Drei Abwehrriegel der modernen Theologie

Wie regelmäßige Leser sich vielleicht noch werden erinnern können, habe ich vor einiger Zeit einen kleinen Selbstversuch gestartet, und mich einfach in katholische Theologievorlesungen an einer angesehenen deutschen Universität gesetzt. Das Resultat war nur deshalb nicht erschreckend, weil ich damit schon gerechnet hatte. Ich habe den Selbstversuch trotzdem fortgesetzt, und mein erster Eindruck hat sich im Wesentlichen bestätigt.

Auf die Gefahr einer Verallgemeinerung hin erscheint mir ein ziemlich klares „Rezept“ zur Verwässerung des katholischen Glaubens der Hochschulstudenten zu existieren, das sich trefflich mit der allgemeinen Strategie des Modernismus in Einklang bringen lässt. Die drei wesentlichen Zutaten sind:

1. Maulwurfstheologie

Man kann sich normalerweise darauf verlassen, dass die zuständigen kirchlichen Autoritäten aus Angst vor der öffentlichen Meinung, oder aus welchen anderen Gründen auch immer, wenig bis gar nichts gegen häretische Theologen unternehmen werden. Doch selbst heute gibt es noch Grenzen, wie der werte Herr Küng hat feststellen müssen. Man kann nicht offen gegen den katholischen Glauben agitieren und ihn praktisch vollständig leugnen – das kann zum Entzug der Lehrerlaubnis führen. Meist kommt man damit zwar in der akademischen Welt noch besser an als vorher, doch man will sich diesen Stress ja gar nicht erst machen. Man hat einen sicheren Job, der nicht gefährdet werden soll.

Also bricht man mit der katholischen Religion, ohne sie offen zu leugnen. Man unterwandert die traditionelle Lehre, indem man dieselben Begriffe mit anderen Inhalten füllt. Ein gutes Beispiel habe ich erst kürzlich in einer Vorlesung über die „Auferstehung des Fleisches“ gehört. Die traditionellen Formulierungen werden beibehalten. Man spricht weiterhin von einer „Auferstehung“ und lehnt sogar ostentativ gegenteilige Ansichten ab. Doch was man eigentlich unter dem Deckmäntelchen der traditionellen Begrifflichkeit sagt, ist nicht nur nicht katholisch, sondern nicht einmal christlich. Zunächst lehnt man „Auferstehung“ in ihrem Wortsinne ohnehin praktisch ab. So etwas kann nicht so „krude“ sein, wie es sich zuerst anhört, so als ob am Ende der Zeit wirklich irgendein Gott den Menschen wieder zum Leben erweckte, Körper und Seele, oder etwas dergleichen. Nein, es sei alles metaphorisch zu deuten. In Wahrheit (woher die Theologen das wohl wieder wissen…) stehe der Körper gar nicht für die Materie, aus der der Mensch besteht, sondern für die leiblichen Kommunikationsprozesse, durch die sich der Mensch im Gesamt der Geschichte äußere. Von einer traditionellen Auferstehung des Fleisches könne also „im Lichte neuerer Erkenntnisse“ – gemeint ist wohl das rationalistische Vorurteil gegen die Möglichkeit von Wundern – keine Rede sein. Nur offen ausgesprochen wird das nicht.

Wer nicht haargenau aufpasst, und seinen Katechismus nicht kennt, wird hier leicht in die Falle gehen. Denn die Position, es gehe nur um einen seelischen Prozess, wird eindeutig zurückgewiesen. Natürlich müsse man auch die leibliche Dimension des Menschen in die „Auferstehung“ mit hineinnehmen – alles andere wäre gnostisch, so wird argumentiert. Dafür wird sogar der Theologe Joseph Ratzinger herangezogen. Alles scheint so richtig schön katholisch. Doch dann hört man genauer hin. Ja, es gebe eine leibliche oder fleischliche Auferstehung. Aber unter „Leib“ oder „Fleisch“ wird gar nicht der menschliche Körper verstanden, sondern eben nur seine „Kommunikationsprozesse“. Was soll man sich unter dieser Position vorstellen? Damit sind wir beim zweiten Punkt angelangt.

2. Schwammdeutsch

Generell verzichtet man in der modernen Theologie auf jegliche klare Festlegung inhaltlicher Art. Der moderne Theologe – im Unterschied zum traditionellen katholischen Theologen – legt keinen Wert auf klare, präzise Sprache, vertritt er doch in der Regel gar keine katholischen, sondern naturalistische oder bestenfalls deistische Haltungen, die bei klarer Darlegung Widerspruch und im Extremfall gar Sanktionen in der Kirche hervorrufen könnten.

Stattdessen spricht man unter Verwendung traditioneller Termini, die jedoch vollkommen umgedeutet werden. Bei dieser Umdeutung achtet man darauf, dass die neuen Definitionen so flexibel sind, dass man sie mit viel Phantasie auf rechtgläubige Weise ausdeuten könnte, obwohl jeder weiß, dass sie nicht so gemeint sind. Damit baut man konfliktscheuen Katholiken eine goldene Brücke: Sie müssen sich nicht aufregen, weil ja alles im Rahmen der Lehre der Kirche bleibt. Man kann die unseligen Angriffe auf den Glauben getrost ignorieren, weil keinem Dogma formal eindeutig widersprochen wird.

