Die FSSPX und das Trojanische Pferd

Summorum Pontificum berichtet aus „gewöhnlich gut informierter Quelle“ über einen angeblich im deutschsprachigen Episkopat zirkulierenden Plan für den Fall einer kirchenrechtlichen Anerkennung der Piusbruderschaft. Dort liest man – Kommentare in roter Schrift und fettgedruckte Hervorhebungen wie immer von Catocon:

Wie wir aus allgemein gut unterrichteter Quelle erfahren haben, gehen die Bischöfe der deutschsprachigen Bischofskonferenzen [Deutschland, Österreich, Schweiz – die üblichen reformkatholischen Hochburgen] davon aus, daß die Rekonziliation der Priesterbruderschaft St. Pius X. – also die Rückkehr der Bruderschaft in die volle kirchliche Einheit mit dem Papst – unmittelbar bevorsteht. [Danach sieht es im Moment wohl aus, wenn die öffentlichen Einlassungen aller Seiten auch nur halbwegs der Wahrheit entsprechen.] Zur Vorbereitung darauf haben die Strategen dieser Konferenzen einen derzeit innerhalb und zwischen den Bischofskonferenzen zur Abstimmung zirkulierenden „Notfallplan“  entwickelt [die Piusbruderschaft würde also einen „Notfall“ auslösen…] , der darauf abzielt, jede Tätigkeit der Bruderschaft in ihrem Amtsbereich unmöglich zu machern [sic!]. Damit lösen sie sich durch bewußten Ungehorsam aus der vollen Einheit mit dem Bischof von Rom und beschreiten den Weg der rechtlichen Kirchenspaltung. [Das ist leider nicht der Fall. Die Bischöfe können rechtlich gesehen jederzeit so handeln, wenn sie das wünschen – mehr dazu: siehe unten]

Nach diesem geheimen Rundschreiben sollen die Mitglieder der beteiligten Bischofskonferenzen auf folgendes Vorgehen verpflichtet werden [es bleibt abzuwarten, was Bischöfe wie Vitus Huonder machen werden, wenn es so weit kommen sollte.]:

  1. Im Falle der Regularisierung der Bruderschaft als Personalprälatur [was wohl der wahrscheinlichste Fall ist] werden die Ortsordinarien den Prälaten als zuständigen Oberen unverzüglich auffordern, alle weisungsgebundenen Mitglieder der Personalprälatur aus ihren Diözesen zurückzuziehen, alle Niederlassungen zu schließen und keine neuen zu errichten. Damit wäre nach dem gegenwärtig gültigen Kirchenrecht jede Tätigkeit der Bruderschaft in deutschsprachigen Diözesen illegal. [Das ist eben eine Personalprälatur. Sie benötigt für Niederlassungen in einer Diözese die Zustimmung des jeweiligen Ortsordinarius. Fehlt diese, so ist die Tätigkeit einer Personalprälatur in dieser Diözese illegal. Das hat nichts mit bischöflichem Rechtsbruch oder Eintreten rechtlichen Schismas zu tun. Kanon 297 sagt dazu: „Die Statuten haben ebenso das Verhältnis der Personalprälatur zu den Ortsordinarien zu bestimmen, in deren Teilkirchen die Prälatur ihre seelsorglichen oder missionarischen Werke nach vorausgehender Zustimmung des Diözesanbischofs ausübt oder auszuüben beabsichtigt]
  2. Im Falle der Errichtung der Bruderschaft St. Pius X. als Ordinariat [sehr unwahrscheinlich, folgt man den Einlassungen Roms und der Piusbrüder – da ist immer nur von Personalprälaturen die Rede. Doch wenn die deutschsprachigen Bischöfe sich darauf vorbereiten, wissen sie ja vielleicht mehr als wir.]sollen die Ortsbischöfe ihre nachgeordneten Behörden und Einrichtungen sowie sämtliche Priester ihrer Diözesen anweisen, in keiner Form mit Priestern oder Institutionen des Ordinariats zusammen zu arbeiten und ihren jegliche Nutzung von Gebäuden und Einrichtungen der Diözesen zu versagen. [Auch das ist nur das gute Recht der Bischöfe. Ein Ordinariat hieße, dass die Diözesanbischöfe keine rechtliche Handhabe gegen die Einrichtungen der Piusbruderschaft hätten – daher ist es einer Personalprälatur bei weitem vorzuziehen. Sie müssten akzeptieren, dass die FSSPX in den deutschen Diözesen tätig wird bzw. bleibt. Doch daraus entsteht ja keine Verpflichtung, mit der FSSPX auch zusammenzuarbeiten.]

