Schüller – Ich bin Häretiker, und das ist auch gut so!

So langsam sollte das Maß selbst des Geduldigsten voll sein. Der Aufrührer-Pfarrer Helmut Schüller hat jetzt, kath.net zufolge, in einem Interview noch einmal draufgesattelt. Seine häretische Pfarrerinitiative hatte bereits vor diesem Interview eindeutig das Maß des Zulässigen in der katholischen Kirche überschritten. Einige seiner neuen Aussagen übertreffen dies aber nochmal um Längen. Beispiele:

In einem Interview mit dem Magazin „Weekend“ meint Schüller jetzt auf die Frage, ob er denn selbst gerne heiraten würde: „Ich habe das nie ganz ausgeschlossen…“

(…)

Seiner Meinung nach seien sogar Frauen die „besseren Priester“. Wörtlich sagte Schüller: „Das Wichtigste in diesem Beruf haben wir von Frauen gelernt. In zwei Dritteln der Welt wird der Alltag von Frauen geschupft. Dieses Element fehlt uns vollkommen in der Pfarrerschicht.“

Der ehemalige Wiener Generalvikar zeigt sich dann auch überzeugt, dass es einmal eine „Päpstin“ geben werde. „Sobald das Priesteramt für Frauen geöffent ist, gibt es keine Schranken mehr.

(…)

„Es gibt viele Karawanen der Gottsuche, aber letztlich haben wir mehr gemeinsam als uns trennt. In Österreich haben wir 14 christliche Kirchen. Europa wächst zusammen und was tun die Kirchen? Sie trennen einander.“ Er selber fühle sich übrigens als „Aktionär“ in der Kirche und nicht als Kunde oder Mitglied. „Es ist mein Ding. Die Kirche gehört nicht nur dem Papst und nicht den Bischöfen sondern uns allen“, behauptet er dann.

Da ich nur begrenzte Zeit habe, werde ich auf eine Analyse dieses himmelschreienden Unsinns verzichten, und mir nur drei Punkte herausgreifen:

1. Weibliche Priester

Durch die dogmatische Festlegung von Ordinatio Sacerdotalis sind weibliche Priester nicht möglich. Zum einen liegt dies an der Tatsache, dass Jesus, obgleich er viel mit Frauen verkehrte und diese keineswegs herabwürdigte, eben nur Männer zu seinen Aposteln berufen hat. Zum anderen hat dies aber auch mit der natürlichen Zeichenhaftigkeit der beiden Geschlechter zu tun, die Peter Kreeft hier in englischer Sprache erläutert, und die ich kürzlich mit dem geschätzten Mitblogger Johannes auf dessen Blog diskutiert habe. Welcher Grund letztlich der Ausschlaggebende für Gott war, werden wir nie herausfinden können, aber sowohl die rationalen als auch die Offenbarungsgründe sprechen eine klare Sprache: Es können nur Männer Priester sein – der Priester ist immer ein geistlicher Vater, keine geistliche Mutter.

Dass der zukünftige Ex-Pfarrer Schüller dies anders sieht, war zu erwarten. Wer die Wahrheit aus Geltungs- und Anerkennungssucht in einem wesentlichen Punkt verlassen hat, der wird sich regelmäßig auch nicht scheuen, die Wahrheit aus denselben Gründen in anderen Punkten im Stich zu lassen.

Schön finde ich an seinen Aussagen jedoch, dass er sich klar den Konsequenzen seiner Forderung stellt, was die schwammigeren Vertreter der Zeitgeistkirche oft krampfhaft zu vermeiden suchen. Wenn das Priesteramt an eine Frau übertragen werden kann, dann geht das auch mit dem Bischofsamt, und also auch mit dem Bischofsamt in Rom. Gibt es Priesterinnen, so kann es auch Päpstinnen geben. Und dasselbe trifft faktisch auch auf Diakone zu, da man erst zum Diakon, dann zum Priester geweiht wird. Es handelt sich um zwei Stufen desselben Weihesakraments. Daher sollten Frauen auch nicht zu Diakonen geweiht werden (und aufgrund des Effekts auf Priesterberufungen auch nicht Meßdiener werden können, aber das führte vom Thema weg) – obgleich dies natürlich noch nicht in derselben Klarheit vom Lehramt dogmatisch festgelegt wurde, so dass Abweichler in dieser Frage keine direkte Häresie äußern.