Natürlich liegt das nur daran, dass überhaupt keine eindeutige Lehre mehr vorgetragen wird. Die Thesen moderner Theologen sind nicht eindeutig katholisch, aber sie sind auch nicht eindeutig häretisch. Sie sind einfach so schwammig und substanzlos, dass jeder intelligente Mensch, der sie für bare Münze nähme, einen so undeutlichen, unklaren Glauben nur noch aus rechtschaffener Wahrheitsliebe heraus für widerwärtig erklären könnte.

Die „Kommunikationsfähigkeit“ des leiblichen Menschen als Rettungsanker für die traditionelle Doktrin von der Auferstehung des Fleisches ist wieder so ein Beispiel. Es wurde keine Erklärung mitgeliefert, ob diese „Kommunikationsfähigkeit“, für die das „Fleisch“ eine Metapher sei, noch etwas Materielles ist, oder nicht. Das war auch gar nicht nötig. Denn was immer sie auch sein mag, sie ist nicht der ganze Mensch, Körper und Seele, sondern nur ein kleiner Teil, und damit steht sie im Gegensatz zur katholischen Lehre.

Manchmal hilft jedoch alles nichts. Jemand wühlt sich durch die Schlammfloskeln und die Maulwurfstheologie durch, und erkennt tatsächlich, dass die vertretene Lehre kaum etwas mit Katholizismus zu tun hat. Jemand durchschaut, dass die überlieferten Begriffe mit völlig neuem Inhalt gefüllt werden – eine typische Strategie des Modernismus, die schon Pius X. erkannt hatte – und damit gegen die traditionelle Theologie, zu deren Formulierung sie beigetragen haben, verwendet werden. Was nun?

3. Forschungsfreiheit

Zum Glück steht dem modernen Theologen noch ein dritter Rettungsanker zur Verfügung, von dem er sicher weiß, dass er immer funktioniert. Schließlich, so bekommt man zu hören, sei es nicht die Aufgabe eines Universitätsprofessors, irgendwelche traditionellen Überlieferungen nachzuplappern, sondern zu FORSCHEN. Und in der Forschung, so geht es dann weiter, braucht man Freiheit. Wenn die Freiheit der Forschung beschränkt werde, dann könne es keinen Fortschritt der Wissenschaft mehr geben, und überhaupt sei die Inquisition ja wohl abgeschafft! Das zieht immer. Der Professor hat sofort die Sympathien aller gerecht denkenden Menschen auf seiner Seite. Niemand wird es wagen, sich gegen die Freiheit der Forschung in Stellung zu bringen. Das beendet jede kritische Frage hinsichtlich der Katholizität vertretener Lehren.

Doch es gibt ein kleines Problem: In der Theologie haben wir eine gewisse Menge gesicherten Wissens, die wir nicht erst noch zu „erforschen“ bräuchten. Wir wissen bereits, durch die Heilige Schrift und die Heilige Tradition, einige Grundtatsachen des katholischen Glaubens, die man entweder annehmen oder ablehnen kann. Und wenn man sie ablehnt, verlässt man den Boden des Katholizismus.

In der Naturwissenschaft, aber auch in manchen sozialwissenschaftlichen Disziplinen, muss man auch bereits sicher geglaubte Erkenntnisse immer wieder hinterfragen, eben weil man keine Wahrheitsgarantie hat. Auch eine lange bestehende physikalische Theorie kann sich als falsch erweisen, wie Einstein eindrucksvoll gezeigt hat. Daher ist es in diesen Fächern sinnvoll, die Freiheit der Forschung hochzuhängen.

Ähnliches gilt auch für die Theologie, aber nur wenn man sich außerhalb des Bereichs der offenbarten Wahrheiten bewegt. Innerhalb dieses Bereichs bedeutet Freiheit der „Forschung“ nur, dass man sich längst von der Offenbarung abgewandt hat, und sich nun seine eigene Religion bastelt. So wie es viele moderne Theologen an den Universitäten tun.

Und so wird aus katholischer Theologie dann ein Impfstoff, der gegen das Christentum immunisiert.

Vielleicht sollte man den Antimodernisteneid doch wieder einführen.

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Ein kleiner Selbstversuch

Es wird ja viel über den Zustand der Theologie in Deutschland gesagt. Man verbreitet Memoranden, in denen wesentliche Teile des katholischen Glaubens bezweifelt und zumindest indirekt geleugnet werden, und diese Memoranden finden die Unterstützung hunderter angesehener Theologen. So viel Schlechtes hatte ich bereits über die deutsche Theologie gehört, dass ich es mir nicht verkneifen konnte, einmal den Selbstversuch zu machen. Also habe ich mich einfach in katholische Theologievorlesungen bzw. Seminare gesetzt und den faszinierenden Ausführungen der Dozenten gelauscht. Dieses Experiment ist noch nicht alt – es hat erst in der letzten Woche begonnen – doch eigentlich könnte ich es abbrechen, denn meine schlimmsten Befürchtungen sind bestätigt worden.

Was die Theologen in ihren Büchern an haarsträubend agnostisch klingenden Thesen verbreiten, was sie in ihren Memoranden fordern, nimmt sich fast noch harmlos gegenüber dem aus, was die Theologiestudenten täglich anstelle des katholischen Glaubens präsentiert bekommen. Natürlich steckt in den falschen Lehren dieser Theologen bereits der Kern des Unglaubens, doch so richtig offensichtlich wird dies, wenn sie unterrichten, wenn sie sozusagen die Chance erhalten, eine neue Generation Theologen zu formen. Dann legen sie so richtig los.

