Werden alle Menschen gerettet? Und worauf es wirklich ankommt:

„Der Herr hat uns alle mit dem Blut Christi erlöst, nicht nur die Katholiken. Alle! ‚Pater, und die Atheisten?’ Auch sie. Alle! Und dieses Blut macht uns zu Kindern Gottes erster Klasse! Wir sind als Kinder nach dem Bild und Gleichnis Gottes geschaffen worden und das Blut Christi hat uns alle erlöst!“

Papst Franziskus, 22. Mai 2013

Sind wir also tatsächlich alle erlöst? Egal ob wir glauben? Sind die Atheisten tatsächlich, einfach so, ohne weiteres, wie der Papst das hier darstellt, erlöst? Das kommt darauf an, was man genau meint. Ich bin natürlich kein renommierter Theologie, sondern nur ein einfacher Konvertit, der sich in den letzten vier bis fünf Jahren mit diesen Fragen ziemlich oft „herumgeschlagen“ hat. Soweit ich das verstanden habe, sagt die katholische Kirche zu der Frage, wer denn nun erlöst wird, folgendes:

1. Christus ist für alle Menschen gestorben, d.h. jedem einzelnen Menschen ist das Tor in den Himmel, der Weg der Umkehr zurück zu Gott, offen. Niemand, absolut niemand, ist von dieser Chance ausgeschlossen. Jeder kann die von Christus angebotene Erlösung annehmen. Sie ist ein Geschenk, und wie alle Geschenke erhält man es „gratis“, also aus Gnade. In diesem Sinne kann man sagen, dass Christus sein Blut für alle Menschen vergossen hat, auch für die Atheisten. [Das bedeutet auch, dass man die Worte des Heiligen Vaters nicht so heterodox auslegen muss, wie sie auf den ersten Blick erscheinen, auch wenn sie mindestens unglücklich gewählt bleiben.]

2. Doch es reicht nicht, wenn Christus uns dieses „Geschenk“ macht. Wir müssen das Geschenk auch annehmen.

3. Die Taufe ist heilsnotwendig. Wer nicht getauft ist, kann nicht erlöst werden. Jemand, der unverschuldet keine Gelegenheit zu einer „normalen“ Taufe hatte, sich aber hätte taufen lassen, wenn er die Chance gehabt hätte, der kann erlöst werden (Begierdetaufe). Ebenso auch der nicht getaufte Märtyrer, dessen Martyrium eine wahre Taufe des Blutes ist.

4. Außerhalb der Kirche ist kein Heil. Mit Kirche ist hier die von Christus gestiftete Kirche gemeint, die die katholische Kirche ist, und nicht irgendeine nebelhafte, unsichtbare, faserige Gemeinschaft, die nur in den Herzen der Menschen existiert. Auch hier gilt wieder, dass es einige Menschen geben kann, die nicht Mitglied der sichtbaren katholischen Kirche sind, die aber diesen Mangel nicht verschuldet haben, und dem ihnen gegebenen göttlichen Licht gefolgt sind, so gut sie konnten. Auch diese können prinzipiell das ewige Heil erlangen.

5. Alle Menschen, die gerettet werden, werden durch Christus, und damit durch Seinen mystischen Leib, die katholische Kirche, gerettet. Auch diejenigen Erlösten, die außerhalb der sichtbaren Einheit der Kirche (Papst, Glaube, Sakramente) versterben, werden durch Christus und damit durch die Kirche erlöst.

6. Die falschen Religionen sind also keine Mittel des Heils. Allerdings finden sich in allen Religionen gewisse wahre Bruchstücke inmitten der Irrtümer. Christus selbst ist die Wahrheit. Insofern eine falsche Religion also die Wahrheit lehrt, hilft sie ihren Anhängern praktisch zur Wahrheit, und damit zu Christus zu gelangen. Doch wer durch so ein Trümmerstück der Wahrheit gerettet wird, der wird nicht durch die Irrlehren gerettet, mit denen das Trümmerstück in der falschen Religion vermengt worden ist, sondern durch Christus, und das heißt durch seinen mystischen Leib, also durch die katholische Kirche. Alle Wahrheit ist katholische Wahrheit. Niemand wird durch die falsche Religion erlöst, sondern, wenn überhaupt, trotz der falschen Religion, durch die wahre.

7. Wir wissen nicht, welche individuellen Menschen gerettet werden, abgesehen von den kanonisierten Heiligen. Einerseits reicht die sichtbare Gemeinschaft der Kirche nicht aus – man kann auch als Katholik die ewige Verdammnis erleiden, trotz aller Heilsmittel, die man hätte in Anspruch nehmen können – andererseits kann man auch außerhalb der sichtbaren Gemeinschaft der Kirche erlöst werden – man kann z.B. auch als Atheist dem göttlichen Licht so gut wie möglich folgen und dadurch implizit die Entscheidung für das universelle Heilsangebot Gottes treffen, die dann durch die Gnade Gottes zur Rettung genügt.

8. Aus den genannten Gründen ist es theoretisch kein Widerspruch in sich, wenn man annehmen würde, dass alle Menschen erlöst würden. Jedoch sagt Gott selbst in der Bibel eindeutig, dass viele nicht den schmalen Pfad in den Himmel, sondern den breiten Weg in die Hölle nehmen. Dies allein reicht schon aus, um jegliche Allerlösungslehre kategorisch auszuschließen. Zudem haben wir das konstante Zeugnis der gesamten Überlieferung bis zu dem Pastoralkonzil der 60er-Jahre, und das überwältigende Zeugnis der Heiligen. Diese Zeugnisse sagen praktisch übereinstimmend, dass die Zahl der Verdammten gewaltig und die Zahl der Auserwählen gering ist.

9. Diese Zeugnisse geben uns keine „Bevölkerungsstatistik“ von Himmel und Hölle an die Hand. Wir können nicht sagen, „90% werden verdammt und 10% werden erlöst“ (oder umgekehrt). Wir kennen die Zahlen nicht und es ist müßig, zu viel über sie zu spekulieren. Was wir jedoch wissen, ist dass nicht alle Menschen gerettet und nicht alle verdammt werden.

10. Aus dem, was man über die Heilsnotwendigkeit von Taufe, Kirche, wahrem Glauben sagen kann, folgt eindeutig, dass jemand, der ungetauft, fern der Kirche und ungläubig verstirbt, eher schlechte Chancen hat (auch wenn wir es nie genau wissen können), während ein Katholik, der nach besten Kräften der Kirche und dem wahren Glauben gefolgt ist, die besten Chancen haben wird (auch wenn man es nie mit Sicherheit wissen kann).

Zusammenfassung: Gott will alle Menschen erlösen, doch der Mensch hat Freien Willen. Er ist wirklich in der Lage, zu Gott „ja“ oder „nein“ zu sagen. In letzter Konsequenz akzeptiert Gott die freie Entscheidung des Menschen.