Festzuhalten ist: Schüller sieht, wohin sein Weg führt, nämlich zur völligen innerkirchlichen Austauschbarkeit von Männern und Frauen. Und wenn eine Frau erstmal Priester, Bischof, Papst „geworden ist“ (natürlich kann sie das nicht, weil solche Weihen ungültig wären, aber lassen wir das einmal außen vor), dann kann die Messe nicht mehr so verstanden werden, dass der Priester als „alter Christus“ eben für Christus steht. Das ganze Verständnis der Messe wäre damit unwiderruflich zu einer bloßen Gemeindefeier herabgestuft, ohne übernatürliche Bedeutung. Daher ist die Forderung nach der Priesterweihe für Frauen nichts als die Forderung nach Abschaffung des allerheiligsten Altarsakramentes (und aller anderen Sakramente, bei denen der Geweihte für Christus steht) und also nach Umformung der Kirche zu einem reinen Sozialverein.

2. Karawanen der Gottsuche

Auch hier scheint Schüllers vollständige Abkehr vom katholischen Glauben wieder durch. Er sieht also in „den verschiedenen Kirchen“ verschiedene „Karawanen der Gottsuche“. Viele Wege führen also zu Gott. Der Mensch schafft sich seiner Auffassung nach solche Wege wie er sie braucht. Keiner dieser Wege kann sich im Besitz „der Wahrheit“ sehen, da alle Wege nur vom Menschen gemachte Routen auf der ewigen Suche nach dem unfasslichen Übernatürlichen sind.

Aber wenn alle Wege gleich sind, nur verschiedene „Karawanen der Gottsuche“ unterwegs sind, dann kann Jesus Christus nicht Gott gewesen sein, sondern nur ein Lügner und Betrüger. Denn er hat ja gesagt, er sei DER Weg, DIE Wahrheit. Nicht ein Weg unter vielen, sondern der eine, einzige Weg. Nicht meine persönliche Wahrheit oder deine oder seine, sondern die Wahrheit, die einzige Wahrheit. Dass Herr Schüller wesentliche Gebote und Dogmen der Kirche leugnet ist ja nichts Neues. Aber selbst ein guter Protestant im Geiste Martin Luthers könnte diese himmelschreiende Leugnung unseres Herrn niemals aussprechen. Es gibt gute Protestanten, die nichts für die Spaltung können, die lange vor ihrer Geburt stattgefunden hat. Ihnen ist kein Vorwurf für den Irrtum zu machen, in dem sie sich befinden. Diese Protestanten glauben an Gott, an Jesus Christus und stehen hinter dem Credo. Schüller als Möchtegern-Protestanten zu bezeichnen wäre eine ungerechte Beleidigung dieser gutwilligen Protestanten.

Eine Anmerkung zu den „Karawanen“ noch. Gestern schrieb ich über Erzbischof Zollitschs neues Skandalinterview (Skandal im klassischen Sinne), in dem der Erzbischof ebenfalls eine der indifferentistischen Sicht der vielen verschiedenen Kirchen, die alle den Weg zu Gott auf ihre Weise suchen, gefährlich nahe stehende Aussage tätigte. Zollitsch verbrämte seinen Relativismus wenigstens noch mit schwammigen Formulierungen, Schüller spricht inhaltlich dasselbe aus – viele Karawanen der Gottsuche, statt Offenbarung des Herrn – nur ohne die Floskeln und die Rhetorik. Er bekennt sich zum Relativismus, und ist damit wenigstens ehrlich.

3. Aktionär statt Mitglied

Der Pfarrer Schüller will fernerhin Aktionär statt Mitglied in „seiner“ Kirche sein. Nun, kurze Empfehlung: Wenn Sie nicht Mitglied sein wollen, dann treten Sie doch aus. Wenn die Kirche dann an die Börse geht („ihre“ Kirche wird dies wahrscheinlich bald tun, um die Marktkapitalisierung zu erhöhen oder so), dann können Sie doch ein Paar Aktien für die wenigen Cent kaufen, die solche Aktien dann noch wert sein werden.