Damit beschreiten die Planer der Bischofskonferenzen einen Weg der Rebellion [nein – sie schöpfen nur ihre rechtlichen Möglichkeiten aus], der die Aufrufe der verschiedenen Ungehorsams-Initiativen noch in den Schatten stellt. [Das stimmt einfach nicht. Die Ungehorsamsinitiativen lehnen sich gegen geltendes Recht der Kirche auf. Dieser angeblich oder tatsächlich kursierende Notfallplan gegen die Piusbrüder tut das nicht. Er verweigert nur jegliche Zusammenarbeit mit einer kirchenrechtlich anerkannten FSSPX. Im Fall einer Personalprälatur räumt das Kirchenrecht ihnen diese Befugnis sogar explizit ein, und dass niemand den Kardinal Lehmann wird zwingen können, dem Pater Schmidberger seine Domkirche zur Verfügung zu stellen, wenn er das nicht will, ist wohl zu klar, als dass es noch weiterer Erläuterung bedürfte.] Sie bekennen sich offen zu der Absicht, Maßnahmen der Gesamtkirche für ihren Zuständigkeitsbereich zu konterkarieren [nein, das tun sie nicht, wie oben dargelegt wurde; eine Personalprälatur bedeutet, dass es eine kirchenrechtlich anerkannte Struktur gibt, die, so die Ortsbischöfe dies gestatten, in den jeweiligen Diözesen wirken darf. Genauso soll es nach diesem Schreiben gehalten werden. Das hat noch nicht einmal neben „konterkarieren“ gelegen. Es zeigt nur erneut, warum eine Personalprälatur für die FSSPX Selbstmord wäre, und sie deshalb von keiner an einer Einigung interessierten Seite akzeptiert werden kann.] und bestätigen erneut, daß sie das Schlagwort der „Kollegialität“ als Mittel zur Aufspaltung der Gesamtkirche in Nationalkirchen mißbrauchen. [Im Gegenteil. Die Kooperation von Bischöfen aus mindestens drei (deutschsprachigen) Ländern widerspricht der Nationalkirchenhypothese eklatant.] Innerhalb dieser Nationalkirchen wollen sie – ebenfalls im Widerspruch zum geltenden Recht [ein solcher Widerspruch ist an keiner Stelle in dem Artikel aufgezeigt worden – es ist eine schiere Behauptung, und eine falsche noch dazu – siehe oben] – einen zentralistischen Apparat installieren [von der Installation eines zentralistischen Apparats ist nun wirklich nirgendwo in dem zitierten Schreiben die Rede gewesen.] , der Ortsbischöfen, die Minderheitspositionen vertreten, das Recht zur eigenständigen Leitung ihrer Diözesen bestreitet. [Auch ganz ohne Kollegialität stünde es jedem Ortsbischof natürlich frei, sich mit anderen Ortsbischöfen zu beraten und dann gemeinsame Beschlüsse zu fassen. Wer wollte es Bischöfen verwehren, gemeinsam zu beraten und für ihre Diözesen eine gemeinsame Linie zu finden, so die Exzellenzen dies wünschen? Und wenn sich die Minderheit, die es gern anders hätte, doch dazu entschließt, den Beschlüssen der Mehrheit zu folgen, dann zeigt dies nur, dass die Minderheit nicht bereit ist, gegen den Strom zu schwimmen, und nicht, dass irgendein zentralistischer Apparat faktisch die Macht des Ortsbischofs beschränkt hätte.]

Auf Summorum Pontificum finden sich sonst oft wertvolle Informationen und Analysen, auf die hier auch schon öfters verwiesen worden ist. Auch in diesem Fall mag die ursprüngliche Quelle vertrauenswürdig sein. Ich halte es für sehr plausibel, dass die diversen deutschsprachigen Bischofskonferenzen eine gemeinsame Strategie planen, um die Piusbrüder möglichst stark zu behindern, wenn eine Einigung mit Rom erfolgen sollte. Es würde mich sehr überraschen, wenn die sonst immer gut organisierten modernistischen Kräfte diesmal nicht gut auf alle Eventualitäten vorbereitet wären.

Doch was das von Summorum Pontificum zitierte Schreiben betrifft, das eine gemeinsame Linie der deutschsprachigen Bischöfe gegen die Piusbruderschaft darlegt, so sehe ich nicht den geringsten Grund, dies als einen Rechtsbruch oder gar als schismatischen Akt anzusehen. Im Gegenteil. Dieses Schreiben zeigt, ob es echt ist oder nicht, ob es wirklich kursiert, oder auf falschen Informationen beruht, wieder einmal auf, warum die Personalprälatur vollkommen inakzeptabel für eine Piusbruderschaft ist, die weiterhin ernsthafte Konzilskritik betreiben und gegen Modernismus und Häresien zu Felde ziehen will. Nach can. 294 können nur Priester und Diakone einer Personalprälatur angehören. Die Anhänger der Piusbruderschaft hätten keine Möglichkeit, sich formell dieser Bruderschaft anzuschließen.  Dies würde bedeuten, dass sie für jede bei den Piusbrüdern vorgenommene Firmung oder Eheschließung die Genehmigung des Bistums einholen müssten. Sie stünden weiterhin unter der Jurisdiktionsgewalt des Ortsbischofs. Da die Personalprälatur auf den Weltklerus beschränkt ist, wären auch die der FSSPX angeschlossenen Ordensgemeinschaften ausgeschlossen. Und nach can. 297 könnte die Personalprälatur in einem Bistum nur mit Einwilligung des Ortsbischofs Niederlassungen unterhalten bzw. einrichten. Was also anscheinend seitens des deutschsprachigen Episkopats geplant ist, beschränkt sich auf die Ausübung ihrer kirchenrechtlichen Befugnisse.