Jeder Mensch, und sei er noch so verdorben, kann durch das „ja“ zu Gott erlöst werden.

Jeder Mensch, und sei er noch so vortrefflich, kann durch das „nein“ zu Gott verdammt werden.

Und das ist es letztlich, worauf es wirklich ankommt: Ob wir das ewige Heil oder die ewige Verdammnis erlangen, hängt von unserer Willensentscheidung für oder gegen Gott, für oder gegen Christus, seinen Sohn, ab.

Wir werden nicht alle erlöst, weil nicht alle „ja“ zu Gott sagen.

Daraus folgt ganz klar: Sagen wir hier und heute „ja“ zu Gott, ja zu Christus, ja zu der einen, wahren von ihm eingesetzten Kirche, ja zum ganzen überlieferten Glauben, ja zu den Sakramenten, ja zum Papst, ja zu einem heiligmäßigen Leben nach den Geboten Gottes, kurzum „ja“ zu dem Erlösungsangebot, das Christus uns durch Sein Blut zum Geschenk gemacht hat.

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Mut zur Lebensferne

Immer wieder begegnet mir die Aussage, irgendetwas sei „lebensfern“, „lebensfremd“ oder „weltfremd“. Oft geht es dabei um die Kirche. Es sei etwa lebensfremd, dass die Kirche bis heute die Sündhaftigkeit gelebter Homosexualität oder die grundsätzliche Verwerflichkeit von Verhütungsmitteln lehre. So etwas sei den Menschen von heute nicht mehr zu vermitteln. Es ist lebensfern. Diese Aussage ist in der Regel gleichbedeutend mit: „Es soll geändert werden“. Schließlich, so geht die bekannte Rede, müsse die Kirche zu den Menschen gebracht werden. Die Kirche müsse den Menschen nahe sein.

Natürlich stimmt das in einer gewissen Hinsicht auch. Ein Auftrag der Kirche ist tatsächlich, den Menschen zu helfen. In allen Zeiten hat die Kirche sich für die Armen und Schwachen eingesetzt. Selbst Kirchenfeinde würdigen oft ihre soziale Tätigkeit und kaum jemand möchte ernsthaft auf die Leistungen der Kirche in dieser Funktion verzichten – nicht einmal Claudia Roth. Für diese Aufgabe muss die Kirche also ganz nah bei den Menschen sein. Der Helfer muss nah bei den Menschen sein, um helfen zu können und es bringt nicht viel, wenn der Arzt während einer diffizilen Operation zehn Kilometer von seinem Patienten entfernt ist.

Doch selbst wenn wir dies den Agitatoren der „Lebensnähe“ zugestehen, bleibt doch die Frage übrig, ob sich der Auftrag der Kirche in dieser sozialen Tätigkeit erschöpfe. Es ist notwendig, dass die Kirche den Menschen hilft. Doch reicht das schon? Um welche Hilfe geht es dabei? Ist nicht die Aufgabe der Kirche in erster Linie das Seelenheil der Menschen und hilft sie nicht am meisten, indem sie bei der Erlösung hilft? Ist nicht der größte Dienst am Menschen der Dienst an ihrem Seelenheil? Ist das nicht die wahre Grundlage der kirchlichen Tätigkeit?

Was bedeutet es, einem Menschen zu helfen? Man hilft einem Menschen, indem man ihm gibt, was er braucht. Was er braucht kann durchaus etwas ganz anderes sein, als was er will. Der Helfer, und das gilt bei weltlichen ebenso wie bei geistigen Dingen, steht oft vor der Herausforderung, dass der, dem geholfen werden soll, die Hilfe einfach ablehnt. Im Endeffekt muss man das akzeptieren, wenn es sich um einen mündigen Erwachsenen handelt. Wer die Hilfe ablehnt, dem kann nicht geholfen werden. Wer selbst nach hundertfacher Aufforderung nicht klopfen möchte, dem wird auch nicht aufgetan. Am Ende sind die Menschen für sich selbst verantwortlich, und die Kirche kann sie nicht zwingen, sich helfen zu lassen.

Doch sie kann versuchen, sie zu überzeugen. Wenn ein Mensch eine schwere Krankheit hat, und der Arzt weiß, allein die Therapie „x“ kann ihm jetzt noch helfen, dann wird er versuchen, den Patienten von den Vorzügen dieser Therapie zu überzeugen. Vielleicht ist die Therapie schmerzhaft, doch sie ist notwendig, wenn der Patient überleben möchte. Man könnte sagen, der Arzt sei „lebensfremd“, weil er „unbarmherzig“ die Schmerzen des Patienten ignoriert und einfach mit seiner „dogmatischen“, „rigiden“, „unflexiblen“ Therapie fortfährt, ohne sich um die offensichtlichen Bedürfnisse des Patienten zu kümmern.

Niemand würde dies ernsthaft behaupten. Der Arzt möchte den Patienten retten, und deswegen rät der Arzt seinem Patienten zu der schmerzhaften Therapie. Das ist keine Lebensferne, und keine Unbarmherzigkeit, sondern einfach gesunder Menschenverstand.

Dasselbe gilt für die Kirche. Auch sie möchte den Menschen helfen. Auch die Therapie, die sie den Menschen anbieten kann, hat öfters schmerzhafte Nebenfolgen. Man muss von seinen Sünden ablassen, stetig gegen sie ankämpfen. Man muss umkehren. „Kehrt um! Das Himmelreich ist nahe!“, sagt Jesus. Bei vielen Menschen, etwa bei Ehebrechern, ist es notwendig, den ganzen Lebenswandel zu ändern und völlig neu anzufangen. Das kann schmerzhaft und schwierig sein, und wer wollte es dem Einzelnen verübeln, dass er Ressentiments gegen den Arzt entwickelt, der so eine schmerzhafte Therapie verordnet. Das kommt auch bei wirklichen Ärzten manchmal vor.

Doch allein der gesunde Menschenverstand sagt schon, dass eine notwendige Therapie auch dann notwendig bleibt, wenn sie unangenehm ist. So etwas ist in gewisser Hinsicht „lebensfern“, weil man von dem konkreten Schmerz absehen und gewissermaßen die Vogelperspektive einnehmen muss. Man muss das Ganze in den Blick nehmen. Und vor diesem Ganzen relativiert sich der weltliche Schmerz, der auftritt, wenn etwa der Ehebrecher zu Umkehr, Reue, Buße aufgerufen wird, und den ernstlichen Versuch unternimmt, diesen Weg auch tatsächlich zu gehen.

Aus der Vogelperspektive, ganz fern vom einzelnen, individuellen Leben und seinen alltäglichen und besonderen Sorgen, wird sichtbar, dass der Schmerz der Umkehr, die Umstellung des eigenen Lebenswandels, nicht einmal ein kleines Staubkorn ist, wenn man ihn mit dem Lohn vergleicht, der den Heiligen im Himmel erwartet.