Aber mal ernsthaft: Er versteht sich als Aktionär in der Kirche. Der Aktionär ist ein Anteilseigner – er kann bei der jährlichen Versammlung seinem Anteil entsprechend über den Kurs des Unternehmens abstimmen. Auch dies ist wieder nur eine deutliche, ehrliche Formulierung derselben Ansicht, die auch von so manchem Verbandskatholiken und sogar Bischof in Deutschland immer wieder andeutungsweise vertreten wird. Auch hier besteht der Unterschied eigentlich nur in Schüllers Ehrlichkeit – er versteckt sich nicht hinter Tarnkappen und Worthülsen, sondern sagt was er will. Das macht es leichter, ihn der Häresie zu überführen. Aber das macht die Äußerungen der hinter Tarnkappen verschanzten Kirchenleute nicht besser.

Der Aktionär kann, wenn er die nötige Mehrheit der Anteile hinter sich versammelt hat, beschließen was er will. Es gibt keine unveränderlichen Lehrsätze in einer Aktiengesellschaft. Damit offenbart Schüller endgültig, wohin er „seine“ Kirche steuern will. In die völlige Beliebigkeit, in den Zynismus, der immer das für wahr hält, was die Mehrheit gerade denkt – bis die Mehrheit ihre Meinung ändert. Dann kann die Kirche aber keine Orientierung mehr bieten. Orientierung bietet ein Fähnchen im Wind nämlich nicht, die Kompassnadel aber schon.

Eine solche „Kirche“ wäre nicht einmal mehr als rein weltliche Sozialgemeinschaft sinnvoll, da sie nicht einmal mehr Orientierung oder ein Ziel vorgeben kann, und wäre es nur ein rein weltliches Ziel. Eine solche Kirche wäre schlicht vollkommen nutzlos. Und als solche ginge sie auch ganz schnell unter.

Die drei in dieser Bewertung des Schüller-Interviews genannten Punkte sind von mir nicht zufällig ausgewählt worden. Sie stellen vielmehr eine sukzessive Steigerung der Häresie dar. Zuerst werden einige wesentliche Glaubensinhalte geleugnet, dann führt dies zur Leugnung der Sakramente (Punkt 1), was wiederum den Unterschied zwischen „den Kirchen“ einebnet (Punkt 2) und letztlich sogar den Unterschied dieser multiplen relativistischen Kirchen zu rein weltlichen Unternehmen vernichtet (Punkt 3). Erst streicht man das Besondere am Katholizismus, nur um dann verwundert festzustellen, dass katholische und evangelische Kirche gleich sind.

Dann streicht man das Besondere am Christentum – die Einzigartigkeit Jesu Christi als DEM EINEN Weg, nur um dann verwundert festzustellen, dass doch alle Religionen und Konfessionen gleichermaßen bloß indifferente „Karawanen der Gottsuche“ seien.

Schließlich spricht man diesen substanzlosen Karawanen der Gottsuche auch noch die Charakteristika ab, die sie wenigstens noch zu „Gottsuchern“ gemacht hat, indem man sie zu reinen Aktionären degradiert.

Dieser unheilige Dreischritt ist das Werk des Schüller. Eine viel vollständigere Leugnung nicht nur des katholischen Glaubens, sondern des Christentums überhaupt; nicht nur des Christentums, sondern des Religiösen überhaupt, lässt sich kaum denken. Dagegen sind Atheisten fast noch fromm.

Mir drängen sich nach diesem unheiligen Dreischritt noch drei nicht ganz so unheilige Fragen auf:

1. Wann wird Pfarrer Schüller laisiert – und warum haben die österreichischen Bischöfe, an erster Stelle Kardinal Schönborn noch nicht längst entschlossen gehandelt?