In vier Stunden habe ich nunmehr das Folgende „gelernt“:

– Der Anfang des Johannesevangeliums ist verklausulierter Antisemitismus und zusammen mit dem Judenhass der Kirche für „unzählige Judenpogrome“ verantwortlich.

– Die Wunder Jesu haben gar nicht stattgefunden, sondern sind nur „theologisch wahr“, nicht „historisch wahr“. Das bedeutet, dass man aus ihnen zwar metaphorische Einsichten gewinnen kann, sie aber nur nachträgliche Hinzufügungen sind.

– Dass „Johannes“ nicht der Autor des Johannesevangeliums sei, und schon gar nicht der Johannesbriefe oder der Apokalypse.

– Dass das Johannesevangelium eine theologische Meditation und kein historischer Erlebnisbericht des Lebens Jesu sei.

– Dass die Kirche seit dem 2. Vatikanischen Konzil (natürlich!) nicht mehr an die Hölle als Ort der Bestrafung glaubt.

– Dass die Trennung der christlichen von der jüdischen Religion die Folge politischer Notwendigkeiten, und nicht religiöser Differenzen war, und zum Teil aus einem exzessiven Abgrenzungswillen der schon damals „antisemitischen“ Christen folgte.

– Dass es zentrale Aufgabe der katholischen Theologie sei, die Traditionen der Kirche zu „hinterfragen“, also Munition gegen sie zu sammeln.

– Dass Paulus ein Frauenhasser gewesen sei.

– Dass der Teufel nur eine Metapher für das Böse im Menschen sei. [Anmerkung: Dann lassen sich überraschend viele Theologieprofessoren von einer Metapher verführen. Wirklich kläglich.]

Diese kurze Zusammenstellung mag genügen. Sie genügt in jedem Fall, um den christlichen Glauben zu einer Absurdität zu machen, und zwar zu einer abstoßenden Absurdität. Wenn das der christliche Glaube ist, kann man nur noch aus der Kirche austreten. Und weil das als christlicher Glaube gelehrt wird, kann man sich nicht wundern, wenn so viele Menschen aus der Kirche austreten. Sie haben das Christentum nie kennengelernt, also lehnen sie einen weitgehend fiktiven Glauben ab. Und sie lehnen ihn zurecht ab.

Wenn die Wunder Jesu nicht historisch real sind, dann ist das Christentum Unsinn. Denn ein bloß menschlicher Jesus kann uns nicht aus unseren Sünden erlösen. Er kann nicht auferstehen.

Die neue Religion der Theologen ist nicht mehr katholisch, ja nicht einmal mehr christlich. Sie leugnet implizit den einen absolut zentralen Inhalt der christlichen Religion.

Es kann nicht verwundern, dass man einen menschlichen Jesus nicht anbetet, dass die Realpräsenz geleugnet wird, dass die Liturgie bloß eine menschliche Mahlfeier sein soll, die der kreativen Gestaltung unterliegt, wenn Jesus nicht Gott war, nicht auferstanden ist, und bloß nette ethische Geschichtchen erzählt hat.

Es kann nicht verwundern, dass man eine Religion nicht ernst nimmt, die kaum mehr zu sagen hat, als jeder halbwegs weise heidnische Bauer an moralischer Weisheit in seinem eigenen Herzen vorfinden kann.

Es kann nicht verwundern, dass es keinen Priesternachwuchs gibt. Denn wer braucht Priester für eine Ethische Gesellschaft?

Das alles kann nicht verwundern, wenn an katholischen Fakultäten keine katholische Theologie mehr gelehrt wird. Was da gelehrt wird, das ist ein neuer Glaube, eine neue Theologie, eine neue Religion. Es ist weder katholisch noch christlich.

Die Bischöfe dulden es im Großen und Ganzen, zwischen stillschweigender Zustimmung und zustimmendem Stillschweigen schwankend. Es scheint ihnen durchaus nicht negativ aufzustoßen, jedenfalls nicht so negativ, dass sie ein Eingreifen für geboten hielten.

Wir haben eine massive Glaubenskrise. Ihr Ausmaß war mir theoretisch auch schon vor zwei oder drei Wochen bekannt. Aber es praktisch einmal selbst zu erleben, steigert vielleicht nicht die logische Überzeugungskraft, aber doch die subjektive Eindrücklichkeit einer solchen Einsicht.

Verankert in der Geschichte

Der allseits geschätzte Pater Deneke von der Petrusbruderschaft weist in einem lesenswerten Beitrag darauf hin, dass der christliche Glaube durch die Auferstehung historisch fest verankert ist. Diese Tatsache versuchen viele christliche Theologen, leider nicht nur aus protestantischer Sicht, zu relativieren. Es wird behauptet, es handle sich bei der Auferstehung natürlich nicht um eine wirkliche historische Tatsache. Ein bekannter Theologe hat einmal gesagt, wenn morgen Jesu Gebeine in seinem Grab entdeckt würden, würde dies seinen Glauben nicht berühren. Offensichtlich glaubt ein solcher Theologe nicht mehr an die wirkliche Auferstehung, sondern hat das Christentum auf eine Sammlung moralischer Platitüden ohne besondere Bedeutung reduziert, und damit auf eine Stufe mit den Thesen anderer moralischer Lehrer wie etwa Konfuzius gestellt. Damit wurde aber der eigentliche Kern des christlichen Glaubens aufgegeben.