Denn eines wird oft vergessen: Das Leben, das wahre Leben, endet nicht mit dem Tod. Der Tod ist nicht der Anfang vom Ende, sondern das Ende vom Anfang.

Oft ist es daher notwendig, diesem Leben fern zu sein, um jenem ganz nahe zu kommen. Unsere Schätze als Christen liegen im Himmel und nicht auf Erden, und keine noch so attraktive Geliebte kann so verzückend sein, wie die Ewige Anschauung des Herrn, der die Liebe ist.

Aber ja, das ist alles lebensfern und weltfremd. Es holt die Menschen nicht da ab, wo sie sind. Viele werden das weder hören noch verstehen wollen. Es spricht den Menschen von heute nicht an.

Na und?

Verankert in der Geschichte

Der allseits geschätzte Pater Deneke von der Petrusbruderschaft weist in einem lesenswerten Beitrag darauf hin, dass der christliche Glaube durch die Auferstehung historisch fest verankert ist. Diese Tatsache versuchen viele christliche Theologen, leider nicht nur aus protestantischer Sicht, zu relativieren. Es wird behauptet, es handle sich bei der Auferstehung natürlich nicht um eine wirkliche historische Tatsache. Ein bekannter Theologe hat einmal gesagt, wenn morgen Jesu Gebeine in seinem Grab entdeckt würden, würde dies seinen Glauben nicht berühren. Offensichtlich glaubt ein solcher Theologe nicht mehr an die wirkliche Auferstehung, sondern hat das Christentum auf eine Sammlung moralischer Platitüden ohne besondere Bedeutung reduziert, und damit auf eine Stufe mit den Thesen anderer moralischer Lehrer wie etwa Konfuzius gestellt. Damit wurde aber der eigentliche Kern des christlichen Glaubens aufgegeben.

Wenn Christus nicht wahrhaft auferstanden ist, wenn die Auferstehung keine historische Tatsache ist, dann ist Jesus nicht der Erlöser, nicht der Christus, und unsere Sünden sind nicht hinweggenommen. Dann ist er nicht unser „Osterlamm“, sondern nur ein beliebiger jüdischer Lehrer, womöglich gar ein Scharlatan, Lügner oder Verbrecher, ganz sicher nicht der Sohn Gottes. Dann ist das höchste Fest der Christen, das Osterfest, nichts als eine große Lüge. Dann sind wir immer noch die alten Menschen. Dann war die Kreuzigung eine Art Missgeschick, letztlich sinnlos, weil nichts damit erreicht wurde.

Die Entmythologisierer, deren Ziel darin besteht, aus dem Christentum eine Art moralische Fabel zu machen, begehen den fatalen Fehler, das Wesen der christlichen Religion vollkommen misszuverstehen. Es gab wahrlich genug bedeutungsschwangere Moralprediger, Zeigefingermenschen, in allen Zeiten. Wenn Christus nicht mehr zu bieten hat, dann verdient er nicht die Aufmerksamkeit irgendeines Menschen, weil er vollkommen irrelevant ist. Wir hatten genug Morallehrer, und wir haben ihre Lehren nicht befolgt. Welchen Unterschied macht ein weiterer von der Sorte?

Der christliche Glaube erhebt den Anspruch, den Menschen von seinen Sünden zu befreien, nicht ihm zu erklären, was eine Sünde ist. Das kann der Mensch auch ohne das Christentum wissen. Dazu braucht er keine Offenbarung, keinen Sohn Gottes, keine Auferstehung und keine Kirche, sondern bloß Herz und Verstand.

Der moderne Theologe begreift viele Details vom christlichen Glauben. Er kennt die Bibel und publiziert scharfsinnige Darstellungen zu seinem wissenschaftlichen Forschungsgebiet. Er sieht viele Bäume, aber keinen Wald. Und er sieht den Wald nicht, weil er in seinem Herzen längst den christlichen Glauben durch einen menschlichen Glauben an die Erlösungskraft des Fortschritts ausgetauscht hat. Er sucht nicht nach Christus, dem Erlöser, sondern nach einer menschlichen Hilfe beim Aufbau einer besseren Welt im Diesseits.

Doch im Diesseits eine bessere Welt aufbauen kann nicht das erste Ziel des Christen sein. Es ist natürlich wichtig, und es ist auch ein Nebenprodukt des christlichen Lebens, dass sich tatsächlich die Bedingungen im Diesseits verbessern, wenn die Menschen den christlichen Glauben leben und daher ihren Nächsten lieben. Doch diese Nebenwirkung ist, selbst wenn sie für sich genommen schön und hilfreich ist, nicht der Zweck des christlichen Glaubens.

Der Zweck des Christentums ist die Erlösung des Menschen, das Paradies im Himmel, nicht das Paradies auf Erden.

Und erlöst werden wir nicht durch die vielen netten Geschichten, die über Jesus erzählt werden, sondern durch das Blut Christi, das für uns zur Vergebung der Sünden vergossen, und von den Theologen vergessen wurde.

Wenn die Auferstehung nicht wirklich passiert ist, dann ist die Messe nicht die Messe, sondern eine gelebte Lüge, weil Christus nicht Gott war. Dann waren seine Wunder nur nachträgliche Erfindungen von Menschen, oder – schlimmer noch – das Werk des Teufels. Dann gibt es keine Realpräsenz, keine leibliche Gegenwart des Herrn, und wir betreiben in jeder Messe Götzenverehrung, wir verstoßen durch die Verehrung eines „Stücks Brot“ gegen das erste Gebot.

Wenn die Auferstehung nicht wirklich passiert ist, dann richten wir unsere Gebete an eine imaginäre Instanz, wir beten im Vaterunser das Gebet eines Scharlatans und Maria ist nicht die Mutter Gottes, sondern nur die Mutter einer bösartigen, gescheiterten Existenz.

Auf der Auferstehung basiert der ganze christliche Glaube, die ganze christliche Theologie, und, was noch viel wichtiger ist, die Erlösung eines jeden einzelnen Menschen aus seinen Sünden und die Hoffnung auf das ewige Heil.

Wer die Auferstehung leugnet, der leugnet Christus, leugnet den ganzen christlichen Glauben.

Doch es gebe ja keine Wunder, so wird gesagt. Diese ganzen Wunder, diesen Aberglauben, das könne man doch heute nicht mehr ernst nehmen. Und also wird alles uminterpretiert, bis es in unsere modernen Vorurteile hineinpasst. Doch die Menschen wussten auch vor 2000 Jahren schon, in der natürlichen Welt gilt „einmal tot, immer tot“, und zwar ausnahmslos. Und dass Jungfrauen keine Kinder gebären. Dazu brauchte niemand die moderne Wissenschaft oder die ausgefeilten Theologien der Neuzeit. Wenn man es damals ernst nehmen und glauben konnte, obwohl man wusste, dass es ein Bruch des natürlichen Laufs der Dinge war, dann kann man es auch heute, und zwar auf dieselbe Weise, als reales, außerordentliches Geschehnis, das für uns die Authentizität des christlichen Glaubens durch die im Zusammenhang mit Christus geschehenen Wundertaten bezeugt.