Man mag argumentieren, dass diese Handlung nicht der Wille des Papstes wäre, und die Bischöfe sich damit dem Geiste einer solchen Einigung widersetzen, wenn auch nicht dem Buchstaben des Kirchenrechts. Doch der „Geist der Personalprälatur für die FSSPX“ ist, wie der „Geist des Konzils“ keine Grundlage für die Behauptung, jemand habe „schismatisch“ oder „gegen geltendes Recht“ gehandelt. Eine solche Handlung der deutschsprachigen Bischöfe wäre sehr bedauerlich, doch gänzlich erwartbar.

Eine regularisierte Piusbruderschaft mit einem Ordinariat könnte einfach mit den Schultern zucken, wenn die Bischöfe ihnen nicht helfen. Die Situation wäre dann nicht anders als jetzt auch, nur dass sie eine kirchenrechtliche Anerkennung durch Rom im Rücken hätten.

Das kursierende Schreiben ist also kein Beweis für Schisma und Rechtsbruch seitens der Bischöfe, sondern ein weiteres Indiz, dass eine Personalprälatur für die FSSPX kein gangbarer Weg ist. Die Personalprälatur für die Piusbruderschaft ist entweder eine Falle (was ich dem Heiligen Vater nicht zutraue), oder wenn keine Falle, dann doch zumindest ein tragischer Irrtum.

Man sagt, einem geschenkten Gaul schaue man nicht ins Maul. Wir wissen jedoch, wie das für das alte Troja ausgegangen ist…

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Kardinal Schönborn: Weder Ungehorsam noch Konsequenz

Seit Monaten schwelt in Österreich bereits das Schisma. Hunderte Priester haben sich in der sogenannten „Pfarrer-Initiative“ zusammengeschlossen, eine Erklärung geschrieben, die unter dem Namen „Aufruf zum Ungehorsam“ veröffentlicht wurde, und in der das ganze übliche „reformkatholische“ Gebräu wieder einmal aufgewärmt wurde. Oberschismatiker Schüller setzte letztens noch einen drauf, worüber ich auch schon geschrieben habe.

Es ist an dieser Stelle nicht nötig, schon wieder auf alle theologischen Irrtümer einzugehen, die die ungehorsamen Priester in Österreich zu verzapfen wünschen. Doch was ist zu der bisherigen Reaktion der österreichischen Bischöfe zu sagen? Kardinal Schönborn, der oberste österreichische Hirte, der als Erzbischof von Wien, soweit ich das sehe, auch für Herrn Pfarrer Schüller direkt zuständig ist, hat sich dazu hinreißen lassen, einen offenen Brief zu schreiben, in dem er erklärte, Ungehorsam sei schlecht – und die Pfarrerinitiative milde dazu aufforderte, sich von dem Anschein des Ungehorsams doch bitte zu distanzieren. Die Pfarrerinitiative reagierte nicht, außer indem sie ihre radikale Rhetorik noch weiter verschärfte und auf allen ihren Positionen beharrte.

Sogenannte „Priesterlose Eucharistiefeiern“ wurden gefordert, was auch immer das sein soll, wenn nicht ein Oxymoron (jede Eucharistiefeier braucht notwendig einen Priester, da selbst die oberste Vorsitzende des obersten Pfarrgemeindesowjets zur Konsekration von Hostien gänzlich unfähig ist. Vielleicht könnten sie ja „Hostiinnen und Hostien“ konsekrieren…) Schüller forderte zuletzt sogar die Möglichkeit einer „Päpstin“, was wohl die Folge zu viel feministischer und sonstiger Schundliteratur sein dürfte.

Wie reagiert nun der eminente Kardinal darauf? Er wendet sich wieder an die Öffentlichkeit. Auf kath.net heißt es:

Der Wiener Erzbischof Kardinal Christoph Schönborn stellt im großen Interview in der morgen erscheinenden Ausgabe des Magzins „News“ zur Pfarrer-Initiative klar: „Wenn es in disziplinären Fragen wie etwa Zulassungsbedingungen zum Priesteramt Änderungen geben sollte, dann sicher nur in Gemeinschaft mit der Weltkirche.

Es gab ja in Österreich Versuche, dass sich etwa Frauen eine Priesterweihe organisiert haben. Das führt in eine Sackgasse. In der Glaubensgemeinschaft der katholischen Kirche geht das nicht! Ganz klar: Dafür stehe ich nicht zur Verfügung!“

Hochinteressant. Auf den ersten Blick erscheint dies doch tatsächlich wie ein Statement, das so von einem katholischen Hirten abgegeben werden könnte. In disziplinären Fragen sind Veränderungen auf weltkirchlicher Ebene möglich, aber lokale Alleingänge schädlich. Frauen zur Priesterweihe zuzulassen geht in eine Sackgasse – „in der katholischen Kirche geht das nicht!“ Das hört sich wie gesunde katholische Lehre an.