Wenn Christus nicht wahrhaft auferstanden ist, wenn die Auferstehung keine historische Tatsache ist, dann ist Jesus nicht der Erlöser, nicht der Christus, und unsere Sünden sind nicht hinweggenommen. Dann ist er nicht unser „Osterlamm“, sondern nur ein beliebiger jüdischer Lehrer, womöglich gar ein Scharlatan, Lügner oder Verbrecher, ganz sicher nicht der Sohn Gottes. Dann ist das höchste Fest der Christen, das Osterfest, nichts als eine große Lüge. Dann sind wir immer noch die alten Menschen. Dann war die Kreuzigung eine Art Missgeschick, letztlich sinnlos, weil nichts damit erreicht wurde.

Die Entmythologisierer, deren Ziel darin besteht, aus dem Christentum eine Art moralische Fabel zu machen, begehen den fatalen Fehler, das Wesen der christlichen Religion vollkommen misszuverstehen. Es gab wahrlich genug bedeutungsschwangere Moralprediger, Zeigefingermenschen, in allen Zeiten. Wenn Christus nicht mehr zu bieten hat, dann verdient er nicht die Aufmerksamkeit irgendeines Menschen, weil er vollkommen irrelevant ist. Wir hatten genug Morallehrer, und wir haben ihre Lehren nicht befolgt. Welchen Unterschied macht ein weiterer von der Sorte?

Der christliche Glaube erhebt den Anspruch, den Menschen von seinen Sünden zu befreien, nicht ihm zu erklären, was eine Sünde ist. Das kann der Mensch auch ohne das Christentum wissen. Dazu braucht er keine Offenbarung, keinen Sohn Gottes, keine Auferstehung und keine Kirche, sondern bloß Herz und Verstand.

Der moderne Theologe begreift viele Details vom christlichen Glauben. Er kennt die Bibel und publiziert scharfsinnige Darstellungen zu seinem wissenschaftlichen Forschungsgebiet. Er sieht viele Bäume, aber keinen Wald. Und er sieht den Wald nicht, weil er in seinem Herzen längst den christlichen Glauben durch einen menschlichen Glauben an die Erlösungskraft des Fortschritts ausgetauscht hat. Er sucht nicht nach Christus, dem Erlöser, sondern nach einer menschlichen Hilfe beim Aufbau einer besseren Welt im Diesseits.

Doch im Diesseits eine bessere Welt aufbauen kann nicht das erste Ziel des Christen sein. Es ist natürlich wichtig, und es ist auch ein Nebenprodukt des christlichen Lebens, dass sich tatsächlich die Bedingungen im Diesseits verbessern, wenn die Menschen den christlichen Glauben leben und daher ihren Nächsten lieben. Doch diese Nebenwirkung ist, selbst wenn sie für sich genommen schön und hilfreich ist, nicht der Zweck des christlichen Glaubens.

Der Zweck des Christentums ist die Erlösung des Menschen, das Paradies im Himmel, nicht das Paradies auf Erden.

Und erlöst werden wir nicht durch die vielen netten Geschichten, die über Jesus erzählt werden, sondern durch das Blut Christi, das für uns zur Vergebung der Sünden vergossen, und von den Theologen vergessen wurde.

Wenn die Auferstehung nicht wirklich passiert ist, dann ist die Messe nicht die Messe, sondern eine gelebte Lüge, weil Christus nicht Gott war. Dann waren seine Wunder nur nachträgliche Erfindungen von Menschen, oder – schlimmer noch – das Werk des Teufels. Dann gibt es keine Realpräsenz, keine leibliche Gegenwart des Herrn, und wir betreiben in jeder Messe Götzenverehrung, wir verstoßen durch die Verehrung eines „Stücks Brot“ gegen das erste Gebot.

Wenn die Auferstehung nicht wirklich passiert ist, dann richten wir unsere Gebete an eine imaginäre Instanz, wir beten im Vaterunser das Gebet eines Scharlatans und Maria ist nicht die Mutter Gottes, sondern nur die Mutter einer bösartigen, gescheiterten Existenz.

Auf der Auferstehung basiert der ganze christliche Glaube, die ganze christliche Theologie, und, was noch viel wichtiger ist, die Erlösung eines jeden einzelnen Menschen aus seinen Sünden und die Hoffnung auf das ewige Heil.

Wer die Auferstehung leugnet, der leugnet Christus, leugnet den ganzen christlichen Glauben.

Doch es gebe ja keine Wunder, so wird gesagt. Diese ganzen Wunder, diesen Aberglauben, das könne man doch heute nicht mehr ernst nehmen. Und also wird alles uminterpretiert, bis es in unsere modernen Vorurteile hineinpasst. Doch die Menschen wussten auch vor 2000 Jahren schon, in der natürlichen Welt gilt „einmal tot, immer tot“, und zwar ausnahmslos. Und dass Jungfrauen keine Kinder gebären. Dazu brauchte niemand die moderne Wissenschaft oder die ausgefeilten Theologien der Neuzeit. Wenn man es damals ernst nehmen und glauben konnte, obwohl man wusste, dass es ein Bruch des natürlichen Laufs der Dinge war, dann kann man es auch heute, und zwar auf dieselbe Weise, als reales, außerordentliches Geschehnis, das für uns die Authentizität des christlichen Glaubens durch die im Zusammenhang mit Christus geschehenen Wundertaten bezeugt.