Der Satz, es gebe keine Wunder, und die daraus folgende Interpretation der Auferstehung als bloß menschliches Ereignis, ist die Folge einer philosophischen Vorfestlegung, nicht einer Einsicht der Wissenschaft. Wer philosophischer Naturalist ist, glaubt nicht an Wunder. Aber sein Nicht-Wunderglaube ist genauso ein Glaube wie der Wunderglaube des einfachen Christen.

Doch durch den Wunderglauben entdeckt der Christ die Wahrheit, während der naturalistische Theologieprofessor sie bestmöglich zu leugnen versucht.

Christus ist wahrhaft und wirklich, historisch, auferstanden, oder das Christentum ist eine Lüge und seine Anhänger entweder verblendete Spinner oder Heuchler.

Laienhafte Betrachtungen zum Sonntagsevangelium (1)

25. Sonntag im Jahreskreis – 18. September 2011

Mt 20, 1-16

Wir lesen im Evangelium nach Matthäus ein Gleichnis von einem Gutsbesitzer, der Tagelöhner anheuert. Einige heuert er früh morgens an, handelt mit ihnen einen Lohn von einem Denar aus, andere erst später am Tag, und manche erst ganz spät, als es fast schon dunkel wird. Sie alle erhalten einen Denar. Die schon früh angeheuert wurden ebenso wie die in letzter Minute dazugekommenen. Ist das nicht ungerecht? Ja, es stimmt. Der Gutsbesitzer hat ihnen allen beim Anheuern einen Denat versprochen, und er hat damit alle seine Versprechen erfüllt. Trotzdem: Scheint es uns nicht in einem tieferen Sinne ungerecht? Hat nicht der eine zwölf und der andere nur eine Stunde gearbeitet, und verdient daher – in einem höheren als bloß arbeitsvertraglichen Sinne – der emsige Arbeiter, der den ganzen Tag malocht hat, nicht mehr, vielleicht nicht das zwölffache, aber doch ein wenig mehr als der Arbeiter, der erst eine Stunde vor Ende angeheuert wurde?

Die Frage stellt sich uns. Denn die Entlohnung, so hören wir immer, müsse sich an der geleisteten Arbeit orientieren, wenn sie wirklich gerecht sei. In der politischen Arena wird für „gerechte Löhne“ gestritten. Da wird vom Lohnsabstandsgebot und von Leistungsgerechtigkeit gesprochen. Wer mehr arbeitet, der soll auch mehr haben. Wer zwölf Stunden gearbeitet hat, der hat, nach dem Grundsatz der Leistungsgerechtigkeit einfach einen höheren Lohn verdient, als derjenige, der nur eine Stunde im Weinberg schuften musste. Es geht kein Weg daran vorbei, wir empfinden das Handeln des Gutsherrn als ungerecht. Ich empfinde es als äußerst ungerecht. Nicht im formaljuristischen Sinne – jeder hat die ihm versprochene Kompensation erhalten – sondern im höheren Sinne.

Wenn hier auf Erden jemand 40 Wochenstunden arbeitet, dann wird er empört sein, wenn er denselben Lohn erhält, wie sein Freund, der denselben Job für 4 Stunden pro Woche gemacht hat. Und zurecht. Die Entlohnung ist ungerecht, sowohl in meinem Beispiel, als auch im Evangelium. Und doch stellt sich Jesus hinter sie, denn „die Letzten werden die Ersten sein und die Ersten die Letzten“. Was sagt er hier?

Sagt er, alle verdienen denselben Lohn, egal wie viel sie gearbeitet haben? Vertritt er hier einen kruden Sozialismus (so wie ich einmal im evangelischen Religionsunterricht diese Stelle erklärt bekommen habe)? Sagt er, Leistungsgerechtigkeit sei falsch, es komme nur auf die Gleichheit des Ergebnisses an? Ich möchte behaupten, dass Jesus nichts ferner steht als dies. Ich glaube, er sagt uns sehr wenig über Lohnverhandlungen, aber sehr viel über das Himmelreich. Darüber gleich noch etwas mehr. Aber einen letzten Punkt noch: Auch wenn er uns nicht viel über Lohnverhandlungen sagen will, so sagt er doch wenigstens etwas. Er sagt, dass wir gegebene Versprechen einhalten müssen, so wie der Gutsbesitzer. Eine der himmelscheienden Sünden besteht darin, einem Arbeiter ungerechten Lohn zu zahlen. Doch was ist ein „gerechter Lohn“? Ist es das „Existenzminimum“? Der Durchschnittslohn? Der Lohn, der, wie niedrig er auch sein mag, in freien Verhandlungen ausgehandelt worden ist?

Wenn wir wirklich so handeln wollen, wie der Gutsherr in dem Gleichnis, dann sollten wir uns an die folgenden Maximen halten:

1. Wir sollten jedem genug geben, dass er davon leben kann, egal wie viel er für uns getan hat.

2. Wir sollten immer das geben, was wir versprochen haben, niemals weniger.

3. Wir müssen die Legitimität des Verhältnisses Gutsherr-Lohnarbeiter anerkennen, was Jesus hier eindeutig tut. Also keine Enteignungen, kein Sozialismus, keine Revolution des Proletariats. Die Arbeiter werden entlohnt, weil sie die ihnen aufgetragene Arbeit gewissenhaft verrichtet haben, nicht weil sie unabhängig von ihrem Tun einen „Anspruch“ oder gar ein „gesetzlich garantiertes Grundrecht“ auf diese oder jene Entlohnung hätten.

4. Gerechtigkeit besteht immer in einem Ausgleich von Leistungs- und Verteilungsgerechtigkeit, und worin der besteht, darüber gibt uns die christliche Soziallehre ausführlicher Auskunft, als den meisten Reichen und Mächtigen lieb sein dürfte.

5. Das Privateigentum ist ein heiliges Grundrecht. Niemand darf dem Anderen etwas nehmen, was ihm rechtmäßig gehört. („Darf ich mit dem, was mir gehört, nicht tun, was ich will?“, sagt der Gutsherr im Gleichnis.)

Doch ich fürchte, wenn wir das Evangelium so interpretieren, haben wir das Wichtigste verpasst. Wir haben es schlicht nicht verstanden, wenn wir es als Gleichnis über Entlohnungsgerechtigkeit und die soziale Frage sehen. Ein tieferes Verständnis erschließt sich uns, wenn wir die ganze Situation bloß als den Hintergrund für das sehen, worum es dem Herrn eigentlich immer geht in seinen Gleichnissen. Der Gutsherr ist natürlich Jesus Christus selbst, ist Gott, und die Tagelöhner sind wir. Es ist wichtig zu erkennen, dass durch diese höhere Interpretationsebene die rein wörtliche Bedeutung des Gleichnisses nicht falsch oder bedeutungslos wird. Das Gleichnis ist zwar viel mehr als nur eine Aussage über gerechte Entlohnung, aber es ist keinesfalls weniger als dies.