Und dafür ist Kardinal Schönborn auch zu danken. Seine Worte machen deutlich, wo er steht. Er ist gegen den theologischen Unsinn, der von den ungehorsamen Hirten verbreitet wird, und er steht auch dazu. Alles sehr schön.

Eine Frage hätte ich da schon noch:

Warum handelt der Kardinal denn eigentlich nicht? Wenn er doch so entschlossen und öffentlichkeitswirksam seine Treue zu Papst und Lehramt, die Notwendigkeit priesterlichen Gehorsams und der Befolgung katholischer Lehre in Theogie und pastoraler Praxis bekennen möchte, dann hätte er dazu doch eine exzellente Gelegenheit.

Doch Herr Schüller kann seine Häresien zusammen mit denjenigen seiner etwa 300 Freunde weiter verbreiten, weiter als katholischer Priester auftreten, ohne in irgendeiner Form disziplinarisch belangt zu werden. Kardinal Schönborn hat in seinem ursprünglichen offenen Brief betont, dass in jedem Unternehmen ein Angestellter der in grundsätzlichen Fragen öffentlich gegen die Linie der Führung agitiert, schlicht gefeuert würde. Warum nicht auch in der Kirche?

Wenn Kardinal Schönborn doch wirklich die Lehre der Kirche glaubt, und ihm an der Verteidigung derselben wirklich etwas liegt, warum geht er dann nicht wenigstens mit der gleichen Härte gegen die Agitation der Pfarrer-Initiative und ihres Revolutionsführers Che Schüller vor, wie jeder milde Unternehmer gegen vergleichbaren Widerstand in seinem Unternehmen?

Warum ist die Kluft zwischen Worten und Taten so groß?

Wenn ich mich recht entsinne, dann gab es einmal einen ziemlich unbedeutenden Wanderprediger im Nahen Osten, der vor etwa 2000 Jahren seinen Anhängern empfahl, man solle den Worten, nicht den Taten, der Pharisäer Folge leisten, eben weil diese Gruppe zwar gute Worte zu sprechen vermochte, das Gesetz in Worten verteidigte und einhielt, aber in der Praxis etwas ganz anderes tat. Nun möchte ich Kardinal Schönborn nicht als Pharisäer bezeichnen, aber eine gewisse Nähe kann schon konstatiert werden.

Kardinal Schönborn spricht gute Worte, aber tut er auch gute Werke? Wir sollen sie, auch unsere Hirten, an ihren Früchten messen. Sind die Früchte von Kardinal Schönborns milden Zurechtweisungstaktik erfolgreich? Hat Pfarrer Schüller seine Unterzeichner und sich selbst zurückgepfiffen, um frisch und fröhlich zu dialogisieren? Im Gegenteil. Je mehr Raum man den Schüllers dieser Welt gewährt, umso forscher treten sie auf, umso mehr glauben sie sich leisten zu können, umso weniger Respekt haben sie vor ihrem Hirten, und umso mehr Schaden fügen sie der Kirche zu. Außerdem fördern sie diejenigen Elemente in der Kirche, die nicht das geringste Interesse an Einheit mir Rom und dem Papst haben, sondern sich einfach ihre persönliche private Wohlfühlkirche schaffen wollen, die genau die Dogmen vertritt, die sie selbst für wichtig halten (Egalitarismus, „Gleichstellung“ von Frauen, Priesterinnen, Homo-Ideologie, Liturgie als Theateraufführung, Leib Christi als Gemeindemahl, religiöser Indifferentismus usw.).

Als Konvertit habe ich keine lange Erfahrung innerhalb der katholischen Kirche. Aber selbst ich habe schon erlebt, wie dieser die ganze Kirche zumindest in Europa durchwehende Geist des Ungehorsams und der Gleichgültigkeit gegenüber Wahrheit und Gott guten Hirten große Schwierigkeiten macht.

In jeder anderen Zeit wäre ein mir persönlich bekannter Gemeindepriester, nennen wir ihn einmal X, ein guter Hirte für seine Schäfchen gewesen. Er ist ein sanftmütiger, freundlicher, gläubiger Mann, der von seinem Gemeindesowjet, diversen Liturgie- und sonstigen Sowjets vor sich her getrieben wird. Er liebt die Kontroverse und den Streit überhaupt nicht. Man könnte sogar sagen, er kann sich nicht allzu gut durchsetzen gegen Widerspruch und Respektlosigkeit. In einer Atmosphäre des Respekts vor gläubigen Priestern wäre er ein exzellenter „pastor“, ein wundervoller Hirte, geworden. Doch heute? Die halbgläubigen Modernisten wissen genau, dass man sie mit allem durchkommen lässt, denn die katholischen Priester haben in ihrer Diözese keinen Rückhalt und Rom ist fern. Also tanzen die Mäuse auf den Tischen, und keiner kann sie stoppen. Sich gegen eine Meute Modernistenmäuse zur Wehr zu setzen, das überfordert den Gemeindepriester X, besonders wenn er sehr wahrscheinlich auf Diözesanebene den Kürzeren zöge, käme es zum offenen Streit.

