Fortschritt

Ein sichtbares Zeichen des immerwährenden Kampfes für Freiheit, Gleichheit und Gerechtigkeit auf Erden.

Quelle: Andrea Tornielli

Von den Unruhen in Rom werden die meisten Leser schon gehört haben.

Denn Ihr wisst wohl, Ehrwürdige Brüder, dass der erbitterte Kampf, der zu Beginn des sechzehnten Jahrhunderts von den Neuerern gegen den katholischen Glauben begonnen wurde und der bis zum heutigen Tag immer heftiger wurde, darauf abzielt, jede Offenbarung abzuweisen und jede übernatürliche Ordnung zu zerstören, um allein den Erfindungen der Vernunft oder vielmehr ihren Verirrungen Eingang zu verschaffen. Dieser Irrtum, der mit Unrecht seinen Namen von der Vernunft herleitet, hat wie von selbst nicht nur die Gemüter sehr vieler Menschen, sondern auch die bürgerliche Gesellschaft weithin durchdrungen, da er dem natürlichen Geltungstrieb der Menschen schmeichelt und den Begierden jeder Art die Zügel schießen lässt. Daher wurden mit einer neuen und selbst für Heiden unerhörten Gottlosigkeit neue Staatswesen gegründet ohne jede Rücksicht auf Gott und die von ihm gesetzte Ordnung; die öffentliche Autorität, so wird unaufhörlich erklärt, habe weder ihren Ursprung noch ihre Majestät noch ihre Befehlsgewalt von Gott, sondern von der Volksmenge, welche, da sie sich jeder göttlichen Satzung ledig wähnte, nur jenen Gesetzen zu unterstehen sich herbeiließ, die sie selbst nach Gutdünken gegeben hatte. – Nachdem man die übernatürlichen Glaubenswahrheiten als vernunftwidrig bekämpft und verworfen hat, versucht man den Urheber und Erlöser des Menschengeschlechts selbst allmählich aus den Universitäten, Lyzeen, Gymnasien und aus dem öffentlichen Leben zu verbannen. – Da man endlich die Belohnungen und Strafen des ewigen Lebens vergessen hat, so beschränkt sich das glühende Verlangen nach Glück auf den Bereich dieses irdischen Lebens. – Da nun diese Lehre überallhin verbreitet wurde und allenthalben diese so große Zügellosigkeit im Denken und Handeln ins Leben eindrang, ist es nicht zu verwundern, dass Leute aus dem niedersten Stande, ihrer ärmlichen Wohnung oder Werkstätte überdrüssig, über die Paläste und Güter der Reichen herzufallen verlangen; ebenso ist es nicht zu verwundern, dass im öffentlichen und privaten Leben keine Sicherheit mehr besteht und das Menschengeschlecht bereits fast am äußersten Verderben angelangt ist.

— Papst Leo XIII. (Quod Apostolici Muneris, 1878)

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