Christus ruft uns alle zu sich. Wir alle sind gerufen ihm zu folgen. Die schwere Arbeit im Weinberg des Herrn ist das Kreuz, das wir tragen sollen. Und es ist schwere Arbeit. Doch die Arbeit ist nicht für jeden gleich schwer. Manche kommen erst fünf Minuten vor ihrem Tod dazu, dem Ruf des Herrn zu folgen, wie der Verbrecher am Kreuz, der bereut und nach den Worten des Herrn jetzt bei Gott ist, zu den Erlösten gehört. Manche werden in die Nachfolge des Rufs in ehrlichen katholischen Familien geboren, lernen nie etwas Anderes kennen, erfahren nie wirklich die Macht der Versuchung, und fliegen mit Leichtigkeit durch ihre Pilgerfahrt. Sie haben nur wenig arbeiten müssen, doch ist ihr Lohn nicht geringer.

Andere gibt es, die durch tiefe geistliche und körperliche Nöte gehen, die Jahrzehnte im Gottesdunkel verbringen, die verzweifelt mit Jesus rufen, warum der Herr sie verlassen hat, die allein sind, krank, in bitterer Armut, von allen Tragödien des Lebens überhäuft. Sie haben es schwer. Sie müssen ihr ganzes Leben hart arbeiten für den ewigen Lohn. Doch es ist derselbe ewige Lohn. Sie erhalten nicht weniger ihren gerechten Lohn, aber auch nicht mehr davon.

Unter den Erlösten gibt es alle Sorten von Menschen, sie sind so verschieden wie die Menschheit. Keine Gruppe ist so vielfältig wie die Heiligen. Gott ruft sie alle – uns alle – zu sich, jeden nach seinen Talenten und Fähigkeiten, nach den Zeitumständen, unter denen er aufgewachsen ist, und mit denen er jetzt lebt, eben in die oft schwierigen Umstände der Welt. Er ruft uns, damit wir seinen Willen tun, seine Arbeit verrichten, worin auch immer die bestehen mag. Diesem Ruf zu folgen heißt, seine Berufung anzunehmen. Es gibt verschiedene Berufungen, so wie es verschiedene Menschen gibt. Doch allen Berufungen ist eines gemeinsam – oder vielmehr Einer, nämlich derjenige, der uns beruft. Jede Berufung ist mit allen anderen im „Berufer“ vereint, nämlich in Gott.

Und Gott ist gerecht, das heißt, er gibt jedem das Seine. Doch wäre Gott nur gerecht, und nicht auch gnädig, so verdienten wir alle, ohne ihn, nur den ewigen Tod. Doch Gott vereint durch das Opfer seines Sohnes Gerechtigkeit und Barmherzigkeit miteinander, indem er selbst uns, die wir auf uns selbst gestellt verloren wären, die Chance gibt, zu den Erlösten zu zählen. Und das scheint mir auch der tiefste Grund, warum in dem Gleichnis alle denselben Lohn erhalten: Gott hat die einen ganz früh zu sich in den Weinberg berufen, und sie haben ihre Arbeit aufrichtig getan. Doch die anderen hat er zuerst gar nicht gerufen, sondern erst als es fast schon zu spät war. Erst als die Sonne schon dem Untergang entgegenstrebte, erst „zur elften Stunde“, holte er die letzten Arbeiter zu sich. Was können diese Arbeiter dafür, dass sie erst so spät gerufen wurden? Wären sie ihm nicht auch zur ersten Stunde schon gefolgt, wenn er sie denn gerufen hätte? Sie alle eint der Gehorsam gegen den Willen des Gutsherrn. Sie alle haben „ja“ zu ihrem Gutsherrn gesagt, so wie wir gerufen sind, „ja“ zu Gott zu sagen, „ja“ zu der Berufung, die an uns ergeht, heute, gestern, morgen, eine Stunde vor unserem Tod, oder wann auch immer.

Der Gehorsam gegen den Gutsherrn, darum geht es hier – und für uns geht es um den Gehorsam gegen Gott. Seinen Willen tun, und gar seinen Willen wollen, wie wir im Vaterunser beten. Das ist die eigentliche Leistung der Tagelöhner im Gleichnis. Und ist der Gehorsam, den man dem fehlbaren Gutsherrn schuldet, aufgrund seiner Fehlbarkeit eng beschränkt, und oft genug gar schädlich, so ist der Gehorsam gegenüber dem, für den der Gutsbesitzer im Gleichnis steht, der Gehorsam gegenüber Gott, eben unbeschränkt. Egal zu welcher Tageszeit und egal wie lange er auch dauern mag.

Das ganze Christentum ist, auf unserer Seite, auf der Seite der Menschen, ganz einfach: Wir müssen nur zu unserem Herrn „Ja, ich will“ sagen, es wirklich meinen und es praktisch umsetzen. Das hat seine eigenen Schwierigkeiten durch die Versuchungen und den Versucher, sowie unsere eigene Sündhaftigkeit und Schwäche, doch der Weg ist ebenso klar wie einfach, denn es ist der Weg Jesu, und der Weg Marias: Es ist das einfache „Ja“ zu Gott im Glauben, in der Sittenlehre, im Denken und Handeln, im täglichen Leben und Arbeiten, das „Ja“ zu Gott in allem.

Das Gleichnis sagt uns also einiges zur irdischen Gerechtigkeit, zu gerechten Löhnen und ähnlichen Dingen. Doch es sagt uns viel mehr. Es gibt uns, wie alle Gleichnisse, letztlich den Schlüssel zum Christentum in die Hand, und das ist der Gehorsam gegen Gott. Dann bekommen wir unseren gerechten Lohn, vielleicht manchmal auch schon hier auf Erden, aber auf jeden Fall im ewigen Leben.

Doch wie jeder Gehorsam auch den Ungehorsam kennt, so hat auch diese Medaille eine Kehrseite. Denn nicht nur der gehorsame Dienst im Weinberg des Herrn wird gerecht belohnt, sondern auch die ungehorsame Dienstverweigerung, auch wenn dies hier im Gleichnis nicht explizit ausgesprochen wird. Zumindest die Andeutung sieht man auch – denn was ist mit denen, die eben nicht dem Aufruf folgen, ihre Tätigkeit nicht aufnehmen, oder nach der Mittagspause verschwinden, weil sie die Plackerei leid sind? Erhalten auch sie einen Denar? Das Gleichnis sagt uns nichts darüber, sie bekommen keinen Lohn, denn abgerechnet wird am Abend. Und nur wer dann immer noch da ist, der erhält seinen Denar.

Sorgen wir dafür, dass wir zu den bei der letzten Abrechnung im Weinberg Anwesenden gehören.

