Bischof Davies zu Eugenik und Holocaust

Der Bischof von Shrewsbury, Marc Davies, hat laut kath.net anlässlich eines britischen Holocaustgedenktags klare Worte zum Thema der Wiederkehr der Eugenik gefunden, und damit eine selten erwähnte Verbindung zwischen der Nazizeit und der teilweise tagesaktuellen politischen Fragestellung nach Wert und Würde des unschuldigen menschlichen Lebens gezogen. Kath.net berichtet:

Seit dem Holocaust hätten Massenmorde und Völkermorde „weiterhin die Geschichte verunstaltet“. Und „wir können nicht vergessen, dass sich die Rückkehr“ der Eugenik „direkt gegen die Ungeborenen und die Schutzlosen richtet, die man ‚lebensunfähig‘ nennt oder die mit dem ‚Gnadentod‘ bedroht werden. Der Kampf gegen das Böse geht weiter“.

Es findet tatsächlich eine Rückkehr der Eugenik statt, vielleicht nicht mehr in der direkten Absicht der Ausrottung von als minderwertig empfundenen Rassen, doch in einer eng verwandten Absicht. Seit Jahren drängen einflussreiche Kräfte in Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Medien auf die Legalisierung der Tötung altersschwacher, schwerkranker und angeblich nicht mehr lebenswerter Menschen, zuerst noch unter dem Deckmäntelchen der Freiwilligkeit. Doch wie freiwillig ist die Handlung eines alten, kranken Menschen, dem gesellschaftlich über Jahre hinweg suggeriert wird, sein Leben sei doch nicht mehr lebenswert? Allein dieses eine Argument fegt schon die jahrelange Propaganda zum Thema restlos hinfort. Was die interessierten Eliten nicht an der weiteren Verschärfung der Propaganda hindert.

Die Vorstellung, Eugenik sei die Domäne der Nazis gewesen, ist im übrigen vollkommen falsch. Eugenik war, gerade unter den fortschrittlichen, modernen Eliten des frühen 20. Jahrhunderts „der letzte Schrei“. Man dürfe, so entschied der amerikanische Supreme Court, sicher kein Hort des Nationalsozialismus, Zwangssterilisierung durchführen, da „drei Generationen von Geistesschwachen genug“ seien. In den üblichen fortschrittlichen Ländern der USA, darunter an erster Stelle Kalifornien, waren diese Methoden besonders beliebt. Es gibt sehr interessante Parallelen zwischen der Arbeit von Margaret Sanger, der Gründerin von Planned Parenthood, in den 1920er Jahren (sie war übrigens gern gesehener Gast beim Ku-Klux-Klan wegen ihrer Haltung zur Entsorgung der angeblich minderwertigen Schwarzen) und der Arbeit der von ihr gegründeten Organisation bis heute. Verhütung, Sterilisierung, Abtreibung, Euthanasie, wenn möglich freiwillig, wenn nötig auch zwangsweise, immer aber in süßliche Lügen eingekleidet, um das Volk über die wahren Absichten zu täuschen – das war damals das Programm, und das ist es bis heute.

So gehört eine zumindest wohlwollende Neutralität gegenüber der zwangsweisen Bevölkerungskontrolle mittels Abtreibungen durch die chinesische Ein-Kind-Politik unter einflussreichen Eliten in der westlichen Welt mehr oder weniger zum guten Ton. Abtreibung, Verhütung und Sterilisierung gelten schon fast als Grundrechte, und die Euthanasie wird gerade wieder hoffähig gemacht.

Damals ging es oft gegen „minderwertige“ Völker – man wollte die „minderwertigen“ Rassen auslöschen oder zumindest an der Fortpflanzung hindern, um die (in der Regel weiße) Herrenrasse zu fördern. Selbstverständlich zum Wohl der ganzen Menschheit, wurden doch dem Weißen allein die für Zivilisation und Fortschritt notwendigen Qualitäten zugeschrieben.

Heute ist man weniger differenziert. Es geht gegen alle Völker, in der Regel im Namen des Umweltschutzes. Der vom Menschen verursachte Klimawandel wird dazu gern als Vorwand benutzt. Weniger Menschen heißt nach dieser Ideologie auch weniger gefährliche Emissionen, und damit eine gesündere Umwelt. Nur bitte nicht den eigenen Luxus in Frage stellen, denn mit einer bescheideneren Lebensweise der Menschen wäre auch Platz für alle auf der Erde, aber darüber darf man ja nicht sprechen. Zuweilen wird zusätzlich zu dem Umweltargument auch noch von der Befreiung der Frau aus den Fesseln der Mutterrolle angesprochen, die bekanntlich ebenfalls eine sehr hohe Priorität unter westlichen Eliten einnimmt – im Namen der „Gleichstellung“ oder des „Gender Mainstreaming“, welches sowohl von der UNO als auch von der EU als wesentliches Ziel anerkannt und Entwicklungsländern aufgezwungen wird und die aggressive Unterstützung fast aller westlichen Staaten findet. Auch hier gilt natürlich: Weniger Kinder heißt weniger Belastung durch Kinder – also mehr „Freiheit“ für Frauen und Männer zu tun und zu lassen was sie wollen.

Die konkreten Motivationen mögen sich der Zeit anpassen – die Methoden tun es nicht, und sie sind genauso verwerflich wie damals. Auch wenn die heutigen Protagonisten nicht zum Ku-Klux-Klan gehen oder widerliche Schnurrbärte tragen.

Es ist schön, dass diese offensichtliche Parallele auch einmal von einem Bischof erkannt und angesprochen wird.

Schade, dass die deutschen Bischöfe lieber durch ihr Verhalten stillschweigende Zustimmung zur wachsenden Kultur des Todes (wie dies der Selige Johannes Paul II. formuliert hat) signalisieren, statt ihren verbleibenden Einfluss zu energischem Kampf für Wert und Würde aller Menschen, vom Moment der Zeugung bis zum natürlichen Tod, zu nutzen.

7.000.000.000. Mensch: Willkommen auf Erden!

In diesen Tagen wird irgendwo auf der Welt ein Mensch geboren, durch den die Zahl der lebenden Menschen auf den unfassbaren Wert von 7 Milliarden steigen wird.

Die üblichen Verdächtigen, Medien, die UNO, diverse lebensfeindliche Lobbygruppen und Unterstützer der Abtreibungs-, Sterilisierungs- und zunehmend auch Euthanasieindustrie, sehen dies als Problem. Die Welt ist überflutet von Menschen, wir werden zerquetscht von der hereinströmenden Woge aus Menschenfleisch, so schallt es uns entgegen.

Heute ist der Mensch an sich die Gefahr. In früheren Zeiten waren es manchmal Schlitzaugen, dann Juden, dann wieder andere Gruppen. Wer auch immer gerade die Gefahr in den Augen der Eliten sein mag – immer lautet das „Problem“: „Es gibt zu viele von denen“.

Hier auf Kreuzfährten sind wir nicht der Ansicht, dass ein neues menschliches Leben jemals etwas anderes sein könnte als ein Segen, eine Freude und ein Anlass zur Feier.

Wenn die bereits existierenden Menschen beklagen, es würden zu viele neue Menschen geboren, dann heißt das nichts anderes als: Wir wollen nicht teilen. Wir wollen nicht näher zusammenrücken. In Wahrheit ist genug für alle da – wenn die Menschen bereit sind zu teilen. Und egal wie wenige wir sind; wenn die Menschen nicht teilen wollen, dann wird auch nie genug für alle da sein.

In diesem Sinne: Willkommen auf der Erde, neuer Mensch! Willkommen auf der Erde, Du 7.000.000.000. derzeit lebendes Kind Gottes, wo auch immer und wer auch immer Du sein magst.

Wisse, Du Kind Gottes: Auf dieser Welt ist Platz für Dich – und es gibt Menschen, die Dich Willkommen heißen! Doch mehr als das gibt es Einen, Der Dich ganz persönlich Willkommen heißt, und Dich persönlich liebt, und das ist Dein Schöpfer, der Dich ins Leben gerufen hat.

Zentralismus oder Subsidiarität?

Einige verstreute Gedanken zum unsäglichen Papier der päpstlichen Kommission für Gerechtigkeit und Frieden über die angebliche Notwendigkeit weiterer Zentralisierung und Machtkonzentration in den Händen amoralischer Zentralbank-Technokraten:

1. Aller ökonomischer Wohlstand der Welt ist wertlos, wenn nicht geistiger Wohlstand hinzukommt. Was bringt es uns ein Kamel zu sein, wenn wir durch ein Nadelöhr wollen?

2. Hat man im Vatikan das Faktum der Erbsünde vergessen? Wie kann man eine globale, zentrale, mit großer Macht ausgestattete, bloß menschliche Institution befürworten, wenn man gleichzeitig die moralische Fehlerhaftigkeit des Menschen annimmt?

3. Man kann der Auffassung sein, dass der Kapitalismus, besonders seine globale, finanzkapitalistische Ausprägung falsch und verwerflich ist. Allerdings folgt daraus keinesfalls, dass die herrschende Alternative immer weiterer Zentralisierung und Planungswut besser ist. Sie könnte auch wesentlich schlimmer sein. Dies ist sogar ziemlich wahrscheinlich, denn immerhin ist das derzeitige System nicht gerade ohne massive staatliche Einmischung entstanden.

4. Finanzkapitalisten, hochgestellte staatliche Bürokraten und die Regierenden in den westlichen Ländern bilden eine globale Elite, deren Ziele und Interessen untereinander sehr ähnlich sind. Ob nun innerhalb der Elite die Finanzhaie oder die Polithaie gewinnen, macht keinen wahrnehmbaren Unterschied. Beide sind unverantwortlich – sie lehnen Verantwortung vor dem Volk ab, aber vehementer noch Verantwortung vor Gott.

5. Die wesentlichen in dem Dokument vertretenen Thesen lassen sich allerdings, wenn auch in weniger scharfer und zugespitzter Form, auch in päpstlichen Dokumenten finden. Sie stellen aus diesem Grund durchaus die derzeit im Vatikan vorherrschende politische Meinung dar – nicht mehr und nicht weniger als dies. Auch wenn die neue Lehre von der angeblich heilsamen Machtzentralisierung auf globaler Ebene in den Händen anti-christlicher Technokraten im Dunstkreis der UNO in den Ohren der Moderne wie süßer Gesang klingen muss, widerspricht sie dem traditionellen katholischen Prinzip der Subsidiarität in nahezu jedem Punkt.

6. Die Maximierung ökonomischen Outputs oder die Verhinderung von Wirtschaftskrisen kann und darf nicht das Ziel kirchlicher Aktivität sein. Durch die Vielzahl kirchlicher Schreiben über bloß weltliche Themen entsteht der Eindruck, dies seien die eigentlich wichtigen Themen. Zugleich gehen unsterbliche Seelen verloren, weil Hirten sich lieber mit dem Stutzen von Grashalmen statt dem Weiden der Herde beschäftigen.

„Enthemmte Sexualität“ als Grundrecht?

„Enthemmte und großzügige Sexualität“ sollte als Grundrecht von Jugendlichen behandelt werden, zumindest wenn man den immer offener und expliziter auftretenden Vertretern von Plannes Parenthood glauben mag. Die International Planned Parenthood Federation ist alles in allem für mehr als eine Million Abtreibungen jährlich weltweit verantwortlich und spielt auf der internationalen Bühne eine wichtige Rolle – eine Rolle, die größtenteils aus Steuergeldern finanziert wird.

Jeder Bürger, der Wert auf die Entwicklung seiner Kinder legt, und überhaupt jeder Mensch, der ein wenig Anstand besitzt, sollte sich die Tendenzen dieser Gruppierung, die massive Unterstützung der UNO und fast aller westlicher Regierungen (einschließlich des deutschen Staates) genießt, genau anschauen. Abtreibung ist schon schlimm genug. Doch selbst dies reicht der IPPF und ihren Verbündeten noch nicht. Es geht um die totale Sexualisierung der Kinder und Jugendlichen, so früh wie möglich, so gründlich wie möglich, so total wie möglich.

Dieser Artikel gibt Aufschluss über einige der hier genannten Tendenzen.

Wenn diese Entwicklungen nicht gestoppt werden können, wird die bereits heute verzweifelte Lage christlicher Eltern (und nichtchristlicher Eltern, die trotzdem ihre Kinder nicht immer früher sexualisiert sehen möchten) nicht besser, sondern schlechter werden. Und wieder einmal arbeiten Teile der Kirche kräftig mit, wie etwa dieser Artikel zeigt. Und was schon heute denkbar erscheint, kann man sich zum Beispiel hier und hier. anschauen.

Weitsichtig schrieb schon Papst Pius XI. 1929 in seiner Enzyklika über die christliche Erziehung der Jugend „Divini Illius Magistri“ über die Sexualerziehung:

65 In höchstem Grade gefährlich ist fernerhin jene naturalistische Richtung, die in unsern Tagen in das Gebiet der Erziehung eindringt in einer Frage so zarter Natur, wie es die Sittenreinheit und die Keuschheit ist. Sehr verbreitet ist der Irrtum derer, die in gefährlichem Unterfangen und mit hässlichen Ausdrücken einer sogenannten sexuellen Erziehung das Wort reden, indem sie fälschlich meinen, sie könnten die jungen Leute gegen die Gefahren der Sinnlichkeit durch rein natürliche Mittel schützen, durch eine gefährliche und verfrühte sexuelle Aufklärung für alle ohne Unterschied und sogar in der Öffentlichkeit, und was noch schlimmer ist, indem sie dieselben vorzeitig den Gelegenheiten aussetzen, um durch Gewöhnung, wie sie sagen, den Geist gegen die Gefahren abzuhärten.

66 Sie täuschen sich schwer, da sie die angeborene Schwäche der menschlichen Natur und jenes Gesetz nicht anerkennen wollen, von dem der Apostel sagt, dass es dem Gesetze des Geistes widerstreitet (46), und da sie die Erfahrungstatsachen verkennen, die beweisen, dass gerade bei den Jugendlichen die Verfehlungen gegen die Sittenreinheit nicht so sehr Folge von Nichtwissen sind, als vielmehr der Schwäche eines Willens zuzuschreiben sind, der den Lockungen ausgesetzt ist und der göttlichen Gnadenmittel entbehrt.

Dem ist nichts hinzuzufügen.