In Nachbars Garten – Katholischer Feldstecher

Eine kleine vermischte Sammlung womöglich interessanter Artikel, mit dem katholischen Feldstecher in Nachbars Garten erspäht… Doch lese jeder für sich selbst.

Guardini über den Heiligen Raum (Frischer Wind)

Pinning Liberalism Down (What’s Wrong with the World, Michael Liccione)

The Fall of the Belgian Church (Brussels Journal, Alexandra Colen)

Obama goes Henry VIII on the Church (Mark Steyn)

Time to admit it: The Church has always been right on Birth Control (Business Insider)

Again, Why not Santorum (Quin Hillyer, National Review)

Restore Communion on the Tongue only

„Jossele-Picnic“ bald in Deutschland? (Piusbruderschaft)

The Humility of Science – The Arrogance of Scientists (Anthony Esolen, Crisis Magazine)

Gingrich’s Fourth Wife (Anthony Esolen, Crisis Magazine)

Why the Pope’s Army will not kneel to the HHS Mandate (Dan Burke, National Catholic Register)

P. Deneke, FSSP zum Thema „Basteln am Heiligen Erbe“ (Frischer Wind)

Besuch einer Jugendmesse samt passendem Kommentar (Piusbruderschaft)

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10 Gedanken zu „In Nachbars Garten – Katholischer Feldstecher

  1. Zu: Besuch einer Jugendmesse (Pius-Bruderschaft)
    Die Frage des Autors am Schluss, ob der Papst davon weiß, ist zwar theoretisch richtig, aber praktisch fast belanglos. Weil er nichts ändern kann. Zuständig ist der Bischof. Sind die Bischöfe, denn diese Art „Jugendgottesdienste“ sind ja üblich. Die wenigen Katholiken, die noch an die Bischöfe schreiben, werden in der Regel verlacht. Von Ordinariatsmitarbeitern. Also, ich höre und lese, dass Beschwerden gegen Liturgiemissbräuche in den meisten Fällen sinnlos sind.
    Der Philosoph Dietrich von Hildebrand hat sich Anfang der 1970er Jahre in seinem Schmerz über die Liturgiereform von Paul VI. getröstet, in dem er hoffte, diese Messe könne nur wenige Jahre bestehen, sie erledige sich von selbst. Er hoffte es nicht, er war fest davon überzeugt. Was er nicht bedachte: In der Kirche sind wenige Jahre 50, 70, 100 Jahre. Es ist, wie es ist, doch dank des Papstes ist unsere Alte Messe zurück. Wenigstens hier und da, und ihr gehört die Zukunft. Meine ich jedenfalls.

    • Cuppa,
      es ist in der Tat sehr schwer, diese Liturgiemissbräuche beim Bischof erfolgreich „anzuzeigen“. Es ist sogar noch schlimmer. Ich kenne einen Gemeindepriester, der schwer damit zu kämpfen hat, dass er sich den liturgischen Experimenten und Missbräuchen, die seitens des Gemeinderates und des „Liturgieausschusses“ vorgeschlagen werden, nicht widersetzen kann, weil er weiß, dass er in dem entstehenden Konflikt auf Diözesanebene den Kürzeren ziehen würde. Und da er ziemlich konfliktscheu ist, bleibt die Liturgie dann auf der Strecke. Besonders jetzt in der Karnevalszeit.
      Die Liturgiemissbräuche bleiben nicht nur ungestraft; sie werden implizit gefördert, und wer sich ihnen widersetzt, und sei er Priester, hat es EXTREM schwer.
      Es fehlt eben jegliches Verständnis für die Kunst des liturgischen Feierns. Wenn die traditionelle Messe von diesen „liturgischen Barbaren“ zelebriert würde, wäre sie auch nicht vor Entstellungen dieser Art gefeit. Denn selbst strenge Rubriken halten sie ja nicht von ihrem Zerstörungswerk ab.
      Eine Rekonstruktion der „ars celebrandi“ ist notwendig, aber das wird wohl mit den meisten Bischöfen in Deutschland nicht zu machen sein.