Katholizismus ist ganz einfach…

Fr. Longenecker hat sich wieder einmal selbst übertroffen mit einem relativ kurzen, aber unglaublich treffenden Artikel unter der Überschrift „The Great Transaction“. In wenigen Zeilen entlarvt er die Vorstellung, man finde Gott in der Introspektion, und indem man seinen innersten Leidenschaften nachgebe, als Häresie. Lohnt die fünf Minuten für eine Lektüre definitiv. Hier nun ein (sehr langer) Auszug, und meine Kommentare wie immer in rot. Hervorhebungen grundsätzlich von Catocon.

In the church today there is a heresy that doesn’t yet have a name–or perhaps it does and I have not learned it yet. It goes like this: „Mankind is in search of meaning. In every person there is a God-shaped space. By looking within, by searching for one’s own heart desire, we will eventually find meaning. We will have an encounter with Christ. We will realize that the Christian way is the true way. Then we will walk in this way with peace, joy and a fulfilled life.“ Let’s for the want of a better term call this heresy ‚personalism'(…).

Like all heresies, it’s not all wrong.[Eine ganz entscheidende Einsicht. Alle Häresien nehmen einen Aspekt der Wahrheit, blasen ihn immer weiter auf, und verabsolutieren ihn, bis kein Platz mehr für die entgegengesetzten Wahrheiten mehr ist. Das beste Beispiel ist der Modernismus – er nimmt die an sich richtige Idee, dass religiöse Erfahrungen einen wichtigen Weg zur Gotteserkenntnis darstellen können, behauptet dann aber, dies sei der einzige Weg zur Gotteserfahrung, und daher könne man Dogmen der aktuellen Zeit anpassen, damit sie „relevant“ blieben. Jede Häresie – und alle modernen Ideologien sind bloß christliche Häresien – ist die Verabsolutierung einer richtigen Idee] It’s just that it’s not all right. Sure there is a God-shaped space in each one of us. Sure, the source and summit of all our desires is, in the end, the Christ who loves us. Sure, if we seek we will find, and if we search we will discover. If we ask we will be answered. However, what this new „existentialist fideism“ does is places the human person at the heart of the search for God.[Klassischer Subjektivismus] It sounds nice and humanistic and all that, but it’s not really in the Bible is it?[Das ist immer das Ergebnis der Protestantisierung katholischer Lehren. Das beste Argument gegen die diversen vom Protestantismus inspirierten Häresien ist immer noch „sola scriptura“] It’s not really the way of the saints. You don’t find God telling the patriarchs to „search their inner being to discover the light.“ He says, „Obey me. Leave all, and go to the promised land.“
(…)

This new personalism is very often subjective in it’s declared encounter with Christ, and as such it is unreliable.[Darum brauchen wir eine „objektive“ Religion, wir brauchen Dogmen, ein Lehramt usw. Die bloße Erfahrung oder Meinung von Menschen ist nicht verlässlich. Entweder gibt es gar keine Sicherheit im Glauben, kein religiöses Wissen, und daher auch keinen Grund überhaupt zu glauben, oder es gibt einen sicheren, d.h. von Gott eingerichteten, nicht bloß vom Menschen erdachten, Weg zur Glaubenserkenntnis]

I’m increasingly in favor of the simple transaction that the gospel and the church have always called for. „Repent and believe the Gospel.“ There’s the basic encounter with Christ. A soul says, „God, I’m sorry for my sin. I want to do better and can’t unless you help me. Give me the power of Christ and I will follow him.“ Within this simple transaction is all that is required. Not a lot of soul searching is needed. Not a lot of philosophical or theological discussion…not a lot of learning. [Obwohl ich sagen möchte, dass philosophische und theologische Diskussion zwar nicht erforderlich für die Erlösung ist – oft ist sie sogar hinderlich, wie wir an der heutigen Theologenschaft in Deutschland erkennen können – aber trotzdem gute und wichtige Erkenntnisse zu erbringen vermag] Just simple obedience and humble acceptance of Christ. Just simple metanoia–turning from my own way to the way of Christ.[Wer schickt diesen Artikel den diversen Buchstabensuppen-Gremien im deutschen katholischen Rätewald?]

This is the only gospel I have to proclaim. It is the only gospel there is. I don’t know of any other.
(…)

Within this transaction the Sacred Heart of Jesus takes my heart in his and makes it one. Within this transaction my little life is gathered up into his cosmic life. In this simple transaction I am both lost and found.

This Great Transaction is the burning diamond heart of the Christian faith.

Alle diejenigen, die den Glauben an die empfundene Notwendigkeit der „heutigen Zeit“ anpassen möchten, Feministinnen, die glauben, sie seien von Gott zum Priestertum berufen, nur weil sie sich selbst dazu berufen fühlen, Zeitgeistchristen aller Schattierungen, Rationalisierer, die Wunder heute für „unmöglich“ statt bloß „unglaublich“ zu halten und viele mehr, werden hier den Kopf schütteln und die Augen rollen. Wie altertümlich? Ist es nicht im Heute glaubend nötig Kirche neu zu sein, oder so? Unsinn. Wir müssen umkehren, denn das Himmelreich ist nahe – so nahe, dass wir die ersten Ausläufer schon bei jeder Heiligen Messe am Altar beobachten dürfen – und es wäre schrecklich, verlören wir es im letzten Moment noch an die pharisäerhaften Kleingläubigen mit Doktortitel, die uns weismachen wollen, der Glaube sei heute anders als zu Zeiten Jesu.

Er ist es nicht. Der Glaube ist immer noch derselbe, und er wird sich nicht ändern. Wir sind Sünder und bedürfen der Erlösung und der Reinigung – wir haben die Chance zu Lebzeiten umzukehren, unsere Sünden zu bereuen, und die Erlösung die uns allein Jesus Christus anbieten kann, anzunehmen. Doch wir können sie auch abweisen, uns von Gott lossagen, ihm nicht folgen. Auch das akzeptiert Gott am Ende, denn er liebt uns und lässt uns unseren freien Willen. Das ist die Wahl, vor der wir stehen. Und das ist es, worum es für alle Menschen eigentlich geht.

Alles andere ist, so schön und richtig und wichtig viele weltliche Dinge auch sein mögen, in letzter Konsequenz irrelevant.

Heilige Abtreiber?