Der Satz, es gebe keine Wunder, und die daraus folgende Interpretation der Auferstehung als bloß menschliches Ereignis, ist die Folge einer philosophischen Vorfestlegung, nicht einer Einsicht der Wissenschaft. Wer philosophischer Naturalist ist, glaubt nicht an Wunder. Aber sein Nicht-Wunderglaube ist genauso ein Glaube wie der Wunderglaube des einfachen Christen.

Doch durch den Wunderglauben entdeckt der Christ die Wahrheit, während der naturalistische Theologieprofessor sie bestmöglich zu leugnen versucht.

Christus ist wahrhaft und wirklich, historisch, auferstanden, oder das Christentum ist eine Lüge und seine Anhänger entweder verblendete Spinner oder Heuchler.

Unpraktische Scholastiker

Die Haltung des durchschnittlichen modernen Menschen und oft genug selbst des durchschnittlichen Philosophen zur „mittelalterlichen“ Scholastik ist keine rationale Ablehnung einer bekannten Sache sondern basiert auf Unkenntnis und Vorurteilen. Das allein ist nicht schlimm – fast all unser Wissen basiert auf Vorurteilen, und wir können das aufgrund unserer Endlichkeit auch gar nicht verhindern.

Man sagt: Die mittelalterlichen Philosophen und Theologen sind ja so schrecklich unpraktisch. Sie debattierten jahrelang über die Frage wie viele Engel auf einer Nadelspitze Platz finden, und ignorieren alle wirklich bedeutenden Probleme, sie beschräftigen sich mit abstrakten Konzepten, die uns völlig absurd vorkommen und nichts bringen. Wir sind heute praktisch orientiert und verstricken uns niemals in sinnlose Debatten über Wesen oder Natur der Dinge.

Dazu Chesterton in seinem Buch „Heretics“:

Suppose that a great commotion arises in the street about something, let us say a lamp-post, which many influential persons desire to pull down. A grey-clad monk, who is the spirit of the Middle Ages, is approached upon the matter, and begins to say, in the arid manner of the Schoolmen, „Let us first of all consider, my brethren, the value of Light. If Light be in itself good–“ At this point he is somewhat excusably knocked down. All the people make a rush for the lamp-post, the lamp-post is down in ten minutes, and they go about congratulating each other on their unmediaeval practicality. But as things go on they do not work out so easily. Some people have pulled the lamp-post down because they wanted the electric light; some because they wanted old iron; some because they wanted darkness, because their deeds were evil. Some thought it not enough of a lamp-post, some too much; some acted because they wanted to smash municipal machinery; some because they wanted to smash something. And there is war in the night, no man knowing whom he strikes. So, gradually and inevitably, to-day, to-morrow, or the next day, there comes back the conviction that the monk was right after all, and that all depends on what is the philosophy of Light. Only what we might have discussed under the gas-lamp, we now must discuss in the dark.

(Chesterton: Heretics, 9)

Eine kleine, rohe Übersetzung von Catocon:

Nehmen wir an, auf der Straße entsteht eine große Aufregung über etwas, sagen wir über einen Laternenmast, den viele einflußreiche Personen abreißen möchten. Ein graugekleideter Mönch im Geiste des Mittelalters wird dazu befragt und beginnt in der trockenen Weise der Scholastiker zu sagen: „Lasst uns als erstes den Wert des Lichts bedenken. Wenn Licht an sich gut sei…“ Zu diesem Zeitpunkt wird er einigermaßen verständlich niedergeschlagen. Das ganze Volk stürmt nun zum Laternenmast, der Laternenmast ist in zehn Minuten abgerissen, und sie beglückwünschen sich für ihre unmittelalterliche Sachlichkeit. Aber die Dinge entwickeln sich nicht so leicht. Manche haben den Laternenmast abgerissen, weil sie ein elektrisches Licht wollten; manche, weil sie altes Eisen wollten; manche weil sie Dunkelheit wollten, denn ihre Taten waren böse; für manche war er zu sehr Laternenmast, für manche nicht genug; manche handelten, weil sie städtische Anlagen zerschlagen wollten; manche weil sie irgendetwas zerschlagen wollten. Und es herrscht Krieg in der Nacht, und niemand weiß wen er schlägt. Also, Stück für Stück und ausausweichlich, heute, morgen oder übermorgen, kommt die Überzeugung zurück, dass der Mönch recht hatte, und dass alles davon abhängt, was die Philosophie des Lichts ist. Nur was wir unter der Gaslaterne hätten diskutieren können, müssen wir jetzt im Dunkeln diskutieren.

DBK: Keine Hilfe für Thomasausgabe

Für die Fakten verweise ich auf diesen Artikel des Predigtgärtners, der einige informative Links zum Thema zusammengestellt hat, was mir einiges an Arbeit erspart. Daher von dieser Stelle aus ein Dank an den Predigtgärtner!

Doch zur Sache: Die Bischofskonferenz ist nicht sonderlich an der Unterstützung einer dreizehnbändigen, zweisprachigen Ausgabe der „Questiones Disputatae“ des Heiligen Thomas von Aquin interessiert. Eine vorher bereits zugesagte Beteiligung an Druckkosten wurde verweigert. Hier ein kurzes Zitat von Pater Langendörfer:

Man fördere nur solche Projekte, die „in einem besonderen Bezug zur Arbeit der Deutschen Bischofskonferenz stehen oder sonst wie für uns von besonderem Interesse“ seien. Nun ja, und darunter falle eben der Heilige Thomas nicht.