Derweil wird weiter mit Häretikern dialogisiert, statt sie einer gründlichen öffentlichen und persönlichen Katechese zu unterziehen, derweil wird weiter der katholische Glaube kleingehackt und in vom modernen Menschen zu akzeptierende, geschmacklose und fade Platitüden zerlegt, derweil werden die noch vorhandenen gläubigen Priester skrupellos im Stich gelassen, wenn nicht direkt sabotiert, und derweil können die Schüllers dieser Welt weiterhin ihre Häresien plappern, ohne dass der Eindruck entstünde, jemand unternähme etwas gegen den Eindruck, sie sprächen in ihrer Funktion als Pfarrer doch im Namen der Kirche.

Aber wehe ein Priester ist wirklich gläubig und kämpft auch noch dafür. Dann ist er abgesägt, bevor er drei Ave Marias sagen kann.

Kardinal Schönborn spricht, wie gesagt, schöne und wahre Worte. Aber es folgen keine Taten, wie bei den allermeisten Hirten des postmodernen Zeitalters. Und dadurch fördern Kardinal Schönborn und die vielen Bischöfe und Kardinäle, die ähnlich mit ihren heimischen Modernisten umgehen, die weitere Verbreitung modernistischer Irrlehren, die Entkirchlichung der Kirche, die Eesakralisierung des Sakralen, die Entchristlichung des Christentums – was, auf eine Formel gebracht, das Resultat, wenn auch nicht die Absicht, der Modernisten ist.

Kardinal Schönborn spricht schöne Worte. Er zeigt mit seinem Bischofsstab zur Wahrheit und zur Kirche. Er ist nicht ungehorsam – und nicht konsequent. Aber er sollte sich ins Gedächtnis zurückrufen, dass sein Bischofsstab ein Hirtenstab ist. Er kann nicht nur zeigen, er kann auch noch mehr. Doch dazu müsste man ihn schwingen. Und dann klatscht es gewaltig, wie man mancherorts zu sagen pflegt.

Aber das wär‘ ja nicht modern!

P.S. Unterschreiben beim Aufruf zum Gehorsam nicht vergessen! Bisher sind es gut 2000 Unterschriften. Da muss noch mehr drin sein!!

Schüller – Ich bin Häretiker, und das ist auch gut so!

So langsam sollte das Maß selbst des Geduldigsten voll sein. Der Aufrührer-Pfarrer Helmut Schüller hat jetzt, kath.net zufolge, in einem Interview noch einmal draufgesattelt. Seine häretische Pfarrerinitiative hatte bereits vor diesem Interview eindeutig das Maß des Zulässigen in der katholischen Kirche überschritten. Einige seiner neuen Aussagen übertreffen dies aber nochmal um Längen. Beispiele:

In einem Interview mit dem Magazin „Weekend“ meint Schüller jetzt auf die Frage, ob er denn selbst gerne heiraten würde: „Ich habe das nie ganz ausgeschlossen…“

(…)

Seiner Meinung nach seien sogar Frauen die „besseren Priester“. Wörtlich sagte Schüller: „Das Wichtigste in diesem Beruf haben wir von Frauen gelernt. In zwei Dritteln der Welt wird der Alltag von Frauen geschupft. Dieses Element fehlt uns vollkommen in der Pfarrerschicht.“

Der ehemalige Wiener Generalvikar zeigt sich dann auch überzeugt, dass es einmal eine „Päpstin“ geben werde. „Sobald das Priesteramt für Frauen geöffent ist, gibt es keine Schranken mehr.

(…)

„Es gibt viele Karawanen der Gottsuche, aber letztlich haben wir mehr gemeinsam als uns trennt. In Österreich haben wir 14 christliche Kirchen. Europa wächst zusammen und was tun die Kirchen? Sie trennen einander.“ Er selber fühle sich übrigens als „Aktionär“ in der Kirche und nicht als Kunde oder Mitglied. „Es ist mein Ding. Die Kirche gehört nicht nur dem Papst und nicht den Bischöfen sondern uns allen“, behauptet er dann.