Können Frauen, die abgetrieben haben, heiliggesprochen werden? Aus christlich-katholischer Perspektive ist diese Frage sehr leicht: Natürlich können sie, aber nur wenn sie die schwere Sünde der vorgeburtlichen Kindstötung ehrlich bereuen und das Bußsakrament empfangen. Gott vergibt in Seiner unendlichen Barmherzigkeit jede Sünde, wenn der Sünder es nur zulässt, wenn er die Barmherzigkeit nicht durch Unbußfertigkeit aus seinem Herzen verstößt. Gott will jeden von uns, egal welche Missetaten auf unser Konto gehen, jeden von uns auf ewig bei sich haben. Doch da Gott uns freien Willen gegeben hat (ohne freien Willen könnten wir weder einander noch Gott lieben, da wir dann nur mechanische Konstrukte wären, ohne Fähigkeit zur eigenen, unabhängigen Entscheidung), können wir uns gegen die Annahme dieses unendlichen Gnadengeschenks der Erlösung von unseren Sünden zur Wehr setzen. Es ist dem Menschen möglich, das Geschenk der Erlösung abzulehnen, indem er nicht bereut, seine sündhaften Wege nicht mit der Hilfe Gottes zu verlassen sucht, sondern in ihnen persistiert bis zum Ende seines Lebens. Gott gibt viele Chancen, aber am Ende ist es unsere Entscheidung, ob wir erlöst werden wollen oder nicht. Die Tore der Hölle sind von innen abgeschlossen. Niemand, der dorthin kommt, wird, wenn er erst einmal dort ist, die Gerechtigkeit des Urteils bestreiten.

Also kann selbstverständlich auch der schlimmste Abtreiber, der schlimmste Mörder, und, um es erst recht auf die Spitze zu treiben, selbst ein Stailn oder Hitler, die Erlösung erlangen. Natürlich tilgt selbst die beste, ehrlichste und tiefste Reue samt Bußsakrament nicht die zeitlichen Folgen der Sünden, so dass die genannten Schwerverbrecher wahrscheinlich sehr ausführliche Bekanntschaft mit den bereits erlösten, aber noch im Prozess der Reinigung befindlichen Seelen im Fegefeuer machen werden. Aber in letzter Konsequenz steht keinem Menschen etwas anderes auf dem Weg in den Himmel im Wege als er selbst. Und wer erlöst ist, wer bei Gott ist und Sein Angesicht auf ewig schaut, der ist bereits heilig. Daher kann die Kirche natürlich auch schwerste Sünder heiligsprechen – immer Reue und Buße vorausgesetzt.

Alle Menschen sind Sünder – nicht alle Sünden sind natürlich gleich schwer, aber wir alle haben Reue und Buße wahrhaft nötig. Die Sünden mancher Menschen sind größer als die anderer Menschen. Doch Gott ist in der Lage selbst die tiefste Wunde zu heilen. Das alles ist vollkommen klar aus der Sicht der christlichen Theologie.

Dennoch liest man dann Artikel wie diesen, in dem Mark Shea mit diesen und ähnlichen Argumenten systematisch die unbedachten und ignoranten Argumente zerlegt, die auf der Religionsseite von CNN verzapft worden sind. Auch der Religionskommentator bei CNN kommt zu dem Ergebnis, eine Abtreiberin könne heiliggesprochen werden. Er begründet dies auch: Das habe zwei Gründe, erklärt er. Erstens habe es etwas mit der Christlichen Lehre der Vergebung zu tun, aber vor allem liege es daran, dass viele Katholiken „von der offiziellen Parteilinie“ in Fragen wie Homosexualität, Verhütung und Abtreibung abweichen. Diese Argumentation wird von Shea wie gesagt systematisch zerlegt, was auch das einzige ist, das man mit solch ignorantem Unfug tun kann. Aber dass ein solcher Artikel ernst genommen wird, zeigt wie wenig selbst in einem relativ religiös geprägten Land wie den USA über den Katholizismus im Speziellen und das Christentum im Allgemeinen bekannt ist. Die elementarsten Informationen fehlen den Religionskommentatoren – und sicherlich auch den einfachen Leuten, denen die Unsinnigkeit des Arguments gar nicht auffällt.

Solange jemand nicht einmal den Unterschied zwischen Vergebung und Entschuldigung von Sünden verstanden hat, kann er eigentlich nichts hinsichtlich des Christentums sagen oder schreiben, ohne sich lächerlich zu machen. Wenn ich eine Sünde entschuldige, dann sage ich: „War schon nicht so schlimm“. Vergebe ich sie, dann sage ich fast genau das Gegenteil: „Es war schlimm, aber ich vergebe dir.“ Dieser fundamentale Unterschied kann einer interessierten und halbwegs intelligenten Person selbst heutzutage eigentlich nicht entgehen.

In seinem lesenswerten Artikel verweist Shea dann auf die vielen Abtreibungsärzte und Frauen, die abgetrieben haben, nur um später ihr Unrecht einzusehen und umzukehren. Sie alle sind mit offenen Armen empfangen worden, sie alle sind vollauf akzeptiert worden, auch und gerade von den traditionellsten und konservativsten Elementen in der Kirche und der weiteren Pro-Life-Bewegung. Die einzigen, die vielleicht etwas weniger gut reagiert haben, sind genau die „Katholiken“, die Abtreibung nicht für sündhaft halten, und deshalb dachten, es gebe gar nichts zu bereuen. Die also, wie der umwissende Religionskommentator und Soziologe auf CNN es formulieren würde, nicht der offiziellen Parteilinie folgen. (Natürlich folgen auch traditionelle Katholiken keiner „Parteilinie“, da die Kirche keine Partei ist. Doch Ideologen und Soziologen – oft genug tragen beide Worte dieselbe Bedeutung – können nur von sich auf andere schließen, und wer alles politisiert hat, wird überall Parteien sehen. Katholiken hingegen folgen keiner Partei, sondern Gott und Seiner Kirche.)

Abschließend lässt sich also sagen: Natürlich kann NUR derjenige, der die Lehre der Kirche über die Vergebung der Sünden akzeptiert, für die Heiligsprechung einer Frau sein, die abgetrieben hat. Denn wer nicht glaubt, dass es da Sünden zu vergeben gäbe, der wird auch in einer entschlossenen Umkehr keinen besonderen Wert sehen. Die Heiligen sind eben nicht in erster Linie „perfekte Menschen“, sondern fehlerhafte Menschen, die sich Gott zugewandt und ihn und den Nachsten wirklich zu lieben versucht haben.

Bloß katholisch – sonst nichts

Der bloggende Father Longenecker hat auf seinem Blog einen wunderbaren Artikel veröffentlicht, den man in Gänze lesen sollte. Ich präsentiere hier nur einige Auszüge, um damit einen Punkt zu demonstrieren, der mir persönlich als Konvertit sehr wichtig ist.

There is a tendency amongst some Catholics to turn their religion into an intellectual quest for ‚true orthodoxy‘ or ’solid theology‘ or ‚a message that is relevant for people today.‘ Others turn it into a search for ‚a spirituality that really suits them‘.