  2. Catocon,
    ich glaube schon, dass die Liturgiemissbräuche und der Ritus zusammenhängen.Das Thema ist so vielschichtig, dass ich auf die Erfahrungsebene gehe: Der „vorkonziliare Priester“ konnte den Ritus lieblos und routiniert abspulen, aber das Wort „Liturgiemissbrauch“ war damals absolut ein Fremdwort. Ich war seinerzeit Kind und Jugendliche, aber auch die Elterngeneration sprach nie davon. Die Messe war unantastbar, heilig, niemand dachte daran, ihre Texte zu verändern.
    Joseph Ratzinger – Papst Benedikt bringt es auf den Punkt: die neue Messe ist gemacht, die alte Messe ist wie ein lebendiger Organismus gewachsen…
    Für mich ist theologisch am schwerwiegendsten: Die Verschiebung des Opfercharakters der Messe zum Gemeinschaftsmahl.

    • Cuppa, da würde ich Dir zustimmen. Selbst wenn die Messe lieblos zelebriert wurde, hielt man sich an die Regeln, die Messe war unverletzlich. Da ich zu jung bin, um diese Zeit miterlebt zu haben, kann ich dem nicht widersprechen.

      Aber nehmen wir einmal an, der „Novus Ordo“ würde wieder abgeschafft. Diejenigen Priester, die HEUTE Liturgiemissbräuche mit dem „Novus Ordo“ praktizieren, würden dasselbe mit der traditionellen Messe tun. In der Zeit seit dem Konzil ist die Kunst des liturgischen Zelebrierens verloren gegangen. Man sieht die guten Gründe nicht mehr, warum die Messe in ihrer Form unantastbar sein sollte. Dies mag durchaus eine Folge des Novus Ordo sein, dem würde ich auch gar nicht widersprechen. Doch selbst wenn diese Mentalität der liturgischen Beliebigkeit durch den Novus Ordo entstanden ist, so hat sie doch eine Priestergeneration hervorgebracht, die gar nicht in der Läge wäre, die traditionelle Messe auch nur lieblos, aber ohne Missbräuche, zu zelebrieren, und die Gründe dafür auch gar nicht sähe.

      Insofern hat natürlich der Ritus etwas mit den Liturgiemissbräuchen zu tun. Da sind wir uns einig. Aber selbst wenn man den Ritus abschaffte, was der Papst durchaus könnte, wäre die Mentalität, die hinter den Missbräiuchen im Novus Ordo steht, nicht abgeschafft, und bald gäbe es dieselben „kreativen Einfälle“ und „Jugendmessen“ auch im traditionellen Ritus, unter explizitem Bruch der Vorschriften.

      • Catocon, ich stimme zu. Niemand kann ernsthaft fordern, die „Alte Messe“ verpflichtend einzuführen und den Novus Ordo abzuschaffen. Sie darf nicht Katholiken – Priestern und Laien – übergestülpt werden, die mit ihr nichts anfangen können. Vierzig Jahre Novus Ordo sind eine Realität! Es wäre auch ein Unrecht, Priestern und Laien, die nur noch den Novus Ordo kennen und ihn lieben, „wegzunehmen“. Es würde zum liturgischen Chaos führen, und die Kirche kann nicht ca. alle 40 Jahre solche Liturgieeingriffe vornehmen. Ich dachte und denke an eine langfristige Entwicklung. An eine „Abstimmung mit den Füßen“, mit dem Herzen und dem Kopf…. Langfristig…

        • Cuppa, langfristige Entwicklungen, mit den Füßen abstimmen, und derartige Ideen, finde ich gut. Dem Novus Ordo bleibt der Priesternachwuchs ja jetzt schon aus, und junge Familien sind dort auch ziemlich selten. Father Z nennt das die „biologische Lösung“ der Kirchenkrise. Vor allem, wenn die Seminaristen beide Formen der Messe lernen, wenn Liturgiemissbräuche ernsthaft bekämpft werden, den Gläubigen beide Formen der Messe in erreichbarer Nähe zur Verfügung stehen, damit eine informierte Entscheidung zwischen ihnen möglich ist, und allgemein wieder Wert auf die „ars celebrandi“ gelegt wird. Dann wird die Landschaft einer arg geschrumpften (gesundgeschrumpften?) Kirche in einer Generation schon wieder ganz anders aussehen.