Da ich nur begrenzte Zeit habe, werde ich auf eine Analyse dieses himmelschreienden Unsinns verzichten, und mir nur drei Punkte herausgreifen:

1. Weibliche Priester

Durch die dogmatische Festlegung von Ordinatio Sacerdotalis sind weibliche Priester nicht möglich. Zum einen liegt dies an der Tatsache, dass Jesus, obgleich er viel mit Frauen verkehrte und diese keineswegs herabwürdigte, eben nur Männer zu seinen Aposteln berufen hat. Zum anderen hat dies aber auch mit der natürlichen Zeichenhaftigkeit der beiden Geschlechter zu tun, die Peter Kreeft hier in englischer Sprache erläutert, und die ich kürzlich mit dem geschätzten Mitblogger Johannes auf dessen Blog diskutiert habe. Welcher Grund letztlich der Ausschlaggebende für Gott war, werden wir nie herausfinden können, aber sowohl die rationalen als auch die Offenbarungsgründe sprechen eine klare Sprache: Es können nur Männer Priester sein – der Priester ist immer ein geistlicher Vater, keine geistliche Mutter.

Dass der zukünftige Ex-Pfarrer Schüller dies anders sieht, war zu erwarten. Wer die Wahrheit aus Geltungs- und Anerkennungssucht in einem wesentlichen Punkt verlassen hat, der wird sich regelmäßig auch nicht scheuen, die Wahrheit aus denselben Gründen in anderen Punkten im Stich zu lassen.

Schön finde ich an seinen Aussagen jedoch, dass er sich klar den Konsequenzen seiner Forderung stellt, was die schwammigeren Vertreter der Zeitgeistkirche oft krampfhaft zu vermeiden suchen. Wenn das Priesteramt an eine Frau übertragen werden kann, dann geht das auch mit dem Bischofsamt, und also auch mit dem Bischofsamt in Rom. Gibt es Priesterinnen, so kann es auch Päpstinnen geben. Und dasselbe trifft faktisch auch auf Diakone zu, da man erst zum Diakon, dann zum Priester geweiht wird. Es handelt sich um zwei Stufen desselben Weihesakraments. Daher sollten Frauen auch nicht zu Diakonen geweiht werden (und aufgrund des Effekts auf Priesterberufungen auch nicht Meßdiener werden können, aber das führte vom Thema weg) – obgleich dies natürlich noch nicht in derselben Klarheit vom Lehramt dogmatisch festgelegt wurde, so dass Abweichler in dieser Frage keine direkte Häresie äußern.

Festzuhalten ist: Schüller sieht, wohin sein Weg führt, nämlich zur völligen innerkirchlichen Austauschbarkeit von Männern und Frauen. Und wenn eine Frau erstmal Priester, Bischof, Papst „geworden ist“ (natürlich kann sie das nicht, weil solche Weihen ungültig wären, aber lassen wir das einmal außen vor), dann kann die Messe nicht mehr so verstanden werden, dass der Priester als „alter Christus“ eben für Christus steht. Das ganze Verständnis der Messe wäre damit unwiderruflich zu einer bloßen Gemeindefeier herabgestuft, ohne übernatürliche Bedeutung. Daher ist die Forderung nach der Priesterweihe für Frauen nichts als die Forderung nach Abschaffung des allerheiligsten Altarsakramentes (und aller anderen Sakramente, bei denen der Geweihte für Christus steht) und also nach Umformung der Kirche zu einem reinen Sozialverein.

2. Karawanen der Gottsuche

Auch hier scheint Schüllers vollständige Abkehr vom katholischen Glauben wieder durch. Er sieht also in „den verschiedenen Kirchen“ verschiedene „Karawanen der Gottsuche“. Viele Wege führen also zu Gott. Der Mensch schafft sich seiner Auffassung nach solche Wege wie er sie braucht. Keiner dieser Wege kann sich im Besitz „der Wahrheit“ sehen, da alle Wege nur vom Menschen gemachte Routen auf der ewigen Suche nach dem unfasslichen Übernatürlichen sind.

Aber wenn alle Wege gleich sind, nur verschiedene „Karawanen der Gottsuche“ unterwegs sind, dann kann Jesus Christus nicht Gott gewesen sein, sondern nur ein Lügner und Betrüger. Denn er hat ja gesagt, er sei DER Weg, DIE Wahrheit. Nicht ein Weg unter vielen, sondern der eine, einzige Weg. Nicht meine persönliche Wahrheit oder deine oder seine, sondern die Wahrheit, die einzige Wahrheit. Dass Herr Schüller wesentliche Gebote und Dogmen der Kirche leugnet ist ja nichts Neues. Aber selbst ein guter Protestant im Geiste Martin Luthers könnte diese himmelschreiende Leugnung unseres Herrn niemals aussprechen. Es gibt gute Protestanten, die nichts für die Spaltung können, die lange vor ihrer Geburt stattgefunden hat. Ihnen ist kein Vorwurf für den Irrtum zu machen, in dem sie sich befinden. Diese Protestanten glauben an Gott, an Jesus Christus und stehen hinter dem Credo. Schüller als Möchtegern-Protestanten zu bezeichnen wäre eine ungerechte Beleidigung dieser gutwilligen Protestanten.

