Gott? Welcher Gott?

Wieder einmal hat es eine Umfrage gegeben, in der sich die Mehrheit der Deutschen als gottgläubig bezeichnet, und sogar 59% erklärten, sie glaubten, Christus sei Gottes Sohn. Ferner gab knapp die Hälfte der Befragten an, sie hätten vor einen Weihnachtsgottesdienst zu besuchen. In diesem Fall ist es eine repräsentative Umfrage von Emnid, also eines durchaus renommierten Meinungsforschungsinstituts. Das Problem ist nur, dass man daraus keine vernünftigen Schlüsse ziehen kann. Denn dieselbe Umfrage findet auch heraus, dass nur 6 (in Worten: s e c h s) Prozent der Deutschen ein Tischgebet sprechen. Weniger als ein Drittel glaubt an das bereits im Glaubensbekenntnis verankerte jüngste Gericht. Nur fünf Prozent lesen regelmäßig in der Bibel. Wir wissen ferner, dass nur etwa 10% der Katholiken und 5% der Protestanten sonntags einen Gottesdienst besuchen. Das macht, bezogen auf die Gesamtbevolkerung eine Gottesdienstteilnahme von etwa 5%.

Insgesamt lässt sich also konstatieren, dass etwa fünf Prozent der deutschen Bevölkerung dem christlichen Glauben anhängt, und da sind die evangelischen Gemeinschaften bereits eingerechnet. Dazu kommen, wenn manandere relevante Weltreligionen auch noch hinzurechnen möchte, mikroskopisch kleine Grüppchen praktizierender Juden und die hinlänglich durchdiskutierten Moslems, die wohl realistisch betrachtet als die derzeit größte und wichtigste religiöse Gruppe in Deutschland gelten müssen.

Vor dem Hintergrund der bekannten sonstigen Zahlen, der anderen Umfrageergebnisse aus der oben erwähnten Emnid-Umfrage, und dem allgemeinen, generell unwidersprochen hingenommenen antichristlichen gesellschaftlichen Klima, erscheint die Behauptung, fast 60% der Deutschen glaubten an die Gottessohnschaft Jesu Christi und sogar mehr als 60% glaubten an Gott, fast wie ein schlechter Scherz. Wenn 60% der Deutschen an einen Gott glaubt, dann ist es offenbar kein christlicher Gott.

Doch es scheint nur so. In Wahrheit ist es kein schlechter Scherz. Denn nicht nur die gläubigen Christen glauben an die Gottessohnschaft Jesu Christi. Auch der Satan glaubt – und zittert.

Abschlussfrage: Soll sich die Kirche dieser Welt wirklich öffnen, oder wäre es nicht angemessener, aus der Kirche eine Trutzburg gegen den heraufziehenden Sturm zu machen, die dann allen gutwilligen Menschen eine Zuflucht bieten könnte?

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Blogözesenpreis für glaubenstreue Priester und Bischöfe?

Ich hatte letztens eine Idee. Gute Schauspieler erhalten den Oscar, Wissenschaftler für herausragende Leistungen einen Nobelpreis, ebenso auch Politiker und andere in der Öffentlichkeit stehende Persönlichkeiten. Doch in unserer Zeit wird auf Priester und Bischöfe meist nur eingehackt. Wir in der katholischen Blogözese haben, so ist mein Eindruck, uns schon oft dieser Tendenz entgegengestellt und Gutes über Priester und Bischöfe im Allgemeinen und einzelne Geweihte der Kirche im Speziellen geschrieben.

Was wäre, wenn wir regelmäßig, vielleicht einmal oder zweimal jährlich (wäre drüber zu diskutieren) einen symbolischen Blogözesenpreis für besondere Glaubens- und Kirchentreue, also für besondere Verdienste um die Kirche, ihr Lehramt, ihre Liturgie, ihre Tradition usw. verleihen würden?

Ich stelle mir das so vor: Wir denken uns einige Kategorien aus (Beispiele habe ich oben aufgeführt, andere sind denkbar). Die teilnehmenden katholischen Blogger bilden so etwas wie eine Jury und entscheiden sich aus einer Liste von durch unsere Leser und Kommentatoren vorgeschlagenen Priestern und Bischöfen in jeder Kategorie für einen Sieger. So könnten wir unsere guten Hirten positiv hervorheben und ihnen etwas von der Ehre zuteil werden lassen, die ihnen heute leider nur zu selten in der Gesellschaft entgegenschlägt.

Ich bitte, falls irgendeine Art von Interesse für diese Idee besteht, um lebhafte Anmerkungen und eine aktive Diskussion. Für und Wider sollten in den Kommentarspalten ausdiskutiert werden. Falls jemand eine gute Idee hat, wie man diese Aktion nennen könnte (Pius Awards? Der Goldene Benedikt? Andere Ideen?) oder andere sachdienliche Beiträge hat, oder irgendetwas Sinnvolles hierzu loswerden möchte, dann auch bitte kommentieren.

Um die Umfrage repräsentativ für die deutsche Blogözese zu halten, bitte ich bei der untenstehenden Umfrage alle katholischen Leser um rege Teilnahme, sowohl Befürworter als auch Gegner der Idee und alle, denen es eigentlich egal ist oder die sich nicht sicher sind. Es geht um ein möglichst breites Meinungsbild. Andere Blogger könnten auch, um größere Teilnahme sicherzustellen, und die Ergebnisse auf eine breitere Basis zu stellen, auf diese Umfrage verweisen usw.

Nun aber zu der Umfrage selbst: Sie läuft einen unbeschränkten Zeitraum, allerdings kann jeder nur einmal abstimmen. Dies ist ferner meine erste Umfrage – ich hoffe, dass alles so funktioniert wie ich es mir vorgestellt hatte…