Was will eine Bischofskonferenz auch mit einer zweisprachigen Ausgabe zentraler Werke des Heiligen Thomas? Seid wann fördert man derartige antike Praktiken, wie thomistische Philosophie und Theologie? Ist das nicht mit dem Konzil, dem einzigen von der DBK öffentlich in ihren Handlungen anerkannten, zum Superdogma mythisierten Konzil, längst Vergangenheit? Sind nicht moderne Menschen, moderne Christen, über diesen mittelalterlichen Dogmatismus längst hinweg? Haben wir diesen Quatsch heute wirklich noch nötig?

Das ist doch nicht mehr zeitgemäß, oder?

Nun ja, das Konzil hat tatsächlich etwas zum Heiligen Thomas gesagt, da stimmt die implizite Annahme der Bischofskonferenz schon. Hier die Aussagen des Einzig Wahren Konzils, jenes unversöhnlichen Bruchs mit über 1500 Jahren der Unterdrückung der einfachen, versöhnlichen, barmherzigen, dogmenlosen, modernen Frühkirche (oder so):

„Gleicherweise widmet die Kirche den Hochschulen, insbesondere den Universitäten und Fakultäten, ihre angelegentliche Sorge. In der Tat ist sie bei denen, die ihr unterstehen, naturgemäß bestrebt, daß die einzelnen Disziplinen mit den ihnen eigenen Prinzipien, mit ihrer eigenen Methode und mit einer der wissenschaftlichen Forschung eigenen Freiheit so gepflegt werden, daß sich in ihnen die Erkenntnisse mehr und mehr vertiefen, die neuen Fragen und Forschungsergebnisse der voranschreitenden Zeit sorgfältige Beachtung finden und so tiefer erfaßt wird, wie Glaube und Vernunft sich in der einen Wahrheit treffen. Dabei dienen die Kirchenlehrer, besonders der heilige Thomas von Aquin, als Vorbilder.“

Gravissimum educationis, Nr. 10

Ich fürchte, dies entspricht nicht ganz der These, Thomas sei „nicht von besonderer Bedeutung“ für die Kirche.

Bekanntlich lehnen in Deutschland fast alle Katholischen Bischöfe das bis dato letzte Konzil ab. Zumindest wenn man sich auf die Texte des Konzils bezieht. Sie befinden sich daher in der gleichen Position (theologisch gesehen) wie die Piusbruderschaft – der Unterschied ist nur, dass die Piusbrüder keine kirchenrechtliche Stellung haben, aber die katholische Lehre predigen, während es bei der DBK exakt umgekehrt ist: Sie haben die kirchenrechtliche Stellung, dafür verschweigen sie oft genug die Lehre der Kirche. (Es wird natürlich nicht unterlassen, denen, die den Pornoskandal um Weltbild und andere mit der DBK verbundene Verlage aufgedeckt haben, mit Verleumdungsklagen zu drohen. Schmutz soll schließlich im Keller bleiben, wo die Bischöfe ihn sorgfältig deponiert hatten, nachdem sie bereits mindestens seit 2008 über die fraglichen Angebote informiert worden waren.) Manche Söhne gehen halt, wie im Gleichnis, in den Weinberg, obschon sie sich zuerst geweigert hatten, den Anordnungen des Herrn zu folgen; andere sagen die Arbeit im Weinberg zu, pflegen dann aber den Müßiggang in Weltbilds Sündenpfuhl.

Die Ablehnung der Förderung einer wichtigen Thomasausgabe hat übrigens dazu geführt, dass die Ausgabe nun ohne lateinisches Original einsprachig erscheint. Präsident Bush würde sagen: „Mission Accomplished“.

Natürlich ist die Frage, ob nun eine Thomasausgabe gefördert wird oder nicht, keineswegs eine Schicksalsfrage. Sie ist im Gegenteil eher unbedeutend. Doch an diesen und ähnlichen oberflächlich nicht wichtigen Entscheidungen sieht man, woher der Wind in der Bischofskonferenz weht.

Der Wind weht nicht aus Rom. Der Wind weht aus Wittenberg.

Katholizismus ist ganz einfach…

Fr. Longenecker hat sich wieder einmal selbst übertroffen mit einem relativ kurzen, aber unglaublich treffenden Artikel unter der Überschrift „The Great Transaction“. In wenigen Zeilen entlarvt er die Vorstellung, man finde Gott in der Introspektion, und indem man seinen innersten Leidenschaften nachgebe, als Häresie. Lohnt die fünf Minuten für eine Lektüre definitiv. Hier nun ein (sehr langer) Auszug, und meine Kommentare wie immer in rot. Hervorhebungen grundsätzlich von Catocon.

In the church today there is a heresy that doesn’t yet have a name–or perhaps it does and I have not learned it yet. It goes like this: „Mankind is in search of meaning. In every person there is a God-shaped space. By looking within, by searching for one’s own heart desire, we will eventually find meaning. We will have an encounter with Christ. We will realize that the Christian way is the true way. Then we will walk in this way with peace, joy and a fulfilled life.“ Let’s for the want of a better term call this heresy ‚personalism'(…).