Eine Anmerkung zu den „Karawanen“ noch. Gestern schrieb ich über Erzbischof Zollitschs neues Skandalinterview (Skandal im klassischen Sinne), in dem der Erzbischof ebenfalls eine der indifferentistischen Sicht der vielen verschiedenen Kirchen, die alle den Weg zu Gott auf ihre Weise suchen, gefährlich nahe stehende Aussage tätigte. Zollitsch verbrämte seinen Relativismus wenigstens noch mit schwammigen Formulierungen, Schüller spricht inhaltlich dasselbe aus – viele Karawanen der Gottsuche, statt Offenbarung des Herrn – nur ohne die Floskeln und die Rhetorik. Er bekennt sich zum Relativismus, und ist damit wenigstens ehrlich.

3. Aktionär statt Mitglied

Der Pfarrer Schüller will fernerhin Aktionär statt Mitglied in „seiner“ Kirche sein. Nun, kurze Empfehlung: Wenn Sie nicht Mitglied sein wollen, dann treten Sie doch aus. Wenn die Kirche dann an die Börse geht („ihre“ Kirche wird dies wahrscheinlich bald tun, um die Marktkapitalisierung zu erhöhen oder so), dann können Sie doch ein Paar Aktien für die wenigen Cent kaufen, die solche Aktien dann noch wert sein werden.

Aber mal ernsthaft: Er versteht sich als Aktionär in der Kirche. Der Aktionär ist ein Anteilseigner – er kann bei der jährlichen Versammlung seinem Anteil entsprechend über den Kurs des Unternehmens abstimmen. Auch dies ist wieder nur eine deutliche, ehrliche Formulierung derselben Ansicht, die auch von so manchem Verbandskatholiken und sogar Bischof in Deutschland immer wieder andeutungsweise vertreten wird. Auch hier besteht der Unterschied eigentlich nur in Schüllers Ehrlichkeit – er versteckt sich nicht hinter Tarnkappen und Worthülsen, sondern sagt was er will. Das macht es leichter, ihn der Häresie zu überführen. Aber das macht die Äußerungen der hinter Tarnkappen verschanzten Kirchenleute nicht besser.

Der Aktionär kann, wenn er die nötige Mehrheit der Anteile hinter sich versammelt hat, beschließen was er will. Es gibt keine unveränderlichen Lehrsätze in einer Aktiengesellschaft. Damit offenbart Schüller endgültig, wohin er „seine“ Kirche steuern will. In die völlige Beliebigkeit, in den Zynismus, der immer das für wahr hält, was die Mehrheit gerade denkt – bis die Mehrheit ihre Meinung ändert. Dann kann die Kirche aber keine Orientierung mehr bieten. Orientierung bietet ein Fähnchen im Wind nämlich nicht, die Kompassnadel aber schon.

Eine solche „Kirche“ wäre nicht einmal mehr als rein weltliche Sozialgemeinschaft sinnvoll, da sie nicht einmal mehr Orientierung oder ein Ziel vorgeben kann, und wäre es nur ein rein weltliches Ziel. Eine solche Kirche wäre schlicht vollkommen nutzlos. Und als solche ginge sie auch ganz schnell unter.

Die drei in dieser Bewertung des Schüller-Interviews genannten Punkte sind von mir nicht zufällig ausgewählt worden. Sie stellen vielmehr eine sukzessive Steigerung der Häresie dar. Zuerst werden einige wesentliche Glaubensinhalte geleugnet, dann führt dies zur Leugnung der Sakramente (Punkt 1), was wiederum den Unterschied zwischen „den Kirchen“ einebnet (Punkt 2) und letztlich sogar den Unterschied dieser multiplen relativistischen Kirchen zu rein weltlichen Unternehmen vernichtet (Punkt 3). Erst streicht man das Besondere am Katholizismus, nur um dann verwundert festzustellen, dass katholische und evangelische Kirche gleich sind.

Dann streicht man das Besondere am Christentum – die Einzigartigkeit Jesu Christi als DEM EINEN Weg, nur um dann verwundert festzustellen, dass doch alle Religionen und Konfessionen gleichermaßen bloß indifferente „Karawanen der Gottsuche“ seien.

Schließlich spricht man diesen substanzlosen Karawanen der Gottsuche auch noch die Charakteristika ab, die sie wenigstens noch zu „Gottsuchern“ gemacht hat, indem man sie zu reinen Aktionären degradiert.

Dieser unheilige Dreischritt ist das Werk des Schüller. Eine viel vollständigere Leugnung nicht nur des katholischen Glaubens, sondern des Christentums überhaupt; nicht nur des Christentums, sondern des Religiösen überhaupt, lässt sich kaum denken. Dagegen sind Atheisten fast noch fromm.

Mir drängen sich nach diesem unheiligen Dreischritt noch drei nicht ganz so unheilige Fragen auf:

1. Wann wird Pfarrer Schüller laisiert – und warum haben die österreichischen Bischöfe, an erster Stelle Kardinal Schönborn noch nicht längst entschlossen gehandelt?