Und was ist so schlimm daran, möchte man fragen? Hat nicht jeder seine persönlichen Präferenzen und Vorstellungen – der eine legt halt Wert auf besonders genaues Befolgen der Orthodoxie, der andere interessiert sich für theologische Fragestellungen und manche möchten den Glauben besonders auf die „Menschen von Heute zuschneiden“. Was ist falsch daran? Es ist dies:

What I’m realizing more and more is how very far the twenty first century church is from the simple preaching of the gospel and the core of the Catholic faith. What we don’t hear is the old time religion. What has gone right over our heads is how influenced we are by modernism and the thought of Rudolph Bultmann who insisted that Christianity was old fashioned and needed to be ‚de-mythologized‘. He said modern man couldn’t deal with the old, out dated cosmology of heaven and hell and sin and repentance and all that stuff.

After him the psychologists swept in and told us how ’sin‘ was all a mental construct of an ancient age and how we were all really victims because our mother didn’t breast feed us enough (or breast fed us too much) or because our father didn’t pay us enough attention (or paid us too much attention) and furthermore didn’t we know that preaching about sin only made people feel guilty and was counter productive?

Fuhgeddaboudit.

The gospel message is simple: You don’t have to turn it into a quest for the perfect liturgy or a campaign for justice or peace or the creation of the perfect self help group. You don’t have to turn it into an intellectual or existential quest to discover your true self or the source of your heart’s desire.

You are unhappy and searching for something because you are imperfect. You have fallen short of the glory of God. This condition is called sin. You are a sinner. You are selfish, ego centric, lustful, unforgiving, angry, manipulative, self seeking and proud. You love pleasure rather than God and you will believe any lie as long as it allows you to continue in your sin. If you continue in this condition you will end up  becoming more and more unhappy and eventually you will be separated from God, light, love, goodness, truth and beauty forever because that is what you chose.

Alle diese besonderen Zusammenhänge, die manchen Gläubigen so wichtig sind – die perfekte Liturgie, die perfekte Relevanz für die Probleme der Menschen von Heute, die Spiritualität – übersehen das Wesentliche: Der katholische Glaube ist nichts, was man einfach der Zeit oder seinem Willen oder einer empfundenen Relevanz oder Verständlichkeit anpassen kann. Der katholische Glaube ist einfach – er ist wie er war und wie er sein wird. Er ist von Gott gemacht, nicht vom Menschen, oder wenn nicht, dann ist er falsch und man sollte ehrlich aus der Kirche austreten und sich einer anderen Gruppe anschließen. Die wahre Botschaft ist ganz leicht:

1. Wir sind Sünder, da wir gegen das Gesetz verstoßen haben, das dem Menschen ins Herz geschrieben steht (ob er es leugnet oder nicht).

2. Daher bedürfen wir der Umkehr, den Weg zurück auf den rechten Pfad.

3. Das Christentum sagt, dieser Weg sei Jesus Christus. Folgt man ihm mit ganzem Herzen und ganzer Kraft, dann wird man durch die Gnade Gottes, die sich im Kreuzesopfer zeigt, von seinen Sünden erlöst werden.

4. Folgt man diesem Weg – Jesus Christus und seinen Anordnungen – nicht, so wird man durch die Natur der Sache unglücklich werden, sich von Gott, seinen Mitmenschen und sich selbst abwenden. Und am Ende dieses Weges der immer stärkeren Entfremdung von Gott und den Menschen steht der Zustand, den die Tradition Hölle nennt. (Man sagt, die Tore der Hölle seien von innen abgeschlossen).

Ganz einfach, nicht wahr? Da braucht es keine komplexen Christentum-und-irgendwas-Konstrukte.

Oder, in Longeneckers Worten:

Admit you are a sinner, turn to God for forgiveness. Accept the strange, but compelling truth that Christ died on the cross to forgive your sins. Receive his gift of new life with an open heart with nothing held back. Change your ways. Begin to live the Catholic faith in simplicity and honesty. Empowered by God’s grace, live in the church, learn to pray, live with the sacraments, love others. This is the way you follow Christ.

Das ist alles. Man befolge dies und der Glaube wird Früchte tragen. Doch da ist noch etwas anderes. Wenn wir das tun, so Father Longenecker, dann werden alle anderen Probleme, von denen oben die Rede war, von selbst verschwinden.

Now the marvelous thing is that if everyone did this–if everyone really went back to the core gospel message and took it seriously and tried to follow the old path of sin, repentance, faith and sacraments, then all the other problems would be solved too. You would have a wonderful Christian fellowship. You would have the right kind of liturgy, you would have justice and peace. You would have the answer to your intellectual questions and you would find your heart’s desire.

Der Schlüssel zur Kirchenkrise ist diese einfache Botschaft: Von der Sünde zur Reue. Von der Reue zur Umkehr. Von der Umkehr zum Glauben. Vom Glauben zu den Sakramenten und ihren Gnadenmitteln. Der altmodische Weg ist nicht nur der beste – er ist der einzige. Denn der altmodische Weg ist der Weg Jesu, der Weg, den Jesus in der Bibel empfiehlt, und den die Apostel vom Sohn Gottes überliefert bekommen haben. Daher ist der Weg in Wahrheit auch gar nicht „altmodisch“; aber er erscheint heute so, weil wir statt uns Christus hinzugeben, wie dieser sich uns hingibt, viele „Alternative Heilmittel“ geschaffen haben, die uns den Blick auf den Herrn verstellen.

Weg mit den Heilmittel! Zurück zum einfachen, treuen Glauben an den Herrn und Seine Kirche!

Was haben wir mit all den „Neuen Heilmitteln“ erreicht? Longenecker sagt, wenn man zuerst nach den Gütern der Welt strebt (und es sind wirklich gute Dinge, die die Welt zu bieten hat), wird man sie nicht bekommen. Nur, wenn man zuerst nach dem „altmodischen“ Herrn strebt, wird man den Weg zum Herrn bekommen, und dazu noch die anderen Güter.

Try to seek those things first though–and without sin, repentance and faith–and all you end up with is piffle. You may find the treasure chest, but it will be empty. Worse, you may find some sort of religion, but it won’t be the Christian faith.

It will be something you made up yourself.

(Das erinnert mich an C.S. Lewis und sein „principle of first and second things“, sein „Prinzip erstrangiger und zweirangiger Dinge“, wie man etwas frei übersetzen könnte. Es ist das einfache Prinzip der Prioritätenfolge. Strebe zuerst nach dem Wichtigsten und du wirst das Zweitrangige dazu bekommen. Strebe aber nach dem Zweitrangigen und du wirst das Wichtigste verfehlen – und das Zweitrangige auch.)

Der Mensch kann sich nicht aus eigener Kraft erlösen. Seine Systeme und Methoden, was auch immer sie an weltlichen Erfolgen bringen mögen, versagen grandios was die Menschenseele betrifft. Weder der Markt noch der Staat, weder das Individuum noch das Kollektiv, weder die Freiheit noch die Sklaverei, weder der Feminismus noch der Chauvinismus kann den Menschen erlösen.

Das kann nur Jesus Christus, und in der Regel auf dem Wege, den er dafür eingerichtet hat: Weg von der Sünde durch Reue, Umkehr, Glaube, Sakramente.