Like all heresies, it’s not all wrong.[Eine ganz entscheidende Einsicht. Alle Häresien nehmen einen Aspekt der Wahrheit, blasen ihn immer weiter auf, und verabsolutieren ihn, bis kein Platz mehr für die entgegengesetzten Wahrheiten mehr ist. Das beste Beispiel ist der Modernismus – er nimmt die an sich richtige Idee, dass religiöse Erfahrungen einen wichtigen Weg zur Gotteserkenntnis darstellen können, behauptet dann aber, dies sei der einzige Weg zur Gotteserfahrung, und daher könne man Dogmen der aktuellen Zeit anpassen, damit sie „relevant“ blieben. Jede Häresie – und alle modernen Ideologien sind bloß christliche Häresien – ist die Verabsolutierung einer richtigen Idee] It’s just that it’s not all right. Sure there is a God-shaped space in each one of us. Sure, the source and summit of all our desires is, in the end, the Christ who loves us. Sure, if we seek we will find, and if we search we will discover. If we ask we will be answered. However, what this new „existentialist fideism“ does is places the human person at the heart of the search for God.[Klassischer Subjektivismus] It sounds nice and humanistic and all that, but it’s not really in the Bible is it?[Das ist immer das Ergebnis der Protestantisierung katholischer Lehren. Das beste Argument gegen die diversen vom Protestantismus inspirierten Häresien ist immer noch „sola scriptura“] It’s not really the way of the saints. You don’t find God telling the patriarchs to „search their inner being to discover the light.“ He says, „Obey me. Leave all, and go to the promised land.“
(…)

This new personalism is very often subjective in it’s declared encounter with Christ, and as such it is unreliable.[Darum brauchen wir eine „objektive“ Religion, wir brauchen Dogmen, ein Lehramt usw. Die bloße Erfahrung oder Meinung von Menschen ist nicht verlässlich. Entweder gibt es gar keine Sicherheit im Glauben, kein religiöses Wissen, und daher auch keinen Grund überhaupt zu glauben, oder es gibt einen sicheren, d.h. von Gott eingerichteten, nicht bloß vom Menschen erdachten, Weg zur Glaubenserkenntnis]

I’m increasingly in favor of the simple transaction that the gospel and the church have always called for. „Repent and believe the Gospel.“ There’s the basic encounter with Christ. A soul says, „God, I’m sorry for my sin. I want to do better and can’t unless you help me. Give me the power of Christ and I will follow him.“ Within this simple transaction is all that is required. Not a lot of soul searching is needed. Not a lot of philosophical or theological discussion…not a lot of learning. [Obwohl ich sagen möchte, dass philosophische und theologische Diskussion zwar nicht erforderlich für die Erlösung ist – oft ist sie sogar hinderlich, wie wir an der heutigen Theologenschaft in Deutschland erkennen können – aber trotzdem gute und wichtige Erkenntnisse zu erbringen vermag] Just simple obedience and humble acceptance of Christ. Just simple metanoia–turning from my own way to the way of Christ.[Wer schickt diesen Artikel den diversen Buchstabensuppen-Gremien im deutschen katholischen Rätewald?]

This is the only gospel I have to proclaim. It is the only gospel there is. I don’t know of any other.
(…)

Within this transaction the Sacred Heart of Jesus takes my heart in his and makes it one. Within this transaction my little life is gathered up into his cosmic life. In this simple transaction I am both lost and found.

This Great Transaction is the burning diamond heart of the Christian faith.

Alle diejenigen, die den Glauben an die empfundene Notwendigkeit der „heutigen Zeit“ anpassen möchten, Feministinnen, die glauben, sie seien von Gott zum Priestertum berufen, nur weil sie sich selbst dazu berufen fühlen, Zeitgeistchristen aller Schattierungen, Rationalisierer, die Wunder heute für „unmöglich“ statt bloß „unglaublich“ zu halten und viele mehr, werden hier den Kopf schütteln und die Augen rollen. Wie altertümlich? Ist es nicht im Heute glaubend nötig Kirche neu zu sein, oder so? Unsinn. Wir müssen umkehren, denn das Himmelreich ist nahe – so nahe, dass wir die ersten Ausläufer schon bei jeder Heiligen Messe am Altar beobachten dürfen – und es wäre schrecklich, verlören wir es im letzten Moment noch an die pharisäerhaften Kleingläubigen mit Doktortitel, die uns weismachen wollen, der Glaube sei heute anders als zu Zeiten Jesu.

Er ist es nicht. Der Glaube ist immer noch derselbe, und er wird sich nicht ändern. Wir sind Sünder und bedürfen der Erlösung und der Reinigung – wir haben die Chance zu Lebzeiten umzukehren, unsere Sünden zu bereuen, und die Erlösung die uns allein Jesus Christus anbieten kann, anzunehmen. Doch wir können sie auch abweisen, uns von Gott lossagen, ihm nicht folgen. Auch das akzeptiert Gott am Ende, denn er liebt uns und lässt uns unseren freien Willen. Das ist die Wahl, vor der wir stehen. Und das ist es, worum es für alle Menschen eigentlich geht.

Alles andere ist, so schön und richtig und wichtig viele weltliche Dinge auch sein mögen, in letzter Konsequenz irrelevant.

Früchte schlechter Theologie

Eine wichtige Warnung an häretische und quasi-häretische Verbandskatholiken und manche Erzbischöfe aus Südwestdeutschland… Schlechte Theologie kann schlimme Folgen haben:

A woman went to the beach with her children. Her four-year-old son ran up to her, grabbed her hand, and led her to the shore where a dead seagull lay in the sand.