2. Wann tritt seine Generation endlich ab? (Lieber 100 gute Pfarrer als 100000 schlechte, und die wenigen Neuen sind generell keine stolzen Häretiker)

3. Haben Sie schon beim Aufruf zum Gehorsam mitgemacht?

Klare Worte: Petrusbruder zur Pfarrer-Initiative

Wie scheinbar im deutschsprachigen Raum üblich, braucht es immer erst die Petrusbruderschaft oder eine andere traditionelle Priestergemeinschaft, um die wesentlichen Fragen anzusprechen. Wie aus dem hier verlinkten Artikel hervorgeht, stellt sich Pater Walthard Zimmer die ernstliche Frage, ob eine Messe, die von einem Unterzeichner des „Aufrufs zum Ungehorsam“ der österreichischen Pfarrer-Initiative gefeiert wird, überhaupt noch die notwendigen Kritieren erfüllt, um gültig zu sein. Er rät folgerichtig den Gläubigen im Zweifel diese Messen zu meiden, um nicht das Risiko eines Sakrilegs einzugehen und ein bloßes Stück Brot anzubeten und anstelle des Leibes Christi zu empfange:

Für P. Zimmer lässt die Aufforderung der „Pfarrer-Initiative“, Vorschriften zu missachten, welche eng mit der Natur des Sakramentes verbunden seien, Zweifel aufkommen, ob hier überhaupt noch die notwendige Intention bestehe, dass solche Messen auch Gültigkeit haben.

Es reicht nämlich eben nicht ein gültig geweihter katholischer Priester zu sein – die korrekte Intention muss (ebenso wie die Form) noch hinzukommen. Und diese Intention kann bei Priestern, die in wesentlichen Fragen mit der Kirche gebrochen haben, eigentlich nicht mehr als sicher angenommen werden. Vor allem, da sie „priesterlose Eucharistiefeiern“ fordern – was die Heilige Messe, das Opfer Jesu Christi, auf eine Stufe mit bloßen Wort-Gottes-Feiern stellt. Wer dies tut, der kann eigentlich nicht mehr an die Realpräsenz glauben und folgerichtig auch nicht die Absicht haben, eine solche Realpräsenz in der Messe „herbeizuführen“. Offensichtlich begreifen diese Priester die Messe als bloßen „Gottesdienst“, der prinzipiell gleichberechtigt neben anderen Formen des „Gottesdienstes“ stehen kann.

Auch seine sonstigen Einlassungen zu den Priester-Rebellen aus Österreich sind mehr als lesenswert. Insbesondere eine Äußerung ist mir ins Auge gefallen:

„Hier haben Priester gesprochen, die ganz genau wissen, was die Kirche lehrt, diese Lehre ablehnen und die daher eine andere Kirche wollen und nun offen aufrufen, gegen die Kirche Christi zu handeln und für die andere Kirche tätig zu werden“, schreibt P. Zimmer und betont, dass es völlig naiv wäre zu glaube, dass es hier um „unschuldig Irrende“ gehe, die man „mit Güte und Langmut“ gewinnen könne. Es sei auch naiv zu glauben, „Grund für diese Aktion sei eine irgendwie geartete Sorge um die Gläubigen„. Diese Aktivisten seien hingegen „sauer“ darüber, dass die Kirche immer noch nicht das tue, was sie wollen. Nun würde versucht, mit Gewalt Änderungen zu erzwingen. Maßnahmen wie die Suspendierung solcher Priester, die den Aufruf zum Ungehorsam unterschrieben haben, werden unvermeidlich sein.

(Hervorhebungen von Catocon)

Wenn man dies liest, stellt man sich die ernsthafte Frage, warum die Bischöfe von Österreich gegen den offenen Bruch mit der Kirche seitens hunderter Priester nicht mehr unternehmen. Sie sprechen, sie verurteilen (wenn es hoch kommt) in verschwommenen Worten. Aber wo bleibt die Handlung? Wie Pater Zimmer, so könnte sich auch z.B. Kardinal Schönborn äußern. Doch damit würde man sich ja in den Medien unbeliebt machen. Und das geht ja nicht, denn vielleicht würde das zum Austritt einiger Kirchensteuerchristen führen.

Wenn man sieht, wie lasch mit dem offenen, öffentlichen Aufruf zum Bruch mit Rom, mit der Kirche Christi, umgegangen wird, dann darf man sich nicht wundern, dass die Kirche in Schwierigkeiten ist. Wie soll Gott einer Kirche auch helfen, deren Hirten sich in Scharen von ihr abwenden? Und wer glaubt, das sei nur in Österreich so, der hat noch nie etwas vom „Dialogprozess“ gehört, der im Wesentlichen darin besteht, dass Modernisten umarmt und hofiert werden, damit die Popularität ihrer Ansichten in der Mainstream-Gesellschaft auf die deutsche Kirche abfärbt.

Doch Niedergang ist eine Frucht der Rebellion.

NACHTRAG: Die vollständige Einlassung des Paters Walthard Zimmer befindet sich auf der Seite der Petrusbruderschaft von Linz.