2. Wann tritt seine Generation endlich ab? (Lieber 100 gute Pfarrer als 100000 schlechte, und die wenigen Neuen sind generell keine stolzen Häretiker)

3. Haben Sie schon beim Aufruf zum Gehorsam mitgemacht?

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Analyse des Aufrufs zum Ungehorsam

Eine sehr lesenswerte und gute Analyse des „Aufrufs zum Ungehorsam“ von gut 300 österreichischen Priestern findet sich derzeit auf kath.net. Der Autor dieses ursprünglich in englischer Sprache geschriebenen Kommentars, Prof. Mark Miravalle, lehrt an der Franziskanischen Universität von Steubenville in den USA – so weit ich weiß eine sehr solide, lehramtstreue Universität, von der sich die Theologiefakultäten in Deutschland einiges abschauen könnten. Jetzt jedoch einige Ausschnitte aus der Analyse (die ganze Analyse gibt es bei kath.net, oben verlinkt), eingestreute Kommentare von mir wie immer in rot.

Die Bitte um „Kirchenreform“ könnte ihren guten Platz beispielsweise in den Fürbitten haben – dies ist natürlich abhängig von der Intention, welche hinter dieser Bitte steht. [Ein ganz entscheidender Punkt: Oft genug hört man Fürbitten, die so formuliert sind, dass jeder seine eigene Meinung hineininterpretieren kann.] Ginge es beispielsweise darum, um jene Art von Bekehrung zu beten, welcher alle ernsthaften Kirchenmitglieder ständig bedürfen (angefangen mit mir selbst, weitergeführt mit jedem der 300 Unterzeichner und aller anderen Katholiken), dann würde ich einer solchen Bitte zustimmen. Doch wenn die Bitte um „Kirchenreform“ bedeutet, dass einige wenige in Sachen des unabänderlichen katholischen Glaubens und Lehre die Mehrheit ändern wollen, dann geht es darum, dass fremde Schadstoffe in den Grundcharakter der Liturgie als kirchlichen Akt der Einheit und der Liebe, beruhend auf dem Opfer, eindringen.

Der Ruf, die heilige Kommunion allen „Menschen guten Willens“ (einschließlich Nichtkatholiken, Katholiken, welche geschieden und wiederverheiratet ohne Annullierung der vorigen Ehe sind sowie den Kirchenfernen) zu geben, reflektiert ein Missverständnis sowohl der Eucharistie wie auch der Kirche. Jesus, welcher im Sakrament der Eucharistie wahrhaft gegenwärtig ist, käme in Seelen, welche im Zustand schwerer Sünde sind, was die weitere schwere Sünde des Sakrilegs auslösen würde. Möchten die Leute dies wirklich – Jesus verletzen, sich selbst verletzen?[Anscheinend ja, denn:] Priester wissen, was der gutwillige Gläubige vielleicht nicht weiß: Wenn man Jesus empfängt, bevor man seine Seele von schwerer Sünde gereinigt hat, vergrößert man nur den Schmerz der Uneinheit mit dem gesamten Leib Christi – ist es für Priester wirklich pastoral verantwortlich, das zu erleichtern und dazu zu ermutigen?[Natürlich geht es nicht wirklich um die Frage was pastoral ist oder nicht. Der „pastor“ ist der HIRTE, er FÜHRT SEINE SCHÄFCHEN. Das ist pastoral. Alles andere ist nur unverantwortlich für einen Priester, oder, wenn nicht unverantwortlich, dann vorsätzlicher Missbrauch seines Amtes, für den man sich zu verantworten hat, nicht vor uns, aber vor höheren Autoritäten.]

(…)

Wenn man auch jede Forderung einzeln untersuchen muss, ist das übergeordnete Thema doch traurig und ironisch: Hunderte von Priestern versuchen, den einzigartigen, heiligen und feierlichen Akt zu schmälern und zu unterminieren, für welchen sie geweiht worden sind und welchen die Laien niemals selbst vollziehen können: das unblutige Opfer Jesu für den Menschen, für die Kirche und für die Welt darzubringen. Die klassische Definition für einen Priester lautet: „Ausgesondert, um das Opfer darzubringen“, und dies beinhaltet den größten Dienst, welche Priester jemals für das Gottesvolk vollziehen können. Nichts beraubt das Volk Gottes mehr, als wenn ihre Priester eine solche Identitätskrise erleben.[Dessen sollten wir uns gewiss sein: Die „ungehorsamen“ Priester berauben nicht nur sich selbst, sondern eben auch und sogar besonders die ihnen anvertrauten Laien, die einfachen Gläubigen, denen Wahrheit, Sakramente und der Glaube vorenthalten werden]