          • Man sollte aber hier nicht unterschätzen, daß es in bestimmte Kreisen der Kirche andere Bestrebungen gibt, die bewusst auf eine „priesterlose Eucharistiefeier“ hinzielen. Man denke nur an die unsägliche Pfarrerinitiative in Österreich. Diese Leute darf man nicht unterschätzen, zumal es auch in Deutschland ähnliche Initiativen gibt, die Rolle des Priesters in einer Gemeinde mehr und mehr einzuschränken, bzw. die Aufgaben des Priesters an Laien zu übertragen. Die Abstimmung mit Füßen findet somit in entgegengesetzte Richtungen statt, sozusagen ein Schisma von unten.

            • wk1999, das ist in der Tat eine Gefahr. Aber wie ist der Altersschnitt in diesen Initiativen? Sind die in 20 bis 30 Jahren noch ein Problem, wenn man jetzt dafür sorgt, dass die nächste Priestergeneration, klein wie sie ist, eine anständige Ausbildung in den Seminaren bekommt?

              P.S. Wk1999: Da ich im Moment nicht auf mein E-Mail-Konto zugreifen kann, antworte ich auf die Frage, die Sie mir vor einigen Tagen gestellt haben, hier: Ja, ich habe darüber schon mehr als einmal nachgedacht und finde es daher sehr interessant, dass Sie diesen Eindruck bekommen haben. Allgemein gesprochen wäre es möglich, auch wenn die derzeitigen Umstände es wahrscheinlich nicht zuließen.

  3. Ich habe mir vor einiger Zeit den Spaß erlaubt auf der Webseite der Pfarrerinitiative den Hl. Pfarrer von Ars zu zitieren:
    „Lass eine Pfarrei zwanzig Jahre ohne Priester, und man wird die Tiere dort anbeten.“

    Wie man sich vorstellen kann ist das nicht besonders gut angekommen, insbesondere die darauf folgende Diskussion mit den diversen Anhängern der Initiative war eher kontrovers. Die Diskussion wurde dann auch aus fadenscheinigen Gründen wieder gelöscht. Hier ein Beitrag eines Relativierers des katholischen Mainstreams zum selben Zitat:

    http://archiv.kath.de/index.php?id=212&tx_ttnews%5Btt_news%5D=1784&timestamp=1245426480&cHash=617ea73626

    Nichtsdestoweniger geht eine große Gefahr von diesen „Bewegungen“ und „Initiativen“ aus, auch wenn die Zeit für die Traditionalisten spielt. Die Gefahr ist aber die der „verbrannten Erde“, daß nichts mehr übrig ist nachdem das Werk dieser Leute vollbracht ist.

    Zu der anderen Sache ein Bibelwort, daß ich heute gefunden habe, aus dem Lukas-Evangelium:

    10 1 Danach suchte der Herr zweiundsiebzig andere aus und sandte sie zu zweit voraus in alle Städte und Ortschaften, in die er selbst gehen wollte. 2 Er sagte zu ihnen: Die Ernte ist groß, aber es gibt nur wenig Arbeiter. Bittet also den Herrn der Ernte, Arbeiter für seine Ernte auszusenden. 3 Geht! Ich sende euch wie Schafe mitten unter die Wölfe.

    Und noch ein weiteres Wort/Gebet (ist es auch von dem Hl. Pfarrer von Ars?), das ich bisher nur bei der Piusbruderschaft gefunden habe:

    Herr, schenke uns Priester!
    Herr, schenke uns heilige Priester!
    Herr, schenke uns viele heilige Priester!

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