“Mommy, what happened to him?” the little boy asked.

“He died and went to heaven,” she replied.

The child thought for a moment and said, “And God threw him back down?”

Gefunden auf The Ironic Catholic

Könnte auch geeignet sein, um den Zölibat für Gemeindereferentinnen durchzusetzen…

Aufruhr in England und der Kirche

Fundstück beim unverzichtbaren Father Z:

In London and elsewhere in England there were riots, and there will be more upheaval there and in Europe, because those values which restrain people, which make them think about others, which instil in young people a sense of right and wrong, have been undermined.  They are imbued with relativism and its fruits, and they rampage around, doing what they feel like doing, without reference to the common good.  This has come about because parents and schools and the media have in a double effort of reckless irresponsibility, not exercised governance and discipline over their children.  In London and elsewhere they are now reaping the results.  Neighborhoods are terrorized, businesses harmed, and the fabric of society weakened, thus perpetuating the recourse to violence.

 

In the Church, there has been relatively little exercise of discipline of the Faith in schools and pulpits as far as teaching is concerned, and little oversight in some places for liturgical worship.  The lack of clear Catholic teaching or the mixed messages that come from heterodoxy in one parish and fidelity in another, even between priests in the same parish, has produced the impression that even the clearest dogmas of the Faith are up to personal choice and interpretation.  This has produced gangs which can roam nearly unchecked up and and down the streets of the Church, rampaging and intimidating and spiritually bullying the faithful, leaving them spiritually impoverished and confused.  The theological hoods, yobs, are now almost entirely beyond hope.  They do violence to the Church’s doctrine and worship, and thereby diminish the fabric of the Church wherever they are.

Ein provokativer, doch treffender Vergleich!

Vom Geräusch aus Luthers Grab

Immer wieder hört man aus traditionsverbundenen Kreisen innerhalb der Katholischen Kirche, es habe eine Protestantisierung der Liturgie und des Glaubenslebens stattgefunden. Und das ist sicher auch richtig – vor allem wenn man den Protestantismus nimmt, wie er sich heute in Europa darstellt. Und doch werde ich das Gefühl nicht los, dass der Begriff „Protestantisierung“, so treffend er in vielen Zusammenhängen auch ist, zwei Aspekten nicht wirklich gerecht werden kann.

1. Wirklich gläubige Protestanten

Es gibt sie, vor allem in den freikirchlichen, konservativen Gruppierungen. Sie haben zwar nicht die Fülle der katholischen Überlieferung (und die meisten können wenig dafür, da sie die Wahrheit nie beigebracht bekommen haben, und ihnen nie ein guter Grund gegeben wurde, ihre Irrtümer zu überdenken), aber sie folgen oft treu der Überlieferung, die sie haben. Sie ist fehlerhaft, aber sie bemühen sich um ein gutes Christenleben. Das ist mehr als man von 90% der Katholiken, mindestens 80% der Gremienkatholiken und vielen Priestern und Bischöfen sagen kann. Als ich 2007 erstmals positiv mit einem ernsthaften Christentum per Internet in Berührung kam, waren es amerikanische „Southern Baptists“, die mich zuerst in ihren Bann zogen. Ohne diesen Einfluss hätte ich wahrscheinlich niemals zum Glauben gefunden. Sie boten mir etwas, das ich bei den deutschen Katholiken noch immer nicht gefunden habe: Sie glaubten wirklich und scheuten sich auch nicht es zu bekennen. Dafür bin ich ihnen dankbar.

2. Martin Luther

Wann immer ich mir den Zustand der katholischen Kirche (und auch der diversen protestantischen Religionsgruppen) anschaue, meine ich diffus ein Geräusch aus der Richtung des Luther-Grabs zu hören: Er hat sich im Grabe umgedreht! Ich bin mir ziemlich sicher, dass es einen unfehlbaren Weg gegeben hätte, die Reformation zu verhindern: Man hätte zurück in die Zeit reisen und Luther Einblick in die Folgen seiner Aktivitäten gewähren müssen. Hätte man Luther gesagt, sein Schisma werde zu homosexuellen PastorInnen in evangelischen Pfarrhäusern, nahezu totaler Apathie unter nahezu allen Gläubigen und einer Spaltung des Protestantismus in mehr als 20000 Denominationen führen, wäre er sofort aufgebrochen und sich selbst geißelnd, barfuß, nach Rom gewandert, um dort auf Knien um Vergebung zu bitten!

Konklusion:

Ja, Protestantisierung trifft die Aktivitäten der heutigen Neo-Reformatoren und Modernisten in der Kirche auf den Kopf. Und wenn man sich mit dem letzten Konzil und den Folgen beschäftigt, so findet man heraus, dass viele bewusst eine Protestantisierung der Liturgie (und zumindest in der Praxis auch der Theologie) angestrebt haben. Daher hat der Begriff „Protestantisierung“ seinen historischen Sinn. Doch da der heutige Mainstream-Protestantismus völlig säkularisiert ist, sollte man vielleicht Martin Luther in Frieden in seinem Grabe ruhen lassen und den Prozess der Kirchendeformation als „Verweltlichung“ bezeichnen. Man tut ihm wirklich Unrecht, wenn man ihn mit Menschen wie Margot Käßmann, Hans Küng und den diversen Gremienkatholiken vergleicht.