Ritus z.B. im Messbuch zu folgen, die aber solchen Intellektualismus gar nicht nötig hat. Selbst wenn man einfach nur die oben beschriebene Atmosphäre genießt und in sie eintaucht, hat man schon viel gewonnen. Dies gilt besonders im Hochamt, wo die Würde der Messe geradezu augenfällig (und „ohrenfällig“) ist, wenn der gregorianische Chorgesang zusammen mit dem Weihrauch und den Gebeten der versammelten Gemeinde zum Himmel emporsteigt, aber auch in der stillen Messe ist dies so, da hier die Stille ebensolche Würdigkeit ausdrückt. Später, wenn man dann mit der Atmosphäre vertraut ist, kann man sich mit den Feinheiten des Ritus beschäftigen. Was man zu erwarten hat, ist nichts weniger als die Messe aller Zeiten, in der nicht alles anders, aber vieles besser ist als im Novus Ordo. Und wenn man sich sorgt, man könnte negativ auffallen, den Faden verlieren, etwas nicht verstehen, dann muss man aber auch bedenken, dass wir in der realen Gegenwart des Herrn, verglichen mit dem Herrn, alle negativ auffallen, den Faden verlieren, und nur wenig verstehen. Und dass selbst wir „fundamentalistischen Tradis“ niemandem den Kopf abreißen, der keine Ahnung hat.“

Und was würden meine (womöglich mit der außerordentlichen Form erfahrenen) Leser einem solchen interessierten Fragesteller antworten?