Was könnte einen solchen tragischen Akt priesterlicher Selbstverneinung und priesterlichen Ungehorsams durch 300 intelligente katholische Kleriker verursacht haben? Hier könnten Motive aus der Aufklärung – Descartes, Kant – wieder auftauchen, welche in religiösen Angelegenheiten die Vernunft über den Glauben stellen, oder sogar Schleiermachers Primat der subjektiven religiösen Erfahrung über die kirchliche Institution. Außerdem klingt die gefährliche Nähe zu den Thesen Luthers an und zur individuellen Bibelinterpretation anstelle des Glaubens in Schrift, Tradition und dem päpstlichen Lehramt für die gesamte katholische Kirche. [Die Wurzeln liegen, wie ich immer wieder an anderer Stelle erwähnt habe, sehr tief. Nicht bloß 1968, nicht bloß 1789, sondern mindestens 1517.]

(…)

Was ist katholischer Gehorsam? Es ist der einfache Akt, „ja“ zu sagen zur göttlichen Lehre,welche durch das von Gott eingesetzte Papsttum gewährleistet wird. Letztlich brauche ich nicht allzuviel Demut, um sagen zu können, dass die 2.000 Jahre alte Kirche Jesu Christi, welche durch den Heiligen Geist in Angelegenheiten des Glaubens und der Moral vom Irrtum bewahrt wird, mehr über die Wahrheit, das Leben und die Liebe Jesu weiß als ich. [Sehr hochmütig ist derjenige, der, selbst in rein menschlichen Dingen, seinen eigenen erhabenen Intellekt, seine immense persönliche Weisheit, über die gesammelten Erfahrungen und Einsichten zweier Jahrtausende stellt. Wie viel mehr gilt dies für jemanden, der dasselbe mit dem unfehlbaren Lehramt der Kirche unseres Herrn tut?]

(…)

Gehen Sie zu Jesus im Allerheiligsten Sakrament. Bringen Sie ihm alle Ihre Fragen, Verwirrungen, Konflikte und Verletzungen. Lassen Sie ihm Zeit, Ihnen zu antworten – er wird antworten! [Das ist der entscheidende Punkt. Das müssen die ungehorsamen Priester mit offenem Herzen tun. Aber das müssen NICHT NUR sie tun. WIR ALLE bedürfen der Reinigung, des Gebets, der Sakramente, und besonders in der heutigen Zeit des Zweifelns an der Realpräsenz die Anbetung des Eucharistischen Herrn. Wer das „Brot“ anbetet, der glaubt an die Realpräsenz – denn anders wäre es wirklich bloß Brot, und nicht der Herr selbst. ]

Liebe väterliche Priester, wir beten für Sie, dass Sie das „Fiat“ [es geschehe] von Gottes intelligentestem und mitfühlendstem Geschöpf nachahmen, nicht jenes „non serviam“ [ich diene nicht] eines anderen hochintelligenten, aber tragisch irrigen Geschöpfes. [Das ist die Entscheidung, vor der die ungehorsamen Priester, aber auch wir alle, stehen.] Möge Maria, Mutter aller Völker und ganz speziell Mutter aller Priester, Sie in das Herz der Kirche zurückführen, in Ihre wahre Heimat. [Amen.]

Warum haben wir solche Theologen nicht in Deutschland – oder vielmehr, warum so wenige? Die Antwort auf diese Frage ist vermutlich dieselbe wie die Antwort auf eine andere, ganz ähnliche Frage: Warum solche Ungehorsamsaufrufe (1) stattfinden, (2) solchen Zuspruch unter Priestern finden, und (3) nicht ernsthaft bekämpft werden von Seiten der zuständigen Bischöfe.