„Christliche“ Kultur?

Angesichts dieser Daten wohl eher nicht:

Vom sozialen Umfeld lassen sich 44 Prozent der Deutschen leiten und von humanistischen Werten 24 Prozent. An den Gesetzen orientieren sich drei Prozent der Deutschen, an den Zehn Geboten vier Prozent.

Vier Prozent der Deutschen orientieren sich moralisch an den 10 Geboten? Nicht, dass es mich wundert, aber es gibt bekanntlich bis heute noch genug Menschen, auch und gerade innerhalb der katholischen Kirche und der evangelischen Gemeinschaften, die die Existenz einer tiefen Krise des Glaubens leugnen. Manche schwätzen von einer Krise der Kirchlichkeit, doch die Menschen seien immer noch gläubig. Man müsse, so wird gesagt, neue Wege finden, auf denen man die Menschen da abholen kann, wo sie seien, und dies sei eben auf religiösen Pfaden, aber abseits der „amtskirchlichen“ Wege.

Offensichtlich ist angesichts solcher Zahlen (von denen es noch sehr viele mehr zu zitieren gäbe) nicht zu leugnen, dass Deutschland – wie das ganze „christliche“ Abendland – in einer tiefen Glaubenskrise befindet, die sich nicht „bloß“ auf „amtskirchliche Strukturen“ beschränkt. 96% der Deutschen orientieren sich also nicht an den 10 Geboten. Weniger „amtskirchlich“ als „Du sollst nicht töten“ geht es wohl nicht mehr. Wenn man die 10 Gebote aufgeben muss, um sich an die „Menschen Von Heute“ anzupassen, dann müsste doch selbst dem „modernsten“ Christen, sofern er noch wirklich an Gott glaubt, ein Licht aufgehen, dass man sich an dieses implizite oder explizite Neuheidentum nicht anpassen darf, sondern dass man ihm ein Licht in der Finsternis sein muss, indem man die Wahrheit selbst, Jesus Christus, leuchten lässt.

Doch die Augen fest verschlossen vor der Realität zieht die offizielle Weltkirche vor, falsche Allerlösungslehren mindestens zu suggerieren und in Deutschland hat man den Eindruck, als ob es in der Bischofskonferenz zuweilen keine Mehrheit für den christlichen Glauben mehr gäbe, sondern nur noch für das Parteiprogramm des Merkel-Flügels der CDU.

Doch, wie Papst Franziskus auch gesagt hat, wer nicht zu Christus betet, der betet zum Teufel.

So ist es.

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2 Gedanken zu „„Christliche“ Kultur?

  1. Ich hatte da mal ein erschreckendes Erlebnis auf dem Häckselplatz (das ist der Platz, an dem die Gemeinde die Bürger das Hecken- und Baumschnittgut abladen lässt und es dann in großen Häckselmaschinen verhackstücken lässt).

    Ein Mann kam auf mich zu und fragte mich, ob ich Jesus kennen würde, an dem käme keiner vorbei. Auf meinen Einwand, dass Stan Libuda sehr wohl an Jesus vorbei gekommen wäre, schaute er mich nur verständnislos an (obwohl er in einem Alter war, in dem er seine Jugend mit Stan Libuda verbracht haben musste). Aber richtig seltsam wurde es erst, als ich ihn nach dem Bilderverbot im Dekalog fragte, weil er eine Schrift mit einem großen Kruzifix auf dem Titel präsentierte.
    Es stellte sich nämlich heraus, dass er nicht im Stande war, auch nur die schlichteste Version der Zehn Gebote zu zitieren.
    Und das als Mitglied einer evangelikalen, streng pietistischen Gemeinde, die etwas auf sich hält bezüglich der genauen Kenntnisse der Heiligen Schrift.
    Deswegen ist die Beobachtung, dass nur noch wenige Prozent der Bevölkerung die zehn Gebote kennen wenig verwunderlich.
    Und wenn es Sie beruhigt, auch das Grundgesetz mit seiner Aufzählung von Grundrechten kann Ihnen kaum jemand komplett aufsagen, von der Erklärung der Menschenrechte ganz zu schweigen.
    Den Vogel schießt natürlich der Katechismus der katholischen Kirche ab. Fast dreitausend Paragrafen auf über achthundert Seiten, da muss man schon sehr talmudgestählt sein, um das zu überstehen.

    • F.M,
      die Zehn Gebote sind wenigstens handlich genug, dass man sie im Alltag verwenden kann, wenn man sie schlicht auswendig lernt. Das sollte zu schaffen sein.
      Aber dazu müsste man sich ja für die Gebote Gottes interessieren, und nicht nur für die Gebote der neuesten Werbung, aber das ist ein anderes Thema